Aufgabe in Berlin, oder Putsch in der EZB – Die nächste Phase im Schuldendrama wird hässlich

by markusgaertner on 18/11/2011

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Die Schlachtordnung zum Ende dieser Woche ist völlig klar und ökonomisch leicht zu verstehen: Die Renditen der Staatsan-leihen von Ländern wie Italien, Spanien – und sogar Frankreich – haben jetzt ein Niveau erreicht, bei dem die Zinslast schneller wächst als das Bruttoinlandsprodukt.

Man kann das vergleichen mit einem Erstickungsanfall. Strittig ist nur das Tempo.

Kräftigeres Wirtschaftswachstums kann nicht schnell genug organisiert werden, um diesen Effekt umzukehren, bevor es zu spät ist – gemeint ist eine Staatspleite.

Bleibt nur noch die andere Lösung: Die Refinanzierung muss so beschleunigt werden, dass die Zinsen niedrig bleiben. Ich gebe hier deutlich zu Protokoll, dass ich damit nicht meine eigene Meinung kundtue, sondern den Diskussionsstand.

Die Deutsche Regierung sperrt sich bekanntlich dagegen, der EZB eine massive Intervention zu erlauben. Massiv würde bedeuten: Geld drucken und Anleihen in riesigem Umfang kaufen, zumindest damit zu drohen, um die Spekulation zu stoppen.

Damit sehen die beiden Optionen so aus, wie es auch Dylan Grice bei der Societe Generale am Freitag schön auf den Punkt brachte:

Entweder die Schleusen der EZB gehen bis zum Anschlag auf, oder der Euro – und die Eurozone, wie wir sie kennen – ist am Ende. Die erste Variante wird bei Zero Hedge genüsslich als “Print-Fest” bezeichnet.

Auch die EZB selbst sperrt sich ja bekanntlich noch gegen diese hemmungslose Öffnung ihrer Geldschleusen. Der Goldmann Draghi ziert sich natürlich, weil er aus politischen Gründen als zögerlich gesehen werden will, bevor er sich wie ein Mongole beim Überwinden der Großen Mauer in die Bond-Schlacht wirft.

Seit Juli wurden die Käufe von Euroland-Wackelanleihen aber immerhin schon um etwa 150% gesteigert, wie ich gerade auf einer Bloomberg-Grafik gesehen habe.

Aber das ist noch nicht die frenetische Phase, in der die EZB PIIGS-Anleihen an sich reißt, wie Schnäppchenjäger die Auslagen auf den Wühltischen im Sommerschlussverkauf.

Bleibt die Bundeskanzlerin strikt – und setzt sich durch – werden weiter straffe Austeritätsprogramme duchgezogen, die niedrigere Löhne, höhere Arbeitslosigkeit und Deflation bedeuten.

Aus Griechenland, Spanien und Italien, bald auch Frankreich, werden wir dann tägliche Bilder von Generalstreiks bekommen. Das geht solange, bis die Staatspleiten eintreten.

Die andere Option, gegen die ich hier viel argumentiert habe: Die EZB schwenkt auf die amerikanische Linie um, druckt Euros bis zum Umfallen, und kauft Wackelanleihen, was das Zeug hält.

Nach Lage der Dinge gibt es keinen dritten Weg mehr. Behutsames Heraussparen aus der Krise ginge nur mit entsprechendem Wachstum. Das aber schmilzt gerade im Rekordtempo weg, weil Europa schon mit mindestens einem Fuß in der Rezession steckt.

So, wie es zu Beginn dieses Wochenendes aussieht, gibt es zwei Möglichkeiten für die berühmte Bazooka, die viele fordern.

Entweder die direkte Lösung mit der EZB. Oder die andere, bei der die EZB und die Fed in einer konzertierten Aktion an den Internationalen Währungsfonds Geld ausleihen und dieser den hoch verschuldeten Ländern in der Euroland-Peripherie zusätzliche Kredite gewährt.

Hierzu werden wir am Wochenende wohl einiges hören, vielleicht sogar schon Details.

Die direkte Lösung über die EZB würde dazu führen, dass mit gedrucktem Geld Schrottpapiere in immensem Umfang angesammelt werden, auf die es – im günstigsten Fall – nur noch einen Bruchteil des Geldes zurückgeben wird.

Im Verlauf der Rettungsaktion würden die Reformen der Empfängerländer verwässert, die Lage würde sich verschlimmern. Ob in der Zwischenzeit grassierende Inflation die Wirtschaft in Europa an die Wand fahren würde, ist mir ehrlich gesagt nicht ganz klar.

Alles hinge davon ab, wie schnell oder langsam die Umlaufgeschwindigkeit des vielen Geldes wäre. Da viele der frisch gedruckten Euronoten bei den Banken landen würden, weil diese die letzte große Chance erhielten, ihre Schrottpapiere noch loszuwerden, könnte ich mir weiter steigende Aktienkurse, Rohstoffpreise und Bondpreise vorstellen.

Eigentlich das, was während QE1 und QE2 in den USA passierte, und in Asien, wo viel von dem frischen Geld zu investiven und spekulativen Zwecken hinfloss – und später in Form höherer Importpreise wieder in den Westen zurück kam.

Teil des Dramas um die misslungenen Fed-Aktionen war ja, dass viel Geld bei den Banken landete, dann aber nicht in Investitionen der Wirtschaft landete, sondern in Wertpapiere geleitet wurde.

Für Investoren heißt das im Grunde, es könnte noch einmal eine richtige Kursparty geben, bevor dann alles zusammenbricht. Die Powers to be an der Wall Street wollen ihre Herbstrally. Und ich fürchte, die werden sie bekommen.

Sollte Berlin mit seiner strikten Haltung – die ich für begründet und nachvollziehbar halte – nicht nachgeben, könnte es in der EZB zum Umsturz gegen die deutsche Linie kommen, die Draghi-Mafia würde sich selbständig machen und die Dinge allein in die Hand nehmen.

Es wäre ein weiterer sehr unrühmlicher Meilenstein in der Machtergreifung der Geldeliten und der Ent-Demokratisierung Europas.

