Das neue Erbe: Keine Arbeit, keine Perspektiven

by markusgaertner on 13/08/2010

Share

Die International Labour Organization hat einen deprimierenden Bericht über Beschäftigung und Aussich-ten junger Menschen von 15 bis 24 Jahren herausgegeben. Das Papier, “Global Employment Trends for Youth”, stellt fest, dass diese junge Generation, die unsere Zukunft sichern soll, zu 55% in Asien lebt. In Europa leben nur 10% dieser Jungen. Obwohl es so wenige von ihnen in unseren Ländern gibt, nimmt ihre Zahl schneller zu als die der Jobs für sie. Europäische Länder, darunter Großbritannien “glänzen” damit, dass 15-24jährige arbeitsfähige Menschen dort die geringsten Aussichten auf Beschäftigung haben.

Hier ein Zitat aus dem ILO-Bericht zu den Perspektiven der Jungen:

Both youth labour force participation rates and employment-to-population ratios are declining. The youth labour force participation rate decreased globally from 54.7 to 50.8 per cent between 1998 and 2008, which means that in 2008 only every second young person was actively participating in labour markets around the world. In 2008 the number of employed young people was 540 million, an increase of 34 million from ten years before. However, because the youth population grew at a quicker pace than youth employment, the share of youth who are employed in the youth population (the youth employment-to-population-ratio) saw a decrease from 47.9 to 44.7 per cent between 1998 and 2008. The main “driver” of both trends is gains in the number of young people participating in the education system, although in some regions discouragement among youth also plays a role.

Und noch ein vielsagender Textauszug darüber, wie junge Menschen vom Arbeitsmarkt regelrecht ausgesperrt werden. Ein Trend, der sich im schlimmsten Fall noch verschärfen wird, wenn in westlichen Ländern das Renteneintrittsalter weiter heraufgesetzt wird. In Deutschland wird bereits über die Rente ab 70 diskutiert. Den Politikern ist dieses Eisen noch zu heiß, aber sie werden um eine solche Lösung nicht herumkommen.

Youth unemployment rates were on a downward trend prior to the economic crisis but were still nearly three times higher than adults. The youth unemployment rate stood at 12.1 per cent in 2008 compared to 5.8 per cent for the overall global unemployment rate and 4.3 per cent for the adult unemployment rate. Compared to adults, youth are almost three times as likely to be unemployed; the ratio of the youth-to-adult unemployment rate was 2.8 in 2008, up from 2.6 in 1998.

Und noch eine bedrückende GRAFIK: Das Ausmaß der Beteiligung am Arbeitsleben. Da sind die Verhältnisse in Ost- und Westeuropa zusammengerechnet näher an arabischen Krisenstaaten als an Asien, wo deutlich über die Hälfte der jungen Menschen Beschäftigung finden.

Share

{ 1 comment… read it below or add one }

die Simpsons August 14, 2010 at 4:55 pm

Die Perspektivlosigkeit ist auch bei den älteren Semestern vorhanden. Man erkennt das u.a. an den Krankenstatistiken. Psychische Erkrankungen einschl. Depressionen liegen mittlerweile an der Spitze der Erkrankungen; Tendenz steigend.
Die Arbeit füllt einen nicht mehr aus oder man wird ausgepresst wie eine Zitrone mit den bekannten Folgen. Ein wenig zynisch könnte man sagen dass viele Jobs die in der Verwaltung, im Innendienst, Vertrieb oder Dienstleistungsbranche oder anderswo zu administrativen Seelsorgerjobs verkommen.
Und die Leute wissen, dass der hochgejubelte Aufschwung in den Propagandamedien nicht nur nicht nachhaltig ist, sondern auch teuer erkauft wurde und dass man dafür früher oder später auch noch zur Zahlung desselbigen aufgefordert wird.
Trotz Allem glaube ich dass die Jungen eine Chance haben. Sie müssen nur bereit sein andere Wege zu gehen und versuchen sich nicht in das bestehende System einzubringen (soweit das möglich ist). Ihr Vorteil: JUNG, GESUND und VOLLER IDEEN einschl. VERRÜCKTHEITEN. Wie heisst es so schön: Trial and Error!

Reply

Leave a Comment

*

{ 1 trackback }

Previous post:

Next post: