Europas Schwarzes Loch: M² = (AM²)

by markusgaertner on 03/02/2012 · 31 comments

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Wenige Wochen nach dem massiven Dreijahreskredit von Mario Draghis EZB über 489 Mrd. Euro an 523 europäische Banken sehen wir erste Hinweise auf die bereits vermutete Wirkungskette. Dass die Renditen einiger Wackelländer nach unten in Bewegung gekommen sind – mit der Ausnahme Portugals – ist ja schon länger sichtbar.

Doch jetzt ist auch gut erkennbar, wie sich diese Art der Monetisierung des entfesselten Mario (M²) ihren Weg durch das Geld-Universum bahnt.

Dem spanischen Bankenanalysten Inigo Vega bei der CA Cheuvreux verdanken wir den Hinweis, der aus der ersten Grafik hier in diesem Blogeintrag gut ersichtlich ist, die rasante Zunahme von Käufen europäischer Staatsanleihen durch spanische Geschäftsbanken – die sich zuvor von solchen Papieren getrennt hatten, wie die negativen Balken vor dem letzten zeigen.

Der letzte Balken, der abhebt wie eine Pariot-Rakete, zeigt eine Zunahme von 27 Mrd. Euro allein im Dezember an. Das belegen die EZB-Zahlen. Dass Spaniens Banken vor allem ihrer eigenen Regierung beim Schuldenmachen helfen, liegt nahe und entspricht dem Muster in anderen Ländern.

Die jüngsten Zahlenreihen aus dem Finanzministerium in Madrid vom Freitag zeigen: Es waren genau 24 Mrd. Euro, für die Spaniens Geldhäuser im Dezember zusätzliche Anleihen ihrer Regierung erwarben.

Wie sich dies auf das Gesamtportfolio der spanischen Kreditinstitute auswirkt, zeigt die zweite Grafik in diesem Blogeintrag.

Ich hatte das hier schon in der vorigen Woche beschrieben, was wir hier sehen: Die EZB subventioniert die Refinanzierung der Geschäftsbanken und motiviert diese zum Kauf von Staatsanleihen, weil die Zinsmarge dazwischen bei der Reparatur der Bilanzen hilft.

Für die Geschäftsbanken hat das ganze auch den Vorteil, dass sie die Anleihen in ihrem Portfolio jederzeit als Sicherheit an die EZB loswerden können. Die EZB hat die Annahmekriterien entsprechend gelockert.

Sie erweist sich hier als derjeinge Player, der die Schuldenländer motiviert, ihre Verschuldung weiter voran zu treiben, weil er die Geschäftsbanken in die Lage versetzt, auf profitable Weise den fiskalischen Erfüllungsgehilfen zu spielen.

Dabei wird das Schuldenrad immer weiter gedreht, die Schuldenlast erhöht, die Qualität der Schuldtitel verwässert. Das stört zunächst keinen Beteiligten. Denn die Banken profitieren und die Schuldenaufnahme für die Eurolandstaaten verbilligt sich vorübergehend.

Die EZB schiebt das Problem weiter in die Zukunft. Berlin kann dieser Umweg-Monetisierung schluckend zustimmen. Die Renditen werden gesenkt, die Schulden kurzfristig tragbarer, die Märkte beruhigt. Die Sparer fragt sowieso keiner mehr.

Sie kommen erst später ins Spiel, wenn das Rad so groß geworden ist – und die Qualität der verbliebenen Schuldpapiere so lausig- dass keiner mehr an die Fortsetzung der Draghi-Spirale glaubt.

Frau Merkel (AM²) wird bis dahin nicht mehr Bundeskanzlerin sein. Das schwarze Loch, das Mario Draghi erzeugt, wird sich jedoch nicht aufgelöst haben, sondern sich andauernd vergrößern.

Die Chance, mit künftigem Wachstum den Schuldenberg wieder abzutragen, wird mit jeder Woche geringer. Sie besteht auf absehbare Zeit sowieso nicht,  weil die Schuldenlast schneller wächst als das BIP.

Wenn die Zinsen dereinst wieder steigen – vielleicht irgendwann nach 2035 – wird sich die ganze Abwärtsdynamik drastisch beschleunigen.

Die EZB wird sich dann als der größte Forderungsfriedhof der Welt erweisen. Um sie zu rekapitalisieren – oder abzuschaffen – müssen die Steuerzahler Europas in die Pflicht genommen werden.

Die Rechnung kommt immer. Ob die Vernunft zurückkehrt, ist derzeit noch nicht erkennbar.

Ich muss in diesen Wochen oft an Gespräche mit meinem 85jährigen Schwiegervater zurückdenken. Wir haben viel darüber geredet, wie die Deutschen im Ersten Weltkrieg, im Zweiten Weltkrieg – und in der Hyperinflation dazwischen – drei Mal alles verloren, wenn sie Bares oder Anleihen besaßen.

Außer Sachwerten halfen im Nachhinein gegen die Zerstörung des Vermögens eigentlich nur Aktien von Firmen, die nicht untergingen. Auch da hat man verloren, aber nicht alles. Solche Papiere werde ich mir in den kommenden Monaten ins Depot legen, wenn die nächsten Rückschläge kommen.

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{ 28 comments… read them below or add one }

Catweazle February 3, 2012 at 05:46

Und man erwartet ja schon die nächste Billion für das Finanzmonopoli.
http://www.n-tv.de/wirtschaft/Euro-Pessimisten-sind-am-Zug-article5398911.html
Da wird und kann sich der große Zampano am anderen Ende des großen Teiches wohl auch nicht mehr lange lumpen lassen. Bei all dem vielen Easing in der Eurozone und bei den Amerikanern sollten diese aber auch daran denken das es noch andere Länder gibt die nicht unbedingt dieses Spiel mitspielen müssen oder wollen. Man könnte durch solcher Art von Bläh-Wirtschaft auch ganz schnell eine richtige Bauchlandung hinlegen. Dann zersägt es nicht nur das Finanzsystem sondern auch die Realwirtschaft völlig.
Das Dilemma ist ja, das man die Verschuldungen der Staaten überhaupt nicht mehr zurück fahren kann, ohne die Banken abzuschießen.

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Till February 3, 2012 at 06:57

>Das Dilemma ist ja, das man die Verschuldungen der Staaten überhaupt nicht mehr zurück >fahren kann, ohne die Banken abzuschießen.

Solange diese ungleiche Vermögensverteilung herscht, kann man das “Wachstum” nur aufrechterhalten, indem die Kreditmenge erheblich steigt. Schließlich investieren die Besitzenden ihr Geld nur noch, anstatt es auszugeben. So kann hat niemand die Chance, es durch Arbeit zu verdienen und so seine Zinsen zu zahlen, sondern muß aufschulden um dies zu tun. Da dies seit 2007 nicht mehr von den Privatbürgern übernommen werden kann, MUSS es jetzt der Staat tun – es sei denn wir reformieren (oder rammen das Geldsystem erst einmal in den Boden).

Geschichtlich ist das ein alter Hut und schon x mal passiert – meistens gibt es Krieg oder Bürgerkrieg (die Reichen wollen keinen Cent abgeben), Revolution (1789) oder ab und an so etwas:
http://de.wikipedia.org/wiki/Attische_Demokratie#Grundlegung_durch_Solon
.
Schuldenannulierung, Begrenzung des Grundbesitzes auf ein Höchstmaß – irgendwie hatten die damals (die Münzen waren gerade erst erfunden) dieselben Probleme wie wir heute.

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Torsten February 3, 2012 at 06:23

Somit wird das “drastische” erst 2035 – 2040 eintreffen? Bis dahin ist bereits viel Wasser und viel Gold durch meine Goldwaschrinne gelaufen.

Grüße

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Grinario February 3, 2012 at 06:31

“Außer Sachwerten halfen im Nachhinein gegen die Zerstörung des Vermögens eigentlich nur Aktien von Firmen, die nicht untergingen. Auch da hat man verloren, aber nicht alles. Solche Papiere werde ich mir in den kommenden Monaten ins Depot legen, wenn die nächsten Rückschläge kommen.”

