Hat Bernanke seine geheimen Kredit-Protokolle aus der Finanzkrise auf dem Mars versteckt ?

by markusgaertner on 06/08/2012 · 14 comments

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Todesstrafe für LIBOR-Panscher ? Geständnisse über manipulierte Zinsen durch Folter ? Die Nadelstreifen auf die Streckbank legen und drehen, bis sie gestehen ? Das ist keine perverse Phantasie von Gaertner´s Blog, sondern über Jahrhunderte gepflegte Routine im Kampf gegen Finanz-Kriminelle.

Schon im Code von Hammurabi – so erinnert uns Barry Ritholtz im THE BIG PICTURE – sei vor 3.700 Jahren festgelegt worden, dass wie ein Dieb mit dem Tode bestraft wird, wer einen Finanzvertrag bricht, oder bei Future-Geschäften – die es schon damals gab (jaaa, liebe Wall Street) – schummelte.

Und fortan wurde hart geahndet, wenn Finanzprofis ihre Klientel übervorteilten: Im mittelalterlichen Katalonien wurde kurzerhand der Kopf abgeschnitten. Im Florenz der Renaissance wurde schlicht gefoltert, und zwar auf eigens gebauten Streckbänken in der Geschäftsstelle der lokalen Finanzzunft. – Man stelle sich Bob Diamond oder den HSBC-CEO (Geldwäsche) brüllend und mit zersplitterten Knochen auf der Streckbank im Keller der örtlichen IHK vor (und dazu den Bericht der BILD).

In England wurden Nachahmer von Originalprodukten ab dem 14. Jahrhundert mit dem Tode bestraft, Münzfälschung galt im 16. Jahrhundert als Hochverrat. Wer im 17. Jahrhundert – was damals sehr beliebt war – von den Münzen Metall abschabte, wurde auf einem Brett durch die von Pferdekot getränkten Straßen gezogen und dann gehängt. – Ein Galgen in der städtischen Kläranlage von Frankfurt gefällig ?

Die britische Regierung ließ irgendwann sogar Isaac Newton auf die Fälscher und Finanzbetrüger los. Er soll erbarmungslos gewesen sein. Haben wir nicht ein paar schwach ausgelastete Nobelpreisträger, die sich – anstatt dubiose Hedgefonds zu stricken und damit Milliarden Dollars zu vernichten – ein paar richtig gute Straftaten ersinnen können ?  -  So, genügend abreagiert.

Während im Falle von Knight Capital weiter gerätselt wird, ob sich Computer bösartig selbständig machten, als am Mittwoch für das Clearinghaus ungezählte Käufe getätigt wurden, die keiner veranlasst hatte, und die 440 Millionen Dollar Verlust verursachten, vermasselt der University of Maryland-Professor Peter Morici den Börsianern schonmal gründlich die neue Woche.

Die Fed könne keinen Unterschied mehr machen, wenn sie jetzt die Bazooka herausziehe, sagt er. Moricis Alternativ-Rezept zu der immer öfter geächteten Bernanke-Kost: Zieht den Chinesen durch strengere Handelsbestimmungen die Lederhosen aus und bohrt nach mehr Energiem anstatt die Steuerzahler und Sparer (leider fast immer identisch) auszusaugen.

Und während sich Andy Murray vom ganzen Volk (plus Kate) feiern lässt und ekstatisch sein Tennis-Gold bejubelt, schürft der Mars-Roboter der Nasa – seinem Namen “curiosity” (Neugier) – alle Ehre machend im braunen Sand des Nachbarplaneten nach Beweisen, dass Ben Bernanke hier seine geheimsten Akten aus der Finanzkrise versteckt hat. – Finanzbetrug hat mit Renditen eines gemeinsam: Sie marschieren im Gleichschritt.

Dabei geraten einige wichtigere Nachrichten etwas ins Hintertreffen, sprich in die zweite und dritte mediale Reihe: Zum Beispiel, dass die Bank of England in dieser Woche in ihrem neuesten Inflationsbericht enthüllen wird, dass die Konjunktur auf der Insel zum Stillstand gekommen ist. Selbst der Telegraph, der zu den größten Leichenschändern in der ökonomischen Nachrichtengebung gehört, bringt das am Wochenende erst nach Berichten über die jüngsten Schiefergas-Trends und das neue Fine-Tuning der chinesischen Notenbank.

Oder das hier: Mario Monti empfiehlt den Regierungen der EU, in der Krise Politik unabhängiger von den Parlamenten zu gestalten. Ja, sehr praktisch Monsignore Mafiomonti: Die Wähler bestellen die Parlamente, die wählen den Regierungschef, der wählt eine beliebige Umleitung um die launischen Abstimmungsaffen, wenn ihm deren Gemeckere nicht mehr passt.

