USA – Drei Mal beschissen, und alles wird gut

by markusgaertner on 12/02/2012 · 4 comments

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Sag´ noch einer, dass “die Politik” stets hinter der Kurve ist. Gouverneur und Kassenwarte in den US-Bundesstaaten zeigen gerade ihren Wählern, wie schnell man in der Politik eine Harke schlagen kann, wenn es für die “richtigen” Belange ist.

Der 25 Mrd. Dollar umfassende Hypothekenvergleich zwischen Uncle Sam und fünf Großbanken der Wall Street über deren Faulspiel bei Zwangsversteigerungen ist noch nicht ganz in trockenen Tüchern, da lassen die beiden Bundesstaaten Wisconsin und Missouri schon verlauten, dass sie einen Teil der Entschädigung, der ihnen regional aus dem Vergleich zusteht, zur Reduzierung der Schulden abzweigen.

Das Geld ist, wie wir alle wissen, zur Drosselung der Schuldenlast Tausender US-Hausbesitzer gedacht, die “unter Wasser” sind, also mehr Hypothekenschulden haben, als ihr Haus noch wert ist.

Barack Obama geht deswegen kräftig mit dem Vergleich haussieren.

Doch Wisconsins Gouverneur Scott Walker und der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates, J.B. Van Hollen, haben andere Pläne, wie sie verlauten lassen. Das berichtet der Milwaukee Wisconsin Journal Sentinel. Satte 25,6 Millionen Dollar – also 18% – der Tranche von 140 Millionen, die Wisconsin zustehen, werden zum Stopfen von Etatlöchern verwendet.

In Missouri hat der oberste Staatsanwalt Chris Koster angekündigt, dass etwa 40 Millionen Dollar – 20% aus dem Vergleich für den Bundesstaat – in den sogenannten General State Fund überwiesen werden, dem Ruf von Gouverneur Jay Nixon für eine bessere College- und Universitätsausbildung folgend.

Bei sehr viel gutem Willen kann man sich dazu hinreißen lassen, dies nicht als klassischen Betrug zu bezeichnen, aber Etikettenschwindel, bösartige Fehlleitung von Resourcen und Missbrauch ist es allemal, nachdem in zahlreichen Pressekonferenzen die Adressaten des Geldes aus dem Vergleich klar benannt worden waren: Die hoch verschuldeten Häuslebesitzer.

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