Gegen Geldentwertung helfen auch Aktien als Sachwerte, aber auch die unterliegen dem Zugriff der Politik. oder dem wechselhaften politischen Geschehen. Immobilienbesitz wurde nach dem WK II zum Lastenausgleich herangezogen. Aktienbesitz kann ebenso als Grundlage eines Zwangskredits dienen oder besteuert werden; wenn die Linke ans Ruder käme, würden die sich hier heftigst bedienen. Extrem war nach dem WK II natürlich, dass man Aktienbesitz von Firmen aus den verlorenen Ostgebieten oder der DDR auch in den Wind schreiben konnte. Firmen, die durch Übernahmen oder Verstaatlichungen zu penny stocks werden, könnte es zukünftig auch geben. Alles nicht so einfach.
Was halten Sie eigentlich von der Gold-Option? Allerdings ist in den USA z.B. auch der Goldbesitz schon verboten worden.

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markusgaertner February 3, 2012 at 06:47

… für Gold gilt, was Sie zurecht zum Thema Immobilienbesitz angemerkt haben, kann auch beschlagnahmt werden, mehrere historische Beispiele …

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die Simpsons February 3, 2012 at 07:41

Sollte ein Goldhandelsverbot kommen oder man Gold beschlagnahmen wollen, könnte Silber davon profitieren. Allerdings müsste man berücksichtigen, dass solche Massnahmen nur dann durchgeführt werden, wenn sich das System in seiner Existenz bedroht fühlt, denn es möchte sich am Leben erhalten und wird alles daran setzen seine Feinde zu zerstören.
Alles läuft aktuell auf Rettungsmaßnahmen hinaus, die das System zum Leben braucht. . Kein Ökonom, kein Wissenschaftler, kein Systemkritiker usw. zeigt Visionen für eine Zukunft. Das ist das was einem Sorge bereitet und dass das Ganze ein grosses Spiel für die zukünftige Neue Weltordnung sein könnte, bei dem die Weltbürger nur Zuschauer und Betroffene zu gleich sind.
Die Rolle der Medien kann man kurz zusammenfassen: geistlose Werbung, Vermittlung falscher Werte und permanente Gehirnwäsche.

Schönes Wochenende

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Stefan L. Eichner February 3, 2012 at 11:17

“Kein Ökonom, kein Wissenschaftler, kein Systemkritiker usw. zeigt Visionen für eine Zukunft. Das ist das was einem Sorge bereitet … ”

Klar, Sorge muss es einem bereiten, dass tragfähige Lösungen oder Alternativen zum maroden Weltwirtschafts- (und Weltwährungs-)system nicht erkennbar sind. Das heißt aber nicht, dass es nichts in dieser Richtung gibt. Es wird halt nur nicht darüber diskutiert und wenn doch, dann unterhalb der Wahrnehmungsschwelle der Medien.

Und man darf auch nicht übersehen, dass ein Paradigmenwechsel – in den Wirtschaftswissenschaften und in der Politik – von all jenen nicht gewünscht wird, vom aktuellen System profitieren:

Das sind die führenden Ökonomen, deren Reputation quasi über Nacht verschwinden würde;

das sind die Wirtschafts- und Finanzmarktgrößen/Oligopolisten und all die Monopoly-Gewinner, die natürlich sehr viel zu verlieren haben und deren Existenz eventuell sogar auf dem Spiel stünde (man denke nur an die Zerschlagungsdebatte im Zusammenhang mit “Too big to fail”), die aber zumindest viel, viel kleinere Brötchen backen müssten;

und das sind die Politiker, die das alles entsprechend ihrer Wirtschaftsideologie über Dekaden gefördert (uns “eingebrockt”) und gestützt sowie als ihren Erfolg verkauft haben; die deswegen und wegen der dadurch und durch Austeritätspolitik entstandenen Ungerechtigkeiten niemand mehr wählen wollte und die möglicherweise – wie einst Heinrich Brüning – zum Teufel gejagt werden würden, wenn plötzlich für die Masse erkennbar wird, dass es doch einen vernünftigen und gangbaren Weg aus der Misere gibt.

Es gibt also gewaltige Barrieren für eine offene und vorbehaltlose Debatte über Lösungsmöglichkeiten. Gerade diese Tatsache, die den andersdenkenden klugen Köpfen sehr wohl bewusst sein wird, macht es wahrscheinlich, dass unterhalb der Wahrnehmungsschwelle längst einiges in Bewegung gekommen ist. Die Bereitschaft, diesen “Spinnern” zuzuhören, ist aber längst noch nicht groß genug.

Das gilt auch und ganz besonders für die breite Masse der Menschen, die eigentlich davon am meisten profitieren würden.

Nur sehr wenige Menschen interessieren sich für Wirtschaftspolitik. Sie interessieren sich nur für das, was dabei für sie herauskommt. Noch viel weniger interessieren sie sich aber für ökonomische Theorien. Es fehlt den meisten schlicht das Vorstellungsvermögen, um den Wert von (abstrakten, weil neuen und unerprobten) Skizzen von alternativen Erklärungen und Lösungswegen für die Wirtschafts- und Finanzmarktpolitik erkennen zu können.

Es wird sich nichts ändern, so lange sich die Situation nicht für eine kritische Masse als “leidvoll” erweist und es nicht wenigsten einen Politiker gibt, der auf alternative Lösungen setzt und gerade deswegen gewählt wird. M. E. spricht also vieles dafür, dass wir – in diesem Punkt – einen ähnlichen Ablauf wie seinerzeit in der Weimarer Republik erleben werden. Bleibt zu hoffen, dass es nicht wieder der falsche Politiker ist. Die Gefahr, einem Rattenfänger aufzusitzen, ist allerdings gerade in Krisenzeiten hoch. Man braucht nur an die politische Radikalisierung in den USA zu denken (Tea Party) und an die Republikaner, die sich aktuell um die Präsidentschaftskandidatur bewerben, um zu erkennen, dass die Bürger mehr und mehr aus der politischen Mitte zu den extremen Rändern abwandern. Beruhigend ist das nicht.

Grüße
SLE

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Nina February 3, 2012 at 18:59

@ Stefan L. Eichner

Der gesellschafliche Vordenker J. Riffkin hat einen nachhaltigen Entwurf für einen Aufbruch in die Zukunft geschrieben:

“Die dritte industrielle Revolution”

Ich kann dieses Buch nur empfeheln.

die Simpsons February 3, 2012 at 20:50

Man sollte sich mehr mit der Vergangenheit beschäftigen. Insbesondere unsere Ökonomen und nicht nur die wären gut beraten wenn sie sich an ein Zitat von Winston Churchill erinnern würden:

Dem Kapitalismus wohnt ein Laster inne: Die Verteilung der Güter. Dem Sozialismus hingegen wohnt eine Tugend inne: Die gleichmäßige Verteilung des Elends.

Wir steuern nicht nur in Europa auf den Sozialimus zu. Wer heute noch glaubt, dass der Kapitalismus eine Zukunft hat, hat nicht verstanden was die globalen Elitisten wirklich wollen.

Grinario February 3, 2012 at 06:53

Nachtrag zur Spanien-Misere:
Gestern hat der Tagesspiegel in einem Artikel eine Studio des DIW behandelt
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/diw-studie-griechenland-ist-wie-osteuropa-1990/6139206.html

Darin kommt klar zum Ausdruck, dass ein Land wie Griechenland ohne Wachstumsimpulse, die durch Hilfen der anderen EU-Länder, aber auch durch einen Euro-Austritt erreicht werden können, nicht mehr aus seiner Lage herauskommt. Ich denke, dass man den Begriff “Griechenland” durchaus ersetzen kann durch “Länder der Südperipherie”. Die Schulden- und Gelddruckpolitik, die zur Zeit durchgeführt wird, ist absolut unverantwortlich, wenn sie nicht zum Ziel hat, die Euro-Zone zu reformieren.

Reply

Nina February 3, 2012 at 07:50

Die feststellbaren Veränderungen der Bio-und Geochemie der Erde werden die Menschen zum Umdenken zwingen.
Wahrscheinlich müssen die kommenden Natur-Katastrophen so groß sein, dass die Menschheit annimmt, die letzten Tage sind gekommen.

Ein Ölpreis von 150 $ pro Barrel wird immer wieder zu einem massiven Preisanstieg bei allen Gütern und Dienstleistungen führen. Der damit verbundene Verlust an Kaufkraft, zieht immer wieder einen Wirtschaftskollaps nach sich.

Die Frage der Zukunft lautet nicht, Links, Rechts oder Mitte, sondern zentralisiert/autoritär oder dezentralisiert-kooperativ.
Autonome Existenz des Privateigentums oder Austausch von Besitz.
In einer Wirtschaft ständiger Upgrades macht das Sinn.

Die gemeinsame Nutzung bzw. Zugang von gewerblichen Leistungen in Open-Source-Netzwerken führt zu einer Dezentralisierung der Wirtschaft.
Das zunehmende CarSharing sind z.B. erste Ansätze.
Der Bürger nutzt seinen PKW durchschnittlich zwei Stunden am Tag.

Die heutige Jugend ist viel offener gegenüber Zugang statt Besitz.
Wir brauchen Indizes der Lebensqualität, statt der von Wachstum und Bruttosozialprodukt.

Reply

Marco February 3, 2012 at 15:49

“Wir brauchen Indizes der Lebensqualität, statt der von Wachstum und Bruttosozialprodukt.”

Du hast recht. Wie wäre es mit einem Indize für Glück wie in Bhutan?

http://www.zeit.de/2011/49/Kapitalismuskritik-Bhutan

Im deutschsprachigen Raum macht Christian Felber mit seiner Gemeinwohlökonomie gerade den Anfang, solche nicht-monetären Indizes in die Firmen zu tragen. Die Sparda-Bank in München macht da z. B. schon mit und weist eine “Gemeinwohlbilanz” aus.

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Bernd1964 February 3, 2012 at 10:40

Die ökonomische Katastrophe deren Zeuge und Leidtragende wir sind, ist seit vielen Jahrzehnten vorraussehbar gewesen. Viele Wissenschaftler haben immer wieder auf die Endlichkeit der fossilen Ressourcen hingewiesen, auf dem das Industriezeitalter beruht. Die epochalen Großereignisse peak oil und peak everything sind schon längst Realität geworden und trotzdem betrachten Ökonomen die Wirtschaft immer noch vorwiegend als eine reine Funktion eines außer Kontrolle geratenen Geldsystems. Wir befinden uns schon längst im Endstadium des Industriezeitalters, da die Hubbert- und Netto-Energieklippe direkt vor uns liegt (siehe http://www.drmillslmu.com/peakoi89.jpg ) und ein systematischer Kollaps wesentlicher Erhaltungsfunktionen dieser Zivilisationsform eingetreten sind. Bereits im 2025 wird unsere heutige Lebensweise eine ferne Vergangenheit sein. Elektrischer Strom und das Internet werden bis spätestens 2020 für immer Vergangenheit geworden sein. Direkt vor uns liegt der veritable Niedergang der modernen über-konsumptiven Lebensweise. Wer jetzt nicht die Zeichen dieses Zerfalls erkennt und die richtigen Maßnahmen ergreift, wird mit dem Industriezeitalter zusammen untergehen.

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Tom February 3, 2012 at 10:56

Lieber Markus Gärtner,
bitten können Sie ein wenig erläutern, wieso Sie glauben, dass das Drehen des Schuldenrades sich noch bis 2035 – also 23 Jahre – hinzieht, bevor alles kollabiert bzw. im “Schwarzen Loch” zusammenfällt? Wenn man die zunehmende Dynamik betrachtet, ist es schwer vorstellbar, dass der Wahnsinn noch 23 Jahre andauern soll. Wie stellen Sie sich das vor?

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markusgaertner February 3, 2012 at 18:06

.. diese Zahl ist sarkastisch gemeint, sie soll meinen Ärger über die Beliebigkeit ausdrücken, mit der Notenbanken entfesselte Geldpolitik betreiben, die uns am Ende ruinieren wird. Sie ist ein Seitenhieb auf die Fed, die gerade ihre Prognose für ultra-lockere Geldpolitik bis Ende 2014 verlängert hat. Also, bitte, lesen Sie die Zahl nicht als ernste Schätzung. Es könnte auch 2019 geheißen haben, was schon schlimm genug wäre. Viele Grüße

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Benedikt February 3, 2012 at 11:24

Das größte Problem ist die Politische Instabilität in der Eurozone. Da schaut jeder nur auf seinen Vorteil. Solange alle glauben, DE könnte die Eurozone alleine retten, mag das gut gehen. Wenn DE aber in der Krise rutscht, muss man sich auf gemeinsammes Handeln verständigen, sonst wird es schnell zu Kapitalflucht kommen. Das wird dann sehr teuer für die EZB. Ich habe allerdings keine Hoffnung, dass die sich auf faire Lösungen einigen können.

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pajeu February 3, 2012 at 12:23

jetzt nimmt die seite zum dritten mal meinen text nicht an… keinen bock mehr..

Grundannahme: es ist jetzt entwarnung.

Analogon: 30er JAhre Deutschland. Auch Hjalmar Schacht hat die R-Mark ausgehölt (Mefo-kredite, merhfachverleihung der renteneinlagen und Sparkassenvermögen etc.) und es hat bis 49 gedauert, bis das system zusammengebrochen ist. das sind 16 jahre.

dagegen steht der Brüning-Ansatz: der hatte interne deflation probiert, um den Schuldenschnitt der Schulden, die auf Goldmark lauteten, zu erreichen. Leider ging dabei auch die Demokratie flöten. weg. Massenarbeitslosigkeit, Hunger etc.

Das wollen wir heute nicht. Lieber gleich 16 Jahre weitermachen. Damals wurde mit dem Kapital der Renten ja noch viel produziert (v.a. Bomben). Heute stzen wir eher auf Effinzienztechnologien. Man sollte kaufen in der Reihenfolge dessen, was gerettet wird:
1. Staatsanleihen . 2. Bankaktien 3. Rohstoffe 4. Effinzienzorientierte Aktien.

Damit erhält man seine Kaufkraft oder mehrt sie.

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Verwunderter Leser February 3, 2012 at 12:55

“Papiere ins Depot legen”

Aktien werden doch gar nicht mehr auf Papier gedruckt. Und das Depot ist ein undurchschaubares Computernetz.

Ob nachher noch irgendein Konkursverwalter oder Staatsanwalt nachvollziehen kann, wohin die “Papiere” verschwunden sind?

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Nina February 3, 2012 at 14:01

Merkels Besuch in China entwickelt sich zum peinlichen Debakel für die EU.
Wie kann ein Bettler die Hausordnung des Gastgebers und Gläubigers verletzen?
Wer würde das selbst im eigenen Haus dulden?

Übrigens der Vater von Litvinenko entschuldigt sich bei Putin:
http://www.youtube.com/watch?v=9FKUhAFtvbY&feature=autoplay&list=UUpwvZwUam-URkxB7g4USKpg&lf=plcp&playnext=1

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veritas February 3, 2012 at 14:38

Da ist wohl der Wunsch Vater des Gedankens. 20 Jahre noch bis zum Crash. So lange dauert es nicht mehr. Die Bondhalter wollen hohe Risikoprämien, die Rendite muss erwirtschaftet werden. Das Pingpong zwischen ZB und GB geht nur solange, bis die GB die Geldschleusen öffnen müssen, weil die Realwirtschaft die Zinsen nicht mehr erwirtschaften kann.

Die monetäre Feinabstimmung müsste sehr hoch differenziert sein, um nur die absolut notwendige Geldmenge in die Realwirtschaft einfliessen zu lassen. Hohe Arbeitlosigkeit, die Bevölkerung in den meisten Ländern am finanziellen Anschlag, gepaart mit der Angst der Banken nur keine Kredite zu vergeben tut sein übriges.

Die Länder im Nahen Osten sind wirtschaftlich down Bsp.: Iran. usw.

Makroökonomisch am Papier mögen sich solche Rechnungen ausgehen. Aber wie die Vergangenheit gezeigt hat sind Makro- keine Mikroökonomen und umgekehrt.

Also man darf sich bereits in den nächsten 1-5 Jahren, auf das Unvermeidliche einstellen.

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Joker February 3, 2012 at 15:54

Fuer die Leseliste

“die Zeitbombe der Bundesbank” – nicht von mir, vom FAZ Blog.

http://faz-community.faz.net/blogs/fazit/archive/2012/02/02/die-zeitbombe-der-bundesbank.aspx

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Joker February 3, 2012 at 15:55
Nina February 3, 2012 at 16:43

“Der Euro plündert Deutschland” – vom ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Thyssen AG

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/dieter-spethmann/der-euro-pluendert-deutschland.html

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Souveränität February 3, 2012 at 20:51

Lieber Markus,

danke für den netten Bericht. Leider wissen wir beide nicht, welche Unternehmen die Krise (den Zyklus) überstehen werden… das dürfte das große Problem sein.

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markusgaertner February 3, 2012 at 21:58

… ganz klar, das weiß natürlich keiner. Wir müssen uns dennoch irgend etwas einfallen lassen. Das geht nur mit Wahrscheinlichkeiten, sprich mit Risiken. Aber Siemens dürfte zum Beispiel eher überleben als Research in Motion, um das mal auf die Spitze zu treiben. Ich hoffe, ich habe jetzt keinen BlackBerry-Fan beleidigt … Beste Grüße, Markus

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Souveränität February 4, 2012 at 15:53

Nein, nein, das hast Du nicht. Bin kein BB-Fan. Siemens wird ja immer gerne mal genannt in solchen Zusammenhängen. Ist aber auch reichlich teuer – nach meinem Geschmack. Es geht wohl nur mit Diversifizierung. Und natürlich kann der Staat auch hier sehr leicht zugreifen. Ist alles irgendwie doof… (um es mal milde auszudrücken)

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vlk February 6, 2012 at 15:46

Und beweiße mal ohne effektive Stücke in der Hand deine Anteilscheine.,,,

Heutzutags kann jeder Scanner ne SuperKopie erstellen-und wenn man die dann noch durch den Dreck zieht und feucht werden läßt….

Erkennt der Laie nach 5 Jahren Chaos und Bürgerkrieg nimmer das es unecht ist….und wenn man es dann auch noch auf dem Briefkopf einer Pleirtebank ausdruckt….

Was man nicht in der Hand halten kann hat kein Sinn.

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Reinhard February 7, 2012 at 21:26

… wie die Deutschen im Ersten Weltkrieg, im Zweiten Weltkrieg – und in der Hyperinflation dazwischen – drei Mal alles verloren…

Hallo Herr Gaertner, merkwürdigerweise sind mir heute ähnliche Gedanken durch den Kopf gegangen. Ich habe mich dabei gefragt, warum das vor allem den Deutschen immer wieder passiert, wenn man mal unterstellt das traurige Ereignis wird demnächst wieder eintreten. Ich denke es liegt an der Staats- und Obrigkeitsgläubigkeit der Deutschen. Der Staat wirds schon richten … Dass Italiener ( ich gönne es ihnen) im Durchschnitt ein höheres Privatvermögen vorweisen können als BRDDRler, der ital. Staat und die ital. Konsumenten ( + Gr,P, ES und Ir) aber von den ärmeren Deutschen letztlich finanziert werden, lässt das Vorbild und “Modell” D-Land m.E. in einem etwas anderen Licht erscheinen. Ohne diese Großzügigkeit der deutschen Steuerzahler hätten zB. auch die Gr Banken die letzten Vermögensreste ihrer reichen Kunden nicht nach London schaffen können. Der jüngste Vorschlag, einen Fond einzurichten, in den man die Hilfsgelder und Steuereinnahmen von Gr einzahlt, beweist m.E. dass man Gr abgeschrieben hat und nur noch hofft, dass Gr den Euro dann verlassen wird, auch wenn Merkel ständig was anders murmelt.

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