Die USA fahren gegen die Schuldenwand – Bremse verloren

by markusgaertner on 20/07/2012 · 61 comments

2012-07-20_0728

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Die USA stehen am fiskalischen Abgrund, warnen Finanzexperten. Doch der Kongress bleibt gelähmt – kurz vor der Präsidentenwahl ist kein Kompromiss für ein Sparpaket in Sicht. Die weltgrößte Volkswirtschaft hat bei der Fahrt gegen die Schuldenwand die Bremse verloren.

US-Notenbankchef Ben Bernanke steht mit dem Rücken zur Wand. Die Geldhüter im Offenmarkt-Ausschuss der Fed sind zerstritten. Sie können sich im Augenblick nicht einigen, ob und wann eine weitere Runde massiver Käufe für Anleihen gestartet werden soll.

Und während die Geldhüter zögern, droht das politische Washington alles zu vermasseln. Sollte sich der Kongress nicht doch noch einigen, werden im Januar 2013 als Folge des “2011 Budget Control Act” drastische Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen gleichzeitig in Kraft treten – mit drastischen Folgen für die Konjunktur.

Nach einer Einigung kurz vor Toreschluss sieht es derzeit nicht aus – denn mitten im US-Wahlkampf stehen sich die Parteien unversöhnlich gegenüber. Können Kongress und Präsident sich nicht auf ein schonendes Sparprogramm für die angeschlagene Konjunktur einigen, droht dieses “fiskalische Kliff” aus höheren Steuern und Budgetkürzungen die Konjunktur um mehrere Prozentpunkte nach unten zu reißen. Ein selbst gemachter Absturz droht, sagt Bernanke. Er wirft dem Kongress vor, die Schuldenlast des Landes zu unterschätzen.

“Das könnte unsere Erholung in eine neue Rezession stürzen, viele Jobs kosten und den Aufschwung, den wir herbeiführen wollen, stark verzögern”, klagt der oberste US-Geldhüter. Obwohl er weiß, dass ihm die Finanzmärkte an den Lippen hängen und mit scharfen Kurseinbrüchen auf seine Offenheit reagieren könnten, sprach Bernanke die möglichen Konsequenzen vergangene Woche bei seiner Anhörung im Bankenausschuss des Senats offen an: “Wir könnten eine Finanzkrise mit steigenden Zinsen erleben, wie wir sie gerade in Europa beobachten, und das wäre sehr teuer für unsere Volkswirtschaft.”

Mehr dazu in meinem Bericht im Manager Magazin

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