“Schaffen es die Banken mal 24 Stunden ohne einen Skandal ?”

by markusgaertner on 19/07/2012 · 5 comments

2012-07-18_1839

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Diese ketzerische Frage stellte gestern Barry Ritholtz in seinem BLOG THE BIG PICTURE. Die Räubergschichten kommen seit Wochen wie aus dem Maschinengewehr: Manipulation von Bonds bei kommunalen Auktionen in den USA. Zurecht gebogene LIBOR-Zinsen. Peregrine lässt Geld von Kunden verschwinden.

HSBC wegen Geldwäsche, die alles von Drogenbaronen in Mexiko bis hin zu Mullahs im Iran begünstigt, unter Druck. Mögliche Manipulation von CDS (Credit Default Swaps)-Preisen bei JP Morgan und UBS.

Ich habe einen perversen Wunsch: Dass die Serie so weitergehen möge, bis die Volksseele überkocht und eine Tsunami der Entrüstung und Wut endlich die nötige Regulierung und Aufsicht mit sich bringt.

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Joker July 19, 2012 at 12:57

Hallo Herr Gaertner,
ich teile Ihre Frustration und wuensche mir auch, dass sich was aendert, nur – ob reiner Volkszorn – zur “richtigen” Regulierung fuehrt, wage ich sehr zu bezweifelen. Die “Guten” ala Bafin bezahlen zu wenig, und haben von daher nicht unbedingt das motivierteste und cleverste Personal (und erheblichen politischen Druck, nicht zu genau hinzuschauen). Die “Schlimmen” Finger haben kein Interesse daran, die Anreizstrukturen zu ihrem Nachteil zu “verbessern”. Und der Volkssport vieler Rechnungswesenmitarbeiter ist es heute doch – die voellig ueberforderten “frisch von der Uni Absolventen ” ohne jegliche Praxiserfahrung der grossen 4 regelmaessig – fuer d….. zu verkaufen. Die Kids koennen die Komplexitaeten (insbesondere in den Konzernabschluessen) in der zur Verfuegung stehenden Zeit nicht erfassen, und nicht die richtigen Fragen stellen. KPMG heisst nicht umsonst “Kinder pruefen mein Geschaeft”. Und sollte sich mal ausnahmsweise ein Kid mit Ahnung und/oder Faehigkeit, nachzudenken/fragen finden, findet sich auch ganz, ganz schnell der Auditpartner, der diesem “uebermut” ein Ende bereitet.
Und dann lassen sich mal so ein Kid mit minimale Bewertungskenntnissen/Lebenserfahrung/deal experience auf einen ausgewachsenen Trader los……. David hatte eine Chance, die Kids fast keine.

Wir sehen ja gerade, wohin “Volkszorn” in Frankreich fuehrt, naemlich zu wachstumsschaedigenden Steuern. Oder unser eigenes Meldgesetz Debakel, wo mangels Interesse und Verantwortung (oder wars doch Absicht?) beinah richtig was schief gegangen waere.
Ja, in den Banken, Versicherungen, Regulatoren, Wirtschaftspruefern laeuft viel, viel schief. Weil diese Abweichungen zum eigenen Vorteil, wegsehen wenn’s unangehnehm wird, kick the can, however you want to call it – mit Karrierespruengen, mehr Geld belohnt wurde – die Deppen, die aufmucken… tja……. nicht mehr da oder auf dem Abstellgleis.
Die existierenden Regeln sind nur teilweise das Problem – das wirkliche Problem sind die Anreizstrukturen, die die Sozialisierung von Verlusten erlauben. Und da koennte man viel einfacher dran drehen (auch ohne zuviel Fachkenntnisse) und viel viel mehr erreichen. Ausweitung der Haftung fuer Handelnde, auch fuer Politiker……

und das Geschrei wir riesig…. ganz ohne Mord und Totschlag….

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Klaus July 20, 2012 at 08:22

Das geilste finde ich den Begriff “inflationärer hypothetischer Gewinne”. Heißt das quasi: wir ziehen Geld unbemerkt aus den Investitionen unserer Kunden raus? Oder wie darf man das verstehen?

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Joker July 20, 2012 at 08:46
Joker July 20, 2012 at 10:27

Nur fuer die, die wissen wollen, wo wirklich getrickst wird:

Da koennen sich IASB und FASB nicht ueber neue Regeln fuer die Wertberichtigung (von Werten zu Anschaffungskosten, falls diese unterschritten werden) einigen – und dies schon seit 2009 – und derweil – wird eben nicht abgeschrieben….

http://ftalphaville.ft.com/blog/2012/07/19/1089611/if-this-is-going-to-unravel/

Bester commentar im Artikel – von Carloes….

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Joker July 20, 2012 at 10:29

ach, und die befragten Marktteilnehmer sind im wesentlichen Banken, ……. frz., spanische, deutsche, US (nicht zwingend in der Reihenfolge)

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