Hier ist ein mögliches Szenario für die nächsten sechs bis 12 Monate. Europa steht nach dem Gipfel vor einer wichtigen Grundsatzentscheidung. Je nachdem wie sie ausgeht, ist das Integrations-Experiment für Generationen vom Tisch.
Alte Spannungen und Animositäten würden wieder die Politik auf dem Kontinent beherrschen. Europa hätte mindestens 50 Jahre verloren. Eine politische Disintegration in einen Ostteil, eine Südschiene und einen Kern wäre die Folge.
Die Bailout-Gipfel gehören spätestens nach dem kommenden Spitzentreffen der Vergangeheit an. Das ist meine These. Weiter wursteln wie bisher führt zu einer Explosion in Zeitlupe. Die Erkenntnis ist in den Köpfen der Regierungschefs und Finanzminister angekommen.
Europa kann nur zwei Dinge tun: Entweder mutig und im Zeitraffer die politische Integration vorantreiben, damit die wirtschaftliche Einigung auf ein solides politisches Fundament gestellt wird, oder die Auflösung, sprich das Ende des Euro einleiten.
Da gerade die jüngste Krise die Stimmung gegen ein geeintes Europa aufgeheizt hat, dürfte die zweite Variante sich durchsetzen. Ich gehe davon aus, dass in Berlin bereits Pläne für eine Wiedereinführung der D-Mark in den Schubladen liegen.
Wie schnell sie heraus geholt werden, hängt davon ab, wie sehr die übrigen Mitglieder zu einer raschen Integration bereit sind. Meine Vermutung ist: Die Bereitschaft ist äußerst begrenzt.
Vor dem nächsten Gipfel wird es eine Eskalation geben, oder eine Implosion.
Die Eskalation könnte darin bestehen, dass die EZB beginnt, im ganz großen Stil die Anleihen der Wackelländer – inklusive Griechenlands – zu kaufen. Die ersten Andeutungen von Herrn Draghi könnten diesen Schluss zulassen. Lange müssen wir nicht warten, um Genaues zu wissen.
Die Implosion könnte darin bestehen, dass es an den Bondmärkten zu einem Crash kommt, weil die Attacken gegen Italien zunehmen und sich die Auffassung durchsetzt, dass das Land von den übrigen Mitgliedern des Eurolandes nicht gerettet werden kann.
Bei einem Bondcrash würde es einen Kollaps des Euro geben, eine panikartige Massenflucht aus dem Euro. Das würde dem Dollar kurzfristig einen enormen Auftrieb verleihen. Die Rendite der 10jährigen Anleihe in den USA würde unter 1,4% fallen. Die Exportwirtschaft würde stranguliert.
Bevor es dazu käme, wären aber schon einige amerikanische Banken umgefallen. Der Transmissionsriemen wären die Derivate.
Käme es zu einer Eskalation der EZB-Interventionen, würde das – nicht nur über den kollabierenden Euro-Wechselkurs – rasant die Inflation anheizen und zu Unruhen führen. Aus Occupy Wall Street würde ein Sturm mit anschließender Belagerung der EZB und der europäischen Präsidentenpaläste und Kanzlerämter werden.
Bei einer Implosion würde sich der Absturz Europas und der USA in die nächste Rezession wesentlich schneller vollziehen. Bankenkrise und Unruhen wären die Folge.
Das destabilisierte Europa würde sich einem radikalisierten Amerika gegenüber sehen, wo die Republikaner ihren Kandidaten ins Weiße Haus schicken. Bis es soweit ist – Anfang 2013- könnte auch in China eine abrupte Bremsung der Konjunktur eintreten.
Der ökonomische GAU würde die Spannungen in der Weltwirtschaft – Handelskonflikte, Protektionismus, Währungsmanipulationen – auf einen Höhepuntk treiben und die Gefahr von Kriegen herauf beschwören.
In dieser Phase wären internationale und regionale Organisationen wie die EU zur Stabilisierung wichtig. Doch diese zeigt ja bereits jetzt Auflösungserscheinungen. Andere Organisationen wären durch die globale Desintegration geschwächt.
Weiter lässt sich das Szenario von hier aus nicht spinnen, weil zu viele Variablen hineinwirken. Fazit: Wir haben erst den Anfang gesehen.




{ 26 comments… read them below or add one }
Es ist schade das ein “geeiniges Europa” für die Bürokraten und Technokraten ein zentralistisch verwaltetes und bestimmtes Europa bedeutet – in em natürlich Demokratie und Mittbestimmungsfern von Kommissionen, Räten, etc. alles entschieden werden soll.
Sollte das Szenario der nächsten Monate so aussehen wie von Herrn Gärtner beschrieben – dan sollte auch klar sein, das uns massive Turbolenzen bevorstehen – aber die haben wir Kommentatoren ja sowieso in der einen oder anderen Richtung erwartet.
Vorbörslicher DAX gleich um 80 Punkte runter… der Lack ist wohl schon wieder ab…
Sehr guter Artikel Markus!
Ja, sehr guter Artikel Markus!!!
Wir werden in den nächsten Monaten klar sehen WER WIRKLICH Deutschland regiert.
Ich bleibe dabei:
JEDER bekommt seinen Bailout und danach sind alle pleite.
Danach eine Währungsreform und es geht weiter wobei dann alle Macht von Brüssel ausgeht.
.. warum versichert mir in diesem Forum keiner, dass ich völlig daneben liege ? Ich habe ja selbst Angst vor diesem Szenario …. mit drei Kindern … Viele Grüße, Markus
Die Zahlen sind nach wie vor gewaltig, aber: Es ist alles Guthaben. ALLES !”
Im Zuge von Outsourcing-Maßnahmen hätten sich die Regierungen bereits 2001 nach einer günstigen Alternative für die Buchhaltung ihrer Staatshaushalte umgesehen. Durch eine E-Mail aus Sierra Leone sei man auf eine kleine, “an sich zuverlässige” Firma gestoßen, die zufällig auch für die Hypo Real Estate die laufende Buchführung erledigte. Das nun zutage getretene Problem sei gewesen, dass die afrikanischen Partner noch mit 17-Zoll-Bildschirmen arbeiten. “Bei den Zahlen, die da verarbeitet werden, verschwindet das Plus oder Minus davor schnell am linken Bildschirmrand.
Hilft das Markus??
Sehr guter Artikel! Ich schliesse mich an.
Ich habe nur eine Anmerkung – warum muss das Ende des Euros das Ende der EU bedeuten? Bloss weil Merkel das Gebetsmuehlenartig wiederholt?
Die EU bietet uns allen viele Vorteile, Reisefreiheit, das Recht ueberall zu arbeiten etc. U.a. auch Effizienzgewinne, die eine bessere Ressourcennutzung erlauben.
WARUM? (ich weiss es wird schwierig, und wenn ich mir die Entscheidungstraeger anschaue, wird es nicht wahrscheinlicher) sollte es nicht moeglich sein, die EU zu retten?
M.E. muessen wir erst die Angleichungen der Rechtssysteme (u.a. Mobilevertraege, die europaweit keinen Unterschied machen) und anderer Regelungen (vielleicht koenen die Gurkenregelungen dabei rausfliegen) hinkriegen.
Unterschiedliche Produktivitaetszuwaechse bedeuten entweder Transfers (auf ewig, siehe Bremem – die bekommen Geld seit WW2, und hat eine Angleichung mit Schwaben stattgefunden?) oder permanente Deflation in den schwaecheren Laendern, oder permanente Inflation in den staerkeren Laendern, oder eben Wechselkurse.
Und warum geht es ohne Euro nicht? Weil dann die Peripheriestaaten plus Frankreich Deutschland schlechter ausnehmen koennen? Wenn es so waere, ist dann nicht die Aufgabe des Euro’s wuenschenswert?
Die EU Buerger und der Elfenbeinturm in Bruessel haben da wohl sehr unterschiedliche Vorstellungen – und in sofern geben ich Ihnen Recht, Herr Gaertner, die Chancen, dass die Implosion des Euro’s die Implosion der EU bedeutet, sehr hoch.
Nur was tun wir dann? Eine Allianz mit Russland, oder?
Noch zwei Anmerkungen – Italien hat eine relative geringe Privatverschuldung, warum ist Frankreich nicht auf der Liste?
Tja … Russland als fall-back position? Während Merkel mauert, vernetzt sich der deutsche und russische Energiebereich überraschend schnell.
Unter Putin II wird die Sache Russland-Belorus aktuell werden, die russische Westgrenze vorrücken – und dann wird’s für die Polen mal Zeit, in sich zu gehen.
Das ganze könnte vielleicht die Energiefrage für Deutschland für eine Generation lösen, aber nur dann, wenn man sich von Angel-Saxien löst. Nur wie das friedlich gehen soll? Nur mit Bündnis mit Russland samt Atomschirm. Es beunruhigt, daß man schon wieder Krieg denkt/denken muß – geostrategisch halt.
Im übrigen schließe ich mich der Meinung im post oben an, daß es nur eine Flucht nach vorne gibt (incl Eurobonds &c), da sonst Im/Explosion droht. Deutschland wird sich auf jeden Fall Feinde machen, da zahlen = imperialistisch, nix zahlen = nationalistisch.
… interessant, besonders gute Schlussbemerkung über Betrachtung der Deutschen … Viele Grüße, Markus
Die “EU” bieten allen, also auch mir so viele “Vorteile”? – Unabhängig davon, daß mir kein einziger Vorteil einfällt, verzichte ich gerne auf jeden einzelnen.
Zur Nachfrage: Liegt der “Vorteil” etwa im Recht auf das Bailouten oder Outbailen von anderen, mit denen wir weder Geschichte noch Geschick (Schicksal) teilen?
Letzte Anmerkung: Ohne die Existenz der “EU” bestünde mit ihr auch nicht die Gefahr, daß dieser die Türkei beitreten könnte, oder irgendjemand ein “mengenmäßige Lockerung” nach Signore Draghi durchzöge, nicht wahr? Staaten sind dann zweckmäßige Einrichtungen, wenn sie eine Volk vertreten, daß sich selbst als Schicksalsgemeinschaft versteht. Ein besseres Beispiel dafür, daß dies in Europa nicht nicht der Fall ist, konnte es gar nicht geben. Die EU ist eine Versuch nach vielen Vorbildern, die alle gescheitert sind. Ausnahme die USA. Und für diese gelten völlig andere Grundvoraussetzungen als für den Alten Kontinent. Und daß sich die USA durchsetzt, erscheint mir heute als zweifelhafter, als vor zwanzig Jahren.
Die reale Inflation, seit Einführung des Euro, wiegt bereits sämtliche sog. “Vorteile” auf. Nochmals: Ich verzichte dankend auf diese “Vorteile”. Scheint so, als stünde ich nicht ganz alleine da.
“Europa” ist eine Ideologie und keine zweckrationale Einrichtung, höchstens für die Nettoempfänger. Daß diese dabei die letzten Reste des Stolzes verlieren, ist dabei recht gefährlich. Man schaue sich mal die Haßtiraden in Griechenland an. Das ist sogar verständlich.
Zweckmäßige Organisationsformen sind bis heute nur echte Nationalstaaten. Daher rührt auch der völkerrechtliche Grundsatz des Selbstbestimmungsrechtes der Völker. Die “EU” ist unter der “Europa”-Ideologie entstanden und der Versuch einer kleinen Elite, eine Negation, eine Abwendung der tatsächlichen Geschichte, die ihre Grundzüge aus Notwendigkeiten heraus bildet, zu erreichen. Das ist genauso sinnlos, wie auf Dauer das Wesen des Menschen zu unterschätzen. Historisch ist alles andere gescheitert. Für die scheinbare Ausnahme USA ist die Zukunft ungewisser, als man denkt.
Die EU ist der Versuch, Geschichte zu negieren. Das muß scheitern; ob mit oder ob ohne Euro. ich hoffe, die Erkenntnis setzt sich durch. Egoistisch für alle beteiligten Nationen und Staaten wäre es, diesen Prozeß möglichst früh und möglichst selbstinitiativ zu steuern. Ansonsten wird es in Gewalt und Krieg, gar Bürgerkrieg übergehen. Das wäre die wirkliche Katastrophe, denn das würde das Ende des wirklichen Europas (ohne Anführungsstriche!) bedeuten.
Ich danke auch für diesen sehr guten Artikel….
er entspricht in etwar dem, was auch ich erwarte.
Niemand in dieser EU hat eine wirkliche Vison, einen Traum oder einen wirklichen Plan wie eine Lösung aussehen könnte.
Wir sehen immer nur ein weiter so mit immer den gleichen wirkungslosen Rezepten.
Mutig währen Visionen wie das Eingeständniss, daß wie auch in der Historie, diese Währungsunion zwischen unterschiedlich starken Partnern gescheitert ist.
Gescheitert an den unterschiedlichen nationalen Vorstellungen, Systemen und an dem fehlenden Willen.
Eine wirkliche Lösung kann sich nur ( meiner Meinung nach ) bilden, wenn Europa zu nationalen Währungen zurück kehrt. Dann seine Hausaufgaben in Angriff nimmt, z.B. das Angleichen der Systeme ( Renten, Steuern, Gesetzgebung usw ) der Wettbewerbsfähigkeit und des Lohnnivaus. Und sich dann erst an einen neuen Versuch wagt die vereinigten Staaten von Europa zu bauen.
Selbst dann wird es eine Herausforderung Nationalstaaten zu einer großen Gemeinschaft zusammen zuführen.
Denn wenn wir ehrlich sind… wer will denn ein Europäisches Finanzamt ??
Wollen wirklich alle Länder Europas ein einziges Verteidigungs Ministerium ??
Eine einheitliche Polizei ?
Ein einheitliches Bildungswesen ??
Eine schöne Woche
Nepumuk.
PS der Abstand zwischen den 5 und 10 Jährigen italienischen Anleihen beträgt grade nur noch
0.219…. sehen wir diese Woche auch hier eine inverse Zinskurve ?? So begann es ja auch bei den anderen Hilfekandidaten.
Eine einheitliche glaubhaft europäische Wirtschaftsregierung sehe ich nicht ansatzweise.
Schlichtweg unmöglich dauerhaft eine gemeinsame europäische wirtschaftliche Meinung zu vertreten,Spanien,Portugal haben andere Ansichten über wirtschaftliche Abläufe Niederlande,Deutschland haben andere wirtschaftliche Ziele, die sie verfolgen.
Also bleibt nur noch der zweite Ansatz,den sogenannten Rückschritt der in den öffentlichen Medien immer noch abgewickelt wird,der Schritt zu regionalen Währungen um die einzelnen Defizite auszugleichen.
Nachtgedanken:
Man kann über alles spekulieren.Gold rauf.Geld weg.Banken crashen.Staaten gehen in die Pleite.Brics profitieren.Oder auch nicht.
Schauen wir doch einfach mal auf uns selbst.Seit 2000 wurde nichts besser.Ich wüsste nicht wo.Gehälter halbiert.Preise rauf.Wer heute 4000 Brutto vedient ist ja noch einigermassen gut dran….Zu DM Zeiten war er ein Top Verdiener.Wir haben aus TOP Verdiener Mittelmass gemacht. Aus den Facharbeitern mit 2000 Brutto Aufstocker.Aus Arbeitslosen Arme.Aus unserer Jugend Perspektivlose.Die Reichen schicken ihre Kinder ins Ausland zum studieren und die sich das nicht leisten können, schicken ihre Kinder nach Heidelberg in Hörsääle die in Cinemax-Kinos aufgeschlagen werden.Hut ab.
Auch den immer wieder gerne zitierten Satz: “Wer fleissig ist den küsst das Leben, wer faul ist wird bestraft.” halte ich nicht mehr für gültig. Ja ist das so? Es gibt ganze Branchen in Deutschland die malochen wie die Brunnenputzer und treten auf der Stelle.Es gibt Heerscharen von Aussendienstler, die in Deutschland sich die Hacken ablaufen und bringen nichts mehr an den Mann oder Frau.Sind die nur alle zu blöd?Sie sind stellenweise so weit, das sie Schmerzensgeld brauchen und Psychologische Behandlung.Verkauft mal im Moment einer Deutschen Kommune eine neue Strassenbeleuchtung….Von Werbung und Print möchte ich gar nicht reden.Natürlich gibt es auch Branchen die laufen. Bau und Handwerker. Die haben aber noch gar nicht gemerkt, das sie von den Aufträgen von morgen leben.Sie leben von der Zukunft. Wie wir mit unserem Geld und Bankensystem.Die kommen dann auch irgendwann dran.Jetzt könnte man hoffen, das sich die anderen Branchen wieder bis dahin erholen.Wohl dem, der über soviel Optimismus verfügt.Jetzt frage ich mich: Wer soll den ganzen “Mist” denn noch erwirtschaften?Die Griechen?Portugiesen?Italiener?Spanier? Deutschen? Ich könnte endlos so weiter machen.Ich will mal ganz drastisch sein.Irgendwann können die Chinesen ihre produzierten Steiff Tiere selber fressen.Es ist keiner mehr da der sie abkauft. Ja die Reichen, die sich immer an jeder Krise bereichert haben, die schon. Siehe BMW und Bosch.Das ist aber nicht die Masse die man braucht um etwas nach vorne zu bewegen.Wir bewegen uns seit Jahren im Rückwärtsgang. Mit steigender Geschwindigkeit.Wir wissen alle, das man immer schneller werdend Rückwärts nicht gut fahren kann.Der Crash kommt so sicher wie das Amen in der Kirche.Jetzt kommt die Frage wie immer: Und was soll ich!!!! tun? Jetzt kommt wieder meine alte Grossmutter ins Spiel.Oma, hast du nicht gewusst, das Menschen eingesperrt wurden und vergast. Doch meen Jung…aber ich war so beschäftigt “de Keenger” gross zu trecken un zu schützen, weil de Opa ja in Russland war, da hat eck eenfach keene Tiet för, mek da drömm zu kömmern.Und wir sind so beschäftigt mit Arbeiten um unseren Verpflichtungen nach zu kommen, das wir für Veränderungen auch keine Zeit mehr haben.
Aber bald werden wir sie haben…
Zitat: “Ich gehe davon aus, dass in Berlin bereits Pläne für eine Wiedereinführung der D-Mark in den Schubladen liegen.
Wie schnell sie heraus geholt werden, hängt davon ab, wie sehr die übrigen Mitglieder zu einer raschen Integration bereit sind. Meine Vermutung ist: Die Bereitschaft ist äußerst begrenzt.”
Es verdichten sich immer mehr die Hinweise, dass die politische Elite in diese Richtung denkt.
Hier Leserkommentar aus dem Tagesspiegel, der zwar nicht als redaktioneller Beitrag der Zeitung gewertet werden muss, aber in seiner Aufmachung und von seinem Inhalt her doch sehr interessant ist:
http://www.tagesspiegel.de/meinung/lesermeinung/warum-wir-eine-waehrungsreform-brauchen/5770778.html
Der Kommentator ist ein Dr. Thoralf Schleitz. Nach seinen eigenen Angaben promovierte er am Institut für Wirtschaftswissenschaften und Soziales des Landbaus an der Martin Luther Universität in Halle und ist seit fast 15 Jahren in der Agrarpolitik für die SPD-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt tätig.
Zusatz:
Natürlich kann man sich auch eine Währungsreform innerhalb der Eurozone mit dem Euro vorstellen. Aber werden die Eliten eine Rasur des Sparers fertig bringen, ohne zumindest die alte verkrachte Währung abzuschaffen und eine neue einzuführen? Das kann ich mir nicht vorstellen.
Allerdings konnte ich mir vor 2 Jahren auch nicht vorstellen, was inzwischen alles passiert ist.
Ich habe Hoffnung, dass der notwendigerweise anstehende Crash nur klein und kurz sein wird, dass es den von Hr. Müller viel erwähnten “Reset” gibt und wir anschließend ähnlich weiterwurschteln wie bisher, vielleicht mehr Macht in Brüssel (ich wäre für mehr Regionalisierung, aber daran kann ich nicht so recht glauben), vielleicht etwas weniger Geld und Absicherung, aber doch nur geringe Auswirkungen aus unseren Alltag.
Ich habe Sorge, dass uns der ganze Laden tatsächlich bald derart um die Ohren fliegt, mit Folgen, die wir uns gar nicht vorstellen können, z.B. Stromausfall für 4 Wochen (–> Kühlungen AKWs, Trinkwasserversorgung, Sicherheit von Militärischem wie Waffenlager etc., mangel an Lebensmittel und Medikamenten, ausgefallene Heizungen und und und…) Es gab Zeiten, da habe ich mich nach dem großen Crash geradezu gesehnt, damit das Eliten-Pack (Politik und Wirtschaft) entfernt wird und die Masse der Menschen sich wieder dem tatsächlich wichtigen im Leben zuwendet (Familie, Freunde, Liebe), damit wieder gerechte Löhne (nach der tatsächlichen Dringlichkeit und Notwendigkeit) gezahlt werden, damit die Ausbeutung der Natur beendet wird…
Inzwischen habe ich Angst vor dem “Big Bang” und bin doch froh, wenn ich und meine Familie einfach nur so weiterleben dürfen, in Frieden und relativer Sicherheit…
Die beste Alternative, nämlich das sanfte Hinübergleiten in ein gerechteres Wirtschaftssystem, wird es wohl nicht geben, weil diejenigen, die dies bewerkstelligen könnten, zusehr vom jetzigen System profitieren.
Ach wie gut war doch die soziale Marktwirtschaft in den 70ern und 80ern, wie gut hatte es die goldene Generation der in den End-vierzigern und Fünfzigern geborenen, die in Frieden und stetigem Aufstieg leben konnten, als ein Facharbeiter noch alleine arbeitend seine Familie gut ernähren und – mit Einschnitten wie z.B. Urlaub – sogar ein bescheidenes Eigenheim schaffen konnte.
“Europa kann nur zwei Dinge tun: Entweder mutig und im Zeitraffer die politische Integration vorantreiben, damit die wirtschaftliche Einigung auf ein solides politisches Fundament gestellt wird, ”
ist überhaupt noch die Zeit vorhanden etwas in der EU zu reformieren? Bis die EU-Reformen ausdiskutiert, Verträge unterschriftsreif sind, und durch die Parlamente gebracht wurden vergehen 1-2 Jahre. Und bis diese Reformen Umgesetzt wurden und dann Wirkung zeigen dauert es noch einmal min. 5 Jahre, dann schreiben wir aber schon das Jahr 2017-2020. Die Krise kocht nämlich gerade schon wieder hoch, und zwar in Italien!
Italien an der Todeszone
“Italien konnte sich am Freitag am Kapitalmarkt nur zu hohen Zinsen frisches Geld besorgen. Bei der ersten Auktion von italienischen Staatsanleihen, … …, stieg die Rendite für eine Staatsanleihe mit zehnjähriger Laufzeit auf 6,06%, nach 5,86% in der letzten Auktion davor.
… …
Rund 355 Mrd. Euro an Staatsanleihen müssen im laufenden 4. Quartal 2011 und im Gesamtjahr 2012 refinanziert werden. Vor allem der Februar/März 2012 dürfte spannend werden, da es fast 100 Mrd. Euro in diesem kurzen Zeitraum zu refinanzieren gilt.”
http://www.querschuesse.de/italien-an-der-todeszone/
Und die Zinsen steigen weiter, 10jährige 6,17% und 5jährige 5,99%.
http://www.bloomberg.com/quote/GBTPGR10:IND
http://www.bloomberg.com/quote/GBTPGR5:IND
http://www.bloomberg.com/quote/GBTPGR2:IND
Wie war das nochmal mit dem Maya Kalender für 2012? Beginn einer neuen Ära?
Muß ja nicht unbedingt immer negativ sein.
Ein Aspekt, der zum Ende des Europas beitragen und es beschleunigen könnte, dessen Bedeutung beinahe täglich zunimmt, aber von den Medien ausgeblendet wird, sind die massiv steigenden sozialen Spannungen. Man schaue nur mal nach Girechenland: Da werden Gehälter und Renten gekürzt, wodurch Handel, Gastronomie und Dienstleister zwangsläufig kaputt gehen müssen, was wiederum Arbeitslose produziert. Parallel dazu werden Staatsbetriebe geschlossen. Das Land wird in rasendem Tempo in ein Armenhaus verwandelt, wo es einer zunehmende Zahl von Menschen kaum gelingt, das Allernotewendigste fürs Überleben aufzubringen.
In Spanien schauen wir auf eine Arbeitslosenrate von fast 25%, wenn man den offiziellen Statistiken Glauben schenken darf. Unter den Jugendlichen bis 25 Jahre sind es gar 40%. Und weit und breit Nichts, aber auch absolut Garnichts in Sicht, was die Situation verbessern könnte!
In Portugal siehts nicht viel besser aus.
Andere EU-Staaten, die nicht zur EURO-Zone gehören, werden kaum erwähnt. Aber wer googelt, findet Horror-Meldungen dieser Art genauso über Ungarn, Rumänien, Bulgarien!
Man hört in diesen Tagen immer nur von “den Märkten”, von “der Politik”, vom “Sparer” usw. Die sozialen Auswirkungen des Casino-Treibens bleiben völlig aussen vor! Klar, darum scheren sich die Zocker und die Volkszertreter auch nicht. Das könnte allerdings durchaus zum Bummerang werden, und zwar zu einem ganz fürchterlichen!
Andreas Ludwig hat die Entwicklung sehr schön beschrieben. Ganz viele Leute sind schon ganz unten angekommen, auch in Deutschland. In anderen EU-Staaten sind viele schon an dem Punkt angelangt, wo sie nix mehr zu verlieren haben.
Gruss
Tom
der artikel ist treffend und eines journalisten würdig !
chapeau !
vielleicht ein wenig off im thema:
die menschen eu weit sparen sich zu tode.
das ist nciht menschenwürdig.
ok, nicht alle – aber die absolute mehrheit.
daher kann der euro in der dato form nicht existent bleiben.
hoffe ich zumindest.
ob mit einer d mark es sich ändert kann ich nciht beurteilen.
aber es muß sich gewaltig etwas ändern an dem leben am existenminimum, bzw. unterhalb dieses minimums.
ich denke mal sagen zu dürfen das es den betroffenen menschen in den eu ländern ziemlich schnuppe ist ob mit einem euro, einem neuen euro, einer d mark ( oder lira, escudo, etc. ).
desweiteren finde ich es schon spannend wie jetzt gerade die mindestlohnthese von frau merkel entdeckt und forciert wird.
irgendwie nicht umsonst wohl.
sagen wir nicht frau merkel wäre dumm ( trotz ihrer eklatanten führungsprobleme ist sie clever ).
Murksel clever? Jo, ist schon ziemlich clever, wie die Frau die Renten und die Ersparnisse ihrer Wahlschafe ins Nirvana “rettet”.
Das einzig Clevere ist, wie sie weiter am Ausbau der Diktatur arbeitet. Sie will den Leuten Mindestlöhne verpassen, welche man auch als Lohndrückungsuntergrenze ansehen kann (und auch sollte!). In gleichem Atemzug stellt die von ihr geführte Politbonzentruppe unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung die “Aufstachelung” gegen die Regierung unter Strafe! Was als “Aufstachelung” zu werten ist, bleibt dabei Auslegungssache!
Es ist eine Schande, wie die letzten Reste der Demokratie in Grund und Boden getreten werden!
Mal ein Beipiel aus der Praxis gefällig? Ein Bekannter von mir in Deutschland musste bei der Polizei antraben, weill er in seinen Internet-Kommentaren Bezichnungen wie “gefüllter Hosenanzug” und “Trulla aus der Uckermark” verwendet hatte, welche er bei “Neues aus der Anstalt” einst aufschnappte! Soweit sind wir schon wieder in Deutschland gesunken!
Demnächst gibts wieder Knast für politische Witze!
Ein Regierungsoberhaupt, welches soetwas tut, nenne ich Hochverräter, aber nicht clever!
Gruss
Tom
Barroso: “Wir verteidigen den Euro, koste es, was es wolle”.
Hankel: Eine Währung die gerettet werden muss, ist keine Währung.
Das können wir 1 zu 1 auf Amerika übertragen!
Wenn die BoA fällt, gehen wir alle über die Klippe!
Die echten US-Staatsschulden: The $200-Trillion Debt Which Cannot Be Named
sehr guter Artikel und gute Forenbeiträge, Die amerikanersche Ökonomin in Pippa Malmgren behauptet auch, dass schon eine neeen D-Mark gedruckt wird, und wzar in Grobrotannien und dazu passt, dass Shcäuble sagt, dass man sich auf alle Eventualitäten einstelle und sich dafür wappne. Aus dem Euro muss aber Deutschland sohl von außen ausgetreten werden, und das geht offenbar nur mit dem Einversätndnis der Allierten. Zudem: die Zentralbank befindet sich nun mal in Frankfurt. Den Griechen wäre auch mit eigner Drachme mehr gedient, dan hätten sie mehr Speilraum. Stattdessen werden jetzt Deutsche als Nazis verunglimpft und der deutsche EU-Taskforce-Leiter Reichenbach muss sich von griechischen Journalisten öffentlich fragen lassen, wie man sich als Gauleiter denn so fühle. Das gibt ja schon mal einen Vorgeschmack auf bevorstehende Spannungen ziwschen den Völkern.
es ist nur geld eine erfindung so überflüssig wie ein kropf.
ich hoffe das diese verlogende monotäre schei…….die nur trennt und nicht vereint endlich den bach runtergeht. das hoffe ich schon seit über 400jahren.
ich fordere “freiheit für die ANARCHIE UND DIE GANGSTER DIE SICH REGIERUNGEN NENNEN IN DIE HAFTANSTALT
Um einschaetzen zu koennen, ob es eine Option waere, den Crash zu vermeiden, indem sich Europa zu einer Fiskalunion zusammenschliesst, muesste ich eine Vorstellung davon haben, warum in diesem Fall sich die Wettbewerbsfaehigkeit fuer die Laender des Suedens verbessern und mehr Kaufkraft in die Staaten fliessen soll.
(Spanien hat eine Million leerstehende Wohneinheiten ohne Kaeufer, Griechenland exportiert nix und im Tourismus sind sie teurer und unzuverlaessiger als Bulgarien und die Tuerkei – wie aendert das eine Fiskalunion? Mit einem Laenderfinanzausgleich?? in wieviel Jahrzehnten??)
Was ich nicht verstehe ist, warum sieht sich Italien am Ende, bloss weil die Zinsen auf 6% steigen. In den 90ern hatten die Italiener auch 9% Zinsen. Haben sie da nur Geld gedruckt oder was?
dax zerreißt es – 5.930
eur/usd down – 1,3730
eine sehr unruhige woche wird es wieder werden.
______________
@tom
natürlich ist frau merkel clever.
sie wendet sich schneller als ein brummkreisel sich dreht in die aktuelle gemengenlage.
telefonate wurden schon lange vor dem internet-zeitalter abgehört und ausgewertet.
daher bemühe ich mich auch meist um eine nicht anstößige sprache.
man muß denen keine offene flanke bieten.
meine gedanken sind frei und können bisher nicht abgehört werden.
vielleicht ein weg für deinen bekannten um nicht zu der polizei sich bewegen zu müssen.
{ 4 trackbacks }