Eiertanz an den Geldschleusen – Bernanke vor dem Auftritt in Jackson Hole

by markusgaertner on 31/08/2012 · 9 comments

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Prominente Finanz-Blogs in den USA haben am Donnerstag Ben Bernanke mit kunstvollen Fotomontagen beim Angeln oder Wandern in der Bergwelt von Wyoming gezeigt. Eine pikante Darstellung. Denn Anleger und Investoren an den Finanzmärkten wollen den Chef der US-Notenbank heute in Jackson Hole nicht im Urlaubsmodus erleben, sondern mit dem Fuß auf dem Gaspedal der Geldpolitik.

Umrahmt von den „Grand Tetons“, einem ebenso malerischen wie riesigen Dreier-Gipfel der Rocky Mountains, den einsame französische Pelzjäger einst „die drei Brüste“ tauften, wird Bernanke heute seine mit Spannung erwartete Rede halten.

Doch Bernanke hat keinen Grund, eine dritte große Geldflut (QE3) anzukündigen, zumal sich der Offenmarktausschuss der Fed ohnehin in zwei Wochen wieder trifft. EZB-Chef Mario Draghi bleibt dem jährlichen Meeting der Notenbanker sogar fern – er muss die wichtige Sitzung der EZB am kommenden Donnerstag vorbereiten.

Wochenlang hatte die Hoffnung auf eine neue Geldschwemme die Kurse an der Wall Street in die Höhe getrieben. Trotz der Korrektur im Frühjahr hat der S&P 500 Index deshalb seit Jahresbeginn 12 Prozent zugelegt. Auch der Dax Chart zeigen legte seit Juni rund 10 Prozent zu. Doch seit Tagen kollabieren die Hoffnungen auf eine weitere geldschöpfende Kauf-Kampagne am Anleihemarkt.

Erwarten Sie keine wichtigen Ankündigungen, sagt der Chef des weltgrößten Anleihefonds Pimco, Mohamed El-Erian. „Es ist nicht 2010″, fügt der Ökonom Timothy Duy an der University of Oregon hinzu.

Duy spielt darauf an, dass Bernanke vor zwei Jahren bei seinem Auftritt in Wyoming den baldigen Start von QE2 angedeutet hatte und damit eine Börsenrally auslöste. Damals fürchtete der Fed-Chef aber, dass sinkende Preise den US-Firmen die Margen verhageln, die Investitionen ausbremsen und eine erneute Rezession heraufbeschwören.

Doch im laufenden Jahr hält sich die US-Konjunktur trotz der jüngsten Rückschläge im Frühjahr – und trotz erneut einbrechender Konsumstimmung im Juli und August – einigermaßen stabil. Der Klima-Index des Conference Board fiel im heute zu Ende gehenden August zwar auf den schlechtesten Wert seit November 2011. Aber das Handelsministerium besserte bei seiner zweiten Schätzung für das Bruttoinlandsprodukt der USA in dieser Woche die Wachstumsrate von 1,5 Prozent auf 1,7 Prozent auf.

Mehr dazu in meinem Vorbericht im Manager Magazin

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