Merkel verwirrt Renditejäger – Amerika sorgt sich um “müden Motor”

by markusgaertner on 24/08/2012 · 9 comments

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Griechenlands Premier Antonis Samaras stattete der deutschen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) einen Blitzbesuch ab. Ein lokales Ereignis, sollte man meinen. Doch das Treffen der beiden Staatenlenker zog weltweite Beachtung auf sich. Auch an der Wall Street, der Weltleitbörse in New York, warteten Anleger und Investoren gespannt auf den Besuch von Samaras, denn das Ergebnis der Unterredung ist kursrelevant.

Je länger der eigentlich schon erwartete Austritt der Griechen aus der Euro-Zone auf sich warten lässt, desto mehr Zeit – und Ruhe – haben die Börsianer in New York, die wichtigen Aktienindizes vielleicht doch noch auf neue Allzeithochs zu schrauben. Nach einer ununterbrochenen Rally von sechs Wochen Dauer sind die Rekordstände in greifbarer Nähe.

Daher gibt es eigentlich nur einen Termin, den die Wall Street heute mit noch mehr Spannung abwartet als das Gespräch von Merkel mit Samaras: Es ist die Rede von US-Notenbankchef Ben Bernanke bei der Jahresversammlung der Fed in Jackson Hole in genau einer Woche.

In den US-Medien war die Samaras-Visite in dieser Woche nicht das einzige Highlight mit Bezug zu Deutschland. Erstaunt wurde zum Beispiel am Mittwoch zur Kenntnis genommen, dass aus dem Erzgebirge derzeit 50 Prozent mehr Schmuck für Weihnachtsbäume importiert wird als noch im Krisenjahr 2009. Nussknacker und Holzkarusselle, die von brennenden Kerzen angetrieben werden, sind zwischen Los Angeles, New York und Houston besonders beliebt.

Der steigende Christbaumschmuck-Import wird als positiver Konjunkturindikator gesehen. Dazu passt es, dass Angela Merkel in dieser Woche vom US-Magazin Forbes erneut zur mächtigsten Frau der Welt gekürt wurde, vor der zweitplatzierten Hillary Clinton, und sechs Ränge vor der First Lady Michelle Obama. Diese hatte 2010 die Liste angeführt. Allein diese Verschiebung lässt den Einfluss und die Macht der Kanzlerin in den Augen amerikanischer Beobachter als noch gewichtiger erscheinen.

Mehr dazu im Vorbericht, den ich heute zu dem Treffen im Manager-Magazin habe …

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