Weltwirtschaft – Am seidenen Faden

by markusgaertner on 15/02/2012 · 34 comments

IKONE_KONJUNKTUR

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Es klemmt. Es brennt. Es sieht nicht gut aus. Rund um den Globus. Indien siecht. Die USA kriechen. Europa sinkt. Und China muss seine biblische Immobilienblase bändigen. Das bedeutet für die zweitgrößte Volkswirtschaft auf dem Planeten: Vorläufiger Verzicht auf Konjunkturanschub.

Früher machte man eine Reise um die Welt in 80 Tagen. Heute zeigen sich in viel kürzerer Zeit auf diesem Rundweg 80 Plagen.

Das Epizentrum aus europäischer Sicht ist Griechenland. Das Land ist abgebrannt. Überschuldet. Ohne Weg aus der Falle der Verbindlichkeiten. Bei einer Wirtschaft, die im Schlussquartal um 7% schrumpfte – 40% schneller als im Vorquartal – bei fast 50% Arbeitslosigkeit unter jungen Griechen, und bei drakonischen Sparmaßnahmen die sozialer Brandrodung gleichen, gibt es nur eine Lösung, die Erfolg verspricht: Die argentinische.

In Portugal, das sein Budgetdefizit auf 4,5% des BIP kürzen will, hat das Bruttoinlandsprodukt mit 2,7% den Rückwärtsgang eingelegt. Investitionen und Importe sinken, der Konsum ist schwach. Auch die Exporte verlangsamen sich. Die Sparziele werden in diesem Umfeld kaum einzuhalten sein.

In der Alpenrepublik Österreich lassen schwache Absatzmärkte der Exportwirtschaft die Ausfuhren Ende 2011 um 0,5% sinken. Der BIP-Zuwachs im vierten Quartal sinkt auf 0,1%. Im Vorquartal hatte er 0,2% betragen (doppelt so viel).

Die Wirtschaft der Niederlande ist gerade in eine Rezession abgeglitten. Minus 0,7% im Schlussquartal 2011, nach -0,4% im dritten Quartal.

Deutschlands BIP ging im vierten Quartal 2011 gegenüber den drei Vormonaten um 0,2% zurück, die Aufwärtskorrektur für das September-Quartal von +0,5% auf +0,6% ist kein Trost. Die Zeitungen schreiben fleißig, die Teutonen-Konjunktur habe mit ihren -0,2% die Erwartungen übertroffen, weil -0,3% vorhergesagt worden waren.

Wen kümmert das ? Die größte Volkswirtschaft auf dem Kontinent steht mit einem Bein in der Rezession. Und der Rest des Kontinents zieht kräftig nach unten.

In den USA enttäuschen weiterhin die meisten Konjunkturzahlen, die man sich genau anschaut. Das BIP wuchs im vierten Quartal 2011 nur um 0,8%, wenn man den Lageraufbau, also die unverkaufte Produktion, abzieht. Die Konsumenten haben im Januar mit lediglich 0,4% Zuwachs beim Umsatz des Einzelhandels kaum überzeugt.

Und das, obwohl im Dezember für 20 Milliarden Dollar Kredite aufgenommen wurden, die Aktienkurse hochgejubelt werden und die Sparquote sinkt. Wo bleibt das Geld ? Zum Beispiel an den Tankstellen, wo Benzin 12% mehr kostet als vor einem Jahr, bei stagnierenden Reallöhnen.

Weiter nach Asien: Wir überfliegen vom nordamerikanischen Kontinent die immensen Trümmerfelder, die im Pazifik vom japanischen Erdbeben auf die Pazifikküste Kanadas und Kaliforniens zutreiben: Zerschreddert, verstrahlt, verwunschen !

Japans Exportwirtschaft wird von allen Seiten in die Mangel genommen: Starker YEN, schwache westliche Absatzmärkte, Staus in den Lieferketten der lokalen Insel-Wirtschaft, die – weil elektroniklastig – noch immer unter den Spätfolgen vom Erdbeben im eigenen Land und zuletzt auch Hochwasser in Thailand leidet.

Das japanische BIP schrumpfte im Dezemberquartal um 2,3%. Starker Rezessionsverdacht. Dazu Überschuldung, Auszehrung, unausgestandener Strahlen-GAU, hilflose Politik, und jetzt auch noch Schwäche beim wichtigen Neu-Wirtschaftspartner China.

In Indien, Asiens drittgrößter Volkswirtschaft, bremste die Industrie-produktion im Dezember schroff ab. Hier sind es die schwache Eurozone als Absatzmarkt, die straffere Zinspolitik der Notenbank und die Lähmung der Regierung, die Sorgen bereiten. Von November auf Dezember hat der jährliche Zuwachs der Fertigung im Verarbeitenden Gewerbe von 5,9% auf jetzt nur noch 1,8% eine Vollbremsung hingelegt.

Wer investiert in so einem Umfeld, wenn zudem die Reformen lahmen ?

In Südkorea hat das Tempo der Konjunktur schon bis auf 0,4% BIP-Wachstum nachgelassen. Im Südteil der koreanischen Halbinsel wachsen die Schulden der privaten Haushalte so schnell, dass der Anteil der Verbindlichkeiten an den verfügbaren Einkommen auf 172,3% gestiegen ist. – Hoppla, bitte Sauerstoffmasken anziehen …

… denn in den USA platzte 2008 bei etwas über 140% die Blase und mündete in die schwere Finanzkrise.

Wo ist die Insel der Seligen ? In Deutschland ? Bestimmt nicht: Zu viele Nachbarn und Handelspartner, denen es schlecht geht, zu viele eigene Schulden, zu sehr auf die BRIC-Länder Brasilien, Russland, Indien und China getrimmt, wo sich jetzt unangenehm schnell die Wachstumsraten normalisieren.

Huch. Wir haben China vergessen ! Wie kann man das nur ? Steigende Wechselkurse, rasant kletternde Löhne, schwache Absatzmärkte im Westen – und die größte Immobilienblase in der Geschichte der Menschheit. Peking will sie sanft deflationieren. Dafür bedarf es eiserner Geduld. Währenddessen geht den lokalen Regierungen die Geduld aus, weil lokal die Schmerzen der Schrumpfkur am stärksten ausfallen.

Doch Peking zieht die Daumenschrauben an: Njet, keine erneute Lockerung, zumindest vorerst nicht.

Und wo bekommen wir Trost ? Am besten bei den DOW Futures, die um 10:48 Uhr deutscher Zeit am Mittwoch bei +75 liegen.

Krise ? Iwo, sagt die Wall Street. Und das Rumpeln aus Deutschland ? Kennen wir, das erledigt Mario, zusammen mit dem Rest Europas. Und Asien ? Die Chinesen sind hart im Nehmen. Und Japan ? Alles eingepreist.

Na also. Ich gebe auf.

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{ 33 comments… read them below or add one }

Till February 15, 2012 at 10:16

Wenigstens steigt der US-Konsum im Januar.

Saisonal unbereinigt ist es der größte je gemessene Absturz (ein Absturz nach dem Dezember ist komplett normal), der aber durch die Saisonkorrektur doch noch zu einem Wachstum wurde:
http://www.zerohedge.com/news/unadjusted-january-retail-sales-post-biggest-sequential-plunge-history
(Link auf die Behördendaten ist im Artikel)

In absoluten Zahlen liegen die Werte aber immer noch besser als Januar 2011, Elektronik ging etwas zurück, dafür Food + Kraftstoffe nach oben. Viel mehr sollten die Kreditkarten allerdings auch nicht mehr hergeben, die Sparquote war zuletzt ja schon auf 4% abgestürzt.

Zu China:

Eine Immobilienblase sanft entlüften, wie kann das gehen? Ein Baustopp ist auf jeden Fall nötig, da es Überangebot gibt – und dann kollabiert die Bauwirtschaft und reißt so einiges mit. Sieht aus, als ob da auch Geld gedruckt werden muß. Wenigstens ist die in China relativ geräuschlos, wenn die Banken rekapitalisiert werden.

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Tom February 15, 2012 at 14:42

“In absoluten Zahlen liegen die Werte aber immer noch besser als Januar 2011, Elektronik ging etwas zurück, dafür Food + Kraftstoffe nach oben.” – Das ist sozusagen eine “erzwungene Umsatzsteigerung”, denn die höheren Umsätze haben nix mit Konsumverhalten sondern schlicht und ergreifend was mit Preissteigerungen zu tun.

Gruss
Tom

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Marco February 15, 2012 at 11:54

Nicht aufgeben Markus!
Die ganze Manipulation mit all ihren Nebelkerzen und Unmengen von FIAT-Geldern, die ins System gepumpt werden, macht es für die meisten Menschen mehr als schwierig hier noch irgendwas zu durchblicken. Darum dreht sich auch das ganze Karussell immer weiter und immer schneller.
Ich glaube aber, dass der Punkt doch recht bald erreicht sein wird, an dem es nicht mehr so weitergehen wird wie bisher. Beispiel Griechenland: Seit zwei Jahren immer das gleiche Spiel. Nur mit immer größeren Summen und immer mehr Belastungen für die einfachen griechischen Bürger. Einzige Begründung: Alternativlos. Die Wirtschaft stand bisher voll hinter diesem System.
Jetzt fängt es aber an zu bröckeln. Sogar der Bosch-Chef Fehrenbach sagt, dass es so nicht weitergehen kann. Wohlgemerkt der Chef eines vom Export abhängigen Unternehmens. Bisher wurde uns immer gesagt, dass diese Unternehmen ohne den EURO alle untergehen würden.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/europaeische-schuldenkrise-griechenland-hat-in-der-eu-nichts-zu-suchen-1.1284315

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Grinario February 15, 2012 at 14:14

Vor allem DAS muss mann am Fehrenbach-Vorschlag hervorheben:

“Griechenland habe als “Staat mit Phantomrentnern und reichen Nichtsteuerzahlern” und als “Staat ohne funktionierende Verwaltung” in der EU derzeit nichts zu suchen.”

Wenn es kein Tippfehler eines Journalisten oder ein Versprecher von Fehrenbach ist, dann hat er nicht nur den Ausschluss der Griechen aus der Eurozone, sondern auch aus der EU gefordert. Das wäre allerdings dann deutlich.

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Joker February 15, 2012 at 18:54

:-)

@ Ginario, neben Machiavelli rate ich zur lektuere von

Fisher/Ury; Getting to YES – oder was Harvard aus Machiavelli gemacht hat….. etwas unfair, das es sich um das beste handelt, was ich ueber Verhandlungstechniken kenne…

Fehrenbach baut eine Extremposition, und man einigt sich in der Mitte- raus aus dem Euro, aber IN der EU……
Joker

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Grinario February 16, 2012 at 06:22

Sehr wahrscheinlich, dass Fehrenbach taktisch vorgeht. Aber es ist trotzdem eine deutliche ABkehr vom bisherigen Mantra der politischen und ökonomischen Eliten, das besagte: “Kein Land wird fallen gelassen.”
Es ist wohl klar geworden, Griechenland ist ein derart gescheiterter Staat, dass es den Bevölkerungen in den anderen Euro-Staaten nicht vermittelbar ist, ihn in der “Zone” zu halten.
Interessant auch der geschichtliche Rückblick in der FAZ. Es ist eigentlich alles schon einmal passiert:
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/griechenland-das-land-lebt-seit-seiner-geburt-im-totalen-bankrott-11645836.html

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Joker February 16, 2012 at 23:28

…. den Link hatte ich unten auch geposted……

Joker February 15, 2012 at 11:55
Till February 15, 2012 at 12:28

Das ist meiner Meinung nach nur eine Facette – das wahre Problem ist die ungleiche Verteilung des Wohlstands, die Konzentration auf ganz wenige.

Das zieht sich durchz die gesamte menschliche Geschichte, und endet immer mit einer Umwälzung – meistens Krieg, manchmal Aufstände und Revolutionen, mal neue Religionen (vor 1000 Jahren hat man neue Religionen / Religionsrichtungen gegründet anstatt das kommunistische Manifest zu schreiben).

Immer war das Vermögen danach wieder gleicher verteilt – manchmal allerdings erheblich weniger… Kollateralschäden hatten Kriege auch schon früher.

Geld drucken ist auch nichts neues, das wurde schon immer gemacht, vor allem um Kriege zu finanzieren. Geht eine Zeitland gut, endet immer im Desaster (man hoffte das die Kriegsbeute das ganze rettet).

Dies gab es auch schon vor dem Papiergeld – da wurde einfach in die königlichen Heller 90% Blei/Kupfer und 10% Silber gemischt.

Kreditpyramiden und Staatspleiten gabs auch schon immer – die Fugger hatten erst als Pfand sich vom Habsburgerreich Silberminen verpfänden lassen, und da auch schon damals Kredite mit neuen Krediten bezahlt werden mußtern war die Pleite unausweichlich(insbesonders da die Einnahmen aus den Silberberkwerken auch noch fehlten).

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Joker February 15, 2012 at 19:36

und ich dummer Idealist will nicht wahrhaben, dass wir uns vielleicht doch entwickeln koennen?
Da stirbt die Hoffnung…….. das Menschen die einzigartige Faehigkeit besitzen (sollten), zu entscheiden wie sie auf unabaenderliche Umstaende reagieren.

Kennt jemand den ersten asset bubble, die hollaendische Tulpenblase? …. Nachlesenswert.

Und das ironische an dieser Krise ist ja, dass Bernanke die ganze Kohle druckt, um die Wiederholung der Depression in den 30iger Jahren zu vermeiden.

Vielleicht bin ich einfach nur einen Schritt weiter – ich weiss es wird irgendwann knallen – und ich wuerde mich “zu Tode” lachen, wenn es Dezember 12 passieren wuerde……

Meine Gehirnwendungen beschaeftigen sich damit, was wir anders machen muessen, um die gemachten Fehler nicht zu wiederholen……
Ich versuche, Depression zu vermeiden – diese Zeit der Erstarrung zu nutzen, um das danach vorzubereiten.

Ich kann nicht verhindern, was Angie und Co da anstellen. Ich kann nicht verhinderen, dass das eines Tages nicht genug sein wird. Ich weiss, wir koennen uns nicht alle mit Konserven bewaffnet auf’s Land zurueckziehen. Das kann ich alles nicht kontrollieren.
Aber dafuer sorgen, dass die Ideen da sind, es danach besser zu machen, dass ist meine Entscheidung.

Und moeglichst viele dazu zu bewegen, dieses auf ihre Weise auch zu tun. Jammern hilft nicht. Wir koennen im Moment nur die Nerven behalten, und uns gegenseitig dabei helfen, die Nerven zu behalten. (wozu dieser Blog sich hervorragend eignet, im uebrigen).

Wir werden die Kraft brauchen, in Koerper und Seele. Und je gesunder wir beim Knall ankommen, desto besser.

Und ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben, dass wir diesen Knall moeglichst ohne Krieg und ohne unnoetige Zerstorerung hinbekommen.

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Till February 15, 2012 at 22:04

Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Eine einmalige Vermögensabgabe von 50% (Multimilliardäre, aber auch Lebensversicherungen), um die Schulden allgemein zurückzuführen, anschließend Installation einer permanenten Vermögens- und Erbschaftssteuer (90% Spitzenwert).

Das würde den Knall vermeiden und uns über frühere Epochen herausheben (nicht alle, so was ähnliches haben schon die alten Griechen einmal durchgezogen). Einzelne Individueln können immer noch viel anhäufen, aber es wird permanent wieder zurückgeführt.

Aber sowas ist gerade undenkbar – lieber die Welt abbrennen als den wirklich wichtigen Leute etwas wegnehmen.

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Joker February 16, 2012 at 10:03

Der Knall ist unvermeidbar. (die Preisrelationen sind viel zu sehr verschoben). Und die Lebensversicherungen, sind im Zweifel schon nichts mehr wert, da ist nichts umzuverteilen….:-)

Was Du vorschlaegst, ist schon mal versucht worden – unter dem Name real-existierender Kommunismus. Sprich mal mit jemanden , der die DDR bewusst erlebt hat, ob “da alles besser” war?

Wieviele Multimilliadaere hat Deutschland – 10 – 15? Da kommen vielleicht ein paar Milliarden zusammen, nur das meisten duerfte illiquide Assets sein (willst Du jedem in Deutschland eine Aldi Aktie geben, und dann wird alles besser?). Und bei dem Billiarden Bedarf – ein Tropfen auf den heissen Stein.

Mit einer 90% Vermoegensabgabe erreichst Du vor allen Dingen eins – alle legen die Fuesse hoch, weil es sich nicht lohnt. (Schweden hat das mal ausprobiert – und irgendwann “freiwillig” aufgegeben.)

Und dann bleibt nicht viel zum umverteilen. Die Griechen machen das gerade durch. Anderer Leute Geld ausgeben. Moechtest Du da hin?

Noch eins, ich und viele andere, die ueberproportional von diesen Vorschlaegen betroffen sind, haben schon abgestimmt – mit den Fuessen.

Joker

Joker February 16, 2012 at 10:06

und noch was -

vielleicht beruhigt das etwas – wenn es knallen wird, werden alle verlieren, und wahrscheinlich mehr als 50%!

Der Alte February 16, 2012 at 11:28

@ Joker
Die DDR war ein System bei dem sich weder individuelle Leistung, noch Vermögen gelohnt habe.
Darum hinkt der Vergleich…

IMHO geht es Till darum ein System zu errichten, bei dem
1. sich individuelle Leistung lohnt
2. es ein Ungleichgewicht der Vermögen gibt, das ein stabiles, bewusst kontrolliertes
Ungleichgewicht darstellt.

Das Problem unserer Gesellschaft ist ein WACHSENDES Ungleichgewicht.

Eine gestaffelte Erbschaftssteuer bis 90% ist eine gute Möglichkeit einen Großteil der Vermögen wieder zum Staat zurückfließen zu lassen.
Der Staat kann damit seine Schulden reduzieren oder gestalterisch tätig werden.

Für Firmeninhaber könnte die Erbschaftssteuer erst bei Verkauf fällig werden;
mit einem sinkenden Steuersatz, je nachdem wie lange das Unternehmen weitergeführt wurde. Ich würde einen Nachlass von 2% pro Jahr vorschlagen.
Somit könnte man eine Firma nach 50 Jahren ohne Steuerlichen Nachteil verkaufen.
Vermutlich gab es inzwischen bereits den nächsten Erbfall in der Kette der Nachkommen :-)
Mit einer solchen Regelung kann niemand meckern, dass alle Familienunternehmen wegen der Erbschaftssteuer kaputt gingen.

Eine Erbschaft ist ein Geschenk zu dem der Erbe nichts kann.
Somit ist eine hone Erbschaftssteuer auch nicht ungerecht!

In einer stabilen Gesellschaft gilt es einen Mittelweg zu finden zwischen
1. Alle Menschen sind gleich und
2. Leistung muss sich lohnen

Geld entsteht übrigens durch leihen — es wird nicht wirklich gedruckt.
Die Schulden der Staaten sind die Vermögen… na? von wem wohl?
Vereinfacht ausgedrückt:
Sind alle Staatsschulden weg, hat keiner mehr Geld
Sind die Staatsschulden hoch, ist viel Geld da (bei wem auch immer)

Wenn bei steigenden Staatsschulden die breite Masse immer weniger verfügbar hat, so geht etwas drastisch daneben.

In den entwickelten Staaten mit dem geringsten Ungleichgewicht haben die Menschen nach einer Studie (link vergessen, ist auch schon ein paar Monate her)
die höchste Lebenserwartung, Lebensqualität, Bildungsqualität, Wirtschaftswachstum (ja, es gibt dann auch eine Binnenkonjunktur)

Torsten February 17, 2012 at 07:02

Jocker, Du schreibst mir aus der Seele. Danke dafür!

Markus, wie immer mal wieder, solche obigen Artikel, hmmm, das hat schon was. :)

Wir sagen ja immer, “Wir sehen uns..”, “bis bald..und wir sehen uns..”, “Wir sehen uns morgen..bis denne” usw..usw..!
Wir schreiben oder sagen niemals dazu, wo es denn stattfinden wird, wo wir uns denn wiedersehen werden.

Daher:

Grüße und wir sehen uns morgen wieder in diesem Blog!

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Martin February 15, 2012 at 12:32

Ja. Markus, ich gebe mit auf.
Tagesaktuell wurde diese Nachricht sogar vom Hesichen Rundfunk aufgegriffen.
http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/geldpolitik/kauf-von-wertpapieren-japans-notenbank-forciert-den-kampf-gegen-deflation/6209008.html
Die Zentralbanken können und werden beliebig viel Geld bereitstellen.
Daraus folgt Aktien kennen nur steigende Kurse trotz Deiner geschilderten Fakten.
Daraus folgt Inflation mal sehen wie schnell

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Nina February 15, 2012 at 16:49
Nina February 15, 2012 at 17:12

Endstation der Armut: Zeltstädte jetzt in mehr als 55 US-Metropolen
http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=14282

Zum präventiven Schutz dieser Zelt-Armut lässt Präsident Obama seine Flugzeugträger auf den Weltmeeren kreisen.

Die Amerikaner sind leidensfähig wie ihre Vorfahren, die Indianer.
Ob sie so kämpfen können?
Dazu braucht man eine Ehre.

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Joker February 15, 2012 at 17:29

Fuer die Leseliste:

erfolglose spanische Emigration nach Norwegen…. (en ingles….)

http://elpais.com/elpais/2012/02/15/inenglish/1329314858_033115.html

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Joker February 15, 2012 at 18:55

und noch einer:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/griechenland-das-land-lebt-seit-seiner-geburt-im-totalen-bankrott-11645836.html

Die FAZ hat eine wunderschoene Beschreibung ueber Griechenland in 1858 gefunden…… Wiedererkennungseffekte mit der gegenwaertigen Situation sind nicht zufaellig!

Bitte, bitte auf die Leseliste tun.

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Hope February 16, 2012 at 13:46

@Joker.
Du hast Recht.
Auch ich mache mir Gedanken, wie ein Neuanfang aussehen könnte.
Ich versuche, meine Kinder und mich so gut wie möglich vorzubereiten.
Aber ich lebe im Tal der Ahnungslosen.
Werde schief angeschaut.
Manchmal denke ich, sind wirklich die anderen verrückt oder bin es doch ich…

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Commolus February 15, 2012 at 17:51

Zu deinem Artikel über Österreich.

Unsere Firma ist ein Maschinenbaubetrieb, der sehr stark Export orientiert ist (no, na in Österreich :) ).
FACTS: Unsere aktuellen Auftragseingänge liegen derzeit ca. 30 % unter Vorjahresniveau. Wir haben in den letzten 2 Monaten 10% unserer Belegschaft abbauen müssen. Das Stammpersonal ist im Moment noch nicht davon betroffen. Bis jetzt hat es “nur” Leasingpersonal getroffen.

Dennoch spielen (simulieren) wir “sämtliche” Szenarios durch. Bis hin zu einer 3 monatigen Pause in der Fertigung. Dies wird im Moment noch mit Urlaubsabbau und Zeitausgleich kompensiert. Kurzarbeit ist angedacht.

Soviel zum Thema. Unter diesen “Vor”-Zeichen wundert es mich nicht, dass MOODYS Österreichs Ausblick auf negativ gesetzt hat.

Bei anderen Unternehmen sieht es leider ähnlich aus.

Woher die Regierungen ihre Zahlen nehmen ist mir schleierhaft.
Die von mir genannten Zahlen beziehen sich nicht einmal auf das erste Quartal 2012 sondern rein auf Auswertungen Okt., Nov., Dez. und Jänner. In einer zweiten Auswertung nahmen wir noch die Zahlen bis zum 14.02 dazu und es wurde noch düsterer.

Mir kommt es leider so vor als ob wir uns nicht auf dem Weg AUS der Krise befinden sondern geradewegs, unter vollen Segeln DARAUF ZU STEUERN. Ich hoffe ich Irre mich doch leider sprechen die Zahlen eine eindeutige Sprache.

Was mich persönlich erschreckt ist die Geschwindigkeit mit der es im Moment bergab geht. So etwas hab ich noch nicht erlebt. Es wird sicher noch dauern bis die ersten Quartalsberichte veröffentlich werden und auch die breite Öffentlichkeit von diesen Zahlen erfährt aber ich bin mir sicher dass auch in anderen Unternehmen hinter der Fassade jetzt bereits die Köpfe qualmen denn ich kann mir nicht vorstellen dass wir das einzige Unternehmen sind dass auf einen einbrechenden Absatzmarkt blickt. Leider.

LG aus der Alpenrepublik

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markusgaertner February 17, 2012 at 19:12

Beste Grüße zurück, mit DANK für die vielsagende und gute Beschreibung der Zustände …. Markus

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der Kinder February 15, 2012 at 18:39

Hallo Herr Gärtner, nicht aufgeben- wir mögen Sie trotzdem :-) ). Sie haben im Bericht und in der Grafik noch die Spanier vergessen. Da ich selbst hier ansássig bin, musste ich heute morgen schon lachen, als der TV Sender ntv mitteilte- die Situation in Griechenland spitzt sich zu, denn die Arbeitslosenzahlen haben 20 % erreicht. Na super, damit liegen die Griechen noch 3 % unter den Spaniern. Die haben Spanienweit Ende Februar 23,4 % Arbeitslosigkeit. Wenn man dann nur mal die Kanaren betrachtet wird einem dann leicht schwindelig, denn dort liegen wir bei 30,9 % trotz einem Zuwachs von 12 % bei den Gästezahlen. Nur Andalusien liegt mit 31,3 % noch höher
http://www.canarias7.es/articulo.cfm?id=249062

Diese Pluszahlen der Ankünfte wurden zwar durch die Krisen in Ägypten und Tunesien hervorgerufen- aber die Hotels haben trotzdem kaum Neueinstellungen durchgeführt, da man weiss das dieses Plus einigen Krisen in den erwähnten Ländern zu verdanken ist. Die Baubranche liegt eh am Boden und somit ist es absehbar bis sich hier die vielen finanzierten Immobilien in Luft auflösen und dann die Banken in die Tiefe reissen. Es bleibt also spannend und wir beobachten es weiter……aber lustig wird der Ausgang sicher nicht.

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Nina February 15, 2012 at 19:04

Die Sberbank hat heute den Kauf der Volksbank International abgeschlossen
http://de.rian.ru/business/20120215/262697130.html

Der tschechische Präsident Vaclav Klaus hat heute in der Türkei die EU scharf angegriffen, da sie die wirtschaftliche Entwicklung seines Landes bremst.
Klaus führt eine Delegation mit 60 führenden Wirtschaftsbossen aus seinem Land an.

Der Paternoster bewegt sich.

Vor noch nicht allzu langer Zeit war die Al-Qaida der weltweite Terrorböswicht Nr.1, den man mit Marschflugkörpern etc. in afghanischen Höhlen bekämpft hat.
Die haben doch die Zwillingstürme gesprengt. Oder?
Heute ist dieser Verein engster verbündeter der NATO.

Das Erbe wartet schon.

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Andy February 16, 2012 at 13:26

Kann mich erinnern, dass früher, egal ob fernsehen od. Zeitung, die Konjunkturentwicklung und die Lohnentwicklung immer mit Brutto und Inflationsbereinigt angegeben wurde. Seit einigen Jahren wird immer nur von Wachstum geredet, aber nicht mehr wieviel wirklich davon ‘Inflationsbereinigt’ ist. Warum wohl. Wenn die Kraftstoffpreise um 12% raufgehen, dann wird auch nominell um 12% mehr verkauft (vorausgesetzt es wird gleich viel auto gefahren und geheizt). Tatsächlich wird aber deswegen kein Liter mehr an Treibstoff verbraucht/verkauft. Aber es ergibt dann dafür eine schöne Zahl beim ‘Wachstum’.

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markusgaertner February 17, 2012 at 19:11

… absolut richtig, ein Grund mehr, hier zu lesen … Viele Grüße

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King Balance February 16, 2012 at 13:33

Ryanair-Chef Michael O’Leary bezeichnet Brüssel als den Todesstern der Star-Wars-Trilogie und empfiehlt allen Politikern, besonders den Jungen, ihre Beine in die Hand zu nehmen und aus Brüssel und der EU-Diktatur zu fliehen. Die Gründe für die gegenwärtige Wirtschaftskrise seien in der EU-Führung zu finden… Link: http://julius-hensel.com/2012/02/ryanair-chef-spricht-in-brussel-klartext/

“Sonderbar, dass es den Wölfen immer wieder gelingt, die Welt von der Gefährlichkeit der Schafe zu überzeugen. ” – Austin O’Malley

Westliche Demokratie: Realität oder Fassade?

„Das ist Demokratie, wenn man sich aussuchen kann, wer einen verarscht.“ – Hagen Rether

“Terrorismus ist alles, was ein Gesetz bricht und menschliches Leben gefährdet.”
- Definition laut Patriot Act

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Joker February 17, 2012 at 19:00

h/t alphaville

Fuer alle die Griechenlland retten wollen-

das beste “Spiel”! Einfach spitze!!!

http://crookedtimber.org/2012/02/16/so-what-would-your-plan-for-greece-be/

Have fun!

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Joker February 17, 2012 at 21:01

@ der Alte

wachsendes Ungleichgewicht – hmhmmm – aehmh……

Ja stimmt. Weiss ich, ist ein Punkt. Und ich glaube auch, das dies “anzupacken” ist. Nur ich habe ganz grosse Zweifel, ob hohe Erbschaftssteuern der Weg sind. (es waere besser, die Ungleichgewichte gar nicht erst enstehen zu lassen, weil ex-post Besteuerung zu Fehlanreizen fuehrt) (und um die gerade existierende Ungleichverteilung brauchen wir uns keine Sorgen mehr zu machen, das loest sich bald ganz von selbst).

Ich habe ich fuer vieles schwer geschuftet, und auf viel Konsum verzichtet. Und damit ein bisschen was erreicht, und dafuer schon sehr viele Steuern und Abgaben bezahlt in Deutschland, zum Schluss ueber 50% auf laufende Einkommen. Und ganz ehrlich, den Rest moechte ich selber ausgeben. Ohne weitere Einmischung.

Reply

dickbrettbohrer February 19, 2012 at 08:01

Joker:
Was “der Alte” abgesondert hat, ist purer Blödsinn. Wortmüll.

Schönen Sonntag, trotz allem!
dickbrettbohrer

Reply

Joker February 19, 2012 at 20:50

Danke!

Insbesonders, da ich heute viel Zeit damit verbracht habe, Vermoegen zu erhalten, aber eigentlich nicht dafuer das andere es wieder ausgeben koennen…..:-)

Ernsthaft – Herstellung von Chancengleicheit halte ich fuer ich fuer wichtig, nur doch nicht so!

Reply

Stefan Wehmeier February 21, 2012 at 14:56

„Der Sparer erzeugt mehr Ware, als er selbst kauft, und der Überschuss wird von den Unternehmern mit dem Geld der Sparkassen gekauft und zu neuen Realkapitalien verarbeitet. Aber die Sparer geben das Geld nicht her ohne Zins, und die Unternehmer können keinen Zins bezahlen, wenn das, was sie bauen, nicht wenigstens den gleichen Zins einbringt, den die Sparer fordern. Wird aber eine Zeitlang an der Vermehrung der Häuser, Werkstätten, Schiffe usw. gearbeitet, so fällt naturgemäß der Zins dieser Dinge. Dann können die Unternehmer den von den Sparern geforderten Zins nicht zahlen. Das Geld bleibt in den Sparkassen liegen, und da gerade mit diesem Geld die Warenüberschüsse der Sparer gekauft werden, so fehlt für diese jetzt der Absatz, und die Preise gehen zurück. Die Krise ist da.
Hier nun wollen die Umgestalter der Notenausgabe eingreifen. Sie sagen: warum ist die Krise ausgebrochen? Weil die Preise fielen, und die Preise fielen, weil es an Geld fehlte, d. h., weil das vorhandene Geld wegen des herabgesetzten Zinsertrages der Sachgüter nicht angeboten wurde:

http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Zeitreihen/WirtschaftAktuell/Schluesselindikatoren/Verbraucherpreisindex/liste__vpi,templateId=renderPrint.psml

Gut denn, so lassen wir die Sparer und Sparkassen im Besitz des Geldes. Sie mögen das Geld verscharren. Und wir drucken neues dafür. Der Staat verfertigt Geld und liefert es den Unternehmern, wenn die Sparer und Kapitalisten es ihnen vorenthalten. Sinkt der Zins der Realkapitalien, so geht der Staat mit dem Zins auch herunter. Können die Unternehmer nur noch 3-2-1% aus den Häusern, Fabriken, Schiffen schlagen, so geben wir den Unternehmern das Geld für 3-2-1%, und wenn es sein muss, zu 0%.
Das klingt ja gut; der Vorschlag ist einfach, und man hält ihn für verständig. Aber er klingt nur gut für den Laien. Ein geübtes Ohr vernimmt da schrille Misstöne.“

Silvio Gesell („Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld“, 1916)

Nachdem seit einem Jahrhundert alle wesentlichen makroökonomischen Zusammenhänge vollständig geklärt sind, immer noch nichts begriffen zu haben, ist eine „Leistung“, die der „hohen Politik“ so schnell keine andere Disziplin nachmachen kann:

http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/10/vollinvestition.html

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