Draghis Banken-Bombe

by markusgaertner on 29/02/2012 · 31 comments

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Hier kommt eine kleine Illustrierung die zeigt, wie die EZB unter Mario Draghi sich nicht nur zum indirekten fiskalischen Erfüllungsgehilfen der hoch verschuldeten Eurostaaten macht, sondern auch die Kapitalstruktur der Banken zerstören hilft.

Die EZB darf nicht direkt am Primärmarkt Bonds kaufen.

Umweglösung: Sie verleiht Dreijahreskredite (LTRO) zu 1% an die Geschäftsbanken, die mit dem Geld zu einem guten Teil Anleihen von Wackelländern kaufen, die sie sonst nicht gekauft hätten.

Wir haben das hier im Blog vor wenigen Tagen mit Grafiken für die spanischen Kreditinstitute anhand von Zahlen der nationalen Notenbank dargestellt.

Das ermöglicht den Staaten eine noch höhere Verschuldung, die sie gerne eingehen, weil sie wegen der Intervention der EZB weniger Zinsen zahlen, als sie an einem freien Markt ohne Intervention gezahlt hätten.

Die höhere Verschuldung erhöht das Ausfallrisiko auf seiten der Staaten.

Für die Banken bedeutet dieses Karussell: Sie legen sich noch mehr Staatsanleihen in die Keller und nehmen doppelt steigendes Risiko inkauf: Mehr Volumina, mehr Risiko je Anleihe.

Die EZB sichert sich bevorzugte Zugriffsrechte für den Fall einer Pleite. Das heißt: Je mehr die Geschäftsbanken Gebrauch von den LTRO-Kreditaktionen machen, desto kleiner wird der prozentuale Anteil dessen, was sie sich im Falle einer Staatspleite sichern können.

Die EZB erreicht ihr Ziel, die Staaten weiter mit Geld zu versorgen. Die Banken reparieren ihre Bilanzen mit der Zinsdifferenz zwischen dem, was sie Herrn Draghi zahlen (1%) und dem, was sie für die zusätzlichen Anleihen bekommen (4-6%).

Die Staaten geraten tiefer in die Schuldenspirale. Die Banken hängen davon ab, dass die EZB weiter ihre Wackelanleihen als Sicherheit akzeptiert, was aber nicht beliebig lange funktioniert, wie man jetzt am Beispiel Griechenland sieht.

Die Herabstufung der Hellenen auf “teilweisen Zahlungsausfall” am Montag hat die EZB veranlasst, keine Griechenanleihen mehr als Sicherheit zu akzeptieren.

Fazit: Wir nähern uns auch bei diesem abenteuerlichen Kartenhaus-Schema schnell der theoretischen Grenze, sowohl was die mögliche Fortsetzung, als auch was das tragbare Risiko angeht.

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