Finanzkrise 2.0 – Willkommen im Irrenhaus

by markusgaertner on 03/07/2012 · 41 comments

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Bloomberg berichtet ganz aktuell, dass Banken in Europa, vor allem spanische und portugiesische, “ihre” mit Hypotheken unterlegten Anleihen, die sie vor der Finanzkrise gebündelt oft arglosen Investoren angedreht hatten, zu reduzierten Preisen zurück kaufen. Teilweise müssen die genannten Geldhäuser – darunter die Banco Bilbao Vizcaya Argentaria SA und die Banco Comercial Portugues SA – dafür noch 60 bis 70 Cent auf den Euro zahlen.

Die Differenz zwischen dem Originalwert und dem günstigeren Rückkaufpreis wird als Gewinn verbucht. Die wieder erworbenen Papiere werden der EZB – nachdem diese vor wenigen Tagen die Qualitätsanforderungen an solche Papiere erneut reduzierte – angedreht.

Die Schrottpapiere dienen dem Erwerb neuer Kredite durch die EZB. Die europäischen Geldhüter werden auf einem großen Teil der Papiere sitzen bleiben. Sie müssen später die Verluste darauf realisieren und – nach dem Verzehr des Eigenkapitals – Europas Steuerzahler um eine frische Kapitalzufuhr bitten.

Das kann man Geldwäsche nennen, oder Ponzi Scheme – wie in den USA – für mich ist es ein weiterer groß angelegter Betrug an den europäischen Sparern und Steuerzahlern. Die Walze der internationalen Finanzmafia fährt uns gerade das zweite Mal platt. Und in den Mainstream-Medien lese ich immer noch den Spitznamen “Super Mario”, wenn es um das trojanische Goldman Sachs-Pferd mario Draghi geht, das die EZB führt.

Die Raubritter längst vergangener Tage waren ja landfahrende Edelleute gegen diese marodierenden Schleppnetz-Finanzgauner. Man kann es nicht anders sagen. Wenn mir vor zwei Jahren jemand ein Fass Whiskey hingestellt und gesagt hätte, gib mal Deine wildesten Phantasien preis, wie das alles weitergehen kann, ich wäre auf so etwas erst kurz vor dem Delirium gekommen.

Meine größte Sorge ist jetzt: Wir werden noch einige solcher “Sanierungs” – oder sagen wir besser – Sterilisierungs-Kampagnen erleben. Der Einfallsreichtum der modernen Posträuber ist noch größer als deren kriminelle Energie.

Mir scheint, das einzige was in diesen Tagen schneller wächst als der allerorten wuchernde Schuldenberg ist die Scham- und Skrupellosigkeit der Barone dieses neuen Feudal-Zeitalters.

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