2014-10-01_1514

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2014-10-01_1514Gibt es noch ein Gemisch, das die Wall Street in die Knie zwingen kann? Trotz biblischer Geldfluten, Ignoranz gegenüber allen Konflikten auf der Welt und Schönwetter-Propaganda ohne Ende? Wir haben es fast nicht mehr geglaubt.

Aber jetzt braut sich doch ein Krisen-Cocktail zusammen, das selbst 360-Grad-Rosarotbrillen nicht mehr ausblenden können: Ein neuer Dauerkrieg im Nahen Osten, Ebola in den USA, längere Bremsspuren in China und eine Bürger-Revolution in Hong Kong. Dazu aufkommende Panik an den Börsen, schwere Rückschläge für die Konjunktur in Japan und die Stagnation in der Euro-Zone, wo an den geografischen Rändern tiefe Depression herrscht.

Zwischen Brüssel, Berlin, Barcelona und Bologna braut sich die nächste Etappe unserer Dauerkrise zusammen. Der Stillstand der Wirtschaft bis hinein nach Deutschland ist nur ein Vorbote. Derweil wächst der Schuldenberg allerorten schneller als die Wirtschaft selbst, während in wichtigen Volkswirtschaften wie Frankreich, Italien, Griechenland und Spanien vergeblich auf größere Reformen gewartet wird.

Was soll man machen, wenn in diesem bedrückenden Szenario selbst der Goldpreis dennoch sinkt? Ein Beweis für funktionierende Märkte ist das jedenfalls nicht, nur ein weiterer Beleg für grassierende Manipulation.

Und was bedeutet es, dass die Notenbanken von Washington über London bis Tokyo von steigenden Zinsen immer weniger wissen wollen, obwohl doch die Wirtschaft angeblich wieder schneller wächst und die Zinswende, zumindest in den USA, seit Monaten angekündigt wurde?

Und wie sollen wir es interpretieren, dass der Oktober an der Börse so schlecht beginnt wie seit drei Jahren nicht mehr? Und dass der Euro allein seit dem August 6% an Wert verloren hat? Oder, dass die Kunden des weltgrößten Anleihefonds nach dessen eigenen Angaben allein im September über 23 Milliarden Dollar abgezogen haben?

Oder wenn der Kasino-Magnat Steve Wynn – einer, der selbst nach den Maßstäben der Superreichen hervorrgend verdrahtet ist – sagt, er habe um die USA mehr Angst als um China?Im September machte die Produktion in den US-Fabriken schneller schlapp als erwartet. Und wenn der Konsum-Index des Conference Board schon wieder einbricht? Und dass es der Mittelschicht in den USA heute schlechter geht als 1989?

Und für wie gut organisiert, geführt und verwaltet sollen wir die (noch-) Supermacht USA halten, wenn Hunderte von Behörden, Airlines, Krankenhäusern, Begräbnisfirmen und Nationalgarde – inklusive das Pentagon und das Weiße Haus – sich seit Monaten generalstabsmäßig und umfangreich auf den ersten Ebola-Fall vorbereiten und dann, wenn das erste Ebola-Opfer in ein Krankenhaus hineinspaziert und wieder weg geschickt wird?

Für wie schock-resistent und gesichert sollen wir zudem die Finanzwelt halten, wenn in Japan Falsch-Orders im Umfang von 617 Milliarden Dollar – mehr als das BIP von Schweden – fast die Börse zum Einsturz bringen?

Das alles sind Krisensymptome, Beispiele miserabler Vorbereitung auf die nächste Krise und schreiende Beispiele dafür, wie wenig die meisten von uns in einer von den Notenbanken rundum manipulierten Welt noch mit einem größeren Finanzunfall rechnen. – Und genau das wird uns wieder ins Verderben führen ….

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