Donnerstag ist Draghis Tag – Euro gerettet, Konvergenz umgekehrt ?

by markusgaertner on 06/09/2012 · 20 comments

2012-09-05_1732

Share

Die New York Times bringt in ihrer Onlineausgabe die Kernaussage der gestern veröffentlichten neuen Weltrangliste des Weltwirtschaftsforums sehr gut auf den Punkt.

Während alle anderen graben und nach Gründen suchen, warum die USA diesmal vom 5. auf den 7. Rang abrutschen – der vierte Abstieg in Folge – und warum die BRICs-Länder China und Indien ebenfalls Positionen verlieren, richtet die NYT ihr Augenmerk im Medaillenspiegel der wettbewerbsstärksten Nationen auf die Spaltung und Zersplitterung Europas.

In der Liste der 144 Länder nimmt das Eurozonen-Mitglied Finnland den dritten Platz ein, während Griechenland auf dem 96. Rang endet. Die Eurozone dehnt sich fast über die komplette Weltrangliste aus.

Was heißt das ? – Es heißt, dass hohe Wettbewerbsfähigkeit in Europa auf den Norden und Westen beschränkt bleibt, wie die NYT richtig liest. Während das keinerlei Nachrichtenwert hat, sondern lediglich eine Bestätigung des Bekannten ist, fällt die Schlussfolgerung umso brisanter aus.

Der Konvergenz-Prozess der Eurozonen-Länder und -volkswirtschaften, den die Architekten des Euro im Sinn hatten – und den Angela Merkel jetzt neu anfachen will – hat den Rückwärtsgang eingelegt. – Jetzt können wir hier alle trefflich streiten, warum das so ist, ob es auf den Euro direkt zurückfällt, oder auf die miserable Krisenpolitik der vergangenen drei Jahre. Sicher trifft beides in gewissem Umfang zu.

Doch es bleibt dabei: Es wächst nicht zusammen, was zusammen geführt werden soll, sondern fällt auseinander.

Welche Wucht diese Entwicklung bereits erreicht hat, das illustriert die NYT heute in einer schönen Geschichte am Beispiel des spanischen Managers Julio Vildosola. Dieser hat gerade nach sechs Jahren bei einem internationalen Unternehmen in Barcelona seine Koffer gepackt und ist mit seiner ganzen Familie in die Nähe von Cambridge nach Großbritannien umgezogen.

Vor einer Woche ist er ins Flugzeug gestiegen. Seine Ersparnisse hat er komplett von den spanischen Banken abgezogen. Spanier – und Ausländer – haben das im Juli im Umfang von 75 Mrd. Euro getan. Inklusive Portfoliokapital aus verkauften spanischen Anleihen und Aktien, das dem Land den Rücken kehrt.

Das entspricht 7% des Bruttoinlandsprodukts. Diese Kapitalflucht hat in den vergangenen drei Monaten laut einem Research-Papier von Nomura 50% des BIP erreicht. Sollte sich dieser Vorgang im August noch beschleunigt haben, was wir in den kommenden Tagen lernen werden, zieht der Bailout für das ganze Land ebenfalls um: Von der Gerüchteküche mitten auf die Monitore von Bloomberg, Merkel und Draghi (Autsch, was für eine Kombo).

Fakt ist: Das Geld fließt jetzt schneller aus Spanien ab, als es die EU nachpumpen kann, denn zuletzt wurden ja bis zu 100 Mrd. Euro frisches Kapital für das Bankensystem zugesagt.

Share

{ 20 comments… read them below or add one }

Raus aus Deutschland September 6, 2012 at 02:38

Guter Artikel Markus!!!

Die gesamte Welt polarisiert sich!

Die Dummen werden immer dümmer und die “geistig wachen” Menschen” immer intelligenter.
Das zieht sich durch alle Länder.

Ich bemerke das jetzt hier in Deutschland extrem. Die wachen Menschen werden dort leben wo ihnen eine Regierung die besten Bedingungen bietet.
Die grosse Masse der Menschen wird aber sehr stark verarmen. In Kambodscha wo ich lebe, WISSEN die Armen wo sie stehen und das sie Diener der
Herren sind.

In Deutschland wo ich jetzt gerade bin denken die Diener das sie alle Herren sind!
Jetzt vollzieht sich aber der Wandel, das die Herren den Dienern zeigen, wer “der Herr im Haus” is!

Wenn ich sehe wie die meisten Menschen habgierig sind, dem Konsum verfallen und nur an materielle Werte denken, dann muss ich sagen diese Menschen werden eine Lektion bekommen. Die Menschen in Deutschland (vor allem viele Frauen) rauchen auf der Strasse, essen im gehen auf der Strasse als ob sie am
verