Das Rätsel der Kreditversorgung bleibt ungelöst

by markusgaertner on 29/07/2010

Aus der Kreditwirtschaft und dem Ifo-Institut kamen in den vergangenen Tagen klare Signale, dass die Versorgung deutscher Firmen mit Bankkrediten besser wird. Laut dem Ifo Konjunkturtest im Juli ist die sogenannte “Kredithürde” zuletzt weiter gesunken. Der Index setzt seine Abwärstendenz im siebten Monat in Folge fort. Aktuell beschweren sich demnach 31,6% der befragten Firmen über eine restriktive Kreditvergabe durch die Banken.

Im Monat davor waren das noch 34% gewesen, vor einem Jahr 45,1%. Ähnlich hört sich das aus der Bundesbank an. Eine Umfrage unter Geldhäusern habe keine Hinweise auf eine Kreditklemme ergeben, heißt es bei den deutschen Währungshütern. O-Ton Buba: “Befürchtungen über eine zu knappe Kre-ditversorgung der deutschen Wirtschaft im Fortgang des konjunkturellen Aufschwungs teilen die Banken somit nicht”. Das klingt ein bisschen als hätte man den Fuchs gefragt, ob es zu viele Hühnerställe in seinem Revier gibt.

Währenddessen geben aber die vier deutschen Spitzenverbände zu Protokoll, dass sie gerne einen fortgesetzten staatlichen Flankenschutz für den Aufschwung sähen, weil sie fürchten, die Banken könnten den Unternehmen nicht genügend Kredite zur Verfügung stellen. Begründung: Schärfere Auf-lagen für die Kreditinstitute sowie Liquiditätsengpässe könnten die Mittelstandsfinanzierung beeinträch-tigen“.

Klingt schon wieder ganz anders als aus dem Hause Bundesbank.

Zusätzliche Verwirrung stiftet der neueste “Euro Area Bank Lending Survey” der Europäischen Zentral-bank. Die EZB befragte Ende Juni bis Anfang Juli 120 Eurozonen-Banken. Auf die Frage, wie sich in den jüngsten drei Monaten die Kreditstandards für die Ausleihungen verändert hätten, ergeben sich viel-sagende Verschiebungen. Im April hatten nur 9% der KMU gesagt, die Kreditstandards hätten sich “etwas verschärft”. Bis Juli stieg diese Rate auf 13% an. Hatten im April 7% der Banker angegeben, die Kreditstandards hätten sich “etwas gelockert“, so waren es diesmal 0%. Die Zahl der, die keine Verän-derungen berichteten, stieg von 83% auf 86%.

Die folgende GRAFIK illustriert die Zahlen aus dem EZB-Monatsbericht mit Blick auf Kredite für den Mittelstand. Was Kredite an Großunternehmen angeht, sprachen diesmal 15% der Banker von “etwas verschärften Standards”, gegenüber 5% vor drei Monaten.

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