Obamas Hilfe für arme Millionäre

by markusgaertner on 14/08/2010

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Die Federal Housing Administration in den USA ist ein Kind der 30er Jahre. Sie wurde ins Leben gerufen, um den Empfängern bescheidener Einkommen den Traum vom eigenen Haus zu ermöglichen. Das hat die FHA auch lange getan. Bis die Krise ausbrach, der Immobilienmarkt kollabierte, und der Hypotheken-finanzierer Fannie Mae (jetzt auch im Staatsbesitz) im vergangenen Jahr seine Regeln für Kredite an Wohnungskäufer verschärfte. Seitdem kriegen viele Developer selbst in guten Lagen Amerikas ihre schönen Kondos nicht mehr los.

Hier ist die FHA eingesprungen, wie Bloomberg am Freitag in einer schönen Geschichte aufzeigte. Appe-titlich ist das Stück nicht, aber gut recherchiert und vielsagend.

Demnach hat die FHA in den vergangenen Monaten für eine Reihe von Gebäuden für Luxus-Apartments Kreditgarantien gegeben, die mit ihrem ursprünglichen Auftrag nicht mehr viel gemein hat. Bloomberg nennt das Beispiel des TEMPO-Projektes, ein Gebäude mit 98 Kondos in Manhattan, wo die Wohnungen zwischen 820.000 und 3 Mill. Dollar kosten.

Die werden natürlich nicht von Familien gekauft, in denen Dad und Mom beide arbeiten gehen, um zwei oder drei Kinder zu ernähren. Luxus-Wohnungen in Manhattan werden von Investmentbankern, Anwälten, Maklern und anderen Mitgliedern der oberen 10 Einkommensprozent in den USA gekauft.

Das sind die Leute, die tagsüber bei CNBC fein verzwirnt als Experten auftreten – dabei die Einmischung der Regierung in den freien Markt beklagen – und nachts schlaflos auf ihrem gold verzierten Kissen liegen, weil ihre Vermögensberater wegen der ungerechten Finanzmarktreform jetzt nur noch 10% im Jahr statt 30% Rendite rausschlagen.

Für TEMPO und andere Luxus-Projekte garantiert die FHA Kredite bis zu einer Höhe von 729.750 Dollar, wenn der Kreditnehmer nicht mehr zurückzahlt. Übrigens reicht es hier, wenn die Kreditkunden 3,5% des kaufpreises anzahlen, der Rest kann geliehen werden.

Zur gleichen Zeit winden sich Millionen amerikanischer Familien, weil ihr Haus jetzt weniger wert ist als die Hypothek, die sie dafür bei der Bank aufgenommen haben. Die Zahl der von Banken beschlagnahm-ten Wohnungen und Häuser hat Rekordwerte erreicht. Und nur ein Bruchteil jener, die sich um eine Umschuldung bemüht haben – im Rahmen des Bailout-Programms der US-Regierung – bekommt wirklich Hilfe. Von den wenigen sind etwa die Hälfte nach wenigen Monaten wieder auf dem Weg zur Zwangsvollstreckung.

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