Spenden, schmusen, ignorieren – Die gut geschmierte Schweige-Spirale in Washington

by markusgaertner on 14/06/2012 · 2 comments

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In den US-Medien hagelt es Kritik darüber, dass die Mitglieder des Bankenausschusses im Senat am Mittwoch Jamie Dimon das Leben so leicht machten: Nur anfangs kritische Fragen, ansonsten viele Steilvorlagen, kaum Hinterfragen des verlustreichen Deals. Stattdessen dickes Lob und Schmeicheleien: Lieber Mr. Dimon, können Sie uns Ihre Meinung zu den Finanzmarktreformen sagen, und wie Sie Europa sehen, meinen Sie dass Banken etwas Nützliches sind ?

Die Webseite ProPublica schaut heute umso kritischer hinter die gestrige Schmuse-Veranstaltung zwischen Hochfinanz und Bundespolitik in den USA. Die lange Liste korrumpierender personeller Verstrickungen zwischen Mitgliedern des Ausschusses, deren Mitarbeitern („Staffer“) und den Banken verschlägt selbst mir die Sprache.

Hier ein Auszug aus der Liste von ProPublica, der Rest ist dort im Blog in seiner ganzen, großen, ausführlichen Unappetitlichkeit zu lesen ….

Weitere Details aus dem Bericht auf der Webseite: JP Morgan ist seit 20 Jahren der zweitgrößte Wahlkampfspender für den Ausschuss-Vorsitzenden Tim Johnson aus North Dakota sowie für den Top-Republikaner im Ausschuss, Richard Shelby aus Alabama. Das ist eine Information der Fachzeitschrift American Banker.

Mitarbeiter von JP Morgan haben für die Wahlkampagnen von Johnson seit 1998 über 80.000 Dollar gespendet, und seit 1990 über 136.000 für Shelby. Jamie Dimon persönlich hat im laufenden Jahr Geld für die Wahlkämpfe der Ausschuss-Mitglieder Bob Corker (Republikaner, Tennessee) und Mark Warner (Demokrat, Virginia) gemacht. Vor vier Jahren hat Dimon an Johnson und Shelby jeweils 2.000 Dollar Wahlkampfhilfe überwiesen.

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