Vom Siegerland zum Hungertuch – Warum Wall Street immer gewinnt, GM mehr Geld braucht, und 20% der Amerikaner richtig knapsen

by markusgaertner on 27/08/2012 · 21 comments

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Am Wochenende ist Neil Armstrong gestorben, der Mann, von dem sogar mein sechsjähriger Sohn weiß, dass er der erste Mann auf dem Mond war. Jetzt streitet man in Amerika, ob Armstrong ein Staatsbegräbnis zuteil werden soll. Und der Parteikonvent der Republikaner beginnt – nach kurzer Eröffnungszeremonie am Montag – einen Tag später, wegen des Sturms ISAAC, der sich Florida nähert.

Was haben die beiden Ereignisse miteinander zu tun ? Ganz einfach: In den 60er Jahren ließen sich die Amerikaner vom Sputnik-Schock der Sowjets anstacheln und – um es den Russen zu zeigen – überwanden sie die bis dahin scheinbar unüberwindliche Grenze dieses Planeten.

Jetzt sitzen sie in einer (Schulden)Falle, die sie sich selbst gebaut haben, und kommen vier Jahre nach der Finanzkrise von 2008 nicht aus dem Loch heraus. Demokraten und Republikaner sind so zerstritten, dass ein gemeinsames Sparpaket, das den automatischen Einsparungen ab Anfang 2013 zuvorkommen könnte – und damit eine scharfe Rezession abwenden könnte – vor der Wahl nicht kommen wird.

Das politische Establishment in Washington kann nicht auf die Misere reagieren, auch nicht besser als die viel beschmipften Europäer. Die Geldhüter um Ben Bernanke drehen derweil Däumchen und zieren sich. Sie plagen zudem Selbstzweifel, ob eine weitere Geldschwemme noch den gewünschten Erfolg haben kann. Schon die Ergebnisse der ersten beiden QE-Runden sind ja heftig umstritten.

Und Amerikas Mittelschicht ist bereits so zerfleddert – und mit ihrem eigenen Überleben beschäftigt – dass sich über die zumindest vorerst gescheiterte Occupy Wall Street-Bewegung hinweg kaum Widerstand regt. Das Land ist politisch gelähmt, fiskalisch mit dem Rücken zur Wand, von den Geldpolitikern ausgeraubt, von einer apathischen Wählerschaft den Eliten überlassen.

Auf der Webseite des Meinungsforschers Gallup können wir lesen, dass einer von fünf Amerikanern im laufenden Jahr schon mindestens einmal nicht die benötigte Nahrung für seine Familie kaufen konnte. Von Mississippi bis Louisiana listet Gallup 10 Bundesstaaten auf, in denen mindestens 20% der Bevölkerung von einer solch erniedrigenden Erfahrung berichten.

Der Durchschnittswert für die USA insgesamt hat sich in den vergangenen 12 Monaten nur minimal von 18,6% auf jetzt 18,2% verbessert. Anschaulicher kann man kaum illustrieren, wie wenig Fortschritt das Land trotz der massiven Geldflutung macht.

Das Schlimmste ist: Es wird noch brenzliger werden für viele Amerikaner, weil im Zuge der aktuellen Dürre die Nahrungspreise in den kommenden Monaten steigen werden, während die Löhne stagnieren und die Arbeitslosigkeit über 8% verharrt. Die Prognose des US-Landwirtschaftsministeriums: Grundnahrungsmittel wie Brot, Milch und Eier werden sich bis 2013 mindestens um 4% verteuern.

Währenddessen ziert sich der Multi-Millionär und Präsidentschafts-Kandidat der Republikaner, Mitt Romney, seine Steuerbescheide offen zu legen. Er hat, gibt er an etwa 20% Steuern plus Spenden für wohltätige Zwecke gezahlt. Abgesehen davon, dass es nicht üblich ist die Spenden beim Steuersatz mit zu zählen, macht dieses Versteckspiel misstrauisch.

Am Wochenende wurden in den USA bei Gawker.com 950 Seiten vertrauliche Unterlagen über Romneys Investment-Tätigkeit an die Öffentlichkeit gegeben. Aus den Belegen für insgesamt 21 verschiedene Fonds, in die Romney in Steueroasen investiert, wird deutlich, dass es dem Präsidentschafts-Kandidaten vor allem um Steuervermeidung geht, wie Common Dreams in einer Analyse ausführt:

Romney and his wife, Ann, are both investors in a Cayman Island-based fund called Bain Capital Fund VIII. The Bain fund contains assets worth up to $3.7bn and according to the documents, “intends to conduct its operations so that it will not be engaged in a United States trade or business and, therefore, will not be subject to United States federal income or withholding tax on its income from United States sources”.

Fast schon wohltuend dagegen liest sich an diesem Wochenende eine Breitseite von Jeff Connaughton gegen die Wall Street. Der pensionierte Lobbyist Connaughton, der als Investmentbanker bei Smith Barney angefangen und später für Joe Biden im Senat gearbeitet hat, ist mit der Lobbyarbeit und dem Innenleben der Wall Street-Giganten gut vertraut. Er befasst sich in seinem jüngsten Stück mit einem Meinungsstück des früheren JP Morgan-CEOs William B. Harrison, der vehement die Existenz von Megabanken verteidigt (“In Defense of Big Banks”).

Simon Johnson (“White House Burning”) analysiert in einem Beitrag für die Huffington Post, was der Schlagabtausch zwischen Connaughton und Harrison zu bedeuten hat, sehr lesenswert. Hier ein Zitat aus dem Eintrag von Connaughton:

Only the megabanks themselves—and a diminishing number of senators, representatives, and regulators eager to placate them—continue to mouth Wall Street’s big lies. Yet it’s simply not true that our largest banks would’ve survived without taxpayer assistance. Citigroup and Bank of America (two of our largest banks) would‘ve failed without TARP money and unlimited access to Fed loans. Across the Atlantic, the Royal Bank of Scotland, Britain’s largest bank, also went bust. In the tempest of the financial crisis, most megabanks flailed; and a few failed.

Währenddessen klärt uns Mike Shedlock in seiner “Global Economic Trend Analysis” darüber auf, dass General Motors nur drei Jahre nach seiner Rettung schon wieder die Kreditlinien erweitern will, um ungedeckte Pensionsverpflichtungen absichern zu können. Man fragt sich, wieso die “Gunst” der Rettung durch den Staat nicht dazu genutzt wurde, solche drängenden und langfristig explosiven Probleme besser zu lösen.

Und in der Huffington Post lesen wir am Sonntag Abend, warum Amerika derzeit einfach zum Himmel stinkt. So geht die Bestandsaufnahme in der führenden Online-Zeitung der USA – sicher keine Republikanische Hochburg – los:

We’re heavier in pounds and hotter by degrees than Americans of old. We’re starting to snub our noses at distant suburbs after generations of burbs in our blood. Our roads and bridges are kind of a mess. There are many more poor, and that’s almost sure to get worse.

Die These in dem nachdenklichen – und auch etwas deprimierenden Beitrag – lautet: Die schon von Alexis de Tocqueville beobachtete amerikanische Obsession – gelegentlich alles einzupacken und weiter zu ziehen – sei in eine un-amerikanische Verhaltensweise des nirgends-mehr-hingehens umgeschlagen.

Und das ist gleich in mehrlei Hinsicht wahr: Bei über 10 Millionen Amerikanern, die der Bank mehr schulden als ihr Haus noch wert ist, können viele Menschen nicht einmal ihr Haus verkaufen, um irgendwo anders einen Job anzunehmen. Der einst für seine Flexibilität gerühmte amerikanische Arbeitsmarkt ist ein Symbol für Bewegungslosigkeit und Dauerschwäche geworden.

Die Hemdsärmligkeit, die frühere Präsidenten immer wieder auszeichnete, ist verschwunden. Obama kneift bei jeder Gelegenheit, er hat keines seiner großen Reformversprechen wie ursprünglich geplant umgesetzt, nicht einmal bei der Gesundheitsreform. Geschweige denn bei der Reform der Finanzmärkte. Stillstand herrscht auch – schlimmer noch, Verfall – in der Infrastruktur, der Autobahn der einst berüchtigten amerikanischen Mobilität.

Man könnte noch stundenlang so fortfahren. Das Land hat sich einfach in eine schlimme Situation hinein manövriert. Und es ist keiner zu sehen, der es von dort heraus führen könnte.


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Grinario August 27, 2012 at 06:11

“Und das ist gleich in mehrlei Hinsicht wahr: Bei über 10 Millionen Amerikanern, die der Bank mehr schulden als ihr Haus noch wert ist, können viele Menschen nicht einmal ihr Haus verkaufen, um irgendwo anders einen Job anzunehmen. Der einst für seine Flexibilität gerühmte amerikanische Arbeitsmarkt ist ein Symbol für Bewegungslosigkeit und Dauerschwäche geworden.”

Verständinisfrage dazu: Ist es nicht einfach üblich in den USA, in so einem Fall der Bank die Schlüssel zuzusenden und abzuhauen? Die Kreditverträge sind doch nur über die Häuser und Grundstücke abgesichert, nicht wie z.B. in Deutschland, wo die Bank auch Zugriff auf andere Vermögenswerte oder die laufenden Einnahmen eines Schuldners hat.

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markusgaertner August 27, 2012 at 06:30

… ja, es gibt Zehntausende solcher Fälle, keiner kann sie genau zählen. Aber es gibt eben auch viele Amerikaner, die sich nicht ihren Credit Score versauen wollen … Viele Grüße, Markus

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O.T. August 27, 2012 at 07:20

Zum Liebling aller Europäer, dem Friedensengel:
Es ist erstaulich wie man ein Land in nur vier Jahren mit sozialistischer Politik an den Abgrund wirtschaften kann.
Und zum Kapitalistenschwxxx:
Jeder, aber absolut jeder normale Mensch wird versuchen einer räuberischen Krake, wie es Staaten nun mal sind, so wenig wie möglich von seinem schwer erarbeiteten Geld abzugeben. Keiner der Aktionen Romneys war oder ist illegal. Während der saubere Chicagoboy Obama nur mit Dreck den Wahlkampf führen kann.
Zu Kanada:
Der Blick der Medien aus Kanada auf die USA entspricht ungefähr dem Blick vom erfolglosen Griechenland auf das erfolgreiche Deutschland. Von Neid und Mißgunst geprägt.

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The Dude August 27, 2012 at 12:45

>> so wenig wie möglich von seinem schwer erarbeiteten Geld abzugeben
neocon-TROLL!
Noch so einer der glaubt, freie Märkte schafften freie Menschen…
Und ja, bestimmt, Romney hat mit SICHERHEIT sein GANZES Geld mit ehrlicher Arbeit verdient – gaaaanz bestimmt!

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Tom August 27, 2012 at 16:52

Grundsätzlich richtig, nur kann ich dann aber nicht hergehen und versuchen, der Kopf der Krake werden zu wollen, es sei denn, ich habe einen Plan im Gepäck, der die Gier der Krake reduziert. Alles andere ist bigott. Das Romney bigott ist, hat er schon bewiesen. Seine KV- “Reform ” in Massachusetts diente Obama als Vorbild für “Obamacare” und ging sogar soweit, das Kriegsveteranen sich versichern sollten, die lebenslang kostenfrei vom Militär versichert sind.
Obama hat nix auf die Reihe bekommen und Romney wird auch nix in Griff kriegen, was den Zustand des Landes verbessern könnte. KEIN Mainstream-Politiker hat nen gescheiten Plan, denn ALLE denken nur darüber nach (wenn die überhaupt nachDENKEN), was der Staat TUN könnte, anstatt darüber zu brüten, wo sich der Staat lieber zurücknehmen sollte! Das ist hier nicht anders als in Europa.

Gruss
Tom

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Till August 28, 2012 at 06:37

Den Staat zurückfahren funktioniert prima – das wird ja in Griechenland, Portugal, Spanien und Co gerade durchgeführt und nicht nur diskutiert. Funktioniert dort prima – alle öffentlichen Dienstleistungen werden dort massiv reduziert (wie in allen Wirtschaftsblogs immer von Kommentatoren gefordert) und Sozialleistungen gekürzt oder ganz gestrichen (in Spanien und Griechenland gibt es z.B. keinerlei Sozialhilfe mehr) und wirtschaftsfeindliches wie Mindestlöhne extrem gesenkt. “Trotzdem” gibt es dort eine Wirtschafts-Depression.

Die Milchmädchenrechnund “Ich verdiene 50.000 € im Jahr, und wenn die gierige Krake nicht zugreift könnte ich mir davon ein Haus, tolle Autos und genug I-Geräte leisten” funktioniert halt nicht gesammtgesellschaftlich.

Erstens muß man dann alle staatlichen Dienstlungen ersetzen – Geld für die gated Community, Privatschulen kosten auch 500+ im Monat (wenn die keine staatlichen Zuschüsse bekommen), eventuell will man etwas für Krankheit und Alter zurücklegen. Da ist man auch ganz schnell bei 50% und mehr Kosten.

Und zweitens sind viele Jobs auch von Staatsaufträgen abhängig – das Geld wird nicht einfach vernichtet, sonder landet auch wieder in der Wirtschaft in Form von Aufträgen, Löhnen und den Ankauf von Dienstleistungen.

Hinter der Steuerangst vieler Mittelstandsleute steckt die heimliche Angst, das Teile von “Ihrem” Geld einer “arbeitsscheuen” Unterschicht zugute kommt, die in Augen vieler überhaupt keine Rechte hat sondern “mehr arbeiten” soll. Man drischt auf die Leute ein, von denen man Angst hat selber in diesen Zustand abzugleiten (Job weg, Schulden -> Straße).

Dies ist eine weit verbreitete psychologische Reaktion, z.B. ist es auch aufflällig das die Prediger und konservativen Politiker, die am schlimmsten gegen Homosexuelle geifern, gerne selber einmal mit einem Stricher auf der Bahnhofstoilette erwischt werden.

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O.T. August 28, 2012 at 08:19

@Till
Ich habe vor kurzem eine ARD/ZDF Doku gesehen, wo behauptet wurde, das Griechenland für die Finanzämter im Jahre 1997 die EDV (elektronische Datenverarbeitung!) eingeführt hat. Voher gab es dort keinen einigen Rechner! Wenn das stimmt – dann Amen und Gute Nacht!
Und für diesen Pleitestaat soll Steuergeld aus gesünderen Pleitestaaten fließen?
25% der Griechen sind direkt oder indirekt bemi Staat beschäftigt, und da fürchtet manch einer wenn man ein paar Bürokraten entläßt, das das einen negativen Einfluß hätte.
Guter Witz …

Aus persönlicher Sichtweise kann ich sagen, das ich nicht befürchte das meine Steuergelder einer abeitsscheuen Unterschicht zu gute kommen – sondern das sehe ich täglich!
Genauso wie ich in der Schule feststellen mußte, daß bei Projektarbeiten von 5 Leuten, ein ziemlich fauler Schüler mitgeschleppt wurde.

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Till August 28, 2012 at 09:01

Dann können Sie ja in Griechenland 50% aller unter 25 in Arbeitslager einsperren und ihnen richtig arbeiten beibringen – so hoch ist da die Jugendarbeitslosigkeit.

Und die sind richt arbeitsfaul: Obwohl es keinerlei Sozialhilfe gibt(auch keine Foodstamps wie den USA), arbeiten die nicht! Wo gibt es denn so etwas! Es gibt sogar viele, die hungern lieber als zu arbeiten!