Schaut doch bei den Chinesen, wie effektiv und effizient man sein kann, wenn man bis zu 1,3 Mrd. Menschen die Wahlurnen andauernd vorenthält. Wozu der ganze Terz mit überbezahlten Volksvertretern, die sowie nur Streit und Sabotage im Sinn haben.

Vielleicht kann Herr Monti ja bei Goldman Sachs eine Studie in Auftrag geben, die effizienteres Regieren unter Umgehung störender Einflüsse der Basis ergründet. So eine Art LIBORisierung des Wählerauftrags. Mit ein paar neu gestrickten Derivaten, die gegen die nächste Wahlniederlage wegen der bewusst inkauf genommenen Wählermissachtung absichern. Das wäre der sogenannte Demokratie-Put. Man könnte gleich auch ein Index-Zertifikat auf die jüngsten Umfragen aus Allensbach einführen, viel Gemeckere im Volk, noch mehr Knete auf die neuesten ETFs.

Wir leben ja schließlich in jenem Zeitalter, das sich zum Ziel gesetzt hat, alles zu monetisieren. -  Also, immer her mit den lustigen Wetten auf die launisch schwankende Wählermeinung. – Eine schöne Börsenwoche allerseits !

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MFK August 6, 2012 at 06:29

Wenn das mal die einzigen Skandale wären:
Ein (deutsches) Parlament, welches auf der Basis von absichtlich verfassungswidrigem Wahlrecht existiert und über die Köpfe der Menschen hinweg regiert. Ein Italienischer Premier der auch noch letzte parlamentarische Legitimation beseitigt, indem er sie der Exekutive zuordnen möchte.
Banker die offen Gesetzesbrüche begehen ohne Sanktionen fürchten zu müssen.
Organhändler die nur deshalb schalten und walten konnten, weil der Staat bewußt wegschaut.
Solche Zeiten die auf ein verrottetes Gemeinwesen hindeuten hat es immer gegeben. Geendet haen sie meisten weniger schön.

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Joker August 6, 2012 at 08:25

Wer erinnert sich noch an Roettgen im NRW Wahlkampf….

“Leider entscheidet nicht die CDU, sondern die Waehler….”

Ohne hier die Geruechtekueche anheizen zu wollen – die gut inzenierte Hyper Mario ” Gaffe” in London, und die relativ schwachen Dementis – wesentlich spaeter – sprechen dafuer, dass sich etwas – aus Sicht der Handelnden – verschoben hat.

Was? Wann? Keine Ahnung. Aber irgendwas ist noch im Busch.

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Joker August 6, 2012 at 09:32

An die Banker hier:

auf FT Alphaville ist interessanter Artikel.

http://ftalphaville.ft.com/blog/2012/08/06/1107671/on-the-declining-use-of-core-collateral-in-repo-markets/

Im wesentlichen geht es darum, dass “gute Sicherheiten” weniger verwendet werden, um sich Geld zu leihen, weil man Angst hat, diese nicht wiederzubekommen.

Wenn dem so waere, (was ich nicht beurteilen kann), dann knirscht es gewaltig bei einem der vorlaufenden Indikatoren – im Repomarkt ist es 2007 auch losgegangen….

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Joker August 6, 2012 at 09:56
HaPennyBacon August 6, 2012 at 11:39

Einfach mal genau hinschauen was die Börse macht. Trotz immer schlechter werdender Wirtschaftsnachrichten steigen die Aktienkurse. Die Käufer schichten meiner Meinung nach von Papier in Hardware um.

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Andreas Ludwig August 6, 2012 at 08:31

der Liborskandal ist doch nur was für taube Tauben. Das lockt doch keinen Hund mehr hinter dem Ofen vor. Wir haben ganz andere Probleme. Und die werden das Liborskandälchen beiseite fegen wie der Sturm nen Abfalleimer. Nicht das jetzt einige denken, ich würde diesen Skandal nicht Ernst nehmen. Aber ich glaube, das ist im Ganzen nur ein Lüftchen…
gegen das was auf zukommt
http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=22869

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Till August 6, 2012 at 09:28

Stahlindustrie wird nicht mehr gebraucht – Realwirtschaft wird im allgemeinen “überschätzt”.

Wenn erst einmal das Volk genug Kredite hat und da nicht mehr raus kommt, braucht man ja gar keine Waren mehr zu verkaufen – die Leute liefern ihr Gehalt einfach bei der nächsten Bank ab und hoffen, das die Zinseszinsen nicht noch höher steigen.

