2014-09-18_1316

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2014-09-18_1316Sie kämpfen mit niedrigen Zinsen, müssen an länger lebende Ex-Beamte mehr Geld auszahlen und weichen daher bislang auf Hedgefonds und Derivate aus, um höhere Renditen zu erzielen. Doch die Pensionskassen im angelsächsischen Raum haben längst einen weiteren Performance-Treiber entdeckt: Die Kosten (Bild: Gareth Williams, Flickr CC).

Deshalb verwalten sie immer mehr von ihrem Anlagevermögen mit eigenen Teams, um Gebühren für externe Verwalter zu sparen. Die unbeabsichtigte Folge: Die Pensionsfonds interessieren sich mehr für die Entscheidungen und Strategien in den Gesellschaften, deren Aktien sie halten. Die Do-it-yourself-Bewegung der Pensionsfonds in Nordamerika und dem Rest der englischsprachigen Welt ist daher zu einem Treiber  lebhafte Aktionärskultur geworden.

In jüngster Zeit tun sich sogar immer öfter Pensionsfonds und Hedgefonds-Aktivisten zusammen, wenn sie Einfluss auf das Management einer Publikumsgesellschaft nehmen wollen. “Der Aktivismus ist im Mainstream angekommen”, sagt der Chefredakteur Josh Black beim Branchendienst Activist Insight.

Bei den Pensionsfonds wird das bestätigt. “Wenn wir Abweichungen von der erklärten Strategie sehen und das Management zu wünschen übrig lässt, ist es an der Zeit für ernsthafte Diskussionen”, sagt  John Pearce, Chief Investment Officer bei AustralianSuper, dem größten Verwalter von Pensionsvermögen auf dem fünften Kontinent. AustralianSuper ist dabei, den Anteil des selbst verwalteten Anlagevermögens auf mehr als 30 Prozent hochzuschrauben.

Eine Studie des Fondsspezialisten SuperRatings hat gerade ergeben, dass die fünfzig führenden Pensionskassen auf dem Känguru-Kontinent in den vergangenen zwei Jahren den intern verwalteten Anteil im Schnitt von 13 auf 24 Prozent erhöht haben.

“Die Pensionsfonds werden mit der Zeit um einiges aktiver werden”, sagt Bill Fuggle vorher. Er ist Partner bei der internationalen Anwaltskanzlei Baker & McKenzie in Sydney. Seine Prognose stellt den Pensionskassen eine bessere Rendite in Aussicht. Denn dem Firmenberater McKinsey zufolge hat die unbefriedigende Verzinsung von Investitionen die Wirtschaft in Australien allein 2012 umgerechnet 40 Milliarden Dollar gekostet.

Rund zwanzig Flugstunden nordöstlich in New York werden Pensionskassen von sinkenden Renditen, steigenden Auszahlungen und hohen Gebühren für externe Berater unter Druck gesetzt. New Yorks führende Pensionsfonds, die zusammen rund 140 Milliarden Dollar Vermögen verwalten, zahlen externen Fondsverwaltern jährlich bis zu einer halben Milliarde Dollar Gebühren. Diese sind seit 2007 nach Angaben der Stadt um 28 Prozent in die Höhe geschnellt.

Der übliche Satz in der Branche sind 2 Prozent auf das verwaltete Vermögen, plus 20 Prozent Gewinnbeteiligung. Für eine Stadt, die im Jahr rund acht Milliarden Dollar Pensionen für ehemalige Staatsdiener auszahlt – dem Fünffachen seit 2002 – sind dies beträchtliche Kosten.

Doch bisher gelang kein großer Wurf, um das öffentliche Fondssystem zu reformieren. Bürgermeister Michael Bloomberg wollte vor drei Jahren die fünf großen Fondskommissionen der Stadt in ein zwölfköpfiges Managementteam verschmelzen und die Vermögensverwaltung vom städtischen Kassenwart trennen. So wollte Bloombnerg die Politik aus den Anlageentscheidungen heraus halten. Das Projekt scheiterte am Widerstand der Gewerkschaften.

Der ganze Bericht steht heute im aktionaersforum

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Mit der Zeitmaschine aus der Perma-Krise

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