Aber wengigstens die richtigen Leistungsträger in Griechenland arbeiten hart und haben schon über 200 Milliarden hart verdiente Euros steuersicher in der Schweiz verstaut, damit die Krake nicht zugreifen kann.

PS: Dieser Kommentar kann Spurenelemente von Ironie und Zynismus enthalten.
PPS: Sie glauben doch nicht das ein Euro der Griechenlandhilfe beim Volk ankommt?

O.T. August 28, 2012 at 09:24

@Till
Wenn man 20 Mrd. nach Griechenland überweist, werden mit 10 Mrd. die fälligen Staatsanleihen getilgt. Mit 5 Mrd. werden die Gehälter der “Staatsbediensteten” gezahlt, mit den restlichen 5 Mrd. werden die Jachten der Amtsvorsteher und das Privatflugzeug des Bürgermeisters bezahlt.

Wie war das vor dem EURO? Gab es da Arbeitslager? Ich glaube nicht – also, warum wollen Sie jetzt Arbeitslager für die Griechen?

Jugendarbeitslosigkeit: Wenn man als Firma einen Mitarbeiter einstellt, und der genießt vom ersten Tag an absoluten Kündigungschutz, dann wird eben kein Mitarbeiter eingestellt – ist doch logisch, oder?
Wenn alle Jugendlichen einen Uniabschluß haben, und ich nur einen Handwerker suche, dann stelle ich doch keinen Uniabsolventen ein, oder?
Als ich 24 Jahre alt war, kam ich nicht auf die Idee Nazi-Merkel-Fahnen-schwingend Straßenzüge in Athen abzuflackeln. Als ob Merkel für den Bankrott Griechenlands verantwortlich sei …
Wenn ich mir das richtig überlege, würde ich auch hier keinen einzigen dieser griechischen “Studenten” einstellen.

Jeder “Leistungsträger” in Griechenland schätzt eben sein Land richtig ein – und würde den Teufel tun, nur einen Euro in diese korrupte Bande zu investieren.

Till August 28, 2012 at 09:54

Der Staat ist an allem Schuld, und die “Leistungsträger” hauen ab??

Wer stellt denn 90% der Wahlkampfzuschüsse – die Oberschicht. Sowohl in Griechenland als auch in Deutschland und den USA. Also sind ihre tollen Leistungsträger direkt Schuld and der Korruption! Schließlich ist es wesentlich einfache, über ein wenig Lobbyarbeit ein nettes Gesetz zu bekommen (Hotel-Steuersenkung in Deutschland, Reeder sind steuerbefreit in Griechenland, in den USA werden Bankenregulierungen wieder aufgeweicht) als ehrlich Geld zu verdienen. Wer zahlt, bestimmt die Musik die gespielt wird. Und bezahlt wird die Politik von den Multimilliardären und Großkonzernen, das ist leider so.

Zu Griechenland: Inzwischen gibt es dort kaum noch Kündigungsschutz, und Arbeitgeber können auch einfach die Löhne senken. Eingestellt wird trotzdem keiner, ganz im Gegenteil:

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/griechenland820.html
Zu Wahlkampfgelder (Leerzeichen entfernen):
http:// www. sueddeutsche.de/politik/geldspenden-im-us-wahlkampf-bettel-mails-von-obama-1.1435290-2

O.T. August 28, 2012 at 08:09

Jeder der zumindest im Wahlkampf verspricht, der Krake einen der huntert Köpfe abzuschlagen – ist für mich wählbarer – als einer der der Krake noch mehr Steuergelder in den Rachen wirft, wie das Obama mit GM und allen seinen Projekten (Obamacare etc.) macht.
Sicher, mag man aus der Nähe einiges an Romney auszusetzen haben, aber die Amerikaner haben nun mal nur die Wahl zwischen Romney und Obama. Obama hat in den letzen 4 Jahren bewiesen das er sowohl außenpolitisch als auch innenpolitisch eine Null ist.
Also, weg mit ihm – aber, das ist nur ein Wunschtraum – der nicht in Erfüllung gehen wird!

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TSTM August 28, 2012 at 07:47

Um Legalität geht es hier nicht. Dieser Mensch will Präsident werden und sollte zumindest dem Volke dienen, nicht seinem Fondsmanager. Der hat aber sein Kapital und vemehrt es für ihn, steuerfrei. Ist dieser Mensch so notleidend, das er dem Land, dessen Oberhaupt er werden will (nicht möchte!), die Steuereinnahmen nicht gönnt? Gehört er gar zu den unteren, hungernden 20%? Ist nun die Jacke näher als die Hose? Ich denke ja. Patriotismus sieht anders aus, und den sollte man schon haben, um seinem Land zu dienen.

Obama mag ja sicherlich auch im Rahmen der Legalität Vermögensanlagen tätigen, ist mir aber beides egal. Beide sind m.E. ungeeignet, wirklich harte Reformen um zu setzen. Global fehlt es an Politikern, denen Wahlversprechen an ihre Wähler wichtiger sind als die Versprechen im Wahlkampf an die geldgebenden Lobbyisten.

Es fehlt die/derjenige, der sagt und umsetzt: Danke für 3-stelligen mio-Wahlkampfsependen und für angenehmen Nebenjobs meiner Parlamentarier im 6-7stelligen Bereich über Jahre hinweg. Habe jetzt gewonnen und bin am Drücker. Aber dachtet ihr allen Ernstes, ich vertrete eure Interessen? Der Stecker da in der Steckdose, den ziehe ich, dafür habe ich 4 Jahre Zeit.
Und wenn ich jetzt noch mehr Gemecker höre, gibt`s erst mal ne Runde Untersuchungshaft für alle, mal sehen was wir nicht alles ausgraben können aus euren Kellern.

Klar, nach der Amtsperiode kann er auswandern. Aber mir wäre dieser Gag es Wert, wirklich. Alle Karten auf den Tisch, und nicht nur in Foren, nein, auf allen Titelseiten.

Wird natürlich nie passieren. Nennt man glaube ich Wähler-Wachkoma.

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O.T. August 28, 2012 at 09:00

@TSTM
Dem Volk dient man damit das man gute Politik macht. Dem Volk dient man damit, das man das Volk Volk sein läßt und daß man sich nicht in ihre Belange einmischt.
Hilft es dem Volk, wenn sagen wir mal, er die 20 Mio. USD die er nach Deiner Meinung nach unterschlagen hat, dem Volk zahlt? Also jeden Amerikaner 7 Cent?
Das befriedigt doch nur die Neider.
Ist es nicht besser er zahlt keine Subventionen mehr an GM – das bringt gleich ein paar hundert Dollar jeden Steuerzahler …

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TSTM August 29, 2012 at 06:52

Es geht nicht um 7 Cent. Es geht um das Volk, schon richtig. Wenn man jeden Amerikaner befragen würde, ob der ggf. zukünftige Präsident die Steuersumme an das FA abführen sollte, was meinst Du wäre das Ergebnis?

Ich weiß, ich habe noch einen Restfunken Idealismus in mir…… .

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TSTM August 29, 2012 at 07:31

Ach so, hatte ich vergessen: Ich bin nicht der Meinung, er habe das UNTERSCHLAGEN, ich sagte, legale Vermögensinvestitionen.
Evtl. haben wir wirklich einen kompletten Dissens und schreiben aneinander vorbei, deshalb ein Beispiel:

Ein Mann hält vor einer großen Menschenmenge eine Rede und liest Zitate aus einem berühmten Buch vor.
Anschließend bestellt er sich in aller Öffentlichkeit ein Taxi, lässt sich in den größten (legalen) Puff fahren und mietet dort eine ganze Etage, nachdem er sein Buch in die dafür vorgesehene Mülltonne schmeißt.
Alles legal, alles ok. Darf er. Habe ich auch kein Problem mit.

Nur ist er ein katholischer Bischoff, der sich zur Pabstwahl gestellt hat, die Menschenmenge war in einer Kirche, das Buch war die Bibel.
Einfach unklug. Weist Du was ich meine? Jobs und Steuereinnahmen in den USA behalten, an Unternehmen etc. appellieren und selbst jedes Steuerschlupfloch nutzen? Er war ja selbst Investmentbanker, und jetzt Staatsoberhaupt? Bitte nicht! Es sind schon genug (EX-) Goldman – Sachsmänner in internationalen, politischen und wirtschaftlichen, Schlüsselpositionen.

PS.: Ich bin KEIN Obama-Fan, der tanzt auch nur zur Musik des bekannten Orchesters. Papiertiger.

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O.T. August 29, 2012 at 08:42

@TSTM
Das Beispiel mit Bischof und Papst humpelt wie der Leibhaftige. Wenn man kath. Priester ist, und das muss man sein um diese Karriere (Bischof/Kardinal/Papst) zu machen – muß man einen positiven Bezug zur Bibel haben.
Im Gegensatz dazu, zum Bsp. die Teaparty hat überhaupt keinen positiven Bezug zum Zentralstaat in Washington – und trotzdem sind sie unter ihren Wählern sehr beliebt. Und diese Wählern zu unterstellen, das sie die USA zerstören wollen – fällt nur deutschen und evtl. kanadischen Qualitätsmedien ein.
Romney war Banker, und hatte dort den Job “Vermögen zu mehren”. Natürlich kann man einen Job in der Privatwirtschaft nicht mit einem staatlich alimentierten Job, wie z. B. dem Obamas vergleichen. Bei dem einen zählen nur Ergebnisse, bei dem anderen nur Politik, das Einschleimen an die Bittsteller (soziale Organisationen) und Vorgesetzen, das “abhängig machen” der eigenen Klientel – sonst wäre man sehr schnell seinen Job los.

Ohne mich mit der Vita Romneys über den einen oder anderen Internetblog hinaus beschäftigt zu haben, unterstelle ich ihm, daß er als Gouverneur im Sinne Massachusetts gehandelt hat – und dort nur im Sinne Massachusetts Politik gemacht hat, und auch dort sehr wohl die Gesetze des Zentralstaates in “seinem Sinne” ausgelegt hat. Also, die eine oder andere nicht ganz koschere Subvention vom Zentralstaat lukriert hat.
Ist er deswegen ungeeignet genau für diesen Zentralstaat zu arbeiteten, nur weil er in der Vergangenheit den Job des Bankers, den Job des Regionalpolitikers – gut gemacht hat?

dank August 27, 2012 at 08:21

Fröhliche Hungerspiele!
Und möge das Glück stets mit euch sein!

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Johannes August 28, 2012 at 05:16

… den Film habe ich auch vor kurzem auf Video gesehen.

War schon deprimierend und ja: offenkundig nähern wir uns dieser Realtiät…

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Martin August 27, 2012 at 08:31

Nicht das erreichte zählt sondern das erzählte reicht.

Hier die Mondlandung aufgearbeitet von Loriot
http://www.youtube.com/watch?v=lDgNc4yyYAQ

und zum Thema Komkursverschleppung empfehle ich den Film

Grasgeflüster

http://www.youtube.com/watch?v=o3KBAzjtQ8k

Gruß
Martin

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Andreas Ludwig August 27, 2012 at 14:12

Ich weiss gar nicht was der Markus Gärtner hier immer schreibt. Amerika ist super…

http://www.welt.de/finanzen/article108820287/Supermacht-Amerika-trumpft-wieder-auf.html

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peterb August 27, 2012 at 17:17

Die Frage ist heute doch, was Konzerne, vor allem dieser Größe, noch mit ihrem “Heimatland” zu tun haben. Sind sie nicht schon längst überstaatliche Monster?

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