Verkehrte Welt – Merkels größter Fan-Block ist jetzt die Wall Street

by markusgaertner on 30/07/2012 · 13 comments

2012-07-29_2018

Share

Selten hat die Wall Street Angela Merkel so gefeiert, wie am Freitag. – Während miese Nachrichten von Facebook und von der Kaffee-Kette Starbucks die Anleger in New York bitter enttäuschten, sorgte die gemeinsame Erklärung der Bundeskanzlerin mit Frankreichs Präsident Francois Hollande – die beiden seien “entschlossen, alles zu tun um die Eurozone zu retten” – für einen riesen Sprung beim Dow Jones Index von fast 200 Punkten.

Die Schlagzeile in der US-Zeitung Philadelphia Inquirer zu der Merkel-Rally war eindeutig: “Merkel macht die Wall Street zu ihrem Fan”. So viel Lob haben Kapitalmärkte auf der anderen Seite des Atlantiks meistens nicht für die deutsche Kanzlerin.

Ob Nachrichten aus Europa in dieser Woche zu einer Fortsetzung der Rally in New York führen, ist ungewiss, aber eher unwahrscheinlich. Am Wochenende kam aus Berlin kräftiger Widerspruch gegen massive Käufe von Staatsanleihen aus Italien und Spanien durch die Europäische Zentralbank.

In der neuen Woche werden die Anleger und Investoren an der Wall Street eher auf die vielen wichtigen Konjunkturdaten zur US-Wirtschaft schauen. Denn die großen Nachrichten von der Bilanzsaison haben wir weitgehend gesehen.

Über die Hälfte der Firmen im S&P 500 – darunter Apple, Google, Facebook, Caterpillar und Bank of America – haben bereits ihre Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt.

Dabei wurde bisher deutlich: Die Gewinne sahen ganz gut aus. Die Verkaufserlöse haben wegen der schwachen Eurozone und den langsamer wachsenden Schwellenländern aber oft enttäuscht. Und erst die Prognosen für die kommenden Monate. Sie bereiten den Börsianern immer mehr Sorgen.

Satte 71% der Firmen haben Quartalsgewinne berichtet, die oberhalb der Prognosen der Analysten lagen. Doch das Gewinnwachstum aller Firmen im Schnitt von 3,3% ist so schlecht wie seit 11 Quartalen nicht mehr.

“Im Großen und Ganzen war das keine schlechte Bilanzsaison”, sagt der Investmentchef John Praveen bei Prudential International, “doch einige der Firmen haben wirklich einen schwachen Ausblick offenbart, und sie wurden von den Anlegern dafür abgestraft.”

Zuletzt haben das am Freitag Facebook und die Kaffee-Kette Starbucks zu spüren bekommen. Beide Aktien verloren mehr als 10%.

Mehr dazu in meiner heutigen Börsenvorschau für die Wall Street am Montag bei G E V E S T O R

Share

{ 13 comments… read them below or add one }

Leave a Comment

*

Previous post:

Next post: