Gastbeitrag von Thomas Schiller – - Er ist 50 Jahre alt, bezeichnet sich selbst als “Ex-Ossi” und lebt seit über 5 Jahren in Texas. Dort hat Thomas Schiller ein Geschäft in der Ingram Park Mall von San Antonio angemietet und verkauft Bekleidung an junge Leute. Als regelmäßiger Leser dieses Blogs gibt er viele Kommentare. Sie werden als Einblicke in das Leben am Ground Zero in den USA geschätzt und viel diskutiert. Ich habe Thomas gebeten, seine Erfahrungen und Beobachtungen als Geschäftsmann im siechenden Amerika drei Jahre nach der Finanzkrise aufzuschreiben. Was erlebt er mit Kunden, Lieferanten, Banken, dem Vermieter und Uncle Sam ? Hier kommt sein Stimmungs-Bericht.
Unser tägliches Leben wird seit geraumer Zeit von einer Unmenge Horror-Meldungen über die Finanz-und Wirtschaftskrise begleitet. Vielen von uns reichen die Informationen der Mainstream-Presse dazu nicht aus, also tummeln wir uns auf Webseiten wie dieser, um mehr über Hintergründe und die möglichen Auswirkungen zu erfahren.
Nur selten wird aber geschildert, wie sich die teilweise haarsträubende Akrobatik der Politiker und Finazeliten ganz konkret auf Otto Normalverbraucher auswirkt.
Wir erleben diese Auswirkungen hier in den USA täglich, in unserem Geschäft und in der Nachbarschaft. Wir betreiben einen Klamottenladen für junge Leute, sind in einer (normalerweise) recht gut besuchten Mall, der Ingram Park Mall in San Antonio, Texas, eingemietet und brauchten uns in den vergangen Jahren keinerlei Gedanken über Umsätze zu machen.
Ein Laden in einer Mall galt als ein “No-Brainer”. Die Kundschaft war freundlich, hat gekauft, was immer gefiel. Am Preis wurde so gut wie nie gemäkelt. Ladendiebstahl war eine Ausnahme. Höchstens mal ein Teenager, der unbedingt etwas haben wollte, wofür die Mama kein Geld rausrückte.
In diesen Zeiten waren wir in der Lage, vom Füllstand auf dem Parkplatz abzulesen, wieviel Geld bereits in der Kasse war, wenn wir zur Spätschicht ins Geschäft kamen. Heute ist alles anders: Da kann der Parkplatz vollgepackt sein, und trotzdem ist kein Umsatz da. Die Leute gehen einfach in der Mall spazieren. Dort ist es angenehm kühl und man bekommt was zu sehen.
An den Wochentagen sieht der Parkplatz am Nachmittag genauso aus wie morgens, bevor die Mall öffnet. Die Zeiten, in denen wir am Nachmittag nach einer Lücke suchen mussten, sind längst Vergangenheit.
Seit einem Jahr gehen die Umsätze drastisch zurück, 30% weniger als im Vorjahr sind keine Seltenheit. Die Menschen wirken unleidlich. Viele teilen einem beim Betreten des Ladens ungefragt mit, dass sie sich eh nur umschauen möchten und nicht gekommen sind, um etwas zu kaufen.
Sehr oft scheitert auch ein Verkauf, weil beim Prüfen der Kreditkarte die Meldung kommt: “Declined” (Zahlung abgelehnt). Natürlich ist das dann jedesmal ein “Versehen der Bank”.
Einzig der Februar verlief normal: Da haben die Leute die Steuerrückzahlungen erhalten und sofort in die Geschäfte getragen. Diebstahl gibt es heute nur noch in der Grosspackung: Man stiehlt nicht mehr einzelne Shirts, sondern ganze Stapel.
In den Vormittagsstunden wirkt die Mall neuerdings wie eine Geisterstadt. Die Leute verkneifen sich angesichts der Benzinpreise das Autofahren, so eben auch die Fahrt ins Shopping-Center. Man hat oftmals mehr Jobsuchende im Laden als Kunden.
Mary-Ann gehört zu den ältesten Mietern in der Mall. Sie betreibt einen Eisladen. Seit dem Tag der Eröffnung vor über 30 Jahren ist sie dort. Trotz ihrer 74 Jahre steht sie fast täglich im Geschäft. Neulich meinte sie, sowas hätte sie noch nie erlebt: einen Tag mit nur $ 35 Umsatz. Und das bei einer Ladenmiete von fast $ 5.000.
Der Schmuckstand von schräg gegenüber mit dem romantischen Namen “Treasure Island” wird seit 12 Jahren von einem Pakistani betrieben. Der taucht nicht vor 10.30 Uhr auf, obwohl die Mall um 10.00 Uhr öffnet.
Als der Mall Manager ihn daraufhin ansprach, meinte er nur lakonisch, dass er doch sowieso nix verpassen würde, Kunden wären eh keine da.
Ausserdem solle sich der Manager lieber etwas einfallen lassen, um die Leute in die Mall zu ziehen. Normalerweise zahlt man für zu spätes Öffnen eine Strafe an die Mall. Das ist offensichtlich kein Thema mehr, denn der Herr macht nach wie vor nicht vor halb Elf auf.
Früher hat man an der Zapfsäule gesehen, dass der Kunde, der vor einem getankt hat, den Tank einfach vollgemacht hatte. Heute lächeln einem zumeist glatte Beträge vom Display entgegen, meist $ 10 oder $ 20, selten einmal, dass es mehr ist.
Hat man vor zwei Jahren hier kaum einen Bettler gesehen, wird man neuerdings vor der Mall und an fast jeder Ampelkreuzung angesprochen.
Aber nicht nur wir leiden unter dem stark gedrosselten Kaufverhalten. Aus allen Ecken wird uns von Stundenkürzungen und Entlassungen berichtet.
Unser grösster Konkurrent “Hot Topic” schliesst 50 seiner Filialen (von ca 600). Die gehören zu GAP, die Stammfirma selbst hat ihr Geschäft in unserer Mall Anfang des Jahres auch schon dicht gemacht.
Aus CNBC “Shopping for Retail Stocks” am 2. Juni 2011:
Andere grosse Namen sind auch sang-und klanglos verschwunden: Hallmark, Forever21, Melrose, alle weg. Zales Jewelers hat einige hundert Läden zugemacht. Aufgefüllt wird zumeist befristet, oftmals mit lokalen Händlern, die aber sehr schnell wieder weg sind.
Neuerdings gibt es in der Mall ein Tattoo-Studio. Bis vor kurzem war das noch ein absolutes No-Go für die Vermieter. Doch inzwischen nimmt man eben, was man kriegen kann. Da wird dann schon mal der 9.Massagesalon und der 12. Schuhladen mit Sportschuhen reingenommen. Bei unserem direkten Nachbarn, “FootAction” wurden daraufhin Leute entlassen, weil man sich den Umsatz nun mit weiterer Konkurrenz teilen muss.
Den Vermieter, die Simon Property Group, scheint das aber im Grunde recht wenig zu kratzen. Mietreduzierungen sind ein Tabu-Thema. Seit heute wissen wir auch, warum. Wir erhielten ein Schreiben, in dem wir darauf hingewisen wurden, dass man gesetzlich dazu verpflichtet sei, uns mitzuteilen, dass man unsere Mietzahlung als Sicherheit für ein Darlehen an die Bank abgetreten hat.
Einer der grössten Mall-Betreiber der USA, GGP, ist pleite, sämtliche Malls von denen stehen unter Chapter 11. Die River Center Mall im Stadtzentrum war früher Magnet für viele Touristen. Die Kaufhauskette “Dillards”, welche dort ein eigenes, sehr schönes altes Gebäude besitzt, hat ihr Kaufhaus schon vor einem Jahr geschlossen. Jetzt verkommt das Gebäude. Den Zugang zur Mall hat man mit bunten Pappwänden zugestellt.
Die Läden in diesem Flügel der Mall ziehen nach und nach aus, Ersatz kommt keiner nach. Als wir vor wenigen Tagen durch den Food Court liefen, waren ganze zwei Tische besetzt, an einem Stand warteten drei Leute. Bei allen anderen war totale Flaute. Über jede Theke reckten sich uns Arme entgegen, die uns Kostproben ihrer Speisen, aufgespiesst auf Zahnstochern, anboten, in der Hoffnung, wir würden etwas kaufen. Und das an einem Freitag abend. Unvorstellbar, früher konnte man sich dort kaum drehen.
Unseren Lieferanten geht es logischerweise auch nicht viel besser. Von einigen wissen wir, dass sie ganz schwer zu kauen haben, die Produktion vorzufinanzieren. Geld von den Banken dafür? Bei den Aussichten? Fehlanzeige! Konnte man früher bei denen CASH on DELIVERY zahlen, geht heute fast alles nur noch gegen Vorkasse.
Die Rohstoffpreise und Transportkosten tun ihr übriges. Preissteigerungen, wohin man blickt. Die an die Kunden weiterzugeben, erscheint fast aussichtslos. Dabei geht es uns noch gut hier in Texas.
Ein Freund von uns hat bis vor kurzem in Florida gelebt und als Fensterputzer in einer Mall gearbeitet. Er war einer von 17 Angestellten. Innerhalb von sechs Monaten wurde die Auftragslage so schlecht, dass er der einzige “Überlebende” in der Firma war.
Wie es weitergeht? Schwere Frage, nächste Frage. Wir rechnen nicht damit, dass es in absehbarer Zeit etwas besser werden könnte. Wie auch? Keine Jobs, die Industrie geht weiterhin ausser Landes, die Politik tut nichts und die neuen und alten Finanzblasen werden irgendwann platzen. Mr. Krugman wird wohl recht behalten mit seiner Prognose zur 3.Depression.

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Vielen Dank, toller Bericht von der “Front”!
Bitte mehr davon.
Liebe Grüsse nach Texas
Johannes
Bitte, gern geschehen.
Details gibts reichlich zu berichten….
Gruss
Tom
Auch meinen Dank!
Solch einen Bericht findet man nicht oft. Also recht representative Momentaufnahmen – in Vergleich zu den letzten 5 Jahren und dem Einbezug der vielen Details und Beobachtungen.
Auf jeden Fall wünsche ich euch alles Gute – da die Situation absehbar nicht besser werden wird. Es ist aber Absurd – Porsche fährt Sonderschichten und der breiten Masse geht das Geld aus.
Im Vergleich zu Deutschland müssen es die Leute in den USA aber ziemlich Bunt getrieben haben – also in Punkto Konsum und Geld ausgeben. Die Verkaufsfläche pro Einwohner der USA ist ja auch um ein mehrfaches über dem Deutschen Level (und hier gibts schon viel) – in so fern ist eine Konsolidierung der Malls/Verkaufsfläche in den USA sicher unausweichlich.
Hallo Ert,
Danke für die guten Wünsche!
Und noch eine Anmerkung zu Ihrem Kommentar: Aus meiner Sicht hat das alles nichts mehr mit Konsolidierung von Verkaufsflächen zu tun. Ich kann mich nur ständig wiederholen: Das Ausmass der Deindustrialisierung hat Ausmasse angenommen, dass hier selbst bei sofortigem Start nix mehr zu retten ist! Jobs gabs lediglich im Service – und Finanzbereich, das ist vorbei! Die Regierungen (Bund und Staaten) fangen wegen der haushaltssituation an, selbst zu entlassen, alleine 29.000 Stellen letzten Monat! Dazu die gigantischen Schulden, öffentlich wie privat! 840 MILLIARDEN an Bafög, 980 MILLIARDEN bei Kreditkarten! Die Situation der Immo-Kredite kennen wir ebenfalls, Herr Gärtner hats wunderbar dargestellt! Jetzt der Griff in die Pensionskassen! Die Streichung von Stütze, insbesonder Lebensmittelmarken hat schon begonnen!
Nee, da gibts nix mehr zu konsolidieren, zumal die Leute hier es nicht raffen! Die debattieren lieber über Weiners Erektion! Das Land hat fertig!
Gruss
Tom
Super Bericht. Bei uns ist es ähnlich, die Geschäfte schliessen, wandern ab. Der X-te Ramschladen, aber nichts mehr Richtiges. Okay, bei uns ist das mehr so im Kleinen, was da stattfindet, trotzdem, man spürt es.
Es tut weh, wenn man diese Dinge beobachtet, oder wie hier erfährt – besonders dann, wenn man früher mal in besseren Zeiten in den USA war. Schade, dass es so gekommen ist. Mir tun alle die Menschen leid, die darunter leiden müssen.
Danke für diesen Bericht und auch von mir alles Gute an Sie, werter Tom. Auch wenn es sich sehr traurig liest was sie schreiben, bitte berichten Sie weiter (auch in den Kommentaren). Hier in Deutschland scheint alles so weit weg, es ist Wahrheit aber so nah! Die Deindustrialisierung schreitet auch hier voran und Dienstleitungen sind immer mehr das ah´ und oh´.
Man merkt schon wie dort absichtlich zerstört wird. Erinnert mich an die Situation um 1920 in der “Weimarer Republik”.
Danach haben ja “Grosskapitalisten” so ziemlich alles aufgekauft und die Deutschen fast völlig enteignet.
Han
Klasse Bericht aus dem wahren Leben. Man wird ja ganz verrückt, wenn man immer nur die schöngemalten Artikel aus dem Mainstream liest. Mehr davon wäre schön. Danke an den Autor.
Genialer Bericht aus erster Hand, bitte mehr davon, danke!
Europa die Insel der Glückseligkeit – wie lang nur noch ?
