Mitten ins Herz der Korruption ? – “Abschnitt 1504″ sorgt für Aufruhr

by markusgaertner on 29/08/2012 · 1 comment

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Bei westlichen Ölmultis herrscht Aufruhr. Ein kleiner Zusatz, der 2010 quasi in letzter Minute vor der Verabschiedung in das Reformgesetz Dodd-Frank hineingeschmuggelt worden war, wurde in der vergangenen Woche mit denkbar knapper Mehrheit von 3:2 Stimmen von der US-Börsenaufsicht SEC angenommen.

Die “Section 1504″ schreibt Öl-, Gas- und Bergbaufirmen, deren Aktien in den USA gehandelt werden, vor, dass sie ab 2014 Zahlungen an Regierungen offenlegen müssen. Erfasst und berichtet werden müssen dann einmal im Jahr sämtliche Zahlungen an Regierungen, egal ob für Lizenzen, Schürfrechte, Projektgenehmigungen, Landnutzung oder andere Zwecke.

Das neue Gesetz soll nicht nur Aktionären mehr Transparenz bieten. Es soll vor allem in Problemländern mit despotischen Herrschern und anderen wenig transparenten Regimen der lokalen Bevölkerung offenlegen, wie viel Geld ausländische Firmen an ihre Regierenden gezahlt haben. Die Hoffnung dahinter: Wenigstens ein Teil des Geldes soll nicht in undurchsichtigen Kanälen des Apparates verschwinden, sondern seinen Weg in Ausbildung, Infrastruktur und Gesundheitsversorgung der lokalen Bevölkerung finden.

Entwicklungshelfer und Aktivisten, die für mehr Transparenz kämpfen, jubeln daher. Sie haben einen der eher seltenen Siege gegen Korruption und Unterdrückung errungen. Energie- und Rohstofffirmen sind dagegen entsetzt. Sie fürchten um ihr Geschäft. Der Präsident und CEO des American Petroleum Institute, dem wichtigsten Lobbyorgan der US-Branche gegen das neue Gesetz, fürchtet Wettbewerbsnachteile.

Mehr dazu in meinem Bericht im Manager Magazin

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Winfried August 31, 2012 at 13:29

Sollte man diese Aufregung als Geständnis werten?

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