Es ist ja nicht zu fassen. Keine 2 Monate nach der Bekanntgabe des Banken-Stresstests im Juli kursieren Informationen, wonach die Deutsche Bank eine Kapitalerhöhung im Umfang von 9 Mrd. Euro plant. Das Frankfurter Geldhaus sei auf verschiedene Investmentbanken zugegangen, um Möglichkeiten einer solchen Transaktion auszuloten. Bloomberg berief sich bei dieser Meldung auf drei Quellen. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Die Bank wollte die Nachricht zunächst nicht kommentieren.
Ja potzblitz. Gerade haben wir von Meredith Whitney gehört, dass die Wall Street-Banken in den kom-menden Monaten 10% ihrer Belegschaft entlassen sollen. Die Bank für internationalen Zahlungsausgleich hat im gerade publizierten Quartalsbericht noch einmal aufgelistet, wieviele Forderungen auch in den Bilanzen deutscher Banken gegenüber den PIGS verbucht sind. Und großartige Übernahmen stehen in der Branche unter den bekannten Bedingungen auch nicht an, kein Institut weiß, was das andere bilanziert hat.
Kann es also sein, dass uns bei der Vorlage des Banken-Stresstests doch nicht der ganze Wein einge-schenkt wurde ? Wir alle, auch in diesem Blog, haben es ja vermutet, angesichts der wenig realistischen Stresstest-Kriterien. So insgeheim erwischt man sich bisweilen dabei, dass man den ein oder anderen Zweifel hegt, ob man nicht vielleicht ein bißchen zu negativ an die Sachlage herangeht. Aber dann wieder so etwas.
Quo Vadis, Deutsche Bank ?
Oder geht es doch nur um eine Aufstockung bei der Postbank (derzeit 29,9%) ?
Die neuen Basel III-Anforderungen dürften jedenfalls einen so großen Kapitalbedarf – die größte Kapital-maßnahme in Europa in diesem Jahr – nicht auslösen. Denn wir hören, dass die neuen Kapitalanfor-derungen in Basel aufgeweicht werden. Und die Deutsche Bank wies in ihrem Bericht zum 2. Quartal am 27. Juli eine Kernkapitalquote (Tier 1) von 11,3% aus.
Hier unser neuester ECONCHART mit dem Kurs der Deutsche Bank, der am Donnerstag nachbörslich angesichts dieser Nachrichten um 3% zurückging.
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