„Frau Nein“ bei „Dr. No“ – Das Geld, das man nicht ausgibt, als Staatsangelegenheit

by markusgaertner on 17/08/2012 · 5 comments

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Wachstumsförderung und Haushaltsdisziplin: In dieser Woche war Bundeskanzlerin Angela Merkel voll des Lobes über die fiskalischen Tugenden ihres nordamerikanischen Gastgebers. Der Weg Kanadas, „nicht auf Pump zu leben, kann ein Beispiel dafür sein, wie die Probleme angegangen werden“, sagte Merkel zum Auftakt ihres Besuchs.

Es war ihre erste Dienstreise und damit auch ihre erste Botschaft an die Europäer nach ihrem Urlaub. Wie gut Angela Merkel die Kanadier einschätzt, bewies der Finanzminister im Ahornland, Jim Flaherty, schon vor der Landung der Kanzlerin in Ottawa. „Europa kann sich durchaus alleine helfen und braucht keine kanadische Hilfe“, betonte Flaherty. Da war die Kanzlerin noch in der Luft.

Kanada und die USA sind bis heute die einzigen Länder der G20, die sich nicht an dem im Frühjahr aufgelegten Bailout-Fonds des Internationalen Währungsfonds (IWF) für europäische Wackelländer beteiligen. Merkels Gastgeber, Kanadas Premier Stephen Harper, erwartet stattdessen von den Europäern, dass sie „noch viel mehr tun müssen“, um ihre Schuldenkrise zu bewältigen.

Die harte Haltung der Kanadier ist aus bitterer Erfahrung geboren. Die Regierung in Ottawa erlebte ihre eigene Schuldenkrise vor zwei Jahrzehnten.

Schwaches Wachstum, hohe Zinsen, ein aufgeblähter Staatsapparat: In den zehn Jahren bis 1990 verdoppelte sich Kanadas Budgetdefizit. Die Gesamtschulden des Landes stiegen von 29 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf 67 Prozent im Jahr 1993 an.

Haushaltslöcher im Umfang von bis zu 8 Prozent des BIP – wie 1983 – waren an der Tagesordnung. Zum Vergleich: Griechenland peilt im laufenden Jahr 6,7 Prozent an, nach 9,1 Prozent im Vorjahr.

Mehr dazu in meiner Analyse im Manager Magazin

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