Boni, Nutten und Renditen

by markusgaertner on 13/12/2011

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Die großen Firmen – und viele Kleinere – sind zu Geldautomaten für eine Boheme-Elite verkommen.

Es werden gnadenlos Kosten gesenkt und Stellen gestrichen, um die Gewinne zu steigern – für die Boni. Es werden Jobs ins Ausland verlagert, um Kosten zu sparen – und die Boni zu steigern.

US-Firmen erpressen zudem die Obama-Administration mit 1.200 Mrd. Dollar Auslandsgewinnen, die sie nicht repatriieren, weil sie keine Steuern darauf zahlen wollen.

Unternehmen erpressen ganze Standorte – sie drohen mit Verlegung der Zentrale, wenn die Steuern nicht gesenkt, die Atomkraftwerke nicht länger am Netz gelassen oder andere Investitions- oder Wettbewerbsbedingungen verbessert werden.

Im Streit der US-Firmen mit dem Weißen Haus um die Rückkehr von international erwirtschafteten Gewinnen sieht das so aus: Das Geld kehrt nicht heim. Es schafft keine Arbeitsplätze, es geht nicht in Investitionen, weil es nicht gewinnsteigernd heimkehren und die Boni erhöhen darf.

Es werden Aktien zurückgekauft, um die Kurse zu pflegen – und die Boni zu steigern. Mehrmals wöchentlich bekommen wir solche Meldungen, zuletzt vom Pharmariesen Pfizer, der für 10 Mrd. Dollar Aktien zurückkauft.

Wer Aktien kauft anstatt Jobs mit dem Geld zu schaffen, geht eine kurspflegende Wette ein, bei der viel vermichtet werden kann.

Auf Incentive-Reisen schaut man in Bordellen vorbei und lässt es krachen, damit Verkaufsmannschaft und Kunden happy sind – um die Boni zu steigern. Wüstenrot wird es sich nun für alle Zeiten – egal was wirklich geschah – gefallen lassen müssen, als wüstes Beispiel für solches Treiben zu dienen.

Die Bildzeitung hat schon Recht, wenn sie fragt: “Haben die Huren jetzt alle Bausparvertrag ?”

Doch genau betrachtet, handelt es sich gar nicht um ein Problem Wüstenrot. Denn was die Natur dieses Skandals angeht, bohrt das Blatt nicht tief genug.

Die Bordell-Party war ja kein Einzelfall. Wir erinnern uns an die Budapest-Orgie bei der Hamburg-Mannheimer, oder die brasilianischen Bordell-Besuche von Volkswagen-Mitarbeitern.

In allen großen Volkswirtschaften im Westen kennen Manager solche Orgien. Große Firmen aus Europa und den USA unterhalten in Peking Beratungs-Dienste für die Ehen von Managern, die in das süße Netz lokaler Schönheiten geraten sind. Niemand will darüber reden, aber alle haben davon gehört.

Ich war sechs Jahre in Peking für das Handelsblatt stationiert. Unser Haus lag in einer der großen – mit hohen Mauern umgebenen – Expat-Wohnanlagen, in denen jeder jeden kennt und man sich an jedem Wochenende am Pool begegnet.

Die Stories sind oft bekannt, die Namen in einigen Fällen auch.

Und wenn ich alle Eskapaden aufgeschrieben hätte, die ich von 1999 bis 2004 in Peking zu sehen – oder von denen ich zu hören bekam – die ehrenwerte Finanzzeitung wäre zu einer St. Pauli-Postille verkommen, einschließlich nackt Wasserski fahrenden Managern (und Huren) auf dem Miyun-Stausee nördlich von Peking.

Ja, so feiert man in Schwellenländern als westliches Unternehmen – öfter als es die Ehefrauen der Manager ahnen – gute Abschlüsse und fleißge Mitarbeiter.

Doch das ist nicht unser eigentliches Thema. Hier geht es lediglich um einen Aspekt eines allgemeinen ökonomischen Sittenverfalls.

Firmen sind nicht mehr Vehikel, um Arbeitsplätze zu schaffen und wachstumsfördernden Wettbewerb um das bessere Produkt oder die führende Dienstleistung auszutragen, oder einfach nur zuverlässig und stetig gute Leistung abzuliefern, um damit die Taschen des Unternehmens zu füllen.

Vor allem Publikumsunternehmen sind zu Cashmaschinen im Dienste einer kleinen Elite umgebaut worden, aus denen man mit allen Mitteln herauszieht, was möglich ist, und es dann in Gewinnbeteiligungen, Aktien- und Optionsprogrammen oder ähnliche Ausschüttungs-Mechanismen umwandelt.

Die Zahlen sind in vielen Blogs und Zeitungen immer wieder genannt worden, ich suche sie hier deshalb nicht noch einmal heraus. Die Managergehälter und Boni sind in den vergangenen 20 Jahren explodiert, während die Einkommen der Mittelklasse stagniert oder gesunken sind.

Zu diesem Wandel in der Nutzung und Bedeutung von Firmen trägt auch bei, dass die großen Publikumsunternehmen immer größere Lobbyarmeen unterhalten, um sich Einfluss in der Politik zu kaufen. Das Ziel: Weniger Regulierung, weniger Steuern, mehr Schutz vor rechtlicher Verfolgung.

Auch das dient dem Mantra der boni-steigernden Gewinnförderung.

Diesen letzten Aspekt habe ich gerade in einem Bericht für das Manager Magazin illustriert, das Stück wird in der laufenden Woche erscheinen.

Wie viel Aufwand Firmen mit ihrer Lobbyarbeit im Kongress betreiben, geht aus dem neuen Bericht “For Hire” (“Job zu vergeben”) der Public Campaign hervor.

Die Organisation hat sich dem Ziel verschrieben, den Einfluss von Interessengruppen im Kongress zu begrenzen. Der Think Tank untersuchte 30 der größten US-Konzerne, darunter Wells Fargo, Boeing und General Electric.

Resultat: Von 2008 bis 2010 zahlten diese Firmen mehr für Lobbyisten als an das Finanzamt.

Auch das trägt zu dem einen – alle anderen vereinenden – Ziel bei: Die Gewinne des Unternehmens zu mehren, um höhere Boni auszuschütten.

Das ist es auch, was sich immer mehr als Triebfeder bei riskanten Wertpapier- und Derivategeschäften von Banken entpuppt.

Je größer das Rad, das gedreht wird, desto mehr kann dabei rausgeholt werden. Und wenn die Wette schiefgeht, springen die Steuerzahler ein.

Die Probleme, mit denen sich europäische Politiker und die Mitarbeiter der Obama-Administration derzeit herumschlagen – auf Kosten vieler anderer tagesaktueller Themen, die zum Wohle der Gesellschaft vorangetrieben werden müssten, aber wegen des Krisenmanagements liegenbleiben – gehen auch darauf zurück.

Und sie werden erst aufhören, wenn von diesem Irrweg – dem Hijacking von produzierenden und dienstleistenden Firmen – abgegangen und eine ganz neue Richtung eingeschlagen wird.

Wer bereichert werden soll, ist das Unternehmen selbst, seine Anlagen, seine Infrastruktur, sein Talente-Pool, seine Kapazität noch besser zu werden und zu wachsen.

Wer Firmen gezielt ausblutet, auch wenn es zu einem Mainstream-Vergnügen geworden ist, vergeht sich an seinem ganzen Land, an seiner Gesellschaft, an jedem einzelnen der nicht eingestellt wird, weil das Geld, mit dem ein oder mehrere Jobs hätten geschaffen werden können, in die Ausschüttung der 1%-Elite ging.

Die Folge ist das Vermeiden von Arbeitplätzen, das Fehlleiten von Kapital, die Schwächung des ganzen Landes.

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{ 22 comments… read them below or add one }

philipp johannes December 13, 2011 at 7:45 am

tausenddank herr gärtner !!!

fazit: asozial !!!

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familienwehr December 13, 2011 at 7:50 am

Wie es anders laufen könnte, ist bei Erhardt Bödecker: “Preußen und die Marktwirtschaft” nachzulesen. Die Zerrüttung der sittlichen Grundlagen geht heute mit der Zerstörung gesellschaftlichen Fundamente wie Glauben und Familie einher. Es ist die Folge eines gottlosen Liberalismus marxistischer Prägung.

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pajeu December 13, 2011 at 11:56 am

“gottlosen Liberalismus marxistischer Prägung”

hula! will da jemand fast schon “juden sind schuld” sagen? das waere mir jetzt dochn bischen zuviel.

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Templarii December 14, 2011 at 8:58 am

Nun, Gottlos halt. Keine Moral und nur noch steigerung der Lustbefriedigung.

Das hat man davon wenn man ignoriert was unsere Vorfahren so alles gelernt haben.

In übrigen ist es “in der Politik” und “in den Parteien” genauso. Es ist ein allgemeines Problem. Auch Harz-4 Empfänger gebärden sich in einer lustvollen Empörung und künstlichen Hilflosigkeit. “Ich bin arm und das ist gut so” ist ebenso zur Selbstdefinition geworden wie “die anderen sind schuld”.

Ab in die Kirche, Demut lernen – das hilft. Wenn sich NIEMAND mehr zu wichtig nimmt um über andere zu steigen..

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Karl Napp December 13, 2011 at 8:42 am

Gut das wenigstens unser Bundespräsident wenigstens sauber ist und die politischen Parteien ebenso …

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wolfswurt December 13, 2011 at 8:59 am

Gute Zusammenfassung der Zustände.

Die Ursache für diese findet man hier: “Das biologische Massenwirkungsgesetz” von E.Knaul

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Joker December 13, 2011 at 10:39 am

… Herr Gaertner, (gute Zusammenfassung)

sie waren zu lange nicht mehr in Europa. London, Paris und auch FFM koennen da durchaus mithalten… Es findet halt nicht in der Oeffentlichkeit statt. Machen Sie mal eine Umfrage, wieviele Sekreaterinnen vom Mittelmangemant aufwaerts regelmaessig – also einmal im Monat oder auch einmal in der Woche oder oefter- Bordellrechnungen in den Reisekostenabrechnungen finden. Da werden ganze Abteilungen, die eigenlich mit der internen Kontrolle “beauftragt” sind, auf Kostenstelle der “sales” generierenden Abteilung nach Wien, Paris oder auch mal Barcelona “eingeladen”, es finden dann zwei Stunden lang “workshops” statt (wg. steuerlicher Absetzbarkeit der Gesamtveranstaltung), und die restlichen zwei bis drei Tage sind dann dem “Vergnuegen” gewidmet. Wie diese Vergnuegen aussieht ist abhaengig von den Teilnehmern, unpraktischer Weise sind dann manchmal auch weibliche Wesen dabei, die man geschickt auf eine “sightseeing” tour entsorgen muss.
Das waere eine Fundstelle fuer die Betriebspruefer, wenn die mal die Spesenabrechnungen bei den grossen Banken, Beratern und Wirtschaftspruefern auseinandernehmen wuerden. Das ist leider nur mit viel Kleinarbeit verbunden, und ausserdem muss man natuerlich fuerchten, dass der Dienststellenleiter einen Anruf von “ganz oben” bekommt, solche unangenehmen Nachfragen doch bitte sofort einzustellen.
Oder – gerade im Dezember – beliebt – man schleppt den Betriebspruefer auf saemtliche dt. Weihnachtsmaerkte, mit einer zerstoreenden Vollstichprobe von Gluehwein.

Es ist schon lange ueberall……. und wir sind alle schuld, wenn wir mitmachen, wenn wir auch nur wegschauen, weil das persoenliche Risiko, das persoenliche Vorankommen gefaehrdet ist. Es faengt beim Privattelefonat, bei der Privatkopie u.ae. an (und geht bei den Firmenweihnachtsgeschenken und -feiern weiter) und wird immer mehr – weil das Unrechtsbewusstsein verschwindet, die Geschaedigten (wir alle) unsichtbar sind.

(Ich finde das nicht gut, ich beschreibe nur, ausreichend verklausuliert, was ich in den letzten 15 Jahre so gesehen (u. teilweise) mitgemacht habe.

Es sind nicht immer nur die anderen. Es sind auch teilweise wir selbst.

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markusgaertner December 13, 2011 at 4:04 pm

… ich habe gar nicht behauptet, dass das in Europa anders aussieht. DANKE für die anschauliche und einprägsame Beschreibung hier, eine gute Ergänzung … Viele Grüße

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Joker December 13, 2011 at 9:23 pm

Hallo,

sorry, dann habe ich das zu schnell quer gelesen. Es widerspricht sich ja auch nicht. Und was mich am meisten aergert, dass ich die wirklichen “Schmankerl” nicht beschreiben kann.