Und im Osten entstehen weiterhin PrachtKonsumTempel. Irgednwie total verkommene Welt.
Danke für den Lebensnahen Bericht !
“Die Ursache für das Sinken des Zinsfußes wird vorzüglich darin gefunden, daß die besonders rentablen Kapitalanlagen großen Maßstabes heute erschöpft sind und nur Unternehmungen von geringer Ergiebigkeit übrig bleiben. …Nur ein allgemeiner europäischer Krieg könnte dieser Entwicklung Halt gebieten durch die ungeheure Kapitalzerstörung, welche er bedeutet.”
(Aus der Zeitschrift des Sparkassenverbandes, 1891)
“Trotz der heiligen Versprechen der Völker, den Krieg für alle Zeiten zu ächten, trotz der Rufe der Millionen: ‘Nie wieder Krieg’, entgegen all den Hoffnungen auf eine schönere Zukunft muß ich sagen: Wenn das heutige Geldsystem, die Zinswirtschaft, beibehalten wird, so wage ich es, heute schon zu behaupten, daß es keine 25 Jahre dauern wird, bis wir vor einem neuen, noch furchtbareren Krieg stehen.
Ich sehe die kommende Entwicklung klar vor mir. Der heutige Stand der Technik läßt die Wirtschaft rasch zu einer Höchstleistung steigern. Die Kapitalbildung wird trotz der großen Kriegsverluste rasch erfolgen und durch Überangebot den Zins drücken. Das Geld wird dann gehamstert werden. Der Wirtschaftsraum wird einschrumpfen, und große Heere von Arbeitslosen werden auf der Straße stehen. An vielen Grenzpfählen wird man dann eine Tafel mit der Aufschrift finden können: ‘Arbeitssuchende haben keinen Zutritt ins Land, nur die Faulenzer mit vollgestopftem Geldbeutel sind willkommen.’
Wie zu alten Zeiten wird man dann nach dem Länderraub trachten und wird dazu wieder Kanonen fabrizieren müssen, man hat dann wenigstens für die Arbeitslosen wieder Arbeit. In den unzufriedenen Massen werden wilde, revolutionäre Strömungen wach werden, und auch die Giftpflanze Übernationalismus wird wieder wuchern. Kein Land wird das andere mehr verstehen, und das Ende kann nur wieder Krieg sein.”
Silvio Gesell, 1918
Es dauerte tatsächlich “keine 25 Jahre” vom Ende des ersten bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges. Der dritte Weltkrieg wäre in den 1980er Jahren fällig gewesen und wurde nur durch die atomare Abschreckung bis in die Gegenwart verhindert. Durch das Ausbleiben dieser “überfälligen Sachkapitalzerstörung” hat die Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz – sowohl innerhalb der Nationalstaaten als auch zwischen den Staaten – heute ein nie dagewesenes Ausmaß erreicht, sodass genau drei mögliche Szenarien unmittelbar bevorstehen:
Das Ende mit Schrecken (finaler Atomkrieg)
Der Schrecken ohne Ende (globale Liquiditätsfalle)
Die Natürliche Wirtschaftsordnung (echte Soziale Marktwirtschaft)
Eine “vierte Möglichkeit” gibt es nicht:
http://www.bundesbank.de/statistik/statistik_zeitreihen.php?graph_diff=relative&graph_begin=1998&graph_end=2011-04&open=ewu&func=row&tr=AV3712&showGraph=1
Über die erste Möglichkeit gibt es nichts zu sagen, die zweite ist das Lieblingsthema aller Crash-Phantasten und die dritte ist wahrscheinlich. Der Crash-Phantast, der “zur Sicherheit” noch ein paar Goldklötzchen bunkert, weiß nicht, was es bedeutet, wenn in einer globalisierten Zinsgeld-Ökonomie mit über 6.500.000.000 Menschen der Geldkreislauf – und damit die Arbeitsteilung – mitgekoppelt zusammenbricht. Die Heilige Schrift bezeichnet dieses Ereignis als “Armageddon”.
Für die dritte Möglichkeit bedarf es der “Auferstehung der Toten”. Als geistig Tote sind alle Existenzen zu bezeichnen, die vor lauter Vorurteilen nicht mehr denken können. Werden Sie lebendig: http://www.deweles.de
Listen to infowars.com
Most listened broadcast worldwide.
Most important financial and political news.
or watch prisonplanet.tv
All ALex Jones documetaries for free in the internet
Watch ” the fall of the republic” , ” Obama Deception”, “Endgame” and “Terrorstorm” and the rest of his documentaries to learn the truth.
You are the resistance. Resistance is victory.
Hallo Tom Danke für die Klasse Beschreibung was dort los ist, ich war schon oft drüber, allerdings das letzte Mal Anfang der 90er, anscheinend goldene Zeiten im Vergleich zu heute. Ich bin mir sicher das System wird (muss) kaputt gehen, und kann nur hoffen dass es vorher gelingt die Leute auf etwas wie Contributionism aufmerksam zu machen, denn das das keine Utopie ist, wie es beim ersten lesen erscheint sondern von Ricardo Semler in seiner Firma seit Jahrzehnten praktiziert wird beweist dass es geht und sicher noch mehr. Dazu müssen die Massen einfach nur die elitäre Minderheit ignorieren. Schön doof wenn Du denkst Du bist der Boss und hast was zu sagen und der Bomberpilot, Polizist, Verwaltungsangestellte sagt zu Dir er geht jetzt erst mal nach Hause Kaffee trinken bis einer was sinnvolles bringt
) Aber die Leute sind seit 80 Jahren so verdummt und programmiert, die müssen erst am Hungertuch nagen bevor das Gehirn überhaupt von Null auf Standby geht
Liebe Grüsse aus dem genau bescheidenen Deutschland
Kennt jemand im Diskussionsforum noch weitere deutsche Geschäftsleute in den USA, die man hier zu Wort kommen lassen könnte ? …. Besten DANK schon jetzt für etwaige Hinweise …. Viele Grüße, Markus
Der Kapitalismus ist an seinem glorreichen Höhepunkt angekommen. Der Kommunismus ist Gott sei Dank gescheitert. Wer soll uns nun noch helfen?
… eine wirklich gute und sehr beunruhigende Frage. Antwort wird noch gesucht …. Viele Grüße
Frank, ich denke nicht, dass das was wir gerade erleben, was mit Kapitalismus zu tun hat. Vielmehr riecht das nach einer Form von Neo-Sozialismus. Warum? Ganz einfach: Die Politik mischt sich in die Wirtschaft zu sehr ein, lässt Marktbereinigungen nicht mehr zu und animiert durch falsche Entscheidungen die Industrie zum Nomadisieren!
Hierzu zwei Beispiele:
1. Die unsägliche Subventionspolitik zur “Schaffung von Arbeitsplätzen” in Europa.
2. Die Bailouts von maroden Banken und Firmen.
Dazu addiert sich die Gängelei des Mittelstandes durch die Politik!
Über dieses Thema liesse sich locker eine seitenlange Abhandlung schreiben, aber das würde sicher den Rahmen sprengen.
Gruss
Tom
Das ist kein Anzeichen von Sozialismus, sondern die natürliche Endstufe des Kapitalismus.
http://de.wikipedia.org/wiki/Staatsmonopolistischer_Kapitalismus
Hm, stimmt! Wieder was gelernt! Vielen Dank für diesen Hinweis!
daraus folgt: Ich ziehe alles zurück und behaupte das Gegenteil!
Gruss
Tom
Danke für den sachlich faktischen Bericht abseits des Mainstreams!
Zur oben gestellten Frage: WER soll uns nun noch helfen?
Genau in der dieser Fragestellung liegt auch der Fehler. Die Frage drückt die Erwartung aus, das immer andere helfen sollen – wenn jedes Wesen so denkt, kommt alles zum Stillstand, weil jeder auf jeden wartet.
Gandhis Spruch “Wilslt Du die Welt verändern, verändere Dich selbst.” ist sicher Vielen bekannt. Aber hinter diesem einfach anmutenden Spruch stehen komplexe (physikalische) Zusammenhänge, von denen die Allermeisten leider (noch) nicht die geringste Ahnung haben.
Nur das wird letztlich die Lösung sein; zur Bewußtwerdung dieser Zusammenhänge führen die im Beitrag beschriebenen Zustände. Dieses ca. 300 Jahre alte (Finanz)System hat fertig, das ist jedem Denkenden klar, aber eben, was kommt danach? Hätten wir diese Zustände nicht, würde niemand diese Frage stellen (brauchen).
Als Denkanregung eine interessante Aussage zum Themas Gier:
“Es reicht aus, die Natur der Gier zu verstehen. Du brauchst sonst nichts zu tun, um sie los zu werden, allein sie zu verstehen, beseitigt den ganzen Müll. Wenn der Mensch im Einklang mit dem Universum ist, ist er erfüllt, wenn er nicht im Einklang mit dem Universum ist, ist er leer, vollkommen leer. Und aus dieser Leere entsteht Gier. Gier soll die Leere füllen: mit Geld, mit Häusern, mit Möbeln, mit Freunden, mit Liebhabern – mit irgendwas, denn man kann nicht mit Leere leben. Es macht Angst, es ist ein Geisterleben. Wenn du leer bist und in dir gibt es nichts, dann ist es unmöglich zu leben.”
(Quelle: http://positivesfuehlen.org/wo-kommt-gier-her-2/)
Bliebe die Frage zu klären, was bedeutet es denn nun, im Einklang mit dem Universum zu leben…
Jeder Einzelene, der sich mit z.B. dieser Fragestellung auseinandersetzt beginnt auf einmal genau das zu tun, was Gandhi’s Aussage entspricht.
Eine einfache Anregung zum Schluß: jeder, der dieses alte korrupte System nicht mehr will, sollte auch aufhören, es in irgendeiner Weise zu unterstützen – es quasi zu nähren.
…DANKE für den ausführlichen Kommentar … Beste Grüße
Hallo Tom,
auch meinen Dank für deinen Beitrag. Gut einmal ‘die andere Seite’ zu lesen.
Was mich interessieren würde:
Dein Bericht klingt ja verständlicherweise sehr niedergeschlagen, aber was hast du vor zu unternehmen? Machst du einfach weiter bis es nicht mehr geht oder planst du eine Veränderung für dich und deine Firma?
Danke schon mal für die Antwort und Liebe Grüße aus Deutschland
Danke für die Anteilnahme! Niedergeschlagen sind wir nicht, ich bin von Natur aus ein Kämpfer, ich halte es mit dem Spruch: ” Denke nicht in Problemen, sondern in Lösungen”.
Insofern arbeiten wir seit einiger Zeit an einigen anderen Projekten. Eine abgeschlossene Worse-Case-Szenario-Planung existiert allerdings noch nicht.
Gruss
Tom
“Antwort wird noch gesucht ….”
Irrtum:
http://www.deweles.de/files/soziale_marktwirtschaft.pdf
Warum ist das so schwer zu verstehen? Fragen Sie die “heilige katholische Kirche”:
http://www.deweles.de/files/himmel_auf_erden.pdf
Ich weise vorsorglich darauf hin, dass es über den Inhalt der beiden pdf-Datei nichts zu “diskutieren” gibt; man (oder Frau) muss sie einfach nur verstehen.
Mit freiwirtschaftlichem Gruß
Stefan Wehmeier
Hallo zusammen,
@Stefan Wehmeier
Ihre drei Aufzählungen sind korrekt.
Meine pers. und subjektive Ansicht ist jedoch eine andere. WIr werden über kurz oder lang einen größeren Krieg zwischen ähnlich / gleich starken Parteien bekommen (z.B. USA – China). Wobei die USA in meinem Sinne eigentlich gar nicht mehr stark ist.
Ich möchte das nicht, auch weil ich einen “kleinen” Jungen habe der in der sechsten Klasse geht. Ich kann die Abläufe aber leider nicht stoppen.
Daher sorge ich vor soweit es mit möglich ist.
Friedliche Grüße an alle aus D
Peter
Tom? Ehemals aus der E1? Mail mich mal an…vielleicht erinnerst du dich noch…
cu,
Ralf
Ja, E1 ist richtig! Ralf? Da kenn ich einige!
Anmailen? Wie? Geht von hier aus nicht!
Also muss ich mal Werbung für unser eigentliches Geschäft machen:
http://www.blackflycompany.com
Ich hoffe, der Herr Gärtner ist net böse darüber!
Gruss
Tom
wie traurig aber auch, Geschäftmodelle die von Kredit- und Finanzblasen leben sind plötzlich nicht mehr tragfähig?! OH NO. Ein kaum vorstellbarer Verlust für die Gesellschaft und Menschheit. Nachhaltigkeit ist halt unmodern. Na dann muss man wohl hoffen das demnächst die nächste Runde der Blasenbildung aufgebaut wird, vielleicht hält sie sich diesmal ein paar Tage länger…ich würd euch die Daumen drücken – oder eben auch nicht!
Nachhaltigkeit gab es nicht, seit sich die menschliche Gesellschaft vom Freigeld abgewandt und zum Zinsgeld zurückgekehrt war. In der Vergangenheit wurden platzende Blasen oftmals mit Kriegen “behandelt” und auf gings in die nächste Runde!
Und natürlich wird ein Crash (wenn er denn kommen sollte, wovon ich persönlich ausgehe,was deswegen allerdings nicht jeder so sehen muss!) einen kaum vorstellbaren Verlust für die Menschheit darstellen, denn durch die weitreichende Verzahnung über die ganze Welt werden die Folgen tatsächlich schauerlich sein!
Seien Sie doch so nett und nennen mir nur eine einzige Tätigkeit, ein einziges Geschäftsmodell, hier oder in Europa, welches nicht direkt oder indirekt mit dem bestehenden Finanzsystem verwoben ist! Selbst die Putze im Krankenhaus, selbst der Heizungsmonteur ist auf Gedeih und Verderb Bestandteil dieses Systems! Glauben SIe denn im Ernst, einem kleinen Einzelhändler wie mir ergeht es in Deutschland, Frankreich oder UK anders?
Solange Sie selbst in dieser Gesellschaft leben, Ihre Brötchen in den selben Währungen verdienen, wird es Sie ebenfalls erwischen, wenn es kracht. Es sei denn, Sie sorgen vor und gehen in ein Land, welches nicht betroffen ist.
Mir kam es keineswegs darauf an zu jammern und Mitleid zu erhaschen, sondern lediglich darauf, einmal darzustellen, wie dass, was tun und lassen der Politik und Finanzeliten auf Otto N. auswirken und wie die Situation mittlerweile hier ist!
Und natürlich: Da der Mensch nicht wirklich lernfähig ist, was Sozialverhalten angeht, wird nach dem Reset die nächste Blase aufgebaut werden, da das Geldsystem nunmal auf Verschuldung aufgebaut ist und gewisse Kreise beim Starten einer neuen Runde schon dafür sorgen wird, dass das so bleibt!
Möglicherweise beginnt die nächste Runde aber auch mit der Errichtung von Diktaturen, aber wirklich besser ist das wohl auch nicht!
Gruss
Tom
„Ihr habt gehört, dass gesagt ist: „Auge um Auge, Zahn um Zahn.“ Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel, sondern: wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar. Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel. Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile mitzugehen, so geh mit ihm zwei.“
Jesus von Nazareth
„Man sagt es harmlos, wie man Selbstverständlichkeiten auszusprechen pflegt, dass der Besitz der Produktionsmittel dem Kapitalisten bei den Lohnverhandlungen den Arbeitern gegenüber unter allen Umständen ein Übergewicht verschaffen muss, dessen Ausdruck eben der Mehrwert oder Kapitalzins ist und immer sein wird. Man kann es sich einfach nicht vorstellen, dass das heute auf Seiten des Besitzes liegende Übergewicht einfach dadurch auf die Besitzlosen (Arbeiter) übergehen kann, dass man den Besitzenden neben jedes Haus, jede Fabrik noch ein Haus, noch eine Fabrik baut.“
Silvio Gesell
„The greatest tragedy in mankind’s entire history may be the hijacking of morality by religion.“
Arthur C. Clarke
Die Aussagen von wahren Genies bleiben für gewöhnliche Menschen unverständlich, und selbst den Gelehrten und ernsthaften Studenten können sie nur mit Mühe sinnhaftig werden.
Der Begriff „Soziale Marktwirtschaft“ stammt von dem Freiwirtschaftler Otto Lautenbach, der im Januar 1953 die Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft (ASM) gründete. In enger Zusammenarbeit mit dem damaligen Wirtschaftsminister und späteren Bundeskanzler Ludwig Erhard sollte erstmalig eine „freie Marktwirtschaft ohne Kapitalismus“ (echte Soziale Marktwirtschaft) verwirklicht werden.
Im Juli 1954 verstarb Otto Lautenbach, die ASM zerfiel im Streit (eine Organisation gleichen Namens existiert heute noch, sie verfügt aber über keinerlei makroökonomische Kompetenz mehr). Für die makroökonomische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland wurde ein von der so genannten „katholischen Soziallehre“ beeinflusstes Konzept von Alfred Müller-Armack übernommen, eine „sozial gesteuerte Marktwirtschaft“ (kapitalistische Marktwirtschaft mit angehängtem „Sozialstaat“), für die sich später der Begriff „soziale Marktwirtschaft“ einbürgerte.
Wo wir heute vielleicht schon sein könnten, wäre die Natürliche Wirtschaftsordnung bereits nach dem ersten Weltkrieg verwirklicht worden (womit sich der zweite erübrigt hätte), kann bestenfalls erahnen, wer die “Großen Vier” (Heinlein, Asimov, Lem, Clarke) vollständig gelesen hat:
http://www.deweles.de/files/soziale_marktwirtschaft.pdf
Wo die Menschheit aber heute wäre, hätte es die “heilige katholische Kirche” nicht gegeben, sprengt jedes Vorstellungsvermögen:
http://www.deweles.de/files/himmel_auf_erden.pdf
Mit freiwirtschaftlichem Gruß
Stefan Wehmeier
http://www.deweles.de
Tom, Ihre Aussage “Nee, da gibts nix mehr zu konsolidieren, zumal die Leute hier es nicht raffen! Die debattieren lieber über Weiners Erektion! Das Land hat fertig!” bringt mich zu der erstaunten Frage:
Was machen Sie denn dann noch hier?
