Die in der globalen Rezession verloren gegangenen Jobs können frühestens bis Ende 2014 wieder geschaffen werden, oder gar nicht. Das erwarten mehr als vier von zehn CEOs, die an der von NYSE Euronext jährlich veranstalteten weltweiten CEO-Umfrage in diesem Jahr teilnahmen. Und 60% dieser Wirtschaftskapitäne bewerten die augenblickliche konjunkturelle Erholung als “schwach”. Genauso viele Topmanager gehen davon aus, dass die konjunkturelle Delle erst 2012 oder später wieder ausgemerzt werden kann.
GRAFIK 1: 57% der weltweiten CEOs börsennotierter Firmen bezeichnen die aktuelle wirtschaftliche Erholung als “schwach” oder “sehr schwach”:

Das sind die Kernpunkte im neuesten CEO-Report “Back To Business“, der einiges zu denken gibt. We-nige der wirklich vielen interessanten Charts aus dem Report habe ich hier abgelichtet. Aus ihnen geht beispielsweise hervor, dass die Mehrheit der CEOs eine Erholung der Weltwirtschaft erst nach einem Wiederanziehen der US-Konjunktur erwartet. Demnach soll zuerst China wieder in normales ökono-misches Fahrwasser geraten, gefolgt von Nordamerika und Brasilien.
GRAFIK 2: Die Mehrheit der Erwachsenen in den USA bezeichnet die konjunkturelle Lage als “schlecht”, bei den CEOs in den USA sind das lediglich 32%. Ganz typisch für die Seite, von der diese Umfrage kommt, eine der führenden Kapitalmarktdrehscheiben, ist die Schlussfolgerung aus dieser Beobachtung: Der Optimismus müsse “erst noch nach unten durchsickern”. Ganz so, als ob die da unten auf der Straße (10% Arbeitslosigkeit, Zwangsversteigerungen, überreizte Kreditkarten, Jobverluste) es noch gar nicht kapiert haben, dass alles schon wieder viel besser wird …

Als die wichtigsten Indizien für eine tatsächliche Erholung werden von der Euronext-CEOs eine sinkende Arbeitslosenrate und ein Anziehen des privaten Konsums bezeichnet. Interessant ist – neben vielen anderen Beobachtungen in dem über 100 Seiten langen Bericht – dass viele der Vorstandschefs, obwohl sie ihre eigenen Volkswirtschaften vorsichtig bis negativ bewerten, die Perspektiven ihres eigenen Unternehmens erheblich besser beurteilen. So erwarten 80% von ihnen, dass das von ihnen geführte Unternehmen bis 2011 wieder schneller wächst, in 29% der Fälle soll das Wachstum sogar erheblich zunehmen.
GRAFIK 3: Welche Region der Welt erholt sich zuerst von der Rezession ? China und Nordamerika haben laut den Firmenlenkern die besten Chancen.

Dabei zeigt sich, dass die CEOs kleinerer und mittelgroßer Firmen optimistischer sind als die Chefs großer börsennotierter Firmen. Und noch ein Widerspruch: Obwohl eine echte Erholung zuerst in China und Nordamerika erwartet wird, sagen vier von 10 CEOs außerhalb der USA bis 2011 für ihre Firmen bis 2011 erhebliche Wachstumsverbesserungen vorher, doppelt so viele wie in den USA.
GRAFIK 4: Keine Zweifel bestehen derzeit offenbar an der Richtung, aus der eine nachhaltige Erholung – die den Namen auch verdient – kommen muss: Privater Konsum und Investitionen.
GRAFIK 5: Die CEOs börsennotierter Firmen stellen sich auf ein Geduldsspiel ein, bis sie wieder mehr Beschäftigte anheuern können. Fast jeder dritte von ihnen sagt: Es dauert bis 2014 oder länger, bis die verlorenen Jobs zurück gewonnen werden.



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