Vertrauenskrise 2.0: “Der ganze Prozess der Kapitalbildung ist korrupt”

by markusgaertner on 13/07/2012 · 29 comments

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Manipulierte Zinsen, gefälschte Dokumente, verschwundene Kundengelder: Die Liste der Bankenskandale wird länger. Eine neue Vertrauenskrise bricht aus, das Weltfinanzsystem zittert – und mittendrin steht häufig J.P. Morgan. Heute trat der Bank-Chef mit einem Milliardengeständnis vor die Öffentlichkeit.

Jamie Dimon betreibt Imagepflege und wirbt um Vertrauen. Der Vorstandschef von J.P. Morgan wird heute nach der Präsentation der Quartalsbilanz die Analysten nicht zur üblichen Telefonkonferenz laden. Er wird sie persönlich in der Zentrale der Bank in New York begrüßen. Händedruck statt Einwahl-Code. Das Tête-à-Tête hat einen guten Grund: Die Wall Street muss eine Serie schwerer Skandale bewältigen, und in einigen davon spielt J.P. Morgan eine prominente Rolle.

Die Finanzbranche als kaum zu vermessender Sündenpfuhl und mafioses Kartell? Der Imageschaden jedenfalls ist schon jetzt nicht zu beziffern, das Vertrauen der Öffentlichkeit in Banken und Banker ist weitgehend dahin. “Die Leute an der Wall Street haben mit Ehrlichkeit nichts mehr am Hut”, beklagt sich selbst Roger McNamee, der Mitbegründer des auf Medien- und Techfirmen spezialisierten Finanzinvestors Elevation Partners in New York, der ein Büro im Silicon Valley betreibt. “Der ganze Prozess der Kapitalbildung ist korrupt, das Verhalten der Nasdaq beispielsweise beim Börsengang von Facebook grenzte an Kriminalität”, so McNamee.

Mehr dazu in meinem heutigen Bericht im Manager Magazin

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