Ein bissl am Libor drehen (und den Überziehungszinsen), und das Geld fließt.
Die, die nicht direkt verschuldet sind dürfen dann halt Staatsschulden bedienen (die der Staat fürsorglich aufgenommen hat, weil die Privatleute die letzten Jahre hier zuwenig aufgenommen haben).

Nur Schuldknechtaufstände sind verboten – solange alle Fernseh gucken wird es Ruhe geben.

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HaPennyBacon August 6, 2012 at 11:21

“Stahlindustrie wird nicht mehr gebraucht – Realwirtschaft wird im allgemeinen “überschätzt”.”
Stimmt, wer braucht schon Häuser, Klamotten, Lebensmittel/Trinkwasser oder Autos und Computer. Das Geld brennt am Besten als offenes Lagerfeuer, womit man dann schön die Ratten grillen kann.

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Andreas Ludwig August 6, 2012 at 09:23

Wenn die Stahlbranche in die Flaute kommt, könnte es auch solche Ursachen haben:
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/08/05/deutsche-autohersteller-manipulieren-absatzzahlen/

Wenn sich Autohersteller und Autohäuser gegenseitig die Autos abkaufen ist das auch ein Weg.

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dank August 6, 2012 at 10:53

Ergänzend:

Jede 3. Zulassung ist eine taktische Zulassung gewesen:
w ww.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/absatzkrise-europas-autobauer-auf-kollisionskurs/6917014.html
Das große Zittern: w ww.autohaus.de/geschaeftsjahr-2012-kfz-gewerbe-nrw-verhalten-optimistisch-1111460.html
Abwärts: w ww.querschuesse.de/deutschland-pkw-neuzulassungen-mit-50-zum-vorjahresmonat/

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micdinger August 6, 2012 at 09:39

Und die Finanzierung erfolgt durch den Ankauf von Unternehmensanleihen durch die die EZB.
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/08/06/ezb-verliert-vertrauen-in-staaten-und-will-unternehmen-direkt-finanzieren/

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Victor August 6, 2012 at 13:27

Also ich glaube nicht, dass die EZB jetzt schon Unternehmensanleihen von Autohäusern aufkauft bzw. diese welche ausgeben :)
Allerdings wäre es interessant zu wissen inwieweit die Autohäuser ihre Käufe bezahlen. Wenn diese über langfristige Zahlungsziele laufen und die Hersteller sich ihrerseits bei der EZB refinanzieren, köchelt da ein weiteres Kreditbläschen. Bleibt spannened, was da noch alles platzen kann.

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Victor August 6, 2012 at 14:03

Stimmung gegen Euro und Deutschland wächst
Italiens Regierungschef Mario Monti sieht das Projekt Europa wegen der sich verschärfenden Schuldenkrise bedroht. Er sieht zunehmend eine anti-europäische und anti-deutsche Stimmung in seinem Land. Merkel müsse handeln.
http://www.handelsblatt.com/politik/international/italien-stimmung-gegen-euro-und-deutschland-waechst/6967558.html

Und dann kommen beim Handelsblatt Kommentare wie:
“Buongiorno Signor Monti, vereinbaren Sie mit Ihren privaten Gläubigern einen Schuldenschnitt, treiben Sie Steuern ein. Und lassen Sie sich von Goldman Sachs beraten, wie das geht :-)
&
“Wenn die Italiener aus dem Euro aussteigen wollen und sich ihre Konfettiwährung zurückwünschen, damit sie weiter Wirtschaftspolitik im Wolkenkuckucksheim machen können – meinen Segen haben sie.
Arrivederci Italia!
Der Euro kann davon nur profitieren.
Eine Finanzierung italienischer Staatsdefizite durch deutsche Steuerzahler wird es aber nicht geben.”

Ich habe die Befürchtung der Großteil der Bevölkerung hat noch immer nicht verstanden wie das funktionert. Das sind vermutlich echte ‘gebildete’ Leser und nicht nur gekaufte Lobbyisten?? Beim Bailout unserer Banken und der EZB aufgrund Wertberichtigung der Forderungen werden wir uns dann über steigende Steuer, Abgaben, Gebühren, Inflation und Streichungen von Leistungen freuen.. das wird ein Spaß / Erwachen ^^

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Joker August 6, 2012 at 17:37

Wenn man verstehen will, die Amis Deutschland sehen ….

in englisch….

http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/nachrichten/report-the-german-model-seite-all/6966662-all.html

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