Bitte schauen Sie sich zunächst die Grafik weiter unten an. Sehen Sie den kleinen Knick nach oben am Ende der dicken schwarzen Kurve, so Ende Juli, Anfang August ? Nein, das ist nicht das letzte Zucken auf dem flachen EKG des implodierten Kreditmarktes. Es ist ein echtes Lebenszeichen, kein Fake.
Das Zucken kommt vom Rohstoffmarkt. Genauer gesagt, von dem erneut in Schwung geratenden M&A-Karussell. Den jüngsten Push zur Wiederbelebung des Übernahme- und Fusions-Geschäfts hat der weltgrößte Minenkonzern BHP Billiton gegeben, mit seiner knapp 39 Mrd. Dollar umfassenden Cash-Offerte für die kanadische Potash Corp.
Die Kosten für die Geldausleihe haben sich seit 2009 halbiert. Und Minenfirmen beeilen sich Kapazität zuzukaufen, anstatt langwierig neue Vorkommen zu ergründen und dann teuer neue Stollen in die Erde zu treiben.
Wenn sie dann auch noch – wie BHP – mit viel Cash daherkommen und glaubwürdig auf langfristige Preissteigerungen für ihre Produkte verweisen können weil sie an der China-Story hängen, dann glänzen die Augen jener Banker, die bei den meisten Mittelständlern viel düsterer dreinblicken als noch vor zwei Jahren.
Die weltweite Kreditvergabe an Rohstofffirmen ist im laufenden Jahr laut Bloomberg bereits auf 128 Mrd. Dollar nach oben geschnellt. Das ist der höchste Wert in den ersten sieben Monaten eines Jahres seit 2007. BHP nimmt für die geplante Potash-Übernahme 45 Mrd. Dollar Kredite auf, das wurde schon am 18. August eingetütet. Zwei Tage früher besorgte sich Vedanta 6,5 Mrd. bei den Kreditinstituten, für seinen Einstieg bei Cairn India.
“Im Rohstoffsektor spielt derzeit die Musik”, sagt Suki Mann, der Leiter für die Kreditstrategie bei der Societe Generale SA in London. Der S&P GSCI Spot Index für 24 Rohstoffe notiert 54% höher als auf seinem Tief im Jahr 2009. Und die Wachstumsprognosen sind dank der dynamischen Schwellenländer, für die IWF und Asiatische Entwicklungsbank gerade ihre BIP-Prognosen angehoben haben, sehr gut.
