Börse New York – Augen zu, zum Gipfelsturm im Niemandsland

by markusgaertner on 20/08/2012 · 2 comments

2012-08-19_2108

Share

Zu Beginn der neuen Woche wissen die Börsianer in New York nicht genau, wo sie stehen. Sie wissen nur, wo sie hinwollen. – Auf 14.165 Zähler beim Dow Jones Index. Das wäre ein neues Allzeithoch. Von jetzt 13.275 Punkten wäre dazu ein Zuwachs von 6,7% nötig. Ausgeschlossen ist das nicht, aber eine ziemlich mutige Annahme.

Denn die Versorgung mit Treibstoff für die letzte Phase zum neuen Aktien-Gipfel ist ungewiss. Die Meldungen aus der US-Konjunktur sind in den vergangenen Tagen widersprüchlich gewesen. Mehr noch: Die großen Schwellenmärkte – vor allem Indien, Brasilien und China – bremsen ab. Und in Europa ist es vor dem Besuch des griechischen Premiers Samaras in Berlin verdächtig ruhig.

Das ist unsere Ausgangslage zu Beginn der neuen Börsenwoche. In den USA riefen am Wochenende verschiedene Finanz-Blogs zum Gipfelsturm auf: “Kommt nicht zu spät zur Party”, hieß es auf einer Webseite. Eine Warnung an jene Anleger, die noch nicht am Aktienmarkt eingestiegen sind.

Beide führenden Indizes – der DOW bei 13.000 und der S&P 500 bei 1.370 – haben eine Basis für den weiteren Anstieg gebildet, heißt es bei Anhängern der technischen Analyse. “Die Geschichte sagt uns”, erzählt der technische Stratege Mark Arbeter bei S&P Capital IQ, “dass der S&P 500 bis auf 1.500 Punkte ansteigen könnte.” – Kursanalyse mit dem Geschichtsbuch, das ist ja mal was neues.

Das wären mit Blick nach hinten wahre Himmalaya-Dimensionen. Der S&P war am 5. März 2009 auf den Tiefpunkt während der Finanzkrise gekracht, bei schlappen 682,5 Zählern. Zuvor hatte er Ende Oktober 2007 ein Hoch bei 1.531 markiert. Der DOW – um das Bild abzurunden – war von seinem Rekordstand am 9. Oktober 2007 bei 14.164 auf nur noch 6.594 Zähler eingebrochen.

Jetzt haben die Aktien in New York sechs Wochen in Folge zugelegt. Sie notieren so hoch wie zuletzt im Mai 2008. Doch jetzt kommt das Problem, beziehungsweise die bange Frage: Wie soll es bei so schwachen Umsätzen wie derzeit weitergehen ? Zugegeben, viele Händler sind noch im Urlaub. Und aus Europa kommen vorübergehend keine Schreckensmeldungen.

Im Gegenteil: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei ihrem Besuch in Kanada in der Vorwoche wiederholt, sie wolle alles tun um den Euro zu retten. Und mit der Europäischen Zentralbank stimme sie auch überein.

Mehr dazu in meinem heutigen Vorbericht bei GEVESTOR für den Aktienhandel in New York …

Share

{ 2 comments… read them below or add one }

VanillaCall August 20, 2012 at 12:48

Das erinnert mich an einen Satz von Jochen Steffens, der vor einigen Jahren mal geschrieben hat, dass die Börse meistens den Weg des größten Schmerzes geht. In diesem Fall könnte ein weiterer Anstieg, eben weil er sehr viele schon bearish gestimmte Investoren verletzen würde, durchaus möglich sein.

Reply

Karl May August 20, 2012 at 16:23

Was oben ist, kommt auch mal wieder runter. Neue Höchststände = größte Fall-Chance.
Schließlich soll doch mein S&P-short ETF erfolgreich sein!

Reply

Leave a Comment

*

Previous post:

Next post: