Wyoming stellt sich auf den totalen Kollaps der USA ein

by markusgaertner on 28/02/2012 · 20 comments

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Sie nennen es die “Miller Doomsday Bill”. Es ist eine Gesetzesvorlage, die am Freitag im Regionalparlament des US-Bundesstaates Wyoming in erster Lesung abgesegnet wurde. Die nötige Mehrheit war kein Problem: Was macht Wyoming bei einem völligen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Kollaps der USA ?

Die Billings Gazette – Verbreitungsgebiet Wyoming und Montana -berichtet in ihrer Onlineausgabe, dass mit dem Beschluss eine Studie in Auftrag gegeben wird, die klären soll, was der Bundesstaat im GAU-Falle tun kann.

Eines steht schon fest: Die “House Bill 85″ sorgt für die Einrichtung einer “Government Continuity Taskforce“, die alles von Unterbrechungen der Nahrungsversorgung über einen Zusammenbruch des Energienetzes bis hin zu einem völligen Ausfall der Zentralregierung studiert.

Die möglichen Maßnahmen reichen bis hin zu der Einführung einer eigenen lokalen Währung, falls nötig. Ein Zusatz zu der House Bill 85 sieht im Extremfall sogar die Rekrutierung für eine lokale Armee vor sowie die Beschaffung einer Luftwaffe und eines Flugzeugträgers.

Wer sich an die schönen Bergaufnahmen vor den Grand Tetons erinnert, vor denen jedes Jahr im August die Notenbanker für den traditionellen Fed-Gipfel posieren, fragt sich, wie ernst sich der Rocky Mountain-Staat Wyoming den möglichen Ernstfall wirklich vorstellt.

Der Autor der Gesetzesvorlage, der Abgeordnete David Miller, sieht nach eigenen Angaben keine unmittelbare Gefahr für den Zusammenbruch der US-Regierung. Er verweist aber auf den enormen Schuldenberg und die wachsenden Proteste überall im Land.

Hier eine Stimme aus dem Regionalparlament, zitiert von der Billings Gazette:

“I don’t think there’s anyone in this room today what would come up here and say that this country is in good shape, that the world is stable and in good shape — because that is clearly not the case,” state Rep. Lorraine Quarberg, R-Thermopolis, said. “To put your head in the sand and think that nothing bad’s going to happen, and that we have no obligation to the citizens of the state of Wyoming to at least have the discussion, is not healthy.”

Und noch ein sachdienlicher Hinweis, der ebenfalls sehr vielsagend ist:

Wyoming’s Department of Homeland Security already has a statewide crisis management plan, but it doesn’t cover what the state should do in the event of an extreme nationwide political or economic collapse. In recent years, lawmakers in at least six states have introduced legislation to create a state currency, all unsuccessfully.

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{ 15 comments… read them below or add one }

Andreas Ludwig February 28, 2012 at 07:57

@Tom
Und wie sich das Volk ausrauben lässt
Und wie das Volk gerne Wegschaut bei der ganzen Misere.Der ein oder andere berichtet hier ja auch davon, wie sein Umfeld es einfach ignoriert oder gar nicht wissen will was abgeht.So geht es mir ja auch.Ich als Selbständiger habe ja auch mal die Freiheit nach einem Kundenbesuch in mein Stammcafe zu fahren.Auch um 2 Uhr Nachmittags. Da sehe ich auf einmal Leute die ich gut kenne und im Angestelltenverhaltnis sind.Auf meine Frage ob er krank ist sagt er trocken,kein Geschäft.Der andere arbeitet in einem Rüstungsunternehmen die unter anderem Nachtsichtgeräte herstellen, es ist Kurzarbeit.Geht seit 3Monaten nichts.2008 und 2009 hätten sie gearbeitet wie die Idioten wo andere kurz geschafft haben und jetzt geht nichts mehr.Der Spruch wir gehen kaputt und schieben den Griechen das Geld hinten rein kommt postwendend.
Ich sage nichts.Ich möchte die Stimmung nicht aufheizen.Es kommt Michael rein.Seit einem Jahr weiss er nicht wie es in seiner Druckerei als super Mediengestalter weiter geht.50 Bewerbungen hat er geschrieben mit 41.Nur Absagen.Aus allen Branchen.Er schaut mich an und sagt mein Chef macht im März die Bude bestimmt zu.Seit 2monaten kein Geschäft mehr.Die Luft ist wohl raus.Ich habe 2 Kinder und nach 12Monaten bin ich Harz4.Und jetzt Andi? Ich schau ihn an und sage kämpfe.Trinke meinen Cafe und zahle.Ich weiss doch was ich sagen könnte.Ich halte die Klappe.Ich habe vor 3 Jahren in diesem Cafe den Ruf bekommen als Manisch Depressiv, weil ich von Krise und Zusammenbruch gesprochen habe.Der letzte Spruch von Michael war dann, du hast Recht behalten.Ich klopfe ihm auf die Schulter und fahre ins Büro.Lese dort das Die deutschen Autohersteller an ihre Mitarbeiter 10.000Euro Prämie ausschütten wollen.Normaler Alltag nicht im Pott sondern mitten im Ländle

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Frank February 28, 2012 at 18:04

@ Andreas Ludwig

Hallo, ich bin Mitte 40, habe erfolgreich ein MINT-Fach studiert (Warum habe ich mir das nur angetan? Mit Volkswirtschaft könnte ich jetzt viel mehr anfangen.) und finde einfach keinen Arbeitsplatz.
In 9 Monaten habe ich ca. 80 Bewerbungen geschrieben, und nicht eine Einladung erhalten. Und nein, es war kein Serienbrief, jede Bewerbung war eigens für die jeweilige Firma “optimiert”.
Fachkräftemangel?

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Jens February 28, 2012 at 09:50

@Andreas:
“Ich halte die Klappe.Ich habe vor 3 Jahren in diesem Cafe den Ruf bekommen als Manisch Depressiv, weil ich von Krise und Zusammenbruch gesprochen habe.”
Genau das habe ich auch erlebt, just wieder vor 4 Tagen. Man würde sich echt Sorgen um mich machen, ob ich nicht chronisch depressiv sei. Ich sehe es nicht ein, dass ich mir mein Image weiter ramponiere, wer es nicht hören will, muss eben selber dahinter kommen. Ich bin jedenfalls froh, für den Fall der Fälle mich und meine Familie vorbereitet zu haben.

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markusgaertner February 28, 2012 at 16:13

Jens, lassen Sie sich nicht unterkriegen. Was ich hier abgekriegt habe für meine Kommentare, passt in kein Buch mehr. Es ist nicht wichtig, was andere über Ihre Analyse denken. Entscheidend ist, dass Sie regelmäßig Ihre Annahmen und Rückschlüsse überprüfen, gut zuhören und offen für andere Meinungen bleiben. Man lernt viel beim Austausch, das zeigt sich ja auch hier in diesem Blog. Ändert sich Ihre Meinung oder Einschätzung nicht, kann sie nicht so furchtbar falsch sein. Was andere von Ihnen denken, können Sie ohnehin meist nicht beeinflussen … Viele Grüße, Markus

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vlk February 28, 2012 at 16:25

Kopf hoch Herr Gärtner,

Lemminge sind zwar Systemkonform aber den Non-Konformisten gehört die Freiheit des Denkens …
In dem Sinne – weitermachen !
Ihr Blog ist einer der besten die es gibt.
Und wenn der große Knall kommt – haben Sie hoffentlich Plan B in der Schublade..

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markusgaertner February 28, 2012 at 21:56

… dann schreibe ich über all die positiven Entwicklungen, über die ich mich wie ein Kind freuen werde ….. Viele Grüße

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Carsten February 28, 2012 at 12:03

Interessant, aber wie wahrscheinlich ist so ein Szenario wirklich?
Ich bin der Ansicht, dass Gesellschaften sich nach festen Strukturen sehnen, damit der Einzelne irgendeine Form von Planungssicherheit besitzt. Wenn der Druck sich nicht schlagartig erhöht, sind Menschen zu großen Entbehrungen fähig, wenn ihnen dafür zumindest eine “Gesamt-Ordnung” erhalten bleibt. Trotz der desolaten Lage der Vereinigten Staaten, die vielleicht in Teilen der 90er-Rezession ähnelt, bin ich eigentlich recht optimistisch, dass die amerikanische Gesellschaft den Diskurs um die Verteilung des Wohlstands in einem Sinne weiterführen wird, der einen wie hier skizzierten totalen Kollaps vermeidet.

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Florian Z February 28, 2012 at 12:08

@Andreas Ludiwig

Du sagst das “sein Umfeld es einfach ignoriert oder gar nicht wissen will was abgeht”.
Muss ich dir zustimmen.
Aber es ist auch nachvollziehbar.
Seit dem Beginn der Industrialisierung hetzt die Menschheit dem Wachstum und dem Rationalisieren hinterher.
Seit der Multimedialisierung der 1960ger70ger durch TV und der Digitalisierung der 1980/90 hetzt alles hinter Spaß und Nonsens her.
Es läuft derzeit irgendwo die Werbung von Fonic mit dem Inhalt:
Wir beeilen uns nicht, wir simsen, dass es später wird.
[b]Wir denken nicht, wir googeln.[/b]
Wir sagen unsere Meinung nicht, wir posten sie.
Allein bei solchen Aussagen findet man den Hinweis. Die meisten sind mit der Tatsache überfordert. Wir denken nicht, wir googeln. Nur wo findet man bei Google “Verhaltensplan Geldentwertung”.
Jetzt langsam wachen nach und nach die Leute um mich herum auf und das beschriebene Bild wie aus deinem Kaffee zieht durch gesamt Deutschland.
Es verschlimmbessert sich von Tag zu Tag. 100.000 Berliner Harz4-Empfänger müssen wegen Mieterhöhung umziehen. Da stelle ich mir seit der Einführung von Harz4 schon immer die Frage:
Alles um mich herum steigt. Mieten, Energiekosten, Lebenshaltungskosten, Steuern, Beförderungskosten, Löhne, Wirtschaftswachstum Exportzahlen etc etc. Nur von einem habe ich noch nie etwas gehört das es angehoben wird. Harz4.
Irgendwo war die Zahl der Menschen die derzeit in Deutschland ohne Strom leben weil sie Zwangsgesperrt sind, da sie ihre Rechnung nicht mehr zahlen können.
Und nun wären wir im hier und jetzt. Den 2000dern Bzw die 10nern und da entwickelt es sich leider nicht wie vorhin beschrieben in den 60/70/80/90.
Nun sind wir da angekommen wo die Massenarmut anfängt zu wachsen und erst mit ihr wird auch wieder die Wut auf diejenigen wachsen die das ganze vermasselt haben.
Da die Massen aber schon so abhängig von Strom, Wasser und ihrer Sucht nach Unterhaltung sind, bleibt ihnen nur das Verdrängen.
Wie der Österreicher Wutbürger Roland Düringer in seinem letzten Auftritt bei Dorfers Donnerstalk sagte: Wenn ich zum Billa(Aldi) gehe und die Türe aufgeht….. “‘unterbrechung von einem anderen Gast’ ja aber das ist doch angenehm.” Düringer weiter ja das ist angenehm solange die Türe aufgeht. Und wenn sie nicht mehr aufgeht, schlagen wir sie ein und dann? Dann ist es nicht mehr angenehm.
Das gesamte Interwiev ist sehr interessant.
In diesem Sinne F.Z.

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Ohmann February 28, 2012 at 12:30

De ameriganer kennen mi am OaSCH LECKN:

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Rode February 28, 2012 at 12:32

Wenn ich nur meinem eigenen Eindruck folge, ohne die Beschönigungs- und Beweihräucherungsnachrichten zu werten, dann befinden wir uns im Sturzflug. Auftragseinbrüche, plötzliche Änderungen in Gesetzen ( EEG Solarvergütung ), so das unserer Branche innerhalb von TAGEN jegliche Geschäftsgrundlage entzogen wird, ein Hardcore- Finanzamt, das sich brüstet, zum Jahresende soundsoviel mehr Steuern eingenommen zu haben ( kein Wunder, durch Pfändungen, Firmen platt machen usw. ) , das kann nicht in einem Aufschwung enden. Umliegende Unternehmen entweder in Kurzarbeit, oder in der Abwicklung, und Licht am Horizont ja, aber nur im Ausland. Jugend auf der Flucht, nach Dänemark, Holland, dort, wo Arbeit ist. Hier bleiben die Alten, Sesshaften, oder die, die an eine positive Veränderung NOCH glauben bzw. mit Hartz-4 ruhig gestellt worden sind. Die Geheimdienste beschäftigen sich mit dem Auswerten von 37 Mio. Mails, und sehen nicht den Balken vor ihren eigenen Augen. Es wird hier, unter uns, zum Knall kommen, und das dauert kein Jahr mehr.

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Andreas Ludwig February 28, 2012 at 12:57

@Ohmann
Der war gut….-)))

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Sandro Valecchi February 28, 2012 at 14:37

“House Bill 85″ vs. 50 Cent? Can U.S. economy withstand crude price curse?

For some, the requirement is clear: The U.S. consumer will pay no more than 50 cents on the gallon. This topic is in the election campaign.

For others it is the way into recession: “This is the dark cloud in an otherwise brightening domestic economic picture. It’s something we need to watch right now, but not panic about yet,” stated Mr. Webman (Oppenheimer-Funds), New York.

Many consumers are angry as they warily watch gasoline prices at the pump rise week after week. After all, a spike in gasoline prices early last year helped nearly knock the economy back into recession.

Actually U.S. gas prices have jumped 8.8 percent since the start of this year, according to the Energy Information Agency, topping an average of $3.65 a gallon. This is a record for this time of the year when prices are usually on the low side because of slow seasonal demand.

Early last year, a combination of strong gasoline prices in the wake of the so-called Arab spring uprisings and disruptions to motor vehicle production after a devastating earthquake in Japan put the brakes on U.S. growth. Although gasoline prices are 41 cents higher than they were at this time last year, there are no supply-chain problems disrupting factory production and winter this year has been unseasonably warm, giving the economy a mild stimulus.

“Fortunately the U.S. economy is on an upswing, not strong but on the way up. It’s in a better shape to deal with the oil prices,” some analysts said.

Recent data ranging from employment to manufacturing have been solid, leading economists to temper their expectations of a sharp slowdown in U.S. economic growth in the current quarter. The brightening outlook has helped support oil prices, although the main driver appears to be fear that a confrontation between Western nations and Iran could end up disrupting oil supplies. Actually U.S. crude prices hit a more than nine-month high at $106.72 a barrel.

The rise in gasoline prices poses a threat to both inflation and growth. It acts as a tax on households, which are already strained by weak income growth, and will likely pull spending away from non-energy goods and services. So far, the pinch has been tempered by falling prices for natural gas. Natural gas prices dropped 2.9 percent in January, their fourth straight monthly decline.

Sam Bullard (Wells Fargo Securities, North Carolina), said even at $4 a gallon, gasoline would not push the economy into recession on its own, although it would eat up the benefit of the recent extension of the payroll tax cut, which is expected to provide $1,000 in relief to the average family this year. “If that is the only thing to happen I don’t think that will turn us back into recession,” he is convinced.

Last year when prices breached the $4 a gallon mark, they stayed there for only three weeks. Economists argue that if they were to rise that high this year, households would likely view the increase as temporary and dip into savings to fund purchases.

A strengthening in the labor market, which has enjoyed two straight months of solid job gains, is also seen helping to support spending. But higher gas prices do present a fresh headwind that increases the economy’s vulnerability to other shocks.

Ultimately, it is to explain the object of the administration of President Obama’s plan: Federal Budget 2013.
Sandro Valecchi, Analyst, Berlin

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Nina February 28, 2012 at 15:29

In den USA baut sich eine mächtige Gegenbewegung auf, die so in Deutschland und in Europa noch nicht existiert:
http://www.youtube.com/watch?v=r2iG1RloEZk

Der totale Kollaps kann immer noch verhindert werden, wenn die Masse den Arsch bewegt.

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Andreas Ludwig February 28, 2012 at 15:59

Halloooo? Was erzählt ihr denn? Schaut mal hier…es geht ab in den Staaten….

http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/anlagestrategie/geldanlage-das-comeback-der-us-aktien/6260888.html

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Carsten H March 1, 2012 at 03:35

Genau so ist. Auch ich habe monatelang geredet, versucht einige meiner Freunde und Bekannten aus ihrem Dämmerschlaf zu wecken. Ergebnislos! Nicht nur das, sondern auch mir wird langsam eine Psychose unterstellt. Ich würde mich in “etwas” hineinsteigern, was so N I E passieren wird.

Geschichte ist zyklisch, wer es nicht glaubt oder sich vorstellen kann, wird eines Tages das böse Erwachen bekommen. Jeder ist aufgerufen sich mit dem Geldsystem als solches zu beschäftigen, dann versteht er die Zusammenhänge besser und kann sich -sofern Hirn vorhanden- ein eigenes Bild von der derzeitigen Situation machen.
Schulbildung Klasse 6 und eine normaler, gesunder Menschenverstand reichen aus um zu erkennen, dass irgendwann Schluss ist.

Aber – es wird ignoriert! Andernfalls müßte man ja seinen Arsch bewegen und nachdenken, was zu tun wäre. Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient. Das hat ein kluger Mann vor langer Zeit gesagt – und es stimmt!

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