USA implodieren – Geld weg, BIP runter, Fed abwesend: Und jetzt auch noch die “Köpfe” weg

by markusgaertner on 03/08/2012 · 6 comments

2012-08-03_0826

Share

Trotz eines Jobzuwachses im Juli steigt die Arbeitslosenquote in den USA. Dem US-Arbeitsmarkt droht zudem ein gefährlicher Aderlass: Viele Wissenschaftler verlassen das Land – und viele der billigen Arbeitskräfte auch. Das Wachstumsfundament der USA bekommt Risse.

Leichte Entspannung am US-Arbeitsmarkt: In den USA sind im Juli deutlich mehr Jobs geschaffen worden als erwartet. Im Monatsvergleich stieg die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft um 163.000 Stellen, wie das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Das ist der stärkste Zuwachs seit fünf Monaten.

Der Zuwachs ist dennoch zu wenig, um die Arbeitslosenrate – die seit 41 Monaten über 8 Prozent liegt – spürbar zu drücken und eine Erholung zu signalisieren. Trotz der 163.00 neuen Jobs kletterte die Arbeitslosenquote von 8,2 auf 8,3 Prozent. Sie verharrt damit seit mehr als zwei Jahren über der Marke von acht Prozent – das hat es seit der Großen Depression in den Dreißiger Jahren nicht mehr gegeben.

Den Vereinigten Staaten droht zudem eine Gefahr von anderer Seite. Miserable Jobaussichten, stagnierende Löhne sowie verschärfte Visa-Vorschriften und Einwanderungsgesetze sorgen dafür, dass hochqualifizierte Wissenschaftler sowie die dringend benötigten billigen Arbeitkräfte zunehmend den USA den Rücken kehren. Damit kehren sich Wanderungsströme um, die dem Land jahrzehntelang seine Spitzenstellung in der globalen Weltwirtschaft gesichert haben.

Mehr dazu in meinem Bericht im Manager Magazin

Share

{ 6 comments… read them below or add one }

et August 3, 2012 at 16:08

Interessant, dass die Entwicklung an allen Fronten sichtbar wird: Amerika wandelt sich vom gelobten Land der unbegrenzten Möglichkeiten zum gemiedenen Polizeistaat.

Kürzlich sind folgende Meldungen dazu in der hiesigen ( Schweiz) Presse gewesen:

Cloud Anbieter in den USA beschweren sich, dass die Europäische Konkurrenz ( zB Wuala) offen damit wirbt, dass die US-Behörden keinen Zugriff auf die Daten in der Cloud haben – und offensichtlich mit Erfolg.

US Bürger oder Kunden mit US-Verbindungen werden in der Schweiz bei den meisten Banken abgelehnt, bestehende Kundenbeziehungen aufgelöst und die Kunden aufgefordert, das Geld woandershin zu transferieren.

Banken wie die Zuger Kantonalbank, die noch Ausländer als Kunden nehmen, verlangen einen schriftlichen vollständigen Verzicht auf jeden Datenschutz und das Bankkundengeheimnis.

Viele Firmen verzichten generell auf alle US-Geschäfte. Die USA finden sich heute oft in einem Atemzug genannt mit Nordkorea, Nazideutschland und der UdSSR.

Ich gehe davon aus, dass sich dieser Trend nicht so bald wieder umkehrt. Wenn die USA erst mal den heutigen Spitzenplatz in der Forschung verloren haben, trudelt das Land in die Abwaertsspirale. Nicht sofort, aber unaufhaltsam. Bei kostspieligen Prestigeprojekten (Raumfahrt, Flugzeugträger etc) ist China jedenfalls im Aufschwung und den USA fehlt überall das Geld.

Reply

dank August 4, 2012 at 15:27

Danke et! Nicht, dass was Neues wäre, aber solche Hinweise auf landeseigene MSMedien, besonders außerhalb von Brainwasch find ich immer sehr wichtig und interessant.

Reply

Tom August 3, 2012 at 16:54

1. 163.000 neue Jobs erfüllen noch nicht mal das Minimum, welches monatlich entstehen müsste, um die Schulabgänger mit
Arbeit zu versorgen. Dazu wären 251.000 neue Arbeitsplätze nötig. Kein Wunder also, dass die AL-Quote trotzdem steigt.
2. Von den neu geschaffenen Jobs dürften eine ganze Menge saisonale Arbeitsplätze sein: Die “Back to School” Season steht an,
in vielen Bundesstaaten geht das “Tax Free Weekend” damit einher. Traditionsgemäss hat der Einzelhandel in dieser Zeit
wesentlich mehr Kunden zu bedienen, benötigt also Aushilfskräfte.
3. In einigen Regionen dürfte sich der “Ölboom” bereits bemerkbar machen. Hier in Texas werden neuerdings wieder Ölquellen
angezapft, die man eigentlich noch für längere Zeit in “Reserve” halten wollte. Gestern berichtete ein Kunde aus Uvalde, ein
kleines Nest ungefähr 1.5 Autostunden westlich von San Antonio, dass dort die Wirtschaft neuerdings “brummt” wegen der
Ölfelder. Es werden Appartment-Komplexe gebaut wie verrückt, Restaurants und Supermärkte entstehen, was natürlich alles
Arbeitsplätze schafft. Ähnliches wird aus der Region um Kennedy berichtet.
4. Sorry Markus, bezüglich der Einwanderungspolitik und den damit verbundenen Folgen muss ich mal ein Veto einwerfen:
Die meisten Mexicans, die das Land verlassen, sind Illegale. Gegen genau diese “Einwanderer” richteten sich ich die Gesetze in
Arizona und Alabama, die mittlerweile vom Surpreme Court gekippt wurden. Zum besseren Verständnis: Der Polizei ist es
zum Beispiel in vielen Regionen NICHT erlaubt, den Aufenthaltsstatus eines Strafttäters zu erfragen, illegaler Aufenthalt konnte
somit nur von den DHS-Leuten und der Border-Patrol “aufgedeckt” werden. Gegen diese Praxis richteten sich die Gesetze in
den genannten Bundesstaaten, die also nicht wirklich etwas mit legaler Einwanderung zu tun haben!
5. Der Wunsch, in die USA zu kommen, scheint tatsächlich extrem rückläufig zu sein. Ein absolutes Novum im Zusammenhang
mit der GC-Lottery gibt es in diesem Jahr: Teilnehmer werden aufgefordert, ihre “Losnummer” nicht wegzuwerfen, da im
Oktober vermutlich nochmal eine Auslosung machen werde. Siehe hier:
http://travel.state.gov/visa/immigrants/types/types_1322.html
Es schein, als sei das Interesse, eine der 55.000 Greencards zu gewinnen, massiv zurückgegangen, so dass man im ersten
Anlauf nicht alle vergeben kann! Wer hätte sowas mal gedacht! :-D

Gruss
Tom

Reply

HaPennyBacon August 4, 2012 at 10:38

Aktuell von Querschüsse dazu:
http://www.querschuesse.de/us-arbeitsmarktbericht-juli-2012-anhaltend-orwellsche-statistik/
Die Amerikaner müssen wirklich aufpassen. Aber vielleicht wird ja alles besser mit Mit.

Reply

lucio August 4, 2012 at 17:43

Darauß noch folgendes Schmankerl:

“Dieser Anstieg kam nur nach der Saisonbereinigung zustande, unbereinigt, also bei den Originaldaten kam es im Juli zu einem signifikanten Stellenabbau von -1,204000 Millionen zum Vormonat!”

Das muß doch an der Börse gefeiert werden.

Reply

Joker August 4, 2012 at 18:03

Lesetipp zum Wochenende:

Via Trader, aus Mexico, in Englisch:

http://www.thetrader.se/2012/08/04/the-house-has-burnt-down/

Reply

Leave a Comment

*

Previous post:

Next post: