Im LIBOR-Skandal droht jetzt eine transatlantische Schlammschlacht

by markusgaertner on 18/07/2012 · 16 comments

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Manipulationen auf Befehl, Verstrickungen selbst der britischen Zentralbank und Regierung: Nichts scheint im neuen Großskandal der Finanzbranche, der Manipulation des Interbanken-Zinssatzes Libor, mehr unmöglich. Jetzt droht der Skandal auch eine transatlantische Dimension zu bekommen.

Nach einem Dutzend international agierender Großbanken aus Europa drohen jetzt auch US-Geldhäuser in den Libor-Strudel gezogen zu werden, der sich zur neuen Vertrauenskrise der Finanzszene ausweiten könnte – Senator David Vitter hat US-Notenbankchef Ben Bernanke bei seiner gestrigen Anhörung im Senat bereits zur Rede gestellt.

Der Republikaner aus Louisiana wollte von Bernanke wissen, ob US-Banken ebenfalls den Libor manipuliert hätten. Bernanke wand sich um die Antwort – und beantwortete die Frage mit dem Hinweis auf laufende Ermittlungen. J.P.Morgan Chase und die Citigroup haben mittlerweile bestätigt, von den Behörden durchleuchtet zu werden.

Schon jetzt ist absehbar: Es braut sich auch gegen US-Banken ein Gewitter aus Ermittlungen, Verfahren und Sammelklagen zusammen. Sie kommen aus der eigenen Branche, von Kommunen und Bundesstaaten sowie von den Börsenaufsehern. Die Strafrechtsabteilung im US-Justizministerium soll bis September Klagen gegen mehrere Banken und deren Beschäftigte vorbereiten.

Zahlreiche Beobachter in den USA vermuten hinter dieser offenbar gezielt an die Presse gegebenen Information den Versuch, die der Manipulation verdächtigten Banken zu zügigen Vergleichen zu bewegen.

Das Problem für die Banken: Neben dem Justizministerium ermitteln auch Regulierer wie die Commodity Futures Trading Commission. Auch die Generalstaatsanwälte von New York und Connecticut haben eine gemeinsame Untersuchung in die Wege geleitet. Der New Yorker Staatsanwalt Eric Schneiderman kann unter den Statuten des Bundesstaates Finanzbetrug selbst dann verfolgen, wenn er die Absicht dazu nicht nachweisen kann. Er kann sowohl zivilrechtlich als auch strafrechtlich gegen die Banken vorgehen.

Mehr dazu in meinem heutigen Bericht im Manager Magazin

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