Italienische Monetisierung, deutsche Duldung, europäischer Ruin

by markusgaertner on 21/01/2012

Es ist eine Art Carrytrade, aber diesmal nicht mit Dollars, die zu niedrigen Zinsen aufgenommen werden, um gut verzinste asiatische Assets zu kaufen. Diesmal funktioniert das Karussell zur Stabilisierung der Banken auf Kosten der Steuerzahler so:

Die EZB vergibt billige 3-Jahreskredite zu 1%. Die Geschäftsbanken kaufen mit diesen Krediten Staatsanleihen von Euroland-Staaten mit bis zu 6% Rendite und konsolidieren damit langsam ihre Bilanz.

Hierfür können sie fragwürdige bis hin zu wertlosen Sicherheiten hinterlegen. Das ist der Grund, warum die jüngsten Auktionen besser als von vielen erwartet verliefen.

Das Prinzip heißt: Leichter Zinsgewinn für die Banken, bei schrittweiser Entsorgung ihrer Bond-Sondermülldeponien. Die Rechnung bleibt geografisch in Frankfurt liegen, jetzt aber im Keller der EZB, wo sie nicht von Aktionären – oder, weil sichtbar, von erzürnten Steuerzahlern – beglichen wird, sondern von ahnungslosen Steuerzahlern, die den Zusammenhang nicht verstehen. Er wird ihnen auch von niemand erklärt, könnte ja die nächste Sonntagsfrage auf den Kopf stellen.

Diese Umweg-Monetisierung ist Bestechung gegenüber den Banken und Betrug an den Wählern, weil ihr Geld – und ihre Ersparnisse – entwertet werden.

Bevor dieses Spiel zu Ende ist, wird die Fed in den USA mit einer dritten Runde QE antworten und ihrerseits den Dollar weiter nach unten treiben.

Im Abwärtswettlauf wird derjenige Teil unserer Vermögen zerstört, der noch nicht von stagnierenden oder sinkenden Immobilienpreisen aufgefressen, von real sinkenden Löhnen zernagt, von eskalierenden Energie- und Nahrungspreisen dezimiert wurde.

Ganz zu schweigen von den Hunderten von Milliarden Verbindlichkeiten, die bei diversen verdeckten und unverdeckten Rettungsaktionen zu Gunsten des Finanzsektors bereits aufgetürmt wurden.

Abgesehen davon ist die Hintertür-Monetisierung von Herrn Draghi, die im Bundestag wahrscheinlich nur 5% der Abgeordneten richtig verstehen (was erklärt, warum es dazu nicht täglich wütende Anhörungen gibt) ein moralischer und ethischer Bankrott.

Das Rad muss immer größer gedreht werden, weil sonst – wie bei einem Ponzi-Betrugsschema – die Kette reißt. So berichtetDie Presse” in Wien unter Bezugnahme auf die Credit Suisse, dass bei der nächsten Aktion der EZB für Drei-Jahreskredite am 29. Februar bis zu 10 Billionen in den Markt gepumpt werden sollen.

Das folgende Zitat aus dem Artikel verrät, dass doch vereinzelt Journalisten den Zusammenhang gut auf den Punkt bringen:

Anders als die US-Notenbank Fed darf die EZB Anleihen jedoch nicht direkt von den Staaten kaufen. Daher versorgt sie stattdessen die Banken mit Geld, damit diese das erledigen. Zudem kauft sie auf dem sogenannten Sekundärmarkt dann doch Staatsanleihen von diesen Banken (bisher in der Höhe von rund 200 Mrd. Euro). Vor diesem Hintergrund ist der Dreijahreskredit als „Gelddrucken durch die Hintertür“ zu verstehen. Eine Methode, die die EZB gerade zu perfektionieren scheint.

Diese Art Finanz-Stabilisierung zu Gunsten der Kreditinstitute (wenn sie doch nur im reinen Sinne solche geblieben wären) zementiert das bei uns immer weiter grassierende Konzept “Risiko ohne Verantwortung”.

Verwette den Hintern der Gesellschaft, dann wird ihn ebendiese Gesellschaft retten, ohne es zu merken, ohne überhaupt gefragt zu werden. Die korrumpierten Parlamente schauen dabei zu, wie entfesselte Notenbanken – die sich jeder demokratischen Kontrolle entziehen – diese Aufgabe erledigen. Auch in den Medien verstehen wenige, was da vor sich geht.

Der Telegraph beschäftigt sich heute wieder mit dem Thema, hier zwei wichtige Zitate aus dem Stück.

Zitat eins: Wie die Banken bestochen werden

The ECB’s cheap, three-year LTRO (long-term refinancing operations) finance has created a juicy “carry trade” for the continental banking sector. Banks can borrow at 1pc from the ECB, posting near-meaningless collateral, then buy sovereign bonds with higher yields, the resulting profit helping them recapitalise, covertly, at the taxpayers’ expense. Why wouldn’t European banks pile in to newly issued bonds as fast as eurozone governments can issue them, when they’re effectively being bribed to do so?

Zitat zwei: Warum Berlin doch mitmacht (entgegen anders lautender Aussagen)

Beyond the sly moves, though, the eurozone still faces an imminent, chronic funding problem. Member states need to repay €770bn of debt this year, the bulk of it over the first six months. European banks, themselves heavily dependent on state largesse, have another €520bn of debt coming due by this June, much of it during the first quarter. Berlin appears to have decided that raising the alarm about eurozone QE – for that is what it is – would seriously undermine not only recent stock-market gains (which are helping bank balance sheets look less ghastly) but also upcoming government debt auctions themselves.

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caw January 22, 2012 at 6:02 am

… weil Frau Merkel schattenboxte gegen die EURObonds muß die EZB immer tiefer einspringen und nimmt seitdem allen Schrott auf; da das ohne großes Aufsehen funktioniert bzw. niemand mehr durchsteigen will, kann oder auch darf, können aus 200 auch 2000 Milliarden werden, who cares außer vielleicht Herr Ponzi, der sich ob der Größenordnungen die Augen reibt? Wenn schon Bad Bank dann geht auch Worst Bank, wobei es Euro und EZB schwer fallen wird, diesen Titel dem Dollar und seiner FED wirklich streitig zu machen.

So gesehen lassen sich über kleine Umwege auch die Abschreibungen i.S. Griechenland, Portugal und andere verbuchen und auch die kommenden re-bonds zu erträglichen Zinsen gestalten. Ist doch alles eine Frage der Darstellung; zugegeben, Fakten ändert das nicht!

Nebenbei werden die USA täglich unmutiger weil sich entgegen aller Warnschuesse der fein getakteten Rating Agenturen einfach keine andere Währung dem Dollar entgegen stellen möchte, die es ihm erlaubte, sich so um die 60 bis 90% abwerten zu lassen. Dann wären Schulden endlich peanuts bzw. die Finanzierung derselben ein (vorübergehendes) Kinderspiel.

Apropos Kinder: im Zweifelsfalle gibt es ob fehlender Mitspieler eben Krieg.

caw

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Catweazle January 22, 2012 at 6:17 am

Danke Markus für die nette Zusammenfassung. Das ist genau das, was viele Leute in den einschlägigen Blogs seit langem posten. Es geht hier darum, das die Banken(oder besser deren Besitzer und Angestellte) Stütze in bisher nicht gekanntem Ausmaß kassieren. Gegen das was diese, im Vergleich zur übrigen Bevölkerung, doch recht wenigen Halunken abschröpfen, sind Harz4 und Co. Peanuts. Man läßt über die einschlägigen Systemmedien das Märchen von den “Märkten” lancieren und meint damit nicht die reale Wirtschaft, sondern die Spielcasinos die sich jetzt Banken nennen dürfen. Ich meine hier ausschließlich die Zockerbanken und nicht die Sparkassen oder Genossenschaftsbanken die die lokale Wirtschaft mit ihren Krediten am Laufen halten.
Das Rad das mittlerweile gedreht wird ist schon so groß geworden, das durch seine Reibung(Boni, Dividenden und Schmiergelder) jedes Jahr hunderte Milliarden an Dollars, Euros oder was auch immer schlicht in den Taschen der Zocker verschwinden. Es handelt sich technisch gesehen um eine Exponentialkurve und ich sehe keine Möglichkeit dies ohne großen Knall zu stoppen. Es liegt in den Händen der ehrlichen Menschen, ob der Knall nach vorne oder nach hinten losgeht.
All das, was man fälschlicherweise für “Vermögen” hält ist in Wirklichkeit das Pulver mit denen die Bankster auf uns schießen. Ohne die externe Bewertung(auch Rating genannt) und dem vielen Geld das über kapitalgedeckte Lebens-, Kranken- und Rentenversicherungen den Zockern zur Verfügung gestellt wird, würde das Kartenhaus des Finanzkapitalismus sofort zusammen brechen. Es ist euer angebliches Vermögen mit dem ihr auch selber beraubt.
Bin echt mal gespannt wann die Menschen beginnen diesen Zusammenhang zu verstehen.

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Benedikt January 22, 2012 at 9:27 am

Das Problem ist auch, Bailouts via EFSF sind nicht mehr Politisch durchsetzbar, der EMF kommt wohl erst gegen Juni. Bevor der EMF nicht arbeitsfähig ist, kann kein Euroland mehr gerettet werden. Daher muss die EZB Probleme von Euroländern verhindern.
Sobald die Kosten des Rettens bei den Bürgern ankommt, ist die EU tot. Viele der jetzigen Eliten dürften auch verjagt werden.
Die größte Gefahr geht jetzt von Kerneuropa aus. Wenn der Export von den Exportnationen DE und NL einbricht, verliert der Euroraum die letzten scheinbar sicheren Länder.

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Ert January 22, 2012 at 11:12 am

“Sobald die Kosten des Rettens bei den Bürgern ankommt, ist die EU tot. Viele der jetzigen Eliten dürften auch verjagt werden.”

Ja, denn die Zahlungsverpflichtungen der Länder steigen immer weiter – auch wenn das Spiel über die EZB und weitere Verschuldung gestützt wird. Leider aber sinken die realen, aber auch die Bruttoeinkommen – insbesondere in der Südschiene.

Einerseits wird monetäre Ausweitung betrieben – andererseits gibt es bei den besteuerbaren Subjekten in der Breite eine massive Vermögensbewertungs- und Einkommensimplosion. Das das Spiel so nicht aufgehen kann – ist klar. Auch zur Fortsetzung des Spiel müsste sich zumindest die Einnahme- und Vermögenssituation der breiten Masse ähnlich der Schulden steigern das ist aber nicht der Fall.

Die Frage die mich die letzten Monaten noch bewegt: Wie lange kann das Spiel bzw. die Fassade noch aufrecht erhalten werden?

Bei den anderen Fragen: Wo Anfangen, Was zuerst, Wie vorgehen, Wer ist überhaupt der Gegner – da funktioniert die Strategie der mächtigen. Momentan kommen die Einschüsse – gerade in den Südländern von so vielen Seiten da weiß man überhaupt nicht mehr gegen oder für was man zuerst sein soll. Und der Druck der sich da aufbaut… der wird sich eines Tages entladen.

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O.T. January 22, 2012 at 10:18 am

Nicht jammern!

Bankaktien kaufen!

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Marco January 22, 2012 at 11:06 am

“Diese Art Finanz-Stabilisierung zu Gunsten der Kreditinstitute (wenn sie doch nur im reinen Sinne solche geblieben wären) zementiert das bei uns immer weiter grassierende Konzept “Risiko ohne Verantwortung”.”

Genau so ist es Markus! Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. So ist dieses Spiel aufgebaut und so wird es auch bis zum Ende gespielt.

Und wenn gegen diese von den “Masters of the Universe” selbst aufgestellten Spielregeln verstoßen wird, dann holen Sie den Hammer raus und zeigen den Regierungen, wer wirklich das Sagen hat:

“«Die Erwartung war, dass Staatsanleihen zu 100 Prozent zurückgezahlt werden. Dieses Prinzip wurde verletzt – und zwar entgegen allen Aussagen, die zuvor gemacht worden waren», sagte Ackermann bei einem Besuch der Zentrale der Nachrichtenagentur dpa in Berlin.”

http://www.handelszeitung.ch/konjunktur/europa/griechen-schuldenschnitt-trendwende-und-historischer-fehler

Zusammengefasst heißt das aus Sicht der Bankster: Entweder wir dürfen mit den Staatsanleihen dank gestiegener Zinsen noch mehr Profit als bisher machen und ihr GARANTIERT uns (denk der Steuerzahler) weiterhin die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals, so dass unser Risiko weiterhin NULL beträgt, oder wir drehen den Geldhahn zu! Tolles System!

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Ert January 22, 2012 at 11:23 am

Der “systemische Fehler” ist ja leider gewollt.

Alleine das “Staatsanleihen” als Risikolos gelten – insb. auch nach BASEL II, entsprechendes Rating vorausgesetzt – zeigt ja den systemisch gewollt angelegten Fehler.

Wichtig ist zu begreifen: Staatsanleihen sind unbesicherte Schuldverschreibungen – wobei der Emittent sich gegen jede Form der Schuldeintreibung als Staat mit Gesetzen, Arme, etc. wehren kann. Da soll doch mal ein Hedgefond kommen….

Die Zentralbank kann ja gerne Geld an die Banken verleihen um Paniken zu vermeiden – aber wie schon von Bagehot in Lombard Street vor über 150 Jahren geschrieben: Nur zu entsprechendem Zinssatz und gegen entsprechende Sicherheiten. Und Staatsanleihen sind nun mal die schlechteste Sicherheit – weil absolut unbesichert und ohne Armee auch nicht einklagbar.

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Ert January 22, 2012 at 11:27 am

Mein Reply bezog sich auf Marco.

Da man in diesem Ganzen Ponzi-Spiel die Banken nicht braucht – ist für mich auch der Indikator das die Banken der Bock sind. Alleine schon das die EZB gezwungen ist dieses Spiel indirekt über die Banken zu spielen – anstatt direkt bei den Staaten aufzukaufen ist eine Absurdität.

Entweder sollte die EZB gar keine Staatsanleihen aufkaufen oder als Besicherung annehmen – oder Sie kann gleich zu den Staaten gehen.

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Eric B. January 22, 2012 at 12:49 pm

Das ist doch völlig überzogen. Die EZB hat den “europäischen Ruin” nicht etwa herbeigeführt, sondern durch ihr beherztes Handeln verhindert. Ohne die Intervention wären Italien und Spanien längst unter den horrenden Zinsen zusammengebrochen. Dafür, dass die EZB nur privatBanken Geld leihen darf, nicht aber Staaten, kann Herr Draghi nun wirklich nicht, das steht so in den Statuten, und Deutschland ist dagegen, irgendwas zu ändern. Schade Markus, von Deinem Blog hätte ich eine etwas ernsthaftere Darstellung erwartet

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Ert January 22, 2012 at 1:16 pm

Inhaltliche Zustimmung. Die EZB hat Zeit verschafft und eine unkontrollierte Implosion des Systems – vorerst – verhindert.

Die Frage für mich ist “was kommt nun/danach?”

Der Karren ist im Dreckloch und es wird immer morastiger. Durch die Liquiditätsbereitstellung seitens der EZB für 1% an die Geschäftsbanken (GB) werden insbesondere diese und in zweiter Linie die der Staaten über Wasser gehalten. Die Situation der Staaten verbessert sich aber dadurch nicht.

Um so mehr Staatsanleihen (unbesicherte Schuldverschreibungen) die Banken und die EZB lagern – umso systemisch schlimmer wird das ganze. Da wir uns in einem Abwertungswettbewerb, manche nennen es Währungskrieg, befinden – ist das nicht einmal nachteilig.

Spannende Zeiten

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Joker January 22, 2012 at 4:01 pm

1. Die EZB hat den Ruin nicht herbeigefuerht – richtig

a) sie verhindert gegenwaertig, dass die systeminherenten Verlusten aufgedeckt werden, (was grausam wird)

b) verursacht wurde die teilweise Krise von denjenigen, die den Euro -gegen anderslautenden Rat – eingefuehrt haben.

2. Die EZB ist das Instrument , mit der der Krisenanfang verhindert wird, damit die richtige Krise schlimmer wird.

Wenn in 2009 jemand den Mut und die Voraussicht gehabt haette, werden die beiden letzten Jahre aehnlich schrecklich (zugegebenerweise schlimmer) gewesen, aber wir waeren wieder auf dem Weg zur Besserung.

Und solaenger die Angst vor der “Krise” geschuert wird, desto bewegungsloser werden die Teilnehmer – keine gute Voraussetzung.

Viele West Staaten werden ihre direkten und indirekten Verbindlichkeiten (z.B. Schattenhaushalte, Pensionsverpflichtungen Beamte Medaid etc) nicht begleichen koennen.

So “unpraktisch” das waere, einmal klaeren und dann von vorne anfangen.

Bestes Beispiel – das griechische Schuldendrama – egal worauf man sich jetzt einigt – den Griechen werden etwas 70% ihre Schulden erlassen und der Rest gestundet, oder die naechste “freiwillige” Schuldenreduzierung findet noch in 2012 statt!

Das Problem ist neben einigen Staaten (GR, Portugal, Irland, Frankreich, Spanien, Italien, Belgien und ev. noch ein paar mehr) – ist der Zustand der europaeischen Banken – und zwar ohne Ausnahme, und die dt. stehen bei den Wackelkandidaten ganz vorne mit dabei.

Ob diese Blogueberschrift “voellig ueberzogen” ist, ist Geschmackssache – der Inhalt des Textes stimmt 100% mit dem was gegenwaertig vorgeht, ueberein (es fehlen hoechstens Details, die es noch nicht in die Oeffentlichkeit geschafft haben).

Europa ist schon runiniert (genauso wie die USA und UK), wir wollen es nur alle nicht wahrhaben!

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Alexander January 22, 2012 at 1:01 pm

Über diese Hintergründe erfahre ich nur im gaertner – Blog oder aus wenigen anderen Quellen. Warum?

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Thomas Ernst January 22, 2012 at 5:02 pm

Ich bin grundsätzlich mit Gärtner (übrigens wie immer hervorragend zusammengestellt und auf den Punkt gebracht) und den Kommentatoren einig. Wir haben eine verdammte Krise und im Moment wird alles gemacht, um NICHT die Wende zur Gesundung machen zu müssen, weil diese sicher schmerzhaft ist.

Nur aus intellektueller Freude ein “Gegen-Gedanken”:

Unser gesamtes Währungssystem (weltweit) ist inzwischen eine rein fiktive Veranstaltung. Geld, das sind ein paar Bytes in unseren Computern. Im wesentlichen ist alles eine Glaubensfragen: Glaube ich, dass es schon gut geht, dann konsumiere und investiere ich und kurble damit die Wirtschaft an. Harvard hat von einigen Jahren klar herausgefunden, dass die Inflationsrate per Saldo (c.p.) NUR von den Erwartungen der Martkteilnehmern abhängt, wie die Inflation werden wird. Völlig self-fullfilling.

Also: Wenn das ganze undurchsichtige und unüberblickbare System völlig self-fullfilling ist, wäre es vielleicht besser, wir würden einfach ganz fest daran glauben, dass schon noch alles gut kommt (obwohl die Politicos faktenresistent und beratungsimmun sind) – und dann wird es schon gut kommen?

Wäre zumindest ein alternativer Ansatz… nicht wahr??

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Werner Eberle January 23, 2012 at 11:44 am

Glaube versetzt Berge! Auch Schuldenberge?

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Grinario January 22, 2012 at 7:01 pm

“Diese Umweg-Monetisierung ist Bestechung gegenüber den Banken und Betrug an den Wählern, weil ihr Geld – und ihre Ersparnisse – entwertet werden.”

Betrug ist fast ein durchgehendes Motiv in der ganzen Euro-Krise:
Beginnend mit den griechischen Statistikfälschungen, die sich offenbar 2009 fortgesetzt haben, damit man schneller an die Euro-Rettunghshilfeknete kommt:
http://www.welt.de/politik/ausland/article13826544/Griechenland-soll-sich-arm-gerechnet-haben.html

Sich fortsetzend mit den offensichtlichen Rechtsverbiegungen der Politiker, was die EU-Verträge angeht. Da gibt es entsprechende Äußerungen von Lagarde und Juncker.

Und jetzt muss die EZB eben da weitermachen, wo die Politiker aufgehört haben. Es wird so getan, als hielte man sich an bestehendes Vertragsrecht, aber in Wirklichkeit wird Geld gedruckt und es werden die Schulden über eine Inflation sozialisiert (es muss gar keine Hyperinflation sein, eine Inflationshöhe von ca 5 bis 8 % reicht völlig).

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Beate January 22, 2012 at 7:26 pm

“Entwertung des Geldes”.

Bestimmt die EZB, dass ‘was soll produziert werden’ und das Niveau der Produktion?

Welche Wirkung hat die immer größere Konzentration von Reichtum (Geldvermögen) auf Niveau und Struktur der Produktion?

Hat derlenige der auf dem Markt Erdbeeren anbietet dieselbe Marktmacht wie der der Kapital (DIE MACHT DER EZB) investieren möchte?

Welche Auswirkungen hat die direkte Stützung der Banken durch die EZB auf das Produktionsniveau (damit den Wert die Kaufkraft des Geldes) und die Struktur des Produzierten?

ES GIBT KEINERLEI DEMOKRATISCHE KONTROLLE!

Es ist leider so, wenn die EZB nichts täte würde das NIVEAU stark schrumpfen.

Und das möchte niemand der noch bei Trost ist, ausser den wenigen sadomasochistischen Lehrbuchprofessoren.

Damit werden die Politiker erpresst.

Der EZB ist es egal wer unter ihr regiert!

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Ert January 22, 2012 at 8:23 pm

“Es ist leider so, wenn die EZB nichts täte würde das NIVEAU stark schrumpfen. – Und das möchte niemand der noch bei Trost ist, ausser den wenigen sadomasochistischen Lehrbuchprofessoren.”

Ja, Beate – denn das noch viel größere Problem ist – das wenn die Eurozone alleine schrumpft, dann können die anderen Spieler billigst hier alles aufkaufen und uns dann diktieren. Es ist natürlich die Frage unter welcher TPTMB (“The Power That Might Be”) es uns langfristig besser geht.

Ein Lösung des ganzen Dilemmas kann nur Global erreicht und lokal umgesetzt werden – und da sehe ich nicht, weil zu viele Falschspieler unterwegs sind bzw. an den entscheidenden Stellen sitzen.

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Benedikt January 22, 2012 at 8:30 pm

Die Privaten Schulden sind auch ein Problem der Eurozone. In vielen Ländern müssen sich die Privaten und die Firmen entschulden. Das senkt natürlich die Konsumfreude ungemein, was wiederum die Wirtschaft in den Abgrund reißt. Nach der Lehmann Pleite haben auch viele Euroländer Konjunkturpakete zu ankurbellung des Konsums umgesetzt. Wenn sich die Krise noch einmal verschärft, wirds diesmal keine Konjunkturpakete geben.
Der Staat muss diesmal tatenlos zusehen, wie sich die Krise verschärft.

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Joker January 22, 2012 at 10:24 pm

Ein Irischer Journalist stellt eine schwierige Frage, und ein EZB Mitarbeiter hat keine (gute) Antwort:

http://www.businessinsider.com/video-irish-journalist-leaves-ecb-official-speechless-2012-1?

Meine waere; Pressetraining…..:-)

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Ert January 23, 2012 at 12:12 am

Was für ein Pressetraining?

Die Lösung heißt doch eher: Keine kritischen Journalisten die irgendwie nach-haken oder die Frage beantwortet haben wollen – die Sie gefragt haben.

Die Antwort ist doch: Die Iren – und andere – müssen für alle meine Bankenfreunde zahlen. Wir haben beschlossen jedes Risiko auszuschließen – aber belassen es trotzdem bei Risiko basierten Zinsen.

Oder einfach: “Sie doof, wir cool!” – weil WIR (EZB, Banken & Politik) machen die Regeln denen SIE (kleiner Steuerzahlerarsch) folgen müssen.

Was mich ankotzt ist, das hier Regeln ausgesetzt werden. Wie ich oben schon schrieb sind unbesicherte Forderungen eben unbesichert – dafür gibt es bemessen am Ausfallrisiko Zinsen.

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King Balance January 22, 2012 at 10:45 pm

Wir erinnern uns mal zurück in das Jahr 2004:

Rot-Grün (SPD und B90 Grüne) lässt unter Schröder und Fischer Hedge-Fonds und Derivate zu. Die absurden Renditeziele der Finanzwirtschaft werden zur allgemeinen Richtschnur.
Es folgt CDU/CSU/Union und SPD:

2005: Im CDU-SPD Koalitionsvertrag wird die Förderung des Kreditverkaufs festgeschrieben. Zudem will man nur eine “Finanzaufsicht mit Augenmaß”.
Nun sehen wir täglich was die Politik (Volksparteien) hier angerichtet hat.

„Es gibt keinen Weg, den finalen Kollaps eines Booms durch Kreditexpansion zu vermeiden. Die Frage ist nur ob die Krise früher durch freiwillige Aufgabe der Kreditexpansion kommen soll, oder später zusammen mit einer finalen und totalen Katastrophe des Währungssystems kommen soll“
- Ludwig von Mises

http://kingbalance.blogspot.com/2011/10/im-dialog-dirk-muller-der-euro-sich-ist.html

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Adept January 23, 2012 at 7:54 am

Das Ponzi Schema der EZB bricht zusammen, sobald der Steuerzahler nicht mehr die realen Zinsen für die fiktiven Papiere bezahlen kann.
Wenn die Bondaufkäufer dahinterkommen, dass dieser Fall unvermeidlich ist, ist das System am Ende.

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Joker January 23, 2012 at 1:29 pm

Und hier mal die etwas andere Sicht auf Deutschland:

fuer die Leseliste – sehr lesenswert.

http://www.latimes.com/business/la-fi-germany-middle-class-20120122,0,1551154,full.story

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Andreas Ludwig January 23, 2012 at 1:59 pm

Immer wieder habe ich auf dieser Seite darauf hingewiesen, das ohne einen gesunden Mittelstand seitens der Industrie kein Blumentopf zu gewinnen ist. Man sieht es am Beispiel Griechenlands.Nacheinander geht alles vor die Hunde. Zuerst der Konsum.Dann die Industrie.Dann die Energieversorger und Gesundheitssystem.Dazwischen gibt es nichts, was ausgelassen wird.Warum auch. Das Krebsgeschwür Sparen und Krise frisst sich gerade vom Fuss bis in den Kopf, ohne das die Chemo wirklich hilft.Was bedeutet denn der Schuldenschnitt? Was wird denn danach eigentlich wirklich besser? Reicht es, wenn man dem Patient die Beine amputiert?Wenn das Geschwür schon im Darm steckt. Oder entfernt man den auch bis nichts mehr übrig bleibt? Wo sind die Spareinlagen? Aufgefressen.Ich denke, auch wenn viele hier der Meinung sind das Schulden machen “nicht so schlimm” ist, das es so alle treffen wird wie die Griechen. Auf kurz oder lang.Ohne einer gesunden Mischung aus Hoch-und Mittelindustrie schon gar nicht.Dazu gehören auch vernünftig bezahlte Arbeitsplätze. Man kann es drehen und wenden wie man will.Ohne dem verarmt ein Volk.Verarmt die Masse, können die Reichen das Land alleine nicht stützen.Sie wollen das auch gar nicht. Sie wollen nur das Montags der Müll pünktlich abgeholt wird und der Porsche noch auf einer Autobahn fahren kann, die gut geteert ist.Das sind auch die ersten die schreien, wenn das nicht mehr der Fall ist. Und die ersten die das Land verlassen.Durch alle Medien erschliesst sich für den geneigten Leser doch eine BRD die blendend da steht. Keine Arbeitslosen.Eine Industrie die brummt.Verbraucher die die Krise weg shoppen.Stimmt es?Sind wir als Deutsche wirklich so dick im Sattel?Das uns nichts erschüttern kann?Das ein bischen Geld drucken da schon reicht, um uns wieder dick im Sattel zu bringen,wie früher, und alle tun so, als wenn nichts gewesen wäre? Wenn wir alle Finanztechnischen Taschenspielertricks mal aussen vor lassen, so wird uns klar, aber allen, das es so niemals weiter gehen kann und wird.Was man tun kann um sein Geld zu retten? Meine ehrliche Meinung? Nichts.Ist es mal soweit, dann erfindet der Staat alles, damit das Geld weg ist.So war es immer. So wird es immer sein.Das gelulle vom Gold kaufen,Münzen,Aktien,Immobilien,Bilder, Uhren was weiss ich fördert nur eins: Die Typen gerade verdienen zu lassen, die mit der Angst spielen.Man denke nach:Ist das Haus nichts mehr wert,ist es bei den Kühen umgekehrt.Ob man die noch zur gegebenen Zeit behält, ist äusserst fraglich.Was man tun kann?Nichts.Als der 2te Weltkrieg begann, hat man über die Häuser auch keine Netze spannen können, damit die Bomben ihr Ziel nicht finden.Und man war auf Gedeih und Verderben ausgeliefert.Man sollte das beste draus machen…Eine schöne Woche allen….

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MCD January 23, 2012 at 2:25 pm

@ Andreas Ludwig

> …Und die ersten die das Land verlassen.

Eigentlich nicht. Die Auswanderungsquote der unteren (Einkommens-) Schichten ist weit groesser. Der Adel, die Reichen bleiben, die Armen ziehen fort, wandern aus. Ein ganzer Kontinent (Amerika) wurde so geflutet.

Reply

Tom January 23, 2012 at 4:03 pm

Für einen “Armen” führt heute kein Weg mehr nach Amerika, noch nicht mal per GC-Lottery, denn auch da muss neben den hohen Kosten für die GC selbst auch noch genügend Erspartes nachgewiesen werden.
Dass die Reichen bleiben, ist bekannt, dafür wandert deren Geld aus.

Gruss
Tom

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