Viele Gruesse
Joker

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Andreas Ludwig December 13, 2011 at 11:46 am

@joker

Danke für deine ehrlichen Worte.Wir sind es selbst.1991 gab es für den Einkäufer der Main Presse in Würzburg einen finanzierten Porsche von den Lieferanten. Dann wurden Videorecorder und DVD Spieler an die Privatadresse der Einkäufer geschickt bei Verlage.Da wird bei den Unternehmen heute ein Riegel vor geschoben.Ob Sie die Geschenke privat zugestellt unterbinden können glaub ich nicht.Das wenn es heraus kommt, die Entscheidungsträger ihren Job verlieren könnten, finde ich gut.Das die Unternehmen es aber selbst tun und mit ihrem Geld die Regierungen (Politik) beeinflussen können, ist im Prinzip das gleiche.Wer wird da entlassen? Wer tut etwas gegen diese Leute? Niemand. Sie machen weiter wie bisher.Geld regiert die Welt…

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Joker December 13, 2011 at 12:18 pm

einen habe ich noch vergessen….

leitender mitarbeiter vergibt Wartungsvertrag fuer die Leasingflotte neu an eine Autofirma (schwierig fuer alle Mitarbeiter, da verkehrstechnisch unguenstig gelegen) und die Tochter des Vergebers bekommt einen kostenlosen….. Kleinwagen…. Marke unterschlage ich hier mal….

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Andreas Ludwig December 13, 2011 at 11:50 am

Es liegt in der Natur der Menschen, das sie versuchen Macht und Geld für Ihre Zwecke zu nutzen.Einen Kampf dagegen zu führen, halte ich für Energieverschwendung…man wird es nicht schaffen.

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Agent Morpheus December 14, 2011 at 10:24 am

Nein, es ist NICHT MENSCHLICH, wenn PROFIT-VAMPIRE immer gierige saugen und pressen und pressen und saugen, bis die WIRTS-TIERE auf den CORPORATE-Farmen ääääh freien Bodenhaltungs-Ländern der westlichen Industrienationen fürn Appel und n Ei ihre Seele und Menschlichkeit einer Agenda der GIER und PROFIT-VAMPIR-Elite unterzuordnen haben!
Bei Weitem nicht!
Das ist noch nicht mal animalisch!
Tiere kennen keine PROFIT-Gier!

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wasser December 15, 2011 at 11:49 am

Es ist natürlich. Es ist mir erst vor kurzem aufgefallen. Denken Sie an die Tiere in Afrika (andere leben ja nicht mehr in großer Anzahl in ihrem natürlichen Umfeld) dort fressen z. B. die Antilopen alles auf, was nicht nicht niet und nagelfest ist und ziehen dann weiter oder verhungern. Das ist mit den Elefanten, Löwen usw, usw nicht anders. Danach kann sich die Natur wieder regenerieren. Nur bei den Menschen ist es (noch )nicht soweit. Scheinbar hat das Leben an sich auch einen zerstörerischen Zug an sich, der sich auch wieder mit Zerstörung reguliert. Scheinbar schützt uns unsere Fähigkeit zu denken nicht davor.

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Andreas Ludwig December 13, 2011 at 12:01 pm

Es wird immer so sein und ich habe das Gefühl es wird immer schlimmer, das die, die Geld haben alle manipulieren können um Erfolg vorzuweisen und dabei immer reicher werden.. Die, die es auf ehrliche Art und Weise jeden Tag aufs neue durchkämpfen, bleiben auf der Strecke.Gut wird das aber nicht.Weil es auch die Mittelständischen Firmen merken, die jeden Tag um ihre Aufträge gegen “Riesen” kämpfen müssen mit Angeboten, die schon ungelesen zu teuer sind.Wir fördern immer mehr Armut und Arbeitslose. Und irgendwann ist der Tag da, wo dieser Schuss nach hinten los geht und die Häuser wieder brennen…Siehe England.Das sind keine Verrückten. Das sind Menschen die einfach nicht mehr weiter wissen.Ob das Wegsperren helfen wird glaub ich nicht.Es müssen irgendwie Veränderungen her. Wie das gehen soll, weiss ich ehrlich gesagt nicht.

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Via Gracialis December 13, 2011 at 1:36 pm

Was das Durchschleusen von Managern und incentive-geilen Unterchargen durch Bordelle und sogenannte FKK-Clubs anbelangt, so hat Deutschland – und da speziell Hessen und Nordrhein-Westfalen – hier mittlerweile eine Führungsposition eingenommen.
Es gibt, glaube ich, in Europa kaum eine andere derart massive Ansammlung von Groß-Sexclubs, in denen unter “Wellnessbedingungen” preiswerter Sex mit Rumäninnen und Bulgarinnen (die sich auf diesen durchgestylten “Märkten” als selbständige Dienstleisterinnen betätigen dürfen) zu haben ist.

Amerikaner, Italiener, Franzosen reisen extra für ein Wochenende oder gar eine Woche herüber und gehen dann auf Tour durch diese Clubs, nachdem sie sich vorher in den üblichen internationalen oder nationalen Sex-Foren über die Qualität des Angebots informiert und ihre “to do ” Listen für ihr “Hobby” ausgedruckt haben. Es gibt wohl nur noch wenige Amerikaner, die auf ihren Geschäftsreisen in Europa nicht einen solchen “Stop-over” im Sex-Eldorado Germany bzgl. solcher Betätigung eingeplant haben. Eben: “business as usual”. Und: in Amerika glaubt das eh’ keiner, daß es sowas wirklich gibt, das sind wirklich Welten dazwischen.

Ob wir das als Deutsche gerne hören oder nicht: mittlerweile ist Deutschland das Sex-Eldorado in Europa und alle beteiligen sich – jeder auf seine Weise – an der Ausbeutung der meist osteuropäischen Frauen. Deutschland ist führend bzgl. der Produktion von Sex-”Märkten” in Form von Bordellen und sogenannten FKK-Clubs!

Nun kann man ja argumentieren, daß unter erwachsenen Menschen selbstverantwortlich Geschäfte jeglicher Art auf Basis von Willens- und Einverständniserklärungen abgeschlossen werden können, der Verkauf von Sex und den dazugehörenden üblichen Illusionen ist eben nix Spezielles, halt eine Dienstleistung. O.k. Und Prostituition ist in Deutschland offiziell erlaubt, im Gegensatz zu vielen anderen Ländern.

Dafür steht dann mehr im Vordergrund, ob diese im PaySex erbrachte Leistung “gut” ist, ob die Sexdienstleisterin “lieb” ist und zu welchem Preis sie zu haben ist. Und die Leistungsträger aus der Wirtschaft fallen wieder unter ihren Leistungswahn und müssen auch in diesem Umfeld “Hoch”-leistungen erbringen. Vorsorge halber wird da schon auf der Anfahrt zum FKK-Club ‘ne Pille (Viagra, Cialis usw.) eingeworfen, damit dort auch wirklich nichts schief geht.

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Lesefuchs December 13, 2011 at 3:09 pm

So soll es laufen! Paar Millönchen auf dem Konto was man nicht leer bekommt (Zinsen), das Häusl abgezahlt oder geschenkt bekommen, 2-3 “Kleinwagen” in der Garage… Das wars. Wer nicht gerade geil ist in die Zeitung zu kommen, kann mit dem restlichen Geld LEISTUNGSLOS die o.g. Annehmlichkeiten erhalten (Korruption & co.).
Aber wollte die FDP nicht leistungsloses Einkommen abschaffen… hmmm
Sie werden aber sicher nicht ihre eigenen Leute verarmen lassen…
Das Thema wird sich erst durch Rohstoffknappheit langsam abbauen!

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Joker December 13, 2011 at 3:44 pm

MUST hear – der deutsch- schweizerischer Akzent ist verstaendlich – denke ich.

Mit die beste Macro Analyse die ich lange gehoert habe. (wenn die ami werbung am anfang vorbei ist…)

via KIngs news.. Felix Zulauf:

http://www.kingworldnews.com/kingworldnews/Broadcast/Entries/2011/12/12_Felix_Zulauf_files/Felix%20Zulauf%2012%3A11%3A2011.mp3

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Ert December 13, 2011 at 5:40 pm

Ja, Zulauf ist immer gut und ab und zu auf Kingworldnews.com.

Das hier ist auch noch lesenswert: http://www.wiwo.de/finanzen/zerfall-der-gesamten-finanzarchitektur-473546/4/

Wobei es fraglich ist ob nächstes Jahr wirklich 1-3 Staaten aus der Eurozone austreten – wie Zulauf dieses einschätzt. Ich meine, gerade diese sinnvolle Konsequenz – wird doch gerade versucht zu vermeiden.

Was ist wenn die Target-Salden einfach immer größer werden und einfach jeder entscheidet da nicht hinzusxchauen? 500 Milliarden oder eine Billion – ist da wirklich noch ein Unterschied?

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Joker December 13, 2011 at 9:50 pm

Meine persoenliche Einschaetzung ist, dass spaetestens im September 2012 sich die Zusammensetzung des Euros veraendert hat.

Wahrscheinlichstes Szenario – GR geht irgendwann im ersten halben Jahr, wahrscheinlich so gegen Maerz/April spaetestens raus und zurueck zu einer eigenen Waehrung. Vorraussetzung, dass der Verbleib in der EU rechtlich ermoeglicht wird.

Und dann fangen die Spekulationen an – je nachdem, wie schnell es danach geht, und wie gut die Backstops zu diesem Zeitpunkt sind, ist auf jeden Fall Portugal noch sehr stark gefaehrdet. Irland koennte einen gescheiten Schuldenschnitt fuer die Bankschulden verhandeln und waere dann “im Euro rettungsfaehig” (wenn die bis dahin alle Tretminen in ihren Bankbilanzen identifiziert haben und bei dieser Generalreinigung ausbuchen).

Die Frage ist nur – und dass ist fuer mich die einzige Frage – ob Merkel vielleicht geschickter verhandelt hat, als uns allen bewusst ist (vielleicht sind die in Berlin ja doch nicht so doof, wie ich nach diesem Gipfel den Eindruck habe…). Kann es sein, dass die irgendwo im Kleingedruckten eine Formel unterbringen, die den Ausstieg aus der EZ bei gleichzeitigem Verbleib in der EU ermoeglicht (fuer die causa GR, die in meinen Augen unumgaenglich ist, was immer passiert). Koennte es sein, das Merkel Deutschland aus dem Euro nimmt (in irgendeiner noch zu schaffenden “Krise”, die diese “alternativlose” Konsequenz hat? Reine Spekulation.

Dann koennten NL und Finnland, ev. Austria (aber erst nach Generalreinigung der Bankenbilanzen, bittte) mitgehen – und der Resteuro koennte (ohne GR) weiterbestehen. Der koennte dann erheblich abwerten, was allen verbleibenden Mitgliedern sehr entgegen kommen wuerde. Ich halte das fuer die unwahrscheinlichere Variante, weil die Berliner Administration (Euro bis zum Umbringen) da vielleicht nicht drauf kommt, und dass aktives Eingreifen erfordern wuerde.

Fuer wahrscheinlicher halte ich, dass die Backstops nicht halten werden, und auch Spanien und Italien, moeglicherweise Frankreich (eher aber nicht), aus dem Euro gehen muessen, um ihre Banken und Realwirtschaften zu retten und um Unruhen zu vermeiden. Das wuerde bedeuten, dass im Euro eine Ansammlung von sehr unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklungsstufen verbleiben wuerde……

Wie gesagt, alles reine Spekulation. Aber ich glaube nicht, dass Deutschland und GR im September 2012 noch beide im Euro sind. Schaun wir mal.

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Thomas Ernst December 13, 2011 at 6:17 pm

Es gibt auch die offizielle Variante davon: Das nennt sich “Cashback”. Wenn irgendjemand eine Kaffeemaschine vom Typ xy, die Kapseln vom Hersteller – sagen wir – Bettlee – benötigt, kauft (die Maschine und die Kapseln sich reichlich überteuert), dann gibt es einen Cashback-Gutschein von 300 CHF. WER genau den Gutschein einlöst, wird nicht registriert.

z.B.: Ein Chef einer Division beschliesst, für die ganze Organisationseinheit neu Kaffeemaschinen vom Typ xy zu beschaffen. (Die Kapseln müssen die MA selber zahlen.) Der Lieferant sendet dem Verantwortlichen nun die entsprechende Anzahl “Cashback”-Gutscheine. Das ist finanziell für den Lieferanten dasselbe, wie wenn er die Maschine um je 300 CHF billiger offeriert hätte. So aber bezahlt die Firma (steuerfrei) den Listenpreis, und das Cashback – nun, das wird ja nicht weiter untersucht…

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andre schwaermer December 18, 2011 at 10:09 pm

Joker, die Einschätzungen teile ich zum grossen Teil, nur sind sie nicht das wirkliche Problem, denn das hat stars and stripes: http://uhupardo.wordpress.com/2011/12/17/euro-krise-laecherlich/

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