Von britischen Rentnern bis zum Weißen Haus – Der Krisen-Sumpf als tägliches Milliardengrab

by markusgaertner on 19/07/2012 · 37 comments

2012-07-18_1946

Share

Es war ein Deutsche Bank-CEO, der dem Wort Peanuts neue Bedeutung gab. Aber es war die Finanzkrise von 2008 mit ihren schweren Nachbeben, die uns mit Milliarden-Beträgen öfter konfrontiert, als innerstädtische Parkuhren mit 1-Euro-Münzen.

Satte 500 Milliarden im Europäischen Stabilitätsmechanismus, 1.000 Milliarden Euro LTRO-Kredite der EZB, über 500.000 Milliarden variabel verzinste Finanzprodukte und -dienstleistungen, die weltweit am manipulierten LIBOR hängen.

Es geht heute an dieser Stelle um große Zahlen.

Die jüngsten Nachrichten verdeutlichen das in prekärer Manier. Egal, ob es um Verluste von Rentnern geht, um entgangene Investment-Einnahmen von Kommunen, um Amerikas Energie-Revolution, die Anleihekäufe Chinas in den USA, oder die viel größer als vermuteten Cash-Berge von US-Firmen, die irgendwie nicht das machen, was sie sollen: Arbeiten und neue Stellen schaffen.

1 Reuters berichtet, dass US-Firmen (ohne Banken) drei Mal so viel Bares vorhalten, wie die US-Notenbank vermutet. Quelle der Informationen sind die US-Steuerfahnder. Der jüngste Flow of Funds-Bericht der Fed weist demnach bis Ende März 1.700 Milliarden Dollar liquide Assets für US-Firmen aus. Doch der Internal Revenue Service kommt auf 5.100 Milliarden.

Die Krise sollte eigentlich die Cashbestände der US-Firmen dezimiert haben, schreibt der Autor, David Cay Johnston. Aber denkste:

“Given the enduring hard times, you might think that corporations have used up their cash since 2009. But real pretax corporate profits have soared, from less than $1.5 trillion in 2009 to $1.9 trillion in 2010 and almost $2 trillion in 2011, data from the federal Bureau of Economic Analysis shows.”

Doch all das gehortete Cash, sagt Johnston, liegt billig verzinst auf Konten herum, anstatt Arbeitsplätze zu schaffen und den USA aus dem Schlamassel eskalierender Schulden und geringer Staatseinnahmen heraus zu helfen. Im Klartext: 11,3% der Firmen-Aktiva werden in Bar gehalten, während jeder fünfte Amerikaner arbeitslos oder unterbeschäftigt ist und die Reallöhne zurück auf das Niveau von 1999 gefallen sind.

Johnston hat Recht: Dies sind keine Zeiten, in denen Gewinne Urlaub machen sollten.

2 “Wir kriegen in den USA nicht mehr hin, als uns durch einen miserablen Status Quo hindurch zu quälen”, beschwert sich Lawrence Lessig im Atlantic. Recht hat er. Die eindringlichen Warnungen prominenter Amerikaner – auch vieler Wirtschaftskundiger – dass die USA auf ein fiskalisches Kliff zurasen, nehmen drastisch zu. Lessig ist Professor an der Harvard Law School und vielfacher Buchautor.

In dem Stück im Atlantic echauffiert er sich darüber, dass mit dem Aufkommen sogenannter Super PACs – Geldvehikeln privater Spender für politische Wahlkämpfe – die US-Politik auf den Kopf gestellt wird. Der Kauf des Weißen Hauses und weiter Teile der Abgeordneten durch reiche Amerikaner ist keine ferne Bedrohung mehr, sondern spätestens jetzt Realität.

Lessig verdeutlicht dies an folgenden Zahlen:

A tiny number of Americans — .26 percent — give more than $200 to a congressional campaign. .05 percent give the maximum amount to any congressional candidate. .01 percent give more than $10,000 in any election cycle. And .000063 percent — 196 Americans– have given more than 80 percent of the super-PAC money spent in the presidential elections so far.

3 Dem Europäischen Rettungsfonds EFSF geht das Geld aus, bevor der ständige Mechanismus ESM einsatzbereit ist, sagen Analysten bei der Bank of America vorher. Wegen der verzögerten Einführung – unter anderem wegen der zurecht laufenden Prüfung in Karlsruhe – wird der ESM später kommen als ursprünglich geplant, während der EFSF nach der Hilfe für Spaniens Banken nur noch 150 Milliarden Euro übrig hat. Davon aber wird bald nichts mehr dasein, wenn die Spreads für Italien und Spanien weiter steigen. Beide Länder nehmen seit Jahren monatlich zusammen etwa 30 Mrd. Euro am Bondmarkt auf.

4 Mark Perry, Finanzprofessor an der University of Michigan, beschäftigt sich mit der Energie-Revolution in den USA, die dem Land Unmengen von Gas und Öl aus Schieferproduktion beschert, zu Kosten für Umwelt und Gesellschaft, die bislang noch nicht genügend Widerstand provozieren, um die Förder-Tsunami zu stoppen.

Perry zitiert den Mai-Bericht des Government Accountability Office (GAO) – “Opportunities and Challenges of Oil Shale Development” – wonach US-Schiefervorkommen mehr Öl enthalten könnten als im Rest der Welt. Allein die Green River-Formation an der Grenze zwischen Utah und Colorado soll 3.000 Milliarden Barrel Öl-Äquivalent enthalten (GRAFIK).

Wir müssen solche Schätzungen mit größter Vorsicht genießen. Doch wir sehen, dass hier eine Jobmaschine für die US-Wirtschaft angeworfen wurde, die gleich an mehreren Stellen für sichtbare Bewegung sorgt: 600.000 neue Jobs, billige Energie, Anziehungskraft für neue Fabriken.

5 Während sich die Schuldenkrise auch in den USA zuspitzt – ohne dass bisher die Bond-Geier über New York kreisen – kaufen internationale Anleger, Notenbanken und Fonds Rekordmengen von US-Schuldtiteln. Laut dem Finanzministerium in Washington nahmen die Treasury-Käufe durch Ausländer im Mai zum fünften Mal in Folge zu, diesmal um 1%, angetrieben von China, das zum zweiten Mal hintereinander seine Treasury-Bestände ausbaute.

Ausländische Adressen halten jetzt für 5.260 Milliarden Dollar Treasuries. Die Fed kauft weiterhin massiv, aber auch Geld aus dem Rest der Welt, vor allem aus der Eurozone, sucht vermeintliche Sicherheit in den US-Schuldpapieren. China baute seine Bestände an US-Anleihen im Mai um 0,4% aus, auf 1.170 Milliarden Dollar, nach einem Anstieg von 1,8% im April und einem Rückgang im März um 1%.

6 Der Telegraph ereifert sich darüber, dass dreiste Fondsmanager in der “City” den britischen Sparern bis zur Hälfte der späteren Pensionen durch versteckte Gebühren abgreifen. Demnach weisen 9 von 10 Fondsmanagern die Kunden gar nicht auf die Gebühren hin. Diese sollen sich über die gesamte Laufzeit des Ansparens typischerweise für die Pension eines Durchschnittsverdieners auf bis zu 100.000 Pfund addieren.

Laut einem Bericht, den der Telegraph zitiert, sollen den Briten systematisch Pensionsprogramme mit niedrigen Gebühren – wie anderswo in Europa verbreitet sind – vorenthalten werden. Angeblich sparen elf Millionen Briten zu wenig für die Pensionen an. Der Telegraph zu den Folgen der Gebühren-Abzocke:

The issue of charges is increasingly important for millions of workers who now have to make their own pension provision. The number of people contributing to personal pensions fell by 400,000 to six million people between 2008 and 2010. The proportion of people in a workplace pension has fallen below half for the first time in at least 15 years. Just 48 per cent of employees were in a scheme, compared with 55 per cent when records began in 1997. The number of people in the private sector with pensions linked to their final salary has fallen from almost a third of workers in 1997 to 9 per cent.

Share

{ 34 comments… read them below or add one }

Nina July 19, 2012 at 04:58

Wo bleibt der Aufstand der Amerikaner?
Wo bleiben die amerikanischen Befreiungsaktivisten?

Die haben Zelte und Suppenküchen. :-(

Oder kämpfen für die “Freiheit” anderer im Ausland. :-(

Reply

Nina July 19, 2012 at 05:09

US-Rentensystem wankt: Finanzloch von unfassbaren $4,6 Billionen!
http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=21976

Wir werden uns auf unfassbaren Dinge einstellen müssen.
Dieser Betrug für “Freiheit”, “Demokratie” und “Antiterrokampf” ist ein Zerstörungskampf mit hoher Rücksichtslosigkeit gegen ethische Werte.

Die kollektive Korruption der Menschheit verhindert ein Aufbegehren.

Die Menscheit braucht einen Höllentrip um aufzuwachen, oder den Untergang.
Einen anderen Weg sehe ich nicht.

Reply

die Simpsons July 19, 2012 at 05:52

der Höllentrip steht für Uranus und der Untergang für Pluto. Erst in den Untergang durch Pluto und dann für die Überlebenden der Höllentrip zum Paradies mit Uranus. Die menschliche Natur wird sich erst dann ändern wenn er einen Schritt vor dem Abgrund steht.

Reply

Raus aus Deutschland July 19, 2012 at 05:53

Der “Höllentrip” kommt garantiert und das aufwachen wird bitter.
Ich denke, das wird mit einem Ereignis verdeckt werden welches viel, viel größer wird als 911
um wiederum die Schuld abzulenken und Notstandsgesetze einzuführen.

http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/10438-esm-der-ganz-grosse-coup

Die Menschen haben 1933 geschlafen und werden jetzt ERNEUT weiter schlafen bis es zu spät ist.

Wer nicht aus den Fehlern der Vergangenheit lernt ist gezwungen diese neu in der Zukunft zu erleben.

Reply

dank July 19, 2012 at 11:40

“Ich denke, das wird mit einem Ereignis verdeckt werden welches viel, viel größer wird als 911″

Teile Deine Vermutungen. Bald werden die ganzen Banken- und Politschweinereien stündlich hereinkommen, wenn das so weitergeht – und dann brauchts eine Notbremse und gute Ablenkung für die Schäflein.

Dystopia calling.

Vielleicht gehts auch die nächsten Jahre noch einfach so weiter – und wenn nicht der Erfindergott himself uns unsere Probleme weglöst heißt nur: Aufgeschoben. Aber bei der Zuspitzung glaub ich nicht, dass es noch so ewig wie 10 jahre dauern kann. Wird dann eben härter.

Reply

Victor July 20, 2012 at 08:55

Sollte etwas bei den Olympischen Spielen in London passieren, wäre das ein Angriff auf die gesamte Staatengemeinschaft.. empörend, müßte umgehend geahndet werden und wer wollte da noch ein ernstzunehmendes Veto einlegen.

Weitere Verschwörungstheorien: http://www.focus.de/finanzen/doenchkolumne/spekulationen-ueber-wahre-beweggruende-der-regierung-die-eurokrise-eine-deutsche-verschwoerung_aid_776054.html

die Simpsons July 19, 2012 at 05:47

Oder kämpfen für die “Freiheit” anderer im Ausland.

insbesondere unter dem Deckmäntelchen AFRICOM mit Sitz in Stuttgart

http://www.politaia.org/kriege/der-libyenkrieg-und-die-kommenden-kolonialkriege-einartysken/

Reply

Nina July 19, 2012 at 05:20

“unter anderem wegen der zurecht laufenden Prüfung in Karlsruhe – wird der ESM später kommen als ursprünglich geplant,”

Und die Börsen steigen.

Reply

die Simpsons July 19, 2012 at 05:55

das wird sich bis Ende Juli kaum ändern, dass die Börsen weiter steigen. Ich sehe es als Flucht nach vorne. Banken und Versicherungen befinden sich im Todeskampf.

Reply

Nina July 19, 2012 at 06:08

Andreas Ludwig July 18, 2012 at 9:39 am

Man muss einfach den gesunden Menschenverstand einschalten bei den Autoverkäufen. Ein Auto liegt heute im untersten Segement dort, wo früher die Mittelklasse anfing. Die Mittelklasse fängt heute da an, wo früher die Oberklasse los ging.
SLK/CLK Bj 1999 72.000 Mark Neupreis
Golf zwischen 28-34000 Euro je nach Ausstattung
BMW 1er zwischen 23.000-280000 Euro= 45.000- 54.000 Mark
Wer soll das bezahlen bei halbierten Löhnen und Lohnsteigerungen von moderaten 0,5-2,5%. Reicht nicht mal für die Inflation. Dazu steigende Kosten bei Strom und sonstige Abgaben. Ich würde sagen, es kommt zur schleichenden Insolvenz des Normalbürgers.Manche wissen es nur noch nicht.Viele versuchen das noch durch 400 Euro Jobs an der Tanke auszugleichen.Der Tag hat aber nur 24 Std.
Also müssen wir uns nicht wundern, wenn die Konsumgüterindustrie einbricht.Autos, Computer usw.
Vielleicht haben noch Firmen wie Rolex Chancen. Da kauft sich der ein oder andere mal eine als Anlage.
Die Pfandverleiher haben Hochkonjunktur.
Und jetzt ist die Frage wann Peugeot wirklich zusammenbricht. Dauert es mehrere Jahre? Ich glaube nicht.
Hat die deutsche Autoindustrie etwas davon? Ich glaube nicht.Die schleppen sich noch ein paar Jahre länger durch. Kommt es an irgendeiner Stelle auf dieser Welt zum stocken, erlebt Deutschland sein blaues Wunder. Deshalb finanzieren wir dem Rest von Europa schon den Konsum, damit wir weiter produzieren.Das ist der Kanzlerin ihr Problem.Nur wird der Kreislauf irgendwann massiv gebrochen sein. Das Geld läuft eigentlich nur im Kreis.Dabei muss es irgendwo geholt werden. Das ist der normale Bürger. Erst wenn der total ausgebrannt ist, ist das Hütchen wieder auf Los. Wir stehen erst am Anfang der Plünderung. Wie lange das dauert? I dont know.
Gruss an alle

Gut zusammengefasst. :-)

Das ist fast bei allen Konsumgütern so.

Brot, Bier und Käse fehlen noch.

Die Franzosen wollen nun gegen die deutschen Großlimosinen schießen.
Man köpft sich nun im direkten Richten.

Tolle Widerstandsgemeinschaft.

Reply

micdinger July 19, 2012 at 06:13

für Interessierte, hier mal eine genauere Einschätzung der “legendären” Green River Formation. Es stellt sich die Frage, warum die USA nicht längst der größte Erdölproduzent der Welt sind – bei solchen Lagerstätten!
http://www.peak-oil.com/2012/05/unkonventionelles-oel-oelschiefer/

Reply

Marco July 19, 2012 at 18:19

Danke für den interessanten Hintergrundlink!

“Diese sehr magere energetische Ausbeute wird allerdings nochmals verschlechtert, da für die Weiterverarbeitung jedes Fasses rund 3 Fässer Wasser benötigt werden – in einer tendenziell eher wasserarmen Gegend ist dies das wahrscheinlich größte Hindernis bei der großmaßstäblichen Erschließung dieser Ressource.”

Pro Fass Öl 3 Fässer Wasser. Wahnsinn…

Reply

vlk July 19, 2012 at 09:46

@micdinger
Weil die USA erst den Rest der Welt auspressen wollen um dann als einziger noch Reserven zu haben.

Warum eigene Vorräte verscherbeln für grüne Schnipsel wenn die Welt doch freiwillig für Papier liefert.

Und Schieferöl ist schwerer zu fördern.
Genausowenig wie sie die Vorräte in Alaska angehen.

@Cheffe :
Der Blog war wieder längere Zeit nicht erreichbar heut morgen …Nur als Info..

Reply

dank July 19, 2012 at 11:59

…oder aber um vielleicht keine Panik ausbrechen zu lassen, wenn sie zugeben müßten dass die Vorräte nicht mehr sooo lange reichen?

Rückgang:
http://www.eia.gov/dnav/pet/hist/LeafHandler.ashx?n=PET&s=A103600001&f=M

http://www.eia.gov/dnav/pet/hist/LeafHandler.ashx?n=PET&s=A103630001&f=M
Kann den Verkaufs-Rückgang jemand logisch erklären?
Golfküste – ja, da liegt die Strategische Ölreserve der USA – ist die eben voll und deswegen der Rückgang? Aber die Statistik sollte nur die privaten Verkäufe dokumentieren, nicht?

Reply

die Simpsons July 19, 2012 at 10:21

Richard Russell – Get Rid Of Debt & Prepare For Tough Times

With continued uncertainty in global markets, the Godfather of newsletter writers, Richard Russell, issued the following warning: “This is the time to cut back on needless expenses — get rid of all the debt you can, and prepare for tough times. I don’t like the utter calm and complacency that I see today. The last few generations can’t conceive of drastic changes and hard times.”

http://kingworldnews.com/kingworldnews/KWN_DailyWeb/Entries/2012/7/19_Richard_Russell_-_Get_Rid_Of_Debt_%26_Prepare_For_Tough_Times.html

Reply

Joker July 19, 2012 at 13:02

Stimme zu, heute morgen war der Blog – geblockt!

Reply

Nina July 19, 2012 at 13:53

Einigkeit in der EU: jeder gegen jeden :-)

Flucht: Reiche Franzosen verkaufen Immobilien und packen Koffer – nach UK ins Finanzschlaraffenland ;-)
http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=21997

Wo bleibt die Solizuschlag von Siggi-Popp für Hollande?

Reply

die Simpsons July 19, 2012 at 14:44

Sollte sich bei uns die Zwangsanleihe durchsetzen, was nur noch eine Frage der Zeit ist, werden auch hier die Vermögenden ihre Koffer packen. UK sollte man aber trotz allem meiden. Nach den Propheizungen, insbesondere Irlmaier, wird ein Großteil der Insel im Meer versinken. Schottland hat da schon bessere Karten und die schöneren Golfplätze!

Reply

Nina July 19, 2012 at 14:18

„Für ihn (Brzezinski) steht fest:
Die Zeit ist vorbei, da der Westen mit großspuriger Attitüde gegenüber Russland, China, Indien, Brasilien, Pakistan oder Iran auftreten kann.
Besonders bemerkenswert ist Brzezinskis Position zum Nahen Osten im Allgemeinen und zum Iran im Besonderen. Das politische Erwachen, das die arabische Welt, aber auch andere Regionen, kennzeichnet, lasse die Menschen heute besser verstehen, wie die USA ihre Macht in der ganzen Welt ausüben. Sollten die USA oder die Nato im Nahen Osten einen neuen Krieg beginnen, werde dies eine Welle des Antiamerikanismus hervorrufen, durch die der Westen fast jeden Einfluss in der Region verlieren könnte. Angesichts des neuen politischen Bewusstseins der Weltbevölkerung seien Kriege schlichtweg keine Optionen mehr.“

…”Indem die EU sich nach Osten ausdehnen sollte, die Nato gleichfalls Richtung Georgien und Ukraine expandieren würde und Pipelinerouten durch verbündete Staaten bis ins kaspische Becken hinein verlegt werden sollten, hoffte Brzezinski eine Art neue Seidenstraße bis nach China etablieren zu können.”
http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2012/juli/warum-der-westen-russland-braucht

Das geopolitische Abenteuer „Euro“ mit dem Ziel der Ausdehnung in Richtung Seidenstrasse ist an der Oder steckengeblieben und nun setzt man zur Verteidigung den europäischen Finanz-Volkssturm ein.

Reply

dank July 19, 2012 at 14:27

…oder aber um vielleicht keine Panik ausbrechen zu lassen, wenn sie zugeben müßten dass die Öl-Vorräte im Boden/Schiefer nicht mehr sooo lange reichen?

Rückgang:
http://www.eia.gov/dnav/pet/hist/LeafHandler.ashx?n=PET&s=A103600001&f=M

Reply

dank July 19, 2012 at 14:27

Noch interessanter:
http://www.eia.gov/dnav/pet/hist/LeafHandler.ashx?n=PET&s=A103630001&f=M
Kann den Verkaufs-Rückgang jemand logisch erklären?
Golfküste – ja, da liegt die Strategische Ölreserve der USA – ist die eben voll und deswegen der Rückgang? Aber die Statistik sollte nur die privaten Verkäufe dokumentieren, nicht?

Reply

die Simpsons July 19, 2012 at 14:52

Eifach nur noch krank und ich schweige was die ökonomische Zunft betriftt. Lest das und wisst warum ich dazu schweige:

“Das passt wunderbar zu der Geschichte des Schuldscheines aus dem brandenburgischen Mittenwalde von gestern. Ein 2010 gegründeter Verein, der sogenannte Geldlehrer ausbildet flankiert, den schulischen Unterricht mit Stunden, in welchen den Schülerinnen und Schülern “das Einmaleins” des Umgangs mit Geld beigebracht wird.

Wie “Zeit-Online” am 17.7.2012 unter der Überschrift “Geldlehrer – Warum ist sparen so wichtig?” berichtet, gibt es in dem Verein bereits 69 solcher Geldlehrer. Die meisten davon sind oder waren Geld- bzw. Vermögensberater. Ein Schelm, wer böses dabei denkt!

Was die Kinder dabei lernen können ist klar. Zitat:

»Manuel ist 16 Jahre alt, spart monatlich 50 Euro und erhält vier Prozent Zinsen«, sagt sie. Manuel, der in der vorletzten Reihe sitzt, schaut irritiert nach vorn, als er seinen Namen hört. Ein paar der Mitschüler lachen. »Wie viel Geld hat er, wenn er 18 ist?«

Wenn man sich überlegt, dass die ehemaligen Schüler, also unsere heutigen Mitmenschen, im Grunde ohne derartige Geldlehrer zu einem Handeln in Geldfragen gekommen sind, das genau diesem jetzt gesondert gelehrten Denken entspricht, kann man sich fragen: “Wozu eigentlich dieses verstärkende Intensivtraining, das heute angeboten wird?”

Brauchen wir noch mehr Geldvermögen, um noch mehr Schulden entstehen zu lassen? Diese Art von “Geldlehrer” verstärkt genau jene Prozesse, die uns heute an den Rand eines weiteren leidvollen Zusammenbruchs geführt haben. Es wäre so wichtig, das heutige Geldsystem von Grund auf zu hinterfragen und nach neuen Lösungen zu suchen. Die Schule wäre der Platz, dafür den Grundstein zu legen. Das funktioniert aber garantiert nicht mit Lehrern, deren einzige Devise zu sein scheint: “Mehr von dem, was uns bis hierher gebracht hat!”

http://www.humane-wirtschaft.de/schueler-lernen-sparen-mit-zinseszins/

Reply

HaPennyBacon July 20, 2012 at 07:54

Diese “Geldlehrer” werden sicherlich “vergessen” den Kindern zu sagen, das sie die Zinsen und Zinseszinsen vorher doppelt und dreifach selber erarbeiten müssen.

Reply

PetMol July 19, 2012 at 15:15

“der Höllentrip steht für Uranus und der Untergang für Pluto. Erst in den Untergang durch Pluto und dann für die Überlebenden der Höllentrip zum Paradies mit Uranus. Die menschliche Natur wird sich erst dann ändern wenn er einen Schritt vor dem Abgrund steht.”

@ die Simpsons:
Na, dann hoffe ich doch mal, daß das mit der “Änderung der menschlichen Natur” auch für einige aus der Astrologenzunft gilt, insbesondere für die eingefahrenen Denkweisen und Projektionen, die irgendwelche Planeten oder sogenannte Planetenkräfte für “Verursacher” halten. Und der eUranus muß für den Trip zu sParadies herhalten. FED Quadrat EZB oder Asterix Quadrat Obelix? Lol!
Das Paradies ist der Himmel auf Erden (jetzt!), die Quadratur des Kreises, das “Runde muß in das Eckige” (jeder nach seiner Facon). Also, wer an den Planeten hängt, ist noch auf dem Weg flußaufwärts und weit vom Eingang zum Paradies entfernt. Das ist übrigens auf alten symbolischen Abbildungen von Alchemisten deutlich zu sehen. Das Studium der strologie schadet niemandem. Wer ins Paradies will, muß sich allerdings auch noch von den Planeten und ihren Wirkungsillusionen (er-)lösen. Schlecht für die Astrologen, denn auf diesem Wegstück sind sie unerfahrene Wegbegleiter!
——————————————-
Keplers Antwort auf Wallensteins Fragen, sein Schicksal betreffend:

“Ich antwortte auf diese und alle dergleichen fragen erstlich haubtsächlich wie bißhero: Welcher Mensch gelehrt, oder ungelehrt, Astrologus oder Philosophus in erörtterung dieser fragen die augen von des Gebornen eignen WillChur abwendet, oder sonsten von seinem Verhalten und Qualiteten gegen den Politischen Umbständen betrachtet, und will diß alles bloß allein aus dem Himel haben, es sey gleich jezo Zwangs oder nur Inclinations und Naigungs weiß, der ist wahrlich noch nie recht in die Schul gangen, und hat das Licht der Vernunft, daß ihme Gott angezündt, noch nie recht gepuzet; und wann er der Sachen nur mit Vleiß nachsinnet, würdt er befinden, das diese fragen baides zu erörttern, und auch fürzulegen eine rechte unsinnige weiß seyen, Ich meins theills sage Gott danckh, das ich die Astrologiam so vill gestudirt, das ich nunmehr von diesen Fantaseyen welche in der Astrologorum Bücher heuffig zueffinden, gesichert bin.”
Johannes Kepler, Wallenstein Horoskop; Jänner 1625
Quelle: O. Struve, Beitrag zur Feststellung des Verhältnisses von Kepler zu Wallenstein, Memoiren der Petersburger Akademie der Wissenschaften, VII. Serie, II. Bd. Nr. 4,11

http://dermond.at/astrologie.html#Pluto

Reply

die Simpsons July 19, 2012 at 15:55

Kapitalismus pervers: Nokia Verluste steigen – Börsenkurs auch

“Hoffnung macht den Anlegern besonders, dass die Firma 10.000 Arbeitsplätze eliminieren will. Zum Beispiel soll der Forschungsstandort Ulm geschlossen werden. Nur eins von vielen Beispielen für “Kapitalismus pervers”, aber ein gutes.

Nochmal ganz langsam zum Mitschreiben:
Nokia macht im gesamten Jahr 2011 Verluste von 1,16 Milliarden.
Im ersten Quartal 2012 belaufen sich die Verluste auf 1 Milliarde,
im zweiten Quartal 2012 auf 1,4 Milliarden.
Nach dieser Ankündigung steigt der Börsenwert um 15 Prozent.

Das sind “die Märkte”, um deren Vertrauen man um jeden Preis buhlen muss, selbst wenn die Völker damit ins Elend rutschen.”

Quelle: http://uhupardo.wordpress.com/2012/07/19/kapitalismus-pervers-nokia-verluste-steigen-borsenkurs-auch/#more-3009

Reply

vlk July 19, 2012 at 16:43

Forschung und Entwicklung isn dlaut Onvista bei 5Mrd pro Jahr *staun*

http://www.onvista.de/aktien/guv.html?ID_OSI=87087

Da läßt sich schon was einsparen – zumal Mircosoft ja angeblich vor der Tür steht…

Aber 2,4 Mrd bei 38 Mrd Umsatz – das ist ne Duftmarke
Und Aktien steigen sowieso – weil wir ja seit letzter Woche wissen – mind. 50% ist heiße Luft : und die steigt nach oben

Reply

O.T. July 19, 2012 at 18:31

3000 Mrd. Barrel – multipiliert mit einem Ölpreis von 80 $ – abzüglich 30 $ Förderkosten ergibt: 150.000 Mrd. $ – sprich 150 Billionen.

Wo ist das Problem wenn die USA gerade mal 16 Billionen $ Schulden hat?

Ich überlege ob ich doch Staatsanleihen der USA kaufen soll …

Reply

Tom July 19, 2012 at 21:11

Da verweise ich doch mal wieder auf meine Lieblings-Schuldenuhr, die nicht nur die Staatsschulden aufzeigtt, sondern auch die ungedeckten Zahlungsverpflichtungen. Dafür reichen die paar Liter Öl nicht…
http://www.usdebtclock.org/

Gruss
Tom

Reply

Marco July 20, 2012 at 07:44

“Wenn die Parlamentarier zudem „zulassen, dass die Regierung Informationen zurückhält, sie auch nach mehrmaliger Mahnung nicht zugänglich macht und das Parlament trotzdem so stimmt, wie die Regierung vorgibt, hat es seine Kontrollfunktion aufgegeben und gleicht immer mehr der Volkskammer der DDR, die nichts zu sagen hatte, als einer selbstbewussten Körperschaft, die sich ihrem Souverän verpflichtet fühlt“.”

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/euro-abstimmungen-cdu-politikerin-vergleicht-bundestag-mit-ddr-volkskammer/6899180.html

Mit so einer Aussage hätte noch vor wenigen Monaten eine Abgeordnete des Deutschen Bundestages gewaltig eine auf den Deckel bekommen. Aber in der aktuellen Phase juckt das niemanden mehr. Denn die meisten wissen, dass sie schlicht und einfach Recht hat. Warum soll man da noch Energie darauf verwenden auf sie reinzudreschen. So gewöhnt “man” (dazu zähle ich mich auch) sich pö a pö an immer größere Ungeheuerlichkeiten. Die einen kommentieren es noch, die anderen lassen auch das schon bleiben. Ich kann und will es mir nicht vorstellen, wie lange dieser Abwärtstrend so noch weitergeht und vor allem wo er einmal enden wird.
Die Sonne scheint heute seit langem wieder mal. Ich gehe jetzt raus und genieße den Tag.
Schöne Grüße

Marco

Reply

Klaus July 20, 2012 at 08:04

Ich wollte nochmal zu Punkt 2. Nachfragen: Was ist deine Erklärung dafür, wieso die Aktivia so hoch sind? Wieso halten sie Geld zurück? Haben alle in den USA Angst zu investieren oder wird das indirekt ausgeschüttet an Inhaber und Shareholder? Ich verstehe bisher noch nicht ganz, wieso das Geld einfach auf dem Konto liegen bleiben soll, wenn doch die Zinsen so niedrig sind.

Reply

vlk July 20, 2012 at 08:27

Das beste was Du machen kannst – viel Spaß in der Sonne,,
Wer weiß wie lang man das noch geniessen kann auf diesem Planeten

Reply

die Simpsons July 20, 2012 at 09:01

Libor-Affäre: Das Geschacher der Banken geht weiter
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/07/20/libor-affaere-das-geschacher-der-banken-geht-weiter/

Im Kollektiv mit anderen Banken eine Strafe zahlen und bloß nicht ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Liebe Kligonen, ich meine natürlich Bankster, ihr wart noch nie vertrauenswürdig. Und eure Heimlichtuerie bestätigt dies noch ausdrücklich.

Reply

Nina July 20, 2012 at 10:58

Für Russland ist das Maß der US-Hegemonie voll – US-NGO´s als subversive Tarnorganistionen eingestuft
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/gerhard-wisnewski/-schlacht-um-russland-putin-sieht-rot.html

Man hatte sehr viel Geduld.

Reply

vlk July 20, 2012 at 12:07

Die neueste Sau aus Absurdistan-land : Den Tafeln in Deutschland gehen die Spender aus…

Hintergrund : Unternehmen die spenden müssen USt zahlen …

Wenn Bäckereien z.b aber überschüssiges Brot in die Tonne kloppen – dann fällt keine an… *Kopfschüttel*

Reply

Leave a Comment

*

{ 3 trackbacks }

Previous post:

Next post: