Die blasse Zukunft der USA – Amerika im Visionen-Vakuum

by markusgaertner on 21/08/2012 · 14 comments

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In 80 Tagen wählen die US-Bürger ihren Präsidenten. In der Schlussphase des Wahlkampfs wird heftig über die Gesundheitsversorgung gestritten – auch die Arbeitslosigkeit und der Weg aus der Schuldenfalle sind Topthemen. Doch aus keinem Lager kommt derzeit ein schlüssiges Konzept.

New York – Budgetexperten, Kommunikationsberater und politische Beobachter in den USA sind alarmiert. Rund 80 Tage vor der Präsidentenwahl am 6. November glänzt der Wahlkampf zwischen Amtsinhaber Barack Obama und Herausforderer Mitt Romney durch einen Mangel an Visionen und Konzepten für die drängendsten wirtschaftspolitischen Probleme: Arbeitslosigkeit, Schulden, das Gesundheitswesen sowie die Revitalisierung der Marktwirtschaft.

Vier Jahre nach der Finanzkrise von 2008 fällt das Land in ein Visionenloch. Denn keine Seite – weder der Demokrat Obama noch der Republikaner Romney – präsentieren überzeugende Aktionspläne für einen Weg aus der Spirale von wachsenden Schulden, schwachem Arbeitsmarkt und dümpelndem Wachstum. Das ist das Fazit zahlreicher kritischer Analysen und Hilferufe in US-Medien in den vergangenen Tagen.

Einer der schrillsten Hilferufe kommt von Peter Schiff, dem CEO von Euro Pacific Capital. Schiff ereiferte sich am Wochenende, dass sich seit Tagen beide Kandidaten mit dem Versprechen zu übertrumpfen versuchten, in ihrer Amtszeit ab 2013 gebe es keine herben Einschnitte im Gesundheitswesen.

Selbst die Republikaner hätten kräftige Einschnitte im sozialen Bereich vom Tisch genommen. “Wie sollen wir eigentlich darauf hoffen, die öffentlichen Ausgaben endlich in den Griff zu bekommen, wenn selbst konservative Republikaner sich weigern, Hand an das größte Ausgabenprogramm des Bundes anzulegen?”, rätselt Schiff.

Selbst der als eiserner Sparer betrachtete Paul Ryan, den Romney vor einer Woche als seinen Kandidaten für die Vizepräsidentschaft vorstellte, erweise sich bei genauerem Hinsehen als harmlos, so Schiff. Er setze nicht auf die nötigen Sparmaßnahmen, sondern hoffe darauf, dass Amerika in den 27 Jahren bis 2040 zum durchschnittlichen Wachstum der vergangenen 100 Jahre zurückkehren und aus den Schulden herauswachsen könne.

Mehr dazu in meiner Analyse im Manager Magazin

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