Durchhalten, solange es eben geht, derweil an Alternativen arbeiten! Was wäre denn die Alternative? Glauben Sie etwa allen Ernstes, um Deutschland/Europa ist es soviel besser bestellt? Oder die Menschen dort wären anders? Dann schauen Sie sich die Einschaltquoten des deutschen Fernsehens an, lesen die Schlagzeilen der Mainstreampresse und dazu die Postings im deutschen Facebook!
Ginge ich dorthin zurück, würde ich wohl Müller gegen Bäcker eintauschen. Verbessern würde ich meine persönliche Situation sicherlich nicht!
Europa hat genau so fertig.
Es war nicht die Wirtschaft, die mich einst bewogen hat, in die USA zu gehen, sondern eine ganze Menge anderer Gründe! Und diese haben trotz der ökonomischen Situation immer noch Bestand!
Diese Gründe waren allerdings nicht Bestandteil meines Beitrages.
Ich hoffe, Sie können mit meiner Aussage etwas anfangen.
Gruss
Tom
Hallo Tom
Nein, ich glaube nicht, dass es aktuell fuer einen freien und mutigen Menschen eine Alternative zu Leben und Arbeit in den US gibt. Schon garnicht Deutschland und der Rest der EU-Diktatur. Ich bin selbst kurz nach 9/11 hierher gekommen und habe den Schritt keine Sekunde bereut.
Nachdem mir Ihr urspruenglicher Artikel mutlos und resigniert erschien, hat sich Ihr Hintergrund nach Ihrem letzten Kommentar etwas erhellt und ich gehe davon aus, dass unsere Beweggruende fuer den Sprung ueber den Teich ganz aehnliche waren.
Natuerlich werden wir auch auf diesem Kontinent unsere Schwierigkeiten haben aber im Vergleich dazu wird die EU die Hoelle sein. Hier gibt es wenigstens noch Maenner und Frauen die wissen was Freiheit ist und die sich zu wehren verstehen.
Ihnen alles Gute!
Stonewall
Hallo Stonewall,
Der entscheidende Satz Ihres Kommentars steht ganz am Ende: ” ….. sich zu wehren verstehen.” Auch wenn die Masse hier ebenso hirngewaschen ist wie in Europa, findet man hier noch Menschen mit dem alten Pioniergeist! Das ist das eine. Das andere ist, dass uns die Gründerväter der USA mit der Constitution und all ihrer Anhängsel etwas hinterlassen haben, was die Menschen hier (und auch uns, die wir hier leben) in die Lage versetzt, sich auch wehren zu können! Und dies taten sie einst in voller Absicht!
Ich sehe, wir liegen da auf absolut gleicher Welle!
Gruss
Tom
Danke für diesen sehr guten Artikel. Würde mich über weitere Artikel von normalen Bürgern freuen, weil erst dann ist eine Einschätzung der allgemeinen Lage möglich.
… eine gute Anregung. Wir bemühen uns bereits um weitere Autoren …. Viele Grüße
Hallo Tom!
Klasse und anschaulicher Bericht über das Leben in Amerika! Schaut derzeit nun mal sehr trist aus! Ist aber – wie Du schon geschrieben und festgstellt hast – auch in EU dzt. nicht viel besser! (siehe Krise in Griechenland… u. weitere?)
Kann man nur hoffen, dass es nicht zum Schlimmsten kommt! Die heutigen jungen Leute tun mir jetzt schon leid, wenn es nicht bald besser wird!
Und ich glaube sogar zu behaupten, dass die heutigen Politiker (es zählen fast alle dazu…) – so es sie denn überhaupt gibt – in den sogenannten (elitären) Wirtschaftskreisen eh nichts mehr zu sagen haben, sieht man an dem Gelaber, das sie jetzt am WEF in Wien von sich gaben!
Wieso soll das woanders auch anders sein als hier?
Deshalb freue ich ich mich auch auf kritische und selbstkritische Darastellung der Krise der amerikanischen Gesellschaft und der Finanzwelt!
LG mryamamoto
unübliche meinung. nicht der allgemeine einheitsbrei, wie ich finde.
… passend zu unserem Gastbeitrag heute bringt das Magazin TIME in seiner Photogalerie 13 Aufnahmen von “Stores that are no more” – http://www.time.com/time/photogallery/0,29307,1884100_1854610,00.html
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