So oder so wäre die Nachfrage-Kapazität privater Sparer an den Kapitalmärkten binnen Monaten erschöpft. Den Beginn davon sieht man bereits in den jüngsten Emissionen von EFSF und verschiedenen Euroland-Ausgaben, die nicht mehr so leicht Käufer für die Bonds gefunden haben.

Die Möglichkeit, durch die Bazooka-”Lösung” dauerhaft die Zinsen für Wackelländer zu senken und diesen die Schuldenlast zu erleichtern, ist begrenzt.

Die massive Monetisierung des Problems kann also eigentlich nur zu zwei Szenarien führen: Entweder die von vielen befürchtete Hyperinflation, oder eine Schuldenorgie, die sich quasi selbst ertränkt, weil in den Turbulenzen, die sie zweifelsohne auslösen würde, die Konsumenten im Westen weitgehend in eine Schockstarre verfallen und der folgende Konsumstreik die Konjunkturen implodieren lässt.

So, jetzt hole ich mir im Forum jede Menge Prügel ab. Aber ich wollte einfach mal laut über das nachdenken, was als nächstes kommt. Wenn ich am Wochenende die Zeit finde, will ich aufschreiben, wie ich mir den kompletten Infarkt vorstelle, den einige Leser hier schon zu skizzieren versucht haben.

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Benjamin November 18, 2011 at 8:54 pm

Ich sehe es nicht ganz so schwarz, also Hyperinflation schon mal gar nicht aber auch Inflation von mehr als 5% halte ich für unrealistisch, dafür ist der Deflationsdruck zu hoch. So mag zwar die Inflationsangst besonders in Deutschland wohl ein wenig übertrieben sein, aber dennoch bleibt es ordnungspolitisch falsch – und übrigens auch zeitinkosistent, was wohl viel schlimmer ist.
Ich denke ein anderes Szenario ist wahrscheinlicher, denn es gibt in der Tat einen dritten Weg: Das Zerbrechen der Eurozone. Es wäre politisch falsch, rechtlich heikel, ökonomisch katastrophal, aber vermutlich lassen sich die Griechen/Italiener/Spanier/Franzosen(?) Sparprogramme nicht ewig gefallen und erzwingen den Euro-Austritt. Oder Deutschland & Co. machen bei der Schuldensozialisierung nicht mehr mit und erklären ihrerseits den Austritt. Gut, das wäre saublöd für die Exportwirtschaft und würde Deutschland wohl endgültig in die Rezession reißen, aber immerhin wären wir den Euro los. Über die politischen Konsequenzen für die EU will ich nicht spekulieren, dafür sind Politiker zu sprunghaft.
Als Zusatz fürs Protokoll sei vermerkt, dass ich Eurobefürworter, geldpolitischer Falke und Marktwirtschaftler bin. Daher gefällt mir keines der Szenarien. Letzten Endes ist es wohl die gewaltsame Verschiebung des Euro auf eine andere Ecke des Währungsunionstrilemmas (Meine ausführliche Meinung hier: http://aetheryon.de/benjaminschaefer/2011/09/08/die-unschuldige-waehrung/). Das wird unschön. Auf die eine oder andere Weise.

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langlode44 November 18, 2011 at 9:24 pm

Weiste Benjamin, das Problem liegt dämlicherweise in der Marktwirtschaft selbst. Am Ende des wirtschaftlichen Vorgangs steht Geld, genauer ein mehr an Geld, und das funtioniert nicht,
hat noch nie funktioniert. Wir sind Menschen die Nahrung brauchen, Kleidung, ein Dach überm Kopf, dazu durchaus Mobilität. Und vor allem Beziehungen zwischen uns als Menschen. Geld steht bei alleden nur im Wege, es ist kein Mittler sondern ein Trenner.
Das Spiel ist jetzt grob übern Daumen 3000 Jahre alt, es wird Zeit das wirs beenden. Viel Zeit
haben wir nicht mehr.
Und was das nationale angeht, Herr Kauder mein das ab sofort in Europa deutsch gesprochen wird, mir wird grad übel… brauch nen Eimer….

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Benjamin November 19, 2011 at 12:53 pm

langlode44, ich kann Dir nicht so ganz folgen. Am Ende des wirtschaftlichen Prozesses steht nicht zwangsläufig immer “mehr Geld”, sofern man zulässt, dass das ganze eben ein Nullsummenspiel ist. Zu jedem Gewinn gehört ein Verlust, mal gewinnt der eine, mal der andere. Es wird erst gefährlich, wenn diese Konstruktion durch neues Geld gestört wird.
Geld als solches ist nicht wichtig. Es ist eigentlich nur praktisch. Aber wenn eben in den Geldkreislauf eingegriffen wird, dann geht das System kaputt: Geld wird auf einmal als solches “wertvoll” und verliert einiges an Praktikabilität. Das ist aber genau kein Problem der Marktwirtschaft, sondern der Eingriffe in diese.
Darüber hinaus ist Geld ein Marktergebnis, dass die Menschen erfunden hatten als die Märkte noch einigermaßen ungestört waren. Soll heißen: Gäbe es Geld nicht, hätte es schon längst jemand erfunden. Zu behaupten, wir müssten die Geldwirtschaft abschaffen ist gewagt. Auch hast Du keine Vorschläge für eine geldlose Wirtschaftsordnung gemacht.

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langlode44 November 19, 2011 at 2:54 pm

Gründe gedanklich mal ein Unternehmen, stell ein paar Leute ein und los gehts.
Solange du Aufträge hast is alles in Butter, Sämtliche Finanzierungen ! sind geklärt, der
Laden läuft. Wehe es fällt auch nur ein Zahler, warum auch immer, aus. Du kommst ins Rudern. Den Zahlungsausfall musst DU irgendwie kompensieren, letztendlich aus dem
Gewinn. Erst sparst du an deinem eigenen Ein- und damit Auskommen, deine Leute sind
dir wichtig. Das ehrt dich, aber irgendwann kommt der Punkt da du Kosten drücken musst.
Kosten sind übrigens letztendlich immer Löhne – Unternehmer/abhängig Beschäftigte.
Heisst Du musst entlassen. Also Geld muss dein Ziel sein, und zwar soviel dass du am
ominösen Markt bestehen kannst. Aber das wollen alle Unternemen, und damit ist der
Drops gelutscht. Das ganze artet aus, nein nicht in einen Wettbewerb, sondern in
mörderische, vernichtende Konkurenz bis zur Bildung eines Monopols, ggf. eines Kartells.

