China als der Wunsch-Enkel von Keynes

by markusgaertner on 09/08/2010

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Ich kenne Fan Gang aus meiner Zeit als China-Korrespondent des Handelsblatts 1999-2005 und habe ihn auch danach für deutsche Zeitungen interviewt. Auf der Webseite des Project Syndicate hat der gebürtige Shanghaier – Jahrgang 1953 – einen Kommentar zum “Geheimrezept der chinesischen Wirtschaft” publiziert.

Fan Gang, der auch als Berater der chinesischen Zentralbank fungiert und als einer von Chinas promi-nentesten Ökonomen gilt, sieht die Turbo-Konjunktur als Perpetuum Ökonomile, in dem kluge und weitsichtige politische Führung massive Wachstumskräfte freisetzt und diese dann in geordnete Bahnen lenkt. Von großen Verwerfungen (“significant fluctuations”) sei die jetzt zweitgrößte Volkswirtschaft der Erde bislang verschont geblieben. Das Land habe während der Krise mit seiner Wirtschaftspolitik eine “wahre keynesianische Welt” erzeugt.

Laut Fan Gang waren es in den 90er Jahren Chinas Kommunen, die durch übereifrige Investitionen eine Überhitzung auslösten, die 1994 zu 21% Inflation führte und bei den Staatsbanken einen Scherbenhaufen mit Wackelkrediten im Umfang von 40% des gesamten Kreditportfolios hinterließ.

Diesmal, so Fang Gang, ist es die erste Generation von Chinas Unternehmern die mit ihren “animal spirits” – tierischen unternehmerischen Instinkten – den Konjunkturmotor so heißlaufen lässt, dass nach Einschätzung einer wachsenden Zahl von Beobachtern in Hong Kong und dem Westen ein Kolben-fresser droht.

Mit freundlicher Genehmigung der Distributions- und Marketing-Managerin Whitney Arana beim Project Syndicate dürfen wir die ersten drei Absätze aus Fang Gangs Artikel hier abdrucken und verweisen auf den kompletten Text bei PROJECT SYNDICATE, das alle Rechte an der Publikation hat :

BEIJING – China’s GDP growth this year may approach 10%. While some countries are still dealing with economic crisis or its aftermath, China’s challenge is – once again – how to manage a boom. Thanks to decisive policy moves to pre-empt a housing bubble, the real-estate market has stabilized, and further corrections are expected soon. This is good news for China’s economy, but disappointing, perhaps, to those who assumed that the government would allow the bubble to grow bigger and bigger, eventually precipitating a crash.

Whether or not the housing correction will hit overall growth depends on how one defines “hit.” Lower asset prices may slow total investment growth and GDP, but if the slowdown is (supposedly) from 11% to 9%, China will avoid economic over-heating yet still enjoy sustainable high growth. Indeed, for China, the current annualized growth rate of 37% in housing investment is very negative. Ideally, it would slow to, say, 27% this year!

Hier noch die Karrieredaten zu Fan Gangs Werdegang laut der Webseite “China Vitae“:

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Karl Napp August 9, 2010 at 3:35 pm

Was werden die Unternehmen mit knapp 2 Billionen USD cash machen? Investieren wollen sie augenscheinlich (noch?) nicht.

Kasse halten dürfte wenig Sinn machen, wenn kurzfristig die Notenpresse von der Fed angeworfen wird. Bleibt an die Aktionäre ausschütten oder Übernahmen?

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markusgaertner August 9, 2010 at 4:44 pm

… so sehe ich das auch. Deshalb wird das M&A-Karussell in der nächsten Zeit ein paar Gänge hochschalten …

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