Die Meldung ist scheinbar nicht sonderlich bedeutend, nichts gegen 97 Mrd. Dollar Cash bei Apple oder eine Pleite der Deutschen Bank zum Beispiel.
Es geht um schlappe 400 Jobs aus Japan für Princeton, Indiana. Nur ein simpler Fabrik-Umzug für Toyota.
Doch es steckt wirtschaftliche Weltpolitik hinter der Nachricht, dass Japans größter Autobauer die Fertigung des Modells Highlander in Nippon beendet und nach Princeton verlegt. Begründung: Der Yen ist zu stark geworden, er verteuert die Produktion des Autos mit anschließendem Export zu sehr.
Toyota wird stattdessen für 400 Mio. Dollar sein bestehendes Werk in Princeton ausbauen und dort 50.000 Highlander im Jahr fertigen.
Was sagt und das ? Und was hat es mit den vielen BMWs, Passats und bald auch Audis zu tun, die im Südosten der USA lokal produziert werden ?
Ganz richtig: Die Firmen, die sich für einen Umzug in die USA entscheiden, haben oft – nein meist – den schwachen Dollar mit im Visier. Wer in das Schwach-Dollar-Land USA exportiert, konfrontiert seine Exportkunden mit heftigen Preisen. Wer dort vor Ort fertigt, umgeht diese Dollarfalle.
Im Klartext: Die Politik des schwachen Greenback, von Finanzminister Timothy Geithner stets bestritten, von Fed-Chairman Bernanke aber fleißig verfolgt, trägt immer mehr Früchte.
Sie verbilligt nicht nur die Ausfuhren der US-Industrie – die nach dem Willen von Barack Obama bis 2016 ihr Exportvolumen verdoppeln will – sie zieht auch immer stärker Fabriken aus anderen Ländern an.
Seit dem Frühjahr 2011 wächst daher die industrielle Fertigung in den USA doppelt so schnell wie das Bruttoinlandsprodukt.
Das ist einer der – vielleicht sogar der wichtigste Grund – warum sich das Wachstum in den USA ganz gut hält, zumindest den Zahlen nach.
Es ist, als habe Benny Boy wie eine riesige Krake seine Saugnäpfe an Fabriken in Europa, Asien und Südamerika geklebt. Und jetzt holt er ganz tief Luft.
Es ist ein Jahrzehnte altes Muster: Die USA setzen mit Zinsen und Dollar den Rest der Welt jeweils so unter Druck, dass die gewünschte Bewegung zu Gunsten Amerikas erzeugt wird.
Die Geld-Tsunami, die sich mit den QE-Kampagnen gen Asien in Gang setzte, trieb dort 2010 und 2011 die Preise von Anleihen, Rohstoffen und Immobilien in schwindlige Höhen. So sehr, dass Asiens Notenbanken auf die geldpolitische Bremse treten mussten, um eine Überhitzung zu vermeiden.
Das führte dazu, dass China den Renminbi aufgewertet sah – eine vehemente Forderung der USA – ohne es zu wollen, und ohne dahin gehend zu wirken. Das ging nach dem unausgesprochenen Fed-Motto: Wenn ihr Chinesen nicht aufwertet, tun wir es eben für Euch.
Jetzt holen sich die USA mit ihrem billigen Dollar verstärkt Industrie ins “Haus”, um Jobs zu schaffen und das massive Defizit in der Handelsbilanz zu reduzieren. Bevor wir uns versehen werden, weist das Land einen viel kleineren Fehlbetrag aus.
So, wie es derzeit auch in Richtung Unabhängigkeit von Energie-Importen strebt, weil die Schiefergas-Förderung forciert wird, als gäbe es kein Morgen mehr. Das verbilligt die Gaspreise im Osten der USA, wo schon die meisten Haushalte aus der Förderung des Bakken-Feldes in Montana und North Dakota versorgt werden, so stark, dass erste Fabriken wegen der 30% billigeren Energie nicht in Mexiko ansiedeln, sondern – in den USA.
Die Fed hat den Rest der Welt stets manipuliert, wie sie es brauchte. Mit der Niedrigzins-Politik nach der Rezession zu Beginn der 90er Jahre half billiges Geld aus Amerika die Tiger aufzublähen, bis sie in der asiatischen Finanzblase regelrecht platzten.
Nach der Finanzkrise von 2008 setzte jene Niedrigzins-Politik ein, die jetzt die bereits skizzierten Wirkungen zeigt.

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Dann kommt ja bald der Kik,lidl und Co aus Bangla zum nähen.