Das Geld haben nicht die Menschen zum Zwecke des Handels erfunden, Handel impli-
ziert sofort den Gewinn, darüber ham unsere Vorvorderen nicht nachgedacht. Das kam erst später dazu, das gezielte Übersohrhauen des anderen.
Das Geld hat der Priester erfunden, nur zu einem Zweck, Macht über andere Menschen
zu erringen. Und es hat funktioniert.

Vorschläge wie es anders geht bibts genug, mein Favorit ist eine allumfassende Koope-
ration aller, sicher schwierig, aber machbar.
Findest du z.B. hier viel:http://www.streifzuege.org/

Noch n Lesetip zu Mrkt und Co: http://georgtsapereaude.blogspot.com/

Wünsch dir ein angenehmes WE

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O.T. November 19, 2011 at 5:07 pm

Geld ist dazu da um Güter komfortabel zu tauschen. Das hat @langlode44 offensichtlich nicht verstanden, sonst würde er nicht von Priestern und so faseln.

Der Vorschlag von Weltfrieden und einem allumfassenden Kollektiv ist auch nicht von schlechten Eltern. Könnte von der Miss Iowa 2007 (http://pageantcast.com/tag/miss-iowa-usa-2007) sein.
Ich will gerne ein Kollektiv mit meinen drei hübschen blonden Nachbarinnen gründen, aber bitte nicht mit dem brutalen Säufer vom ersten Stock. An derartigen Kleinigkeiten wird gottseidank jedes Kollektiv scheitern.

McFly November 18, 2011 at 9:10 pm

Auf den Punkt: Berlin muss jetzt Farbe bekennen!

Egal wie, es wird ein kleines Erdbeben -

CDU-Kauder plapperte: “In Europa würde jetzt Deutsch gesprochen”

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langlode44 November 18, 2011 at 9:26 pm

dazwischen funken gilt nich…

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McFly November 18, 2011 at 9:32 pm
langlode44 November 18, 2011 at 9:41 pm

Das is wohl die ernsteste Sache aller ernsten Sachen. Hier is sich die Masse gar nich im klaren darüber das die Franzosen und die Engländer in letzter Konsequenz die Mittel haben
einen neuen deutschen Grössenwahn innerhalb von 30 Sekunden zu beenden…
Das dümmste Tier auf Erden ist der sddddah (der struntzdoofdämlichedeutschearbeitshamster).
Es wird nich nur spannend, ne es is die letzte Chance…nutzen wir se…

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tobi November 18, 2011 at 10:25 pm

Ich denke überhaupt nicht, dass alles irgendwann zusammenbrechen muss. Wenn die EZB die Möglichkeit erhält, Geld unbegrenzt zu drucken, und dies auch tut, dann kann alles sehr lange weitergehen. Die Inflation enteignet halt alle Besitzer von Euros oder von Papieren, die Euros auszahlen (Job, Lebensversicherung). Aber das wars auch schon. Nichts sonst muss sich ändern.

Natürlich ist dies kein wünschenswerter Zustand (genauer gesagt ein desaströser), aber eine Art Crash ist in meinen Augen nicht zu erwarten.

Ich denke, die Frage, die man sich gerade hinter verschlossenen Türen stellt ist: Wie können wir unsere Macht über die Finanzen nutzen, um das meiste Geld in unsere Taschen zu leiten? Diese Überlegung wird die politischen Entscheidungen dominieren.

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Till November 18, 2011 at 11:27 pm

So harmlos ist das nicht mit dem Gelddrucken.
Dank schwachen Gewerkschaften + Billigsklavenlöhne wird ab der unteren Mittelstand und der Unterschicht auf Vietnam-Niveau zurückgeschoben – die Preise wandern nach oben weg, durch Rohstoffe und Spekulation, nicht durch Lohn / Preisspiralen. Der Konsum wird (wie zunehmend in den USA) nur noch von den obersten 20% der Gesellschaft betrieben, der Rest ist überflüssig außer für Billigjobs.

Herauswachsen im jetzigen System geht erst recht nicht – dafür brauchen wir ja noch mehr Kredite (ohne die kein Wachstum im heutigen Kapitalismus), und zwar im fortgeschrittenen Status einer Kreditblase immer mehr. Dies ist damit zu erklären, da die neuen Kredite den zusätzlichen Konsum sowie die Zinsen für die Altkredite einbringen müssen.

Eine Sondersteuer auf ca 30% aller Vermögen (auch als niedrigverzinste langlaufende Zwangsanleihe denkbar), und das Problem ist gelöst. Nur dies ist in unserer Plutokratie unmöglich durchzusetzen, lieber 60% der Bevölkerung verarmen lassen.

In den letzen 3000 Jahren der Menschheitsgeschichte wurden solche Überschuldungskrisen , die regelmäßig auftreten, gerne durch Bürgerkrieg, Revolution oder auch durch Schuldenerlaß geregelt. Dann sind die Lebensversicherungen halt stark eingedampft – aber immer noch besser als die Alternativen.

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tobi November 19, 2011 at 12:17 pm

Ja, alles was Du sagst ist richtig. Sozial gesehen en Alptraum, aber weiterlaufen kann das System auf diese Weise noch sehr lange.

Die Kaufkraft entrinnt den Armen und landet bei den Banken (dort kommt das gedruckte Geld ja an).

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Der müde Joe November 18, 2011 at 10:51 pm

Die Schuldenorgie endet ebenfalls in der Hyperinflation!

1. Entweder der Euro wird abgewickelt
2. Ein Nettozahle wie DE steigt aus und macht eine WR, womit gleichzeitig auch die Staatsschulden terminiert werden und ein Neuanfang steht
3. Hyperinflation durch Monetisierung der PIIGS-Schulden

DE wartet nur noch auf einen günstigen Zeitpunkt, deshalb die Bockigkeit.

Cheers

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Grinario November 19, 2011 at 8:03 am

“DE wartet nur noch auf einen günstigen Zeitpunkt, deshalb die Bockigkeit.”

Hier habe ich meine Zweifel, dass “DE” nur noch auf nen günstigen Zeitpunkt wartet. Schauen Sie sich doch mal das an, was man in Deutschland Opposition nennt. Hier gibt es nicht das geringste Kontra, wenn es um Übernahme von Schulden anderer Länder durch Weiterbestehen der Eurozone geht. EFSF aufpumpen bis 2 Billion, au ja! Eurobonds einführen, ja bitte, gerne auch noch unbegrenzt. EZB Geld drucken lassen, nur zu, es wird schon schief gehen. In den Regierungsfraktionen selbst gibt es bestimmt Leute, die aus der Eurozone als Ganzes aussteigen würden, aber sie sind nur eine verschwindende Minderheit.
Ich denke nicht, dass Merkel gerade den Euro-Ausstieg plant. Falls es anders kommt, wäre ich echt überrascht, und zwar positiv.

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Catweazle November 19, 2011 at 6:31 am

Alternativer Vorschlag mit mehr wissenschaftlichem Hintergrund:
http://www.youtube.com/watch?v=IPEYycCRKXo

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FList November 19, 2011 at 9:25 am

warum denn nicht die einfachste und naheliegendste Lösung?
Es ist ja nicht so, dass nicht genug Geld da wäre: eine 20% Vermögensabgabe (wegen mir ab einer bestimmten Grenze oder höhere prozentuale Sätze bei höheren Vermögen ) und die Staatsschulden sind weg.
Hätte sogar noch den angenehmen Nebeneffekt, dass den Casinos dieser Welt massiv Spielgeld entzogen würde.
Und erzähle mir keiner, dass diese Lösung, beim entsprechenden politischen Willen, nicht sehr schnell umsetzbar wäre

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tobi November 19, 2011 at 12:19 pm

Das ginge. Wir haben 5bio Geldvermögen inkl. Aktien und 9bio Immobilien in Deutschland. Das Thema Zwangshypothek ist ja bekannt.

Übrigens hat Griechenland auch genug Assets (Immobilien oder 300mrd in Gold…). Die wollen die nur nicht verscherbeln wie es bei jedem normalen Konkurs Pflicht ist. Ist aus deren Sicht ja auch nicht sinnvoll, da sie keinem Gesetz unterliegen, was sie dazu zwingt. Gr. könnte jederzeit Schuldenfrei werden.

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Catweazle November 19, 2011 at 12:46 pm

Wo kommen immer dieser Fake-Zahlen über das Gold her?
Griechenland besitzt gerade einmal 111,4 Tonnen Gold gegenüber z.B. Deutschland mit 3004,1 Tonnen. Der aktuelle Wert des Deutschen Goldes beträgt ca. 132 Milliarden Euro. Übrigens ist das Gold der Griechen als Sicherheit bei der EZB verpfändet, die können es überhaupt nicht verkaufen, selbst wenn sie es wollten.
Den Privatleuten könnte man allerdings schon den Goldbesitz verbieten. Dann käme weitaus mehr rüber, aber das klappt natürlich nur wenn man die Grenzen dicht macht und die Reisenden filzt. Wollt ihr das wirklich?

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tobi November 19, 2011 at 12:57 pm

Ui bei der Zahl mit dem Gold hab ich mich aber gehörig verguckt. Sind nur 3mrd. in Staatshand. Ok, wenn die verpfändet sind dann geht das natürlich nicht.

Trotzdem, an sich müssen die Bürger für Verpflichtungen des Staates gemeinschaftlich haften. Griechenland müsste, wenn alles moralisch korrekt zuginge, solange den Bürgern durch Steuern/Zwangshypotheken Besitz wegnehmen bis alles getilgt ist. Es sind ja genug Immobilien und Vermögen da. Das will dort nur keiner, gehen tut das schon.

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Catweazle November 19, 2011 at 1:12 pm

Es geht nicht um Griechenland!
Die sind nur die Lunte, das Pulverfass sind wir hier in Deutschland.
Die Deutschen zahlen immer und alles zurück, darauf vertraute schon ein Herr Kostolany als er nach dem Krieg Deutsche Schrottanleihen kaufte.

McFly November 19, 2011 at 1:27 pm

“…solange den Bürgern durch Steuern/Zwangshypotheken Besitz wegnehmen bis alles getilgt ist…”

Geht’s noch? Kalte Wadenwickeln könnten helfen!

django November 19, 2011 at 9:35 am

würde das drucken von geld wirklich infaltion bedeuten? wenn die banken weniger hebeln dürfen, dann fehlt in der realwirtschaft geld. hier würde die ezb durch das drucken von geld einspringen. letzten endes wird heute doch auch mit geld gearbeitet, das größtenteils gar nicht existiert

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philipp johannes November 19, 2011 at 10:50 am

1. prügel ?
wofür markus gärtner ?
eine treffliche analyse und eher noch positiv dargestellt denn schwarzgemalt.

ich fürchte wir sind auf einem weg zu einem “Europa unter Führung der internationalen Hochfinanz und Konzerne”.
irgendwie ist demokratie wohl doch nicht so wirklich willkommen in den oberen etagen.

2. vermögenssteuer.
soweit gut und meine zustimmung hast du.
allerdings bezweifele ich sehr stark, das bei der politischen großwetterlage das jemals durch das parlament kommt und eine gesetzliche grundlage bekommt.
dafür ist die verquickung von politik und vermögenden zu eng und zu stark.

natürlich wäre es richtig von oben abzuschöpfen, nicht von unten.
keine der parteien in euroland wird das tun.

leider !

3. geld drucken.
sind wir uns eigentlich bewußt von welchen gigantischen summen wir dann reden ?
allein die piigs länder brauchen ca. 3,9 billionen euro.
ohne frankreich und andere ( wahrscheinlich ) noch solvente eurozonenländer.

es wird darauf hinauslaufen.
auch wenn es uns zerreißt.

4. exportüberschuss
ich bedauere jeden der meint stolz sein zu müssen auf den exorbitanten exportüberschuss deutschlands.
das ist mit einer der todesdolche für den euro.
jeder überschuss geht zu lasten eines anderen.
hier zu lasten anderer länder, vorwiegend in der eurozone.
dergestalt haben wir uns selbst das grab gegraben.

korrektur: nicht wir, sondern unsere wirtschaftsbosse !!!

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Willie_Esco November 19, 2011 at 11:07 am

Sorry aber das mit der Hyperinflation ist totaler Unsinn! Siehe FED siehe Bank of England. Wo ist hier die Hyperinflation? Wo ist bitte die Pleite??? Dagegen ist die Europleite sehr viel wahrscheinlicher und wenn die deutsche Regierung nicht endlich nachgibt, kommt sie auch. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche!

Wie absurd die deutsche Haltung ist, zeigt Herrmann sehr deutlich mit ihrem Artikel:

Geld drucken? Gute Idee!
http://www.taz.de/Debatte-Kapitalismus/!82147/

USA und GB können praktisch gar nicht pleite gehen, dank eigener Notenbank. Die gibt es in der EU aber nicht. Aber schonmal ganz gut, dass Gärtner in die richtige Richtung geht.

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tobi November 19, 2011 at 12:23 pm

Die Inflation ist ja tatsächlich sehr hoch (Achtung: Nicht auf die offizielle Zahl schauen. Es gibt nicht _die_ Inflation. Jeder Konsument hat seine eigene da jeder seinen eigene Warenkorb hat. Man zahlt heute in Euro was vor 10 Jahren in DM die selbe Zahl hatte => 100% in 10 Jahren Inflation).

Auch wurde bisher nicht so viel Geld gedruckt, dass es zur Hyperinflation kommt. Nur eine überdurchschnittliche wurde bisher ausgelöst.

Wie Du als Deutscher ein Nachgeben der Regierung befürworten kannst, entzieht sich mir etwas. Du befürwortest damit ja unfassbar horrende Zahlungen, von denen wir nur sehr indirekt profitieren. Unsere Bankenkriese ist leicht lösbar, indem alle crashenden Banken einfach verstaatlicht werden. Daran macht der Staat auf Sicht von 5-10 Jahren sogar noch Gewinn und die Shareholder sind enteignet wie sich das gehört, um die richtigen Anreize zu schaffen. So ein Konkurs ist nicht besonders tragisch solange der Staat allen Gläubigern ihre Zahlungen garantiert. Dann wirkt er sich nämlich nicht aus, es gibt keine Kettenreaktion.

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Grinario November 19, 2011 at 1:28 pm

Kern der eigentlichen “Euro-Krise” ist die Bankenkrise. Deshalb ist eine Verstaatlichung dieser ganzen Drecksbanken durchaus angebracht. Es ist ja auch absurd, dass wir über Rettungsschirme für Irland, Griechenland und Portugal reden, das ganze Geld aber sofort an die Banken gehen. Wir sind doch gar nicht solidarisch mit den Völkern, sondern mit deren Gläubigern. Deshalb: Verstaatlichung der Banken? Ja, bitte!!! Und Finger weg vom Gelddrucker.

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McFly November 19, 2011 at 1:11 pm

” … Die gibt es in der EU aber nicht…”

Na also! Geht doch…

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tobi November 19, 2011 at 1:24 pm

Die EZB kann effektiv Geld drucken, indem Sie Staatspapiere kauft, die Staaten dann das Geld wieder teilweise bei der EZB einlegen und die EZB dann wieder mit Giralgeldschöpfung weitere Kredite draus macht. Das ist zwar ganz klar illegal, aber das stört niemanden – wird seit nem Jahr ja so gemacht laut Presse.

Der Unterschied zw. EZB und englischer Notenbank ist, dass die EZB (noch) nicht so hemmungslos das unendliche Füllhorn ausleert.

Unterschied zwischen EU-Ländern und GB ist, dass GB diesen Prozess befehlen kann während z.B. Spanien und Italien betteln müssen (und irgendwie DE rumkriegen, zuzustimmen).

Eine EU-Finanzregierung würde diesen Unterschied beseitigen. Sehr zum Vorteil der PIIGS, sehr zum Nachteil der Deutschen.

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Willie_Esco November 19, 2011 at 2:17 pm

Keine Sorge, auch Deutschland wird es demnächst treffen. Dank unzähliger Sparmaßnahmen. Dann rücken die heutigen Nachteile Deutschlands in ein anderes Licht.

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philipp johannes November 19, 2011 at 3:03 pm

“” … ganz klar illegal, aber das stört niemanden – wird seit nem Jahr ja so gemacht laut Presse. “”

hast du da mal einen link drüber ?

die staatsanleihen die die ezb aufkauft stammen in erster linie von banken, nicht von den staaten selbst.
mag sein die presse weiß es besser. daher meine frage nach dem link.

danke.

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Willie_Esco November 19, 2011 at 2:15 pm

Hab mich natürlich etwas falsch ausgedrückt. Wir haben zwar eine Zentralbank in der EU aber die einzelnen Länder haben eben keine eigene. Hätte jedes Land seine eigene Zentralbank hätten wir das heutige Problem so nicht.

“Wie Du als Deutscher ein Nachgeben der Regierung befürworten kannst, entzieht sich mir etwas.”

Auf eine Regierung die sich nur die Interessen irgendwelcher Banker einsetzt, kann ich verzichten. Seien wir mal ehrlich. Selbst die Links-Partei blickt in der Krise besser durch als es die Regierung tut.

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philipp johannes November 19, 2011 at 3:06 pm

wir haben doch die bundesbank, frankreich die banque de france, italien die banca di roma usw. willie-esco.
jedes euroland und jedes eu land hat seine zentralbank.
so ganz verstehe ich die einlassung von dir gerade nicht.

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Willie_Esco November 19, 2011 at 3:23 pm

Die dürfen aber nichts, was eine echte Zentralbank tun darf :)

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philipp johannes November 19, 2011 at 5:17 pm

tja. und da schliesst sich der kreis. die ezb darf auch nciht tun was eine zentralbank tun dürfte; weil sie hat keine befugnisse wie ein zentralbank.
wobei ich nicht sage das ich es gut oder schlecht finde.
reine faktenlage dargelegt.

Tom November 19, 2011 at 4:51 pm

USA und GB können praktisch gar nicht pleite gehen, dank eigener Notenbank. Die gibt es in der EU aber nicht. Aber schonmal ganz gut, dass Gärtner in die richtige Richtung geht.

Auf dem Papier sicherlich nicht. Nur wenn kein Schwein auf dieser Welt mehr die verwässerte Währung haben will, sieht es anders aus. Dann nützt es gar nichts, dass man reichlich Geld “nachproduzieren” kann.
Wenn die USA autark wirtschaften könnten und würden und nicht darauf angewiesen wären, bestimmte Waren und Rohstoffe gegen Geld aus anderen Ländern zu beziehen, wäre das sicherlich egal, aber so ist es nunmal nicht.

Wie immer wird auch hier wieder vergessen, dass es “unterhalb” der “Finanz-Industrie” und des Staates noch soetwas wie ein “Normales Leben” gibt, dessen Gesamtgefüge sich aufzulösen beginnt. Ein Staat kann noch soviel Geld drucken können und noch soviel Schulden bei sich selbst “ungestraft” aufnehmen, wie er will, doch wenn die kritische Masse der Anzahl der Menschen dieses Staates sich nicht mehr ernähren kann, nützt diese ganze ungestrafte Schuldenmacherei nix mehr.
Hier geht es am Ende um die (sozialen) Strukturen des Zusammenlebens von Menschen! Das ist die Aufgabe des Staates: Die Regelung der Angelegenheiten des Gemeinwesens.
Diese Gemeinwesen brechen aller Orten auseinander, viele Staaten sind kaum noch in der Lage, ihre eigentlichen Aufgaben (und die, die viele Staaten an sich gerissen haben) zu erfüllen.
Wenn ich so manche Beiträge hier lese, habe ich das Gefühl, dass viele Schreiber vergessen zu haben scheinen, wozu das Gebilde Staat geschaffen wurde.

Wenn ein Staat nicht mehr in der Lage ist, seine Aufgaben zu erfüllen, dann ist auch das eine Bankrott-Erklärung, unabhängig davon, ob er auf dem Papier weiter Schulden machen kann oder nicht!
Wie wweit die USA bei dieser Entwicklung da bereits vornageschritten sind, sieht man mal hier in einem Bericht im Mainstream:
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/usa470.html
Dazu sei gesagt, dass auch hier ,wie immer, nur die Spitze des Eisberges erwischt wurde.

Gruss
Tom

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Tom November 19, 2011 at 5:06 pm

Ergänzung:
Bevor wieder dieses dämliche Argument kommt, die Chinesen würden auch in Zukunft weiter das grüne Papier brav als Bezahlung für ihre Produkte annehmen, sollte man vorab mal das hier lesen:
http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/11/32795/
Da wird einem schnell klar, dass das sich dieser Traum nicht mehr lange aufrechterhalten lässt.

Gruss
Tom

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Jan-Peter November 19, 2011 at 11:36 pm

Tja, genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Die Frage die uns beschäftigen sollte lautet “wo bleibt die Inflation?”

Die eigentliche Inflation, nämlich die Ausweitung der Geldmenge war in den letzten 10 Jahren enorm, und das weltweit. Warum sind die Preise nicht in gleicher Weise gestiegen? Was ist mit dem Geld passiert? Diese Frage sollte uns wirklich beschäftigen.

Ich habe hierzu vor einiger Zeit mal einen interessanten Beitrag gelesen in dem von “dynamischer Geldhortung” die Rede war. Es besteht nämlich der Verdacht, dass die Finanzbranche die steigenden Geldmengen fast vollständig durch die Emission immer neuerer Derivate absorbieren konnte und dieses Geld nun quasi parallel zur Realwirtschaft zirkuliert und sich somit nicht mehr preissteigernd auswirken kann. Die Gefahr die nun aber von dieser parallel zirkulierenden Geldmenge ausgeht ist enorm. Zum einen könnte ein Bankencrash oder Derivateverbot diesen Geldkreislauf erheblich stören und zur “dynamischen Enthortung” führen. Zum anderen sind diese Geldmengen vermutlich so enorm, dass dadurch große Macht ausgeübt werden kann wenn sich diese in wenigen Händen konzentriert.

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markusgaertner November 20, 2011 at 1:16 am

… ein guter Hinweis … Viele Grüße, Markus

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Benedikt November 19, 2011 at 11:15 am

Schrecklich wird es wohl, aber die Frage ist: Was ist das Endziel, das die gegenwärtigen “Eliten” anstreben? Einen wirtschaftlich vernünftigen Ausweg aus dem Schuldendilemma gibt es nicht mehr, zumindest nicht für die politisch Agierenden. Also läuft der Zyklus in vertrauter Weise seinem Ende entgegen.
“Parallels Between Early 20th Century and Present Are Scary” stellt “The Daily Bell” fest (siehe
http://thedailybell.com/3256/VIDEO-Parallels-Between-Early-20th-Century-and-Now-Are-Scary).
Vielleicht sogar noch etwas schlimmer als beim letzten Mal…

Early 20th Century …………………………………………Early 21st Century

Central Bank Inflation (Roaring 20s)………………….Central Bank Inflation (Housing Bubble)
Depression & Progressive Movement……………….Depression & Youth Movements Around the World
Occupy Washington DC (WW 1 Veterans)………….Occupy Wall Street by Disaffected Youth
Reichstag Fire …………………………………………………9/11
Second World War……………………………………………War on Terror Gradually Escalates to “World War”
FDR-Like Figure to Provide Leadership……………….Obama, who Models Himself on FDR

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lisa November 19, 2011 at 11:54 am

eine ausgezeichnete analyse. ich bin überzeugt, dass die ezb die gesamten schrottanleihen aufkaufen wird. die folge: banken, hedgefonds, pensionskassen usw. haben wieder frisches geld das sie in saemtliche assests werfen koennen. also eine ” goldene ” zeit für alle anleger! warum das aber ein problem sein sollte erschliesst sich mir nicht. denn zunnaechst waere zu klaeren, warum es eine ” superinflation ” geben sollte. das sowieso wertlose geld, das in schrottanleihen steckte(e) wurde entweder investiert ( ob gut oder schlecht investiert, sei dahin gestellt ) , es wurden also irgendwelche werte geschaffen. und wenn es nur den privaten dadurch ” gut ” ging. aber es hat definitiv nicht mehr den wert, den es vor ein paar jahren noch hatte. also druckt die ezb neues geld. ob dadurch die gesamte geldmenge größer wird, und nur die koennte eine ” superinflation ” erzeugen, entzieht sich meiner kenntnis und ist auch mehr eine akademische diskussion. genauso wie die diskussion um die schulden der gesamten industrienationen. die ganze sache hat einen ideologischen hintergrund. es geht darum, dass viele reiche, was immer damit gemeint ist, einfach den reichtum erhalten wollen oder noch reicher werden wollen. na und. dass heute viele menschen in armut leben, ist grundsätzlioch keine frage, ob nun die ezb geld druckt oder nicht. das ist der wunsch der jeweiligen ideologie.
warum das theam schulden erst in den letzten 12 monaten ein hype wurde, sollte vielleicht eher die frage sein. auch die ist ganz einfach zu beantworten.nachdem die aktieninidices ( als klassische anlage ) nun nicht endlos steigen können ( auch wenn viele ” muschelwerfer ” von indices jenseits der 10 000 ode 20 000 punkte traeumen ) hat die finanzindustrie einfach nur neue spielfelder entdeckt.
das beste beispiel sei hier rohoel. gs hat vor knapp zwei jahren, bei einem stand von 145 $ das rohöl auf 200 US $ prognostiziert. die folge war, dass viele ” schaefchen ” in rohöl gingen – und sehr vierl geld verloren. pech gehabt.
das nächste beispiel sind ” seltene erden ” diese waren in den letzten monaten der hype schlechthin. wer so doof war, all die storys zu glauben, hat sehr viel geld verloren. es sei denn, er ist so frueh ausgestiegen, dass er teilweise bis zu 800 % ernten konnte. aber da duerfte die dummheit und die gier groeßer gewesen sein.und die breite masse hat halt geld verloren. pech .
als letztes beispiel sei noch gold genannt. der hoechstkurs war mal bei US $ 1925. wer damals eingestiegen ist, weil ja die superinflation schon im anmarsch sei, hat halt geld verloren.
das neue spielfeld sind nun die staatsanleihen , bzw. all jene instrumente wie cds, optionen usw. die es ermöglichen, wieder geld bei staatsanleihen zu verdienen. und da jeder hype eine story benoetigt, sind es halt diesmal die staatschulden. dass dieses thema nun aber ziemlicher quatsch ist, kann man ja daran erkennen, dass die welt seit jahrhunderten verschuldet war. na und.
uns geht es weder um länder noch um rohstoffe. es geht nur um geld verdienen. und das wird die ezb, wie auch die fed es tat, in den nächsten wochen ermoeglichen.
schlussbemerkung: es waere gut, wenn man endlich mal die interessen der finanzindustrie und die politischen ideologien trennen wuerde. aber vielleicht will ja niemand, so er denn gewaehlt hat, eingestehen, dass er genau dafuer mitverantwortlich ist.
a nice weekend and keep cool
lisa

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McFly November 19, 2011 at 12:33 pm

Kauders verschlüsselte Botschaft: “… wird jetzt ‘Deutsch’ gesprochen!”

Gestern tauchte in den ‘Mittelstands-Nachrichten’ ein sog. “Geheim Papier” auf.

Günther Lachmann hat es sich vorgeknöpft.

http://guentherlachmann.wordpress.com/

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philipp johannes November 20, 2011 at 2:08 pm

ein echter guido :)

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Willie_Esco November 19, 2011 at 2:32 pm

“Ein massives Eingreifen der EZB in der Schuldenkrise fordert Sandra Navidi von Beyond Global. Nur so könnte der Euro-Kollaps verhindert werden. Zudem bekämen Italien und Spanien mehr Zeit für ihre Strukturreformen.”

http://boerse.ard.de/content.jsp?key=dokument_575395

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philipp johannes November 20, 2011 at 2:09 pm

na ?
wehe die sagt was anderes.
dann ist sie aber joblos.
ist doch logo.
oder ?

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Marco November 19, 2011 at 3:21 pm

Jetzt nehmen wir mal ein europäisches Land, das nicht in dieses verzwackte, unübersichtliche und von so vielen Seiten beeinflusste Euro-Projekt gezwängt ist: Ungarn.
Es hat eine eigene Währung. Kann also so viele Forints von seiner Zentralbank drucken lassen, wie es für richtig hält. Und muss dafür nicht mit anderen Ländern ringen, die andere wirtschaftliche Voraussetzungen haben (so wie das beim Euro z. B. zwischen Griechenland und Deutschland der Fall ist). Um aber den vermeintlichen Wohlstand zu mehren, wurden von den Menschen keine Hypothekenkredite in Forint (mit hohen Zinsen) sondern z. B. imSchweizer Franken mit niedrigen Zinsen aufgenommen (ob die Leute da von selber drauf gekommen sind, oder von der Finanzindustrie dahin “gelotst” wurden, sei jetzt mal dahin gestellt). Wenn nun die eigene Währung abgewertet wird, dann mag das gut für den Export sein. Den Fremdwährungs-Hypothekenschuldner bricht das aber das Genick. Dann machte die Regierung ein Gesetz, dass die Kredite in Forint umgewandelt werden könnten und sogar eine 75-Prozent-Tilgung reichen würde, damit der Kredit abbezahlt sei. Das kommt natürlich einer Enteignung der Kreditgeber gleich. In Ungarn ist z. B. die bayerische Landesbank über eine Tochterfirma stark von diesem 25-Prozent-Nachlass betroffen. Die BayernLB macht deswegen wieder Verluste, für die der Bayerische Steuerzahler aufkommt, da die BayernLB mehrheitlich dem Freistatt Bayern gehört. Also bin ich als bayerischer Steuerzahler wieder mal mit im Boot. Aber das ist nur eine Randerscheinung. Was ich damit sagen will: Auch ohne Euro-Chaos steht Ungarn vor der Pleite und wird sich wahrscheinlich vom IWF knechten lassen:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/schuldenkrise-in-ungarn-seltsame-kehrtwende-in-budapest-1.1194103

Wie soll dann eine Lösung für 17 überschuldete Länder (ja auch Deutschland erfüllt die Maastrich-Kriterien schon lange nicht mehr) aussehen, zum Teil unterschiedlicher nicht sein könnten, aber trotzdem am Tropf einer gemeinsamen Währung hängen?
Ich sehe keine Lösung, die ein befriedigendes Ergebnis liefern könnte.
Der wahrscheinlichste weitere Weg wird wahrscheinlich sein, dass die EZB es der FED nachmacht und wir irgendwann nicht mehr wissen, wenn irgendwo von QE5 gesprochen wird, ob die USA oder die EU damit gemeint ist. Frisches Geld für die Banken wird die Zocker beflügeln. Sie werden neue Renditequellen suchen und finden und neue Blasen aufpumpen. Über die Auswirkungen von geplatzten Blasen kann sich hier dann jeder selbst Gedanken machen.
Wir werden es – früher oder später – erleben.

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Tom November 19, 2011 at 5:02 pm

Und hier mal noch etwas zum Thema Inflation in den USA:
http://www.zerohedge.com/news/friday-night-irony-according-fed-just-over-one-more-year-zirp-will-lead-3836-annual-inflation
Mag sich ein jeder selbst ausrechnen, was sowas für Auswirkungen auf SEIN Leben haben würde.

Grüsse
Tom

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philipp johannes November 19, 2011 at 5:21 pm

geh mal nach österreich gucken wie dort die bank ko…. über ungarn und die wandlung der hypotheken.
die erste wien ist soweit pleite.
die rzb fast ebenso.
usw.

polen steht auch bald unter kuratell vom iwf.

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RFSchneider November 19, 2011 at 8:57 pm

Es ist Krieg und in Europa darf sieht mans nicht, oder darf mans nicht sehen.
Option 3: Souveränes Geld – die Neuordnung der Geldschöpfung auf zinsloser Basis auf kontinentaleuropäischer Ebenen (am besten zusammen mit Russland), d.h. die Entmachtung der Zentralbanken und das Ende der Rolle der Banken bei der Geldschöpfung, der Mittelfinger für alle außereuropäischen Spekulaten (sorry: Investoren) irgendwo bei 1-pct, die simple Streichung aller gegen die europäischen Interessen gerichteten Spekulationen europäischer Anleger (die zu anderen Zeiten froh sein hätten müssen, sich nicht vor einem Erschießungskommando wiederzufinden). An der europäischen Wirtschaftsregierung und einem europäischen Zentralbudget führt kein Weg vorbei. Doch mit 600 Millionen Menschen (incl Russland) ist Kontinentaleuropa groß genug, reich genug, versorgungssicher genug, um das auch zu tun.

Abseits aller wet dreams: Keine Ahnung wie das alles weitergeht – nur hübsch wirds net werdn.

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Bert November 19, 2011 at 9:57 pm

147 Unternehmen kontrollieren 47% des weltweiten Outputs (des Marktangebotes).

Unter diesen Unternehmen sind viele Banken. Auch Goldman Sachs.

Es dürfte klar sein wer die Macht hat Preise festzusetzen, und damit die Einkommensverteilung kontrolliert, dem ist es egal wenn die EZB ihre Schleusen öffnet.

Eine Frage:

Wie ändert sich ihrer Meinung nach die Einkommensverteilung?

Wird der gebackene Kuchen größer, höhere Nachfrage regt Investitionstätigkeit an, oder muß der Staat in die Infrastruktur investieren, um über Zweitrundeneffekte Einkommen ehemals Arbeitsloser die Nachfrage anzuregen, …

Was ist besser für die Unterschicht in Europa?

Wie sind die Wirkmechanismen?

Angesichts der Machtkonzentration siehe oben, sind die ganzen Ökonomietheoretischen Überlegungen doch Quatsch oder?

Selbst eine sinkende Geldmenge braucht nicht zu einem niedrigeren Preisniveau führen.

DIE SETZEN DIE PREISE!

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cosmopolit November 19, 2011 at 11:36 pm

Option X: Wachstumsgenerator Krieg….Ein Großereignisses ala 09/11 wäre hierbei bestimmt förderlich…Think outside the box.

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lisa November 20, 2011 at 11:45 am

Zitat:

“Die Renditen der Staatsanleihen von Ländern wie Italien, Spanien – und sogar Frankreich – haben jetzt ein Niveau erreicht, bei dem die Zinslast schneller wächst als das Bruttoinlandsprodukt ”

nur zur klarstellung. die rendite einer anleihe hat wenig, bis gar nichts mit den zinsen zu tun, die aus dieser staatsanleihe erloest werden.
als beispiel:
eine staatsanleihe wurde mit 100 euro emittiert.
der zins beträgt 5 %
der kaeufer dieser anleihe erhaelt an einem festgelegten tag 5 % von 100 euro = 5 euro.
nun sinkt die anlehe auf 90 euro.
der zins wird immer noch auf die 100 euro bezahlt. also 5 euro.
wenn allerdings ein kaeufer diese anleihe mit 90 euro gekauft hat, betraegt sein RENDITE aus dieser anleihe 5,55 %. die zinslast für den emittenten ( staat, unternehmen ) bleibt aber immer 5%.
also bitte nicht zinsen, die den emittenten belasten mit der rendite die der kaeufer erzielt verwechseln. auch wenn es verfuehrerisch ist, eine schoene pamikmedlung zu produzieren.

daraus folgt im uebrigen auch, dass laender die heute so hoch verschuldet sind, mit den zur verfuegung gestellten gelder ihre schulden zu aeusserst guenstigen konditionen tilgen koennten. denn die ausgegebenen anleihen liegen heute weit unter dem emissionskurs. wuerde also heute griechenland die zur verfuegung gestellten gelder nur zur haelfte nuetzen, um die im keller befindlichen anleihen aufzukaufen, waere das schuldenproblem sehr schnell geloest.
warum das nicht geschieht weiss ich zwar, aber ich werde mich beherrschen es hier zu aeussern. selber denken macht schlau.
lisa
ps. das waere mal eine echt aufgabe fuer wirtschaftsjournalisten

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