Kredite, Krater und Krematorien – Das Ende des Luxus mit dem Geld, das wir nicht haben, aber trotzdem ausgeben

by markusgaertner on 01/08/2012 · 25 comments

IKONE_GELD

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Man sieht sie allenthalben. Die Schleifspuren und Beweise, dass kein Geld mehr da ist. Aber dann hören wir immer neue Forderungen nach noch mehr Geld, für die Fässer ohne Boden, die das System entleeren.

Umfassende Mittel für den ESM zum Beispiel. Oder Banklizenzen für die Euro-Retter. Freie Fahrt für Mario Draghi auch, damit er – wie Ben Bernanke – die Probleme nicht lösen, aber verflüssigen und verzögern kann. Doch immer öfter und unerbittlicher klopft die Physik an die Türe und signalisiert: Hier geht es nicht mehr weiter.

Die US-Post wird heute – am Mittwoch – in Zahlungsverzug geraten. Es geht um 5,5 Mrd. Dollar, die für die Versorgung der Pensionäre eingezahlt werden müssen. Wenn der US-Kongress heute nicht ganz eilig im Windhund-Verfahren eine Garantie abgibt, oder sich einen Trick einfallen lässt – da ist man ja einfallsreicher und kreativer als bei der Lösung der strukturellen Probleme – dann ist das Unternehmen, das gerade 5.000 Stellen streicht und seinen Betrieb mit einem 12,7-Mrd.-Dollar-Kredit des Finanzministeriums aufrecht erhält, pleite.

DIE POST !! Das einzige tägliche Uncle Sam-Erlebnis für 320 Mio. Amerikaner, der einzige Strang, der den wilden Westen seit 150 Jahren mit Washington und New York zuverlässig verbindet. Wer keine Briefbox mehr hat, ist plötzlich nicht mehr am Ende der US-Welt, sondern gleich im Nirvana.

Auch in Griechenland geht das Geld aus, die staatlichen Kassen sind fast leer. Die Verhandlungen im Parlament über das neueste Sparpaket ziehen sich hin. Die Gläubiger der Hellenen haben unterdessen wegen der Verschleppung der zugesagten Reformen noch keine frischen Milliarden ausgezahlt. Jetzt geht es um die Gehaltsschecks der öffentlich Bediensteten.

Den Griechen bleibt nur Zeit bis zum 20. August. Spätestens an diesem Tag muss eine fällig werdende Anleihe in Höhe von gut drei Milliarden Euro an die Europäische Zentralbank zurückgezahlt werden. Im griechischen Finanzministerium hofft man derweil auf ein Wunder, eine Verlängerung der Zahlungsfrist um einen Monat.

Nicht nur Regierungen ergeht es so, auch Firmen und privaten Haushalten im Westen.

Beispiel: 40% der US-Familien leben von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck. Das bedeutet: Es gibt über diesen Gehalts-Cashflow hinaus keine Ersparnisse, keinen Puffer. Laut einem neuen Bericht der Consumer Federation of America sind das genau gesagt 38% der privaten Haushalte. Vor 15 Jahren lag dieser Prozentsatz noch bei 31%. Auch das war schon hoch.

Jeder zweite Amerikaner hat zudem nicht genug für die Rente eingezahlt. Und vier von zehn Amerikanern können sich weniger als vor einem Jahr auf ihre meist dürftigen Ersparnisse verlassen. Ein Volk finanziell auf dem Zahnfleisch.

Unter dem Strich haben wir hier 127,5 Mio. Amerikaner, die nur eine schwere Krankheit, eine Kündigung oder einen Autounfall davon entfernt sind, in den wachsenden Mainstream der 46 Mio. Amerikaner aufgenommen zu werden, die offiziell als arm gelten. Ein Bericht des Zensus-Büros vom Dezember belegte, dass fast 146 Mio. Amerikaner inzwischen als Geringverdiener oder Arme gelten. Diese Gruppe hat in den USA seit 2009 satte vier Mio. neue Mitglieder.

Dass auch immer mehr Firmen im Westen auf dem Zahnfleisch gehen, sehen wir an dem heutigen Beispiel der Deutsche Bank, die nach ihrem herben Gewinneinbruch im zweiten Quartal annähernd 2.000 Stellen streichen will, 1.500 davon im Investmentbanking. Dass dies kein Einzelfall in der Geldbranche bleibt, erklärte am Dienstag Meredith Whitney auf “Bloomberg Surveillance” mit Ton Keene. Demnach stehen bei den Banken noch mindestens 50.000 Stellenstreichungen an.

Allerorten wird auf die ein oder andere Weise deutlich, dass der Ritt auf dem Vulkan irgendwann zu einer unsanften Landung, oder zu einem Absturz führen muss. Und irgendwann, das wird immer deutlicher, ist jetzt, ziemlich bald jedenfalls. Um im Bilde zu bleiben: Die Zeit, in der lediglich ein paar Steinchen während des Balanceaktes auf dem Vulkan wegbrachen und in den Krater fielen, ist vorbei. Jetzt bebt und wackelt der ganze Krater.

Beispiel Indien: Dort sind zur Wochenmitte 700 Millionen Menschen (!!!) – ja 700 MILLIONEN – ohne Strom, nachdem gleich drei der fünf wichtigen Überlandnetze ausgefallen sind. Warum, weiß wieder mal keiner so genau. Laut der Zentralregierung haben verschiedene Bundesstaaten mehr Elektrizität aus dem jeweiligen Netz entnommen als vereinbart. Das führte zu einer Überlastung.

Klar ist nur: Indien hat auf seine ganz eigene Weise über die Verhältnisse gelebt, es hat jahrelang versäumt, die Infrastruktur mit der boomenden Wirtschaft schritthalten zu lassen. Resultat: Der größte Blackout in der Geschichte der Menschheit. Mit skurrilen Folgen: 28 Staaten, darunter die Hauptstadt Delhi, ohne Strom:

Stehende Züge und Aufzüge, streikende Klimaanlagen in brummender Hitze mit extremer Luftfeuchtigkeit, tote Ampeln mit horrenden Staus, dazu Krematorien, in denen halbverbrannte Leichen mit eilig gesammeltem Holz zu Ende pulverisiert wurden, angehaltene Operationen in den Kranklenhäusern, Krankenschwestern, die Beatmungsgeräte manuell ankurbelten, weil auch die selten überprüften Notstrom-Aggregate streikten. Und die schönen Shopping-Malls als Saunas.

Nur zur Erinnerung, rein mathematisch: Die BRICS treiben in diesem Jahr 40% des weltweiten Wachstums an. Indien ist einer der beiden größten BRICS. Und drei Tage im Jahr, solange werden viele wirtschaftliche Aktivitäten nun verzögert, sind 1% weniger beim sowie lahmenden BIP. Und das ist das best case-Szenario ! Denn wenn die Stromausfälle anhalten, kommt es zu Streiks und Protesten.

Man muss sich das vor Augen halten: Ein Viertel der neuen Wirtschafts-Weltmacht BRICS im Koma !!!

Während so alles am Angrund der (erschöpften) Möglichkeiten wankt, kommen immer neue Forderungen nach immer mehr Geld, um die schnell wachsenden Schlaglöcher des Zeitalters der Unverantwortlichkeiten und der Maßlosigkeit zu stopfen. Wie im Film 2012, nur ohne das übliche Glück der Hollywood-Akteure.

So soll nach dem Willen Frankreichs und Italiens der künftige Schutzschirm ESM – dessen “überraschend” gefundene Hintertür für die unbegrenzte Selbstbedienung den Bundestag ganz plötzlich erstaunt, einen unbegrenzten Kreditrahmen bei der EZB erhalten. Dazu die Njets aus dem Kanzleramts, und das Gekläffe aus der FDP. Aber konkrete Schritte, um den Granatie- und Bailout-Wahn mit einem tuigen Schnitt zu beenden ? Fehlanzeige.

Es gibt für mich nicht viele Zusammenhänge oder Ereignisse in diesen Tagen, die besser illustrieren, wie in zunehmendem Maße die Verbindlichkeiten die Möglichkeiten überwältigen.

Und wie alle benommen dabei zuschauen. Dabei ist das Bild der maximalen Feuerkraft, das n-tv im Zusammenhang mit der Finanz-Aufbockung des ESM verwendete, völlig irreführend. Die Munition, die hier verwendet wird, ist ja nur imaginär, im besten Falle sind das Platzpatronen.

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MCD August 1, 2012 at 01:21

…700 MILLIONEN – ohne Strom, nachdem gleich drei der fünf wichtigen Überlandnetze ausgefallen sind.
Warum, weiß wieder mal keiner so genau.

Doch eigentlich schon. Der Air-Con (aus China selbstverstaendlich) erreicht nun jede Huette im entlegensten indischen Hinterland. Folge? Bekannt!

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hundi August 1, 2012 at 06:35

Zum Thema Stromausfall kann ich nur den Roman von Marc Elsberg BLACKOUT empfehlen. Sehr realistisch und erschreckend! Sollte so etwas mal in Europa oder den USA stattfinden… – na dann Prost!

Im Übrigen sehe ich die aktuelle Situation genauso wie Markus: alles kurz vor dem bösen Ende.

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et August 3, 2012 at 09:42

Schliessen mich der Empfehlung für “Blackout” an. Spannend, aber leider auch erschreckend realistisch…

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MFK August 1, 2012 at 06:41

5,5 Milliarden USD für die Post, ich bitte Sie Herr Gaertner, das Haushaltsdefizit wird dieses Jahr über 1 Billionen USD liegen, da wird man diese lächerliche Summe auch noch “finden”. Warum zahlt in den VSA überhaupt noch jemand Steuern? Diese paar Dollar könnte Krugman auch noch von seinem Freund, dem Bernanck drucken lassen. Das würde die Binnennachfrage ankurbeln und das BIP wieder in Schwung bringen.

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vlk August 1, 2012 at 07:02

5,5 Milliarden – Wer steht denn bitte noch für die kleine Summe auf ?

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Andreas Ludwig August 1, 2012 at 07:27

Ja wir haben uns so an die Beträge gewöhnt, das bei 5,5 keiner mehr zuhört. Das ist auch der Grund warum viele Mittelstandsunternehmer die Zornesröte im Gesicht haben. Da wird der Fiskus schon mal bei 10tausend Euro ganz wach. Oder wenn durch Arbeitslosigkeit die Grundsteuer von 600 Euro nicht bezahlt werden kann. Dann geht die Immo schon manchmal in den Pfand und zur Versteigerung. Das haben eh viele noch nicht begriffen. ” Ich sitze in einer bezahlten Immo. Was soll mir schon passieren. Na das zum Beispiel. Dazu kommt die Stromrechnung, Telefonrechnung usw die liegengeblieben ist. Da kann die Hütte schon mal weg sein. Dachpfannen lassen sich einfach nicht fressen. Betriebskosten laufen irgendwie. Gibt es dann noch so ein kleines Schmankerl wie Massenarbeitslosigkeit, ist die Bude auch noch unverkäuflich. Am besten gehen wir alle wieder in den Wald und suchen uns eine Höhle. Da das Gas aus dem schiefer kommt, ist es auch noch warm. Gruss

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vlk August 1, 2012 at 07:45

Aus diesem Grund miete ich nur .. die “Nebengeräusche” eines Hauses sind nicht zu verachten.

Ein Haus kann eine ewige Tretmühle werden .

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Victor August 1, 2012 at 07:52

DEBT BOMB – The Global Financial Crisis Stripped Bare
http://youtu.be/GXcLVDhS8fM?hd=1

I love UK :-)

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et August 3, 2012 at 09:56

Genial!

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dank August 1, 2012 at 08:03

Sollte sich jemand näher für einen Blackout samt möglicher Szenarios interessieren; zwei Buchtipps:

Marc Elsberg
BLACKOUT
Morgen ist es zu spät
(kaufbar)

Eva Marbach
EMP
http://www.survival.4u.org/download/EMP-Roman-12.pdf

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vlk August 1, 2012 at 08:27

Andreas Eschbach

Ausgebrannt – ist auch ein sehr gutes Szenario für Peak-Oil … was aber nie eintreffen wird …?? ( abiotisch ? http://www.3sat.de/hitec/142766/index.html )

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Till August 1, 2012 at 08:51

Ist die Erde ein Ölfaß das innen voll ist??
Das ist alles ziemlicher Unfug – über einer gewissen Temperatur (innen wird es immer heißer) zersetzt sich Öl. Und selbst wenn es abiotische Ölenstehung geben würde, sind es Raten die technisch nicht relevant sind (einzelne Barrels / Jahr).

Sonst hätten wir in vielen Stellen der Welt Ölquellen die Jahrzehntausende sprudeln und riesige Teerseen / dauerbrennende Gruben hinterlassen wo so eine übervolle Ölquelle nach oben durchbricht. Die gibt es aber nicht, nirgendwo.

Die Russen haben sich wahrscheinlich bei ihren Vorräten verschätzt, so einfach ist eine korrekte Abschätzung des Inhalts eines Feldes nämlich auch nicht. Keine Nation würde sich auch so etwas entgehen lassen. Warum auch?

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dank August 1, 2012 at 09:07

Eschbach passt auch, stimmt.
Ferner gibts noch ein paar Bücher von Arthur C. Clarke und/oder Stephen Baxter – die gehen meist auch wissenschaftlicher tiefer rein, als manche andere.

An abiotisch mag ich nicht recht glauben. Dazu machen die BigOils zu viel Aufsehen um das Herauspressen/-spülen der letzten Tropfen und Fässer aus dem Boden. Anders wärs ja günstiger. Das alte Ölfelder erneut ausgebeutet werden, ist ob des technischen Fortschritts nicht verwunderlich. Da geht schon noch ein wenig was. Vielleicht gibts auch noch das ein odere andere keinere Ölfeld das in die alten “überläuft”, aber ansonsten seh ich Öl ziemlich endlich. Die Förderung von GB ist rückläufig ohne Ende – denk die Briten würden da auch gerne an das abiotisch glauben.

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HaPennyBacon August 1, 2012 at 11:40

Wirklich schön zu lesen:
“Alle Zentralbanken sind dabei, sich in Bad Banks zu verwandeln”

http://www.heise.de/tp/artikel/37/37365/1.html

“Prinzipiell lässt sich sagen, dass Krisen im Kapitalismus nicht aus Mangel, sondern aus Überfluss und inmitten des Überflusses entstehen. Das ist eine Grundverrücktheit, die die VWL nicht erklären kann, weil sie die abstrakte Reichtumsproduktion naturalisiert.”

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Till August 1, 2012 at 12:23

Der Autor muß noch einen Schritt weiter, dann löst sich einiges auf.

Schulden sind Geld. Geld sind Schulden. Und dazu haben wir eine heftige marxsche Überakkumulation.
Und die Gesamtschuldenmenge im Kapitalismus muß steigen, da Schulden (in der Gesamtheit) nicht zurückgezahlt werden können. Sie können nur verschoben werden (Von den Häuslebauern auf die Bank. Von der Bank zum Staat. Vom Staat zur “Bad Bank”). Wenn der Staat die Steuern erhöht, um die Schulden zu bezahlen, müssen Bevölkerung und Betriebe (wenn Gewerbesteuern steigen) mehr Schulden aufnehmen.

Durchbrochen kann das ganze erst nach einer Währungsreform werden (es ist total aus dem Ruder, allein in Deutschland gibt es ca 5 Billionen Vermögen / Schulden) indem man das zu große Anwachsen von Vermögen / Schulden durch geeignete Steuermaßnahmen im Vorfeld verhindert.

