Rund 10.000 an jedem Tag – Amerika droht der Boomer-Crash

by markusgaertner on 23/08/2012 · 8 comments

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Brad Pitt gehört zu ihnen, George Clooney auch. Ebenso Madonna und Bruce Springsteen. Sie alle sind Baby Boomer. Geboren in den Jahren von 1946 bis 1964.

Jetzt sind sie 47 bis 66 Jahre alt. Und sie setzen eine der größten Migrationswellen aller Zeiten in Gang. Seit dem vergangenen Jahr verabschieden sich allein in den USA täglich 10.000 Mitglieder der Baby-Boom-Generation in den Ruhestand.

Für die US-Konjunktur, die dank der Nachwehen der Finanzkrise von Miniwachstum geplagt wird, bedeutet der massenhafte Abschied dieser Generation aus dem Arbeitsleben fundamentale Veränderungen: Weniger Konsum, explodierende Gesundheitskosten und schlechte Aussichten für die Börse.

In einem Research-Papier unter dem Titel „Gegenwind für die Aktienmärkte“ untersuchte die Fed-Zweigstelle in San Francisco Ende 2011 besorgt den Zusammenhang zwischen der Alterspyramide und den Kursen an der Wall Street. Der Befund der Studie war für Notenbanker schonungslos offen – und negativ: „Die Baby Boomer werden Aktien verkaufen, anstatt zu kaufen“, heißt es in dem Papier, „statistische Modelle legen es nahe, dass dieser Wandel in den nächsten zwei Jahrzehnten die Aktienkurse ausbremsen wird.“

Für die Fed ist das besorgniserregend, weil „die massenhafte Pensionierung der Baby Boomer ausgerechnet zu einer Zeit anfängt, in der sich die Börse von der Finanzkrise zu erholen beginnt.“ Dass sich die geburtenstarken Jahrgänge als Bremsklotz für die Börsen erweisen, wird sie selbst wenig stören, sie verhalten sich am Rande der Pensionierung wie jede Generation vor ihnen im gleichen Alter.

Mehr noch: Die Baby-Boom-Generation wurde zuvor selbst stark ausgebremst: von der verheerenden Finanzkrise. Sie vernichtete 30 Prozent des vorherigen Wertes ihrer Wohnhäuser, dezimierte ihre stark in Aktien investierten Pensionsersparnisse – und führte dazu, dass sich in den USA immer mehr Firmen aus der Betriebsrente verabschieden.

General Motors ist nur einer von vielen US-Konzernen, die unter kaum noch zu verkraftenden Pensionslasten stöhnen. Das Unternehmen meldete im Juli bei der Präsentation seiner Quartalszahlen ein Loch in der Pensionskasse von 25,4 Milliarden Dollar. GM begann vor zwei Monaten, sich mit Abstandszahlungen bei vielen seiner Pensionäre freizukaufen und reicht viele Verpflichtungen an den Versicherer Prudential weiter, zu Lasten der Pensionäre.

Die Finanzkrise hat unter den Baby Boomern verheerende finanzielle Verwüstungen angerichtet. „Während die große Rezession alle Altersgruppen betraf, erleiden die älteren Jahrgänge kurz vor der Pensionierung einen größeren Schaden, weil sie weniger Chancen haben, die Verluste wieder aufzuholen“, stellte kürzlich ein Bericht des Government Accountability Office (GAO) fest. Die Arbeitslosenrate für Erwerbsfähige im Alter von 55 bis 64 Jahre hat sich dem Bericht zufolge von 2006 bis 2010 mehr als verdoppelt, auf 7,1 Prozent.

Mehr dazu in meiner Analyse heute im Manager Magazin

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