Kleiner Vermerk: Früher kostete der Dollar mal bedeutend mehr. Wer den Chart verfolgt sieht, er tendiert, wie auch das Zinsniveau gegen Null. Soviel ist das “aufgeblähte Zeugs” auch Wert.
Die Spielregeln, dass die US Boys ihre Bürger auf der ganzen Welt besteuern, die Finanzströme wie eine Wasserzuleitung bei Belieben abdrehen können und die Welt, via Inflationssteuer für sich arbeiten lassen kann ist einfach stossend und unlauter. Irgendwann fällt auch “dieses” Feigenblatt und überhebliche “Kapitalistenkrakenfratze” fällt.
Wenn sich die Menschen von diesem selbstzerstörerischen, asozialen, diktatorischen Geldsystem lösen wird und zu echten, nicht verzerrten Preisen -sonder Werten durchringt, haben die “Saugnäpfe” keinen halt mehr.
Autoarkie ebnet den Weg! Sollen sich die …. in ihrem Überkonsum selber zerfleischen.
Wir sehen vor allen Dingen eins, Wettbewerbsfähigkeit ist eine relative Position.
Innerhalb der Währungsunion, gibt es kein ökonomisches Gesetz , dass einseitig ‘wettbewerbsschwächere’ ihre Löhne kürzen müssen.
DESHALB IST DIE WÄHRUNGSUNION IMMER AUCH POLITISCHE UNION.
Sie nimmt das Ganze im Blick!
“Die USA setzen mit Zinsen und Dollar den Rest der Welt jeweils so unter Druck, dass die gewünschte Bewegung zu Gunsten Amerikas erzeugt wird.”
Ist das wirklich so? Wenn ich mir die Veränderung in der amerikanischen Mittelschicht oder die amerikanischen, samt und sonders verlorenen, Kriegszüge der letzten Jahrzehnte ansehe, frage ich mich ernsthaft, was hier als “gewünschte Bewegung” definiert wird.
Wie wir wissen, transferieren amerikanische Firmen weiterhin Arbeitsplätze ins Ausland. Dagegen ist das, was “zurück kommt” zahlenmässig ein Witz, zumal durch Outsourcing von Industrie seit 2001 eine Verlust von 5.5 Mio Jobs entstanden ist.
Man schaue sich dazu auch die Entwicklung der Zahl der Empfänger staatlicher Unterstützung an.
Alleine seit 2008 eine Zunahme an FoodStampEmfängern von 28 Mio auf 47Mio !
Da reissen ein paar Jobs diverser Autohersteller nix, zumal im Handel grosszügig einige tausend Verkaufseinrichtungen geschlossen werden in diesem Jahr.
Und die gesamte Entwicklung basiert, auch das wissen wir, auf einem höchst fragwürdigen Geldsystem.
Gruss
Tom
allein American Airlines -13,000 jobs, Sears wird noch etliche Jobs freisetzen…siehe auch Steffens Kommentar zu den US Jobs auf http://www.querschusse.de mit dem Verschieben von ueber 1,1 Mio. Jobs in den Orkus damit die Statistik gut dasteht usw.
Nicht nur Sears. Die schliessen doch “nur” 120 Kaufhäuser. Die Liste der Filial-Schliessungen ist sehr lang. Dabei finden Verkaufsflächenreduzierungen ja noch nicht mal Berücksichtigung.Dazu die vielen “Small Businesses”, die aufgeben… Die vielen leerstehenden Ladengschäfte sprechen für sich!
Tja, Realtätsverweigerung ist zur Volkskrankheit Nr.1 geworden.
Gruss
Tom
Wer soll denn die amerikanischen Waren kaufen? Die erste Hälfte(Europa) ist für Jahre finanziell ruiniert, und die andere Hälfte hasst dieses Land, weil sie überfallen von denen wurden.
Ich sehe da ein Ende der Fahnenstange für das US Gouvernement. Tja, ins eigene Knie geschossen Jungs.
LG aus Berlin
Jochen
Die chinesischen Reisbauern und die Wanderarbeiter werden schon für reissenden Absatz sorgen! Die stellen doch die nächste wirtschaftliche Grossmacht auf der Welt!
Gruss
Tom
@Markus:
))))
“Bernankes Außenpolitik: Blasen, saugen, blasen …”
Sind das etwa auch irgendwelche Twitter-Liebesgrüße für die FED ?
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/oekonomengezwitscher-liebesgruesse-fuer-die-fed-11645879.html
Närrische Grüße
Marco
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