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HaPennyBacon August 1, 2012 at 16:47

Tja, mit dem regelmäßigen Schuldenerlass in der Antike konnte man solche Dinge ziemlich gut vermeiden. Die hatten allerdings damals kein BWL studiert und somit taugt das heute nicht für unser System(würde die heutige Polit- und Finanzmafia sagen)

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Tom August 1, 2012 at 19:04

Man mag eigentlich gar nix mehr kommentieren, wenn man diesen weltweiten Irrsinn sieht, der im Grunde von einer verschwindend kleinen Minderheit verzapft wirdund unter dem Milliarden Menschen zu leiden haben werden.
Früher haben wir immer gedacht, nur Hitler und Honecker hätten einen an der Waffel, angesichts ihrer Durchhalteparolen bei unübersehbaren desaströsen Zuständen. Heute wissen wir es besser. Bei beiden ging es seinerzeit um das Schicksal von Menschen, deren Anzahl im zweistelligen Millionenbereich lag. Auch in in diesem Punkt toppen die Eliten heutzutage diese Gestalten aus der Vergangenheit!
Vielleicht sollte man den § 130 StGB um den Straftatbestand der Euro-Leugnung erweitern, damit man alle Zweifler schnell mundtot machen kann! Zum System passt es allemal!

Gruss
Tom

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Josef August 1, 2012 at 19:42

In einer Zinsgeld-Ökonomie (zivilisatorisches Mittelalter) wirtschaften alle Menschen gegeneinander, weil jeder durch die Ansammlung von möglichst viel Eigenkapital (Zinsgeld, Sachkapital oder Boden) nur versuchen kann, auf Kosten anderer zu leben (Zinsgewinner), damit andere nicht auf seine Kosten leben (Zinsverlierer). Das gilt sowohl für jeden einzelnen Wirtschaftsteilnehmer als auch für Nationalstaaten, die sich gegenseitig in die Schuldenfalle treiben müssen, bis der nächste Krieg unvermeidlich wird. So makaber es klingt, die einzige Hoffnung, dass sogar die “hohe Politik” mit dem Denken anfängt (was in diesem Fall bedeutet, sich selbst überflüssig zu machen), ist die Atombombe, denn der Krieg konnte nur solange der Vater aller Dinge sein, wie es noch keine Atomwaffen gab! Ohne die atomare Abschreckung wäre es etwa in den 1980er Jahren zum 3. Weltkrieg gekommen. Auf der anderen Seite hat darum heute, durch das Ausbleiben dieser “überfälligen Sachkapitalzerstörung”, die Zinsumverteilung – sowohl innerhalb der Nationalstaaten als auch zwischen den Staaten – ein nie dagewesenes Ausmaß erreicht, sodass die unmittelbar bevorstehende globale Liquiditätsfalle unsere ganze “moderne Zivilisation” auslöschen kann, ohne dass dafür ein Atomkrieg erforderlich wäre! Denn je höher man auf der Stufenleiter der Arbeitsteilung nach oben kommt ohne eine stabile Makroökonomie, desto tiefer ist der Fall: Über 90% aller heute auf diesem Planeten lebenden Menschen müssten innerhalb kurzer Zeit verhungern, und aus den Zivilisationstrümmern würde keine neue Zivilisation entstehen können. Der überlebende “Rest der Menschheit” wäre wieder in der Steinzeit gelandet und müsste die gesamte bisherige kulturelle Entwicklung noch einmal durchlaufen.
http://www.krisentalk.de/krise/ueberwindung-religion-echten-sozialen-marktwirtschaft/183001
http://opium-des-volkes.blogspot.de/2011/10/vollinvestition.html

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Andreas Ludwig August 1, 2012 at 21:50

Kommentar aus der Welt zu Konjunktur bricht in Deutschland ein und die Deutschen fürchten um ihren Wohlstand

Wackeldackel-Lemminge

Paaren sie mal einen Lemming mit einem Wackeldackeln.
Erstere sind diese kleinen Ratten, die ihrem Chef in jeden Abgrund hinterherspringen ohne nach den Gründen zu fragen, zweitere diese
goldigen Spielzeughundchen aus den 70′ern, die auf der Heckablage
der Autos immer so schön monoton mit dem Kopf wackelten und
nickten.
Im Ergebnis erhalten sie einen Bundestagsabgeordneter aktueller
Prägung, wie Sie ihn derzeit massenweise im deutschen Bundestag und
Bundesrat vorfinden. Grosse Enttäuschung: Ihre Züchtung hätte somit
nichts wirklich Neues hervorgebracht. Nur ein weiteres Lebewesen ohne viel Rückgrat, ohne eigene Meinung, ohne Ecken- und Kanten und, vor allem: ohne selbstbestimmtem Willen.
Wenn der Chefwackeldackel-Lemming losrennt und mit dem Kopf nickt, prescht die gesamte Wackeldackel-Lemming-Horde hinter ihm her und wackelt und nickt ebenfalls zustimmend mit dem Kopf. Aus diesem Grund bezeichnet man grössere Zusammenrottungen nicht reflektierender Säugetiere inzwischen auch gerne als “Fraktion”.
Dass die Wackeldackel-Lemminge hinter dem Chef her rennen und
ebenfalls nicken muss jetzt zwingend bedeuten, dass die Wackeldackel-
Lemminge begriffen haben warum der Wackeldackel-Lemming-Chef mit
dem Kopf nickte. Es bedeutet nur dass sie zumindest die Geste und
Bewegung verstanden haben und nun, wahrscheinlich vollkommen unreflektiert, diese Gesten einfach nur nachäffen. Chef ist Chef – da hilft nun mal kein Gewissen: widerspricht Wackeldackel-Lemming auch nur einmal in der Öffentlichkeit dem Chef, ist seine politische Karriere am Ende.

So also ist es um die Vielfalt der Meinungen im deutschen Bundestag und Bundesrat im Jahr 2012 nach Christi Geburt bestellt: Wissen und
Gewissen sind out. Man lehnt sich zurück, lässt sich vom
Fachverantwortlichen berieseln (“…der wird, im Gegensatz zu mir,
schon wissen, wovon er spricht”) und hebt am Ende brav das
Pfötchen. Schliesslich wartet das Mittagessen und der Magen knurrt
schon. Oder wartet vielleicht schon der nächste Lobbyist im Büro und
hat etwas Schönes mitgebracht damit Wackeldackel-Lemming beim
nächsten Mal das Pfötchen hebt, wenn der Atomausstieg verschoben
oder die Gaststätten weniger Mehrwertsteuer zahlen sollen?

Das klingt jetzt alles fürchterlich zynisch. Doch leider spiegelt es genau
das Bild wider, das die meisten der 620 im Bundestag auf uns machen.
Wenn sie denn überhaupt anwesend sind. Oftmals sitzen da noch nicht
einmal genügend Wackeldackel-Lemminge herum um mehrheitlich eine
rechtskräftige Entscheidung herbeizuführen.

Deutschlands Demokratie im Jahre 2012 ist ausgelutscht. Und nicht erst
seit Redewendungen wie “sozialverträgliches Frühableben”
zynisch. Je tiefer die sozialen und finanziellen Abgründe, die sich in
Deutschland auftun, desto pedantischer legt man wert auf eine politisch
korrekte Umschreibungndieser unhaltbaren Zustände. Man beseitig sie
nicht, man redet sie schön. Das ist einfacher und i.d.R. auch billiger.

Es wäre an der Zeit, der deutschen Demokratienwieder etwas Idealismus,
Begeisterung, Gleichheit und Gerechtigkeit einzuhauchen. Etwas
“…Deutschland zu dienen und Schaden von ihm abzuwenden…”
Zeit, gute Ideen und Argumente auch mal gelten zu lassen wenn sie von
der Opposition kommen. Tolle Ideen nicht ständig nur deshalb zu
zerreißen und später als deutlich schlechteren Kompromiss umzusetzen,
nur weil sie vom politischen Gegner kommen.
Deutschen Abgeordneten geht es doch nur noch ums Prinzip und schon
längst nicht mehr um die Sache – die normalerweise wäre Das Beste
für Deutschland.

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Ert August 1, 2012 at 22:32

Einstellungsstop bei VW-Tochter MAN: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.man-einstellungsstopp:-eurokrise-verdirbt-man-das-jahr.10d9de98-5929-4c99-acac-02474df1e500.html

Woanders in dem Bereich werden wohl auch schon deutlichst Plan und Zielwerte im Bereich von mehreren Hundert zusammengestrichen. Der Italienische Kfz-Markt gleicht zudem einer Desasterzone, dem sich nun auch die deutschen Hersteller nicht mehr entziehen können: http://www.querschuesse.de/italien-schwachste-pkw-neuzulassungen-in-einem-juli-seit-1990/

Und ganz, ganz viele haben immer noch nicht begriffen was und warum es abläuft….

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Brigitte August 2, 2012 at 07:27

Mit den absorbierenden Tendern hat die EZB bisher das überschüssige Geld gebunden. Nun hat die EZB den Zinssatz hierfür gesenkt.
http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Kerngeschaeftsfelder/Geldpolitik/tender_feinsteuerungsoperation_absorbierend_31_07_2012_7t.pdf?__blob=publicationFile
Den Zinssatz für die Einlagefazilität hat sie ebenfalls massiv gesenkt. Wohin sollen also die Gelder, welcher bisher z.B. über das Target sich bei deutschen Banken angesammelt haben? Der Druck auf unsere Regierung aber auch auf das Verfassungsgericht (ESM) wurde mit der Senkung der Zinssätze massiv erhöht. Das Risiko des Geldverlustes (keine Anlagemöglichkeit bei EZB) wurde wieder an Banken zurückgegeben, in deren Ländern vor allem positive Targetsaldenbestände vorliegen.

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CrisisMaven August 2, 2012 at 16:19

Vielen Dank fuer diesen Beitrag. So weitgespannte (geographisch wie technisch-wirtschaftlich) Ereignisse bringen unsere “Qualitaets-”-Medien leider nie zusammen; dabei lassen nur solche Synopsen erahnen, dass “das” Problem nicht von ein paar “Wackel-Dackel-Lemmingen” in Bruessel kurz vor dem Fruehstueck nach durchtagter Nacht geloest werden koennte. Wenn man jemandem auf die Schnelle eine Einfuehrung in die Krise an die Hand geben moechte, dann schicke man ihm den Link zu diesem Artikel!

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Tom August 2, 2012 at 17:26

“Wenn man jemandem auf die Schnelle eine Einfuehrung in die Krise an die Hand geben moechte, dann schicke man ihm den Link zu diesem Artikel!”

Das setzt voraus, dass es denjenigen auch interessiert. Die Masse glotzt aber lieber Fussball, Bohlen und Olympia, als sich mit düsteren Zukunftsaussichten zu beschäftigen. Den Michel scheint noch nicht mal zu kratzen, dass seine Kinder und Enkel keine guten Perspektiven mehr haben werden, wenn die Karre erst so richtig im Dreck versunken ist. 100 Jahre nach dem Untergang der Titanic das gleiche Bild…..

Gruss
Tom

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Victor August 3, 2012 at 14:16

China: Einzelhandel führt mörderische Rabattschlachten
China hat vor allem ein Problem mit seiner Kreditnachfrage. Dies trifft sowohl auf Verbraucher als auch Unternehmen zu, nachdem der privatwirtschaftliche Sektor sich in den letzten Jahren bis über beide Ohren verschuldete. Eine ganze Reihe von Beobachtern zeigt sich davon überzeugt, dass weitere Senkungen des Leitzinses durch die People´s Bank of China (PBC) aus diesem Grunde nicht die gewohnten Effekte einer steigenden Kreditnachfrage zur Folge haben werden.
http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=22838

Freiwillige für Konsum gesucht, Afrika ist doch bestimmt kreditwürdig (Bodenschätze)?? :-)

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Cordula August 20, 2012 at 07:32

Ein guter Beitrag zum Thema Kredit.

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