Hier kommt starker Tobak, mein Lob an die Adresse von FORBES. Dort schreibt Robert Lenzner im Blog des Magazins, dass 2/3 der in Shanghai und Shenzhen gelisteten chinesischen Developer im 1. Halbjahr einen negativen Cashflow auswiesen.
Kein Wunder, so die richtige Schlussfolgerung des Autors, dass die People´s Bank – Chinas Notenbank – die Developer zusammen mit den Banken angewiesen hatte, für den Stresstest im Extremfall von 60% niedrigeren Immobilienpreisen auszugehen.
So groß ist der Abstand – 60% – zwischen den aktuellen Immobilienpreisen und den Preisen auf dem Höhepunkt der Immobilienrally vor Ausbruch der Finanzkrise 2008.
Da braut sich ein dickes Ding zusammen.
Langsam dämmert mir, warum Notenbankchef Zhou Xiaochuan aus dem Land geflohen ist (was nicht offiziell bestätigt wurde und vielleicht niemals wird). Der Mann, ein enger Vertrauter von Ex-Staatspräsident Jiang Zemin und Mitglied der berüchtigten Shanghai-Mafia, die seit der Ablösung von Parteichef Chen Liangyu vor fast genau 4 Jahren unter verstärkter Beobachtung steht, hat in der Tat Schlimmes zu befürchten.
Es scheint nun nach meinem Eindruck, dass Zhou eher wegen der prekären Lage am Immobilienmarkt – und der Nachlässigkeit die man der Notenbank in Führungszirkeln mit Blick darauf vorwirft – geflohen ist, und nicht wegen der Wechselkursverluste auf US-Anleihen, wie bislang angenommen. Denn die sind ja seit einiger Zeit gut bekannt.


{ 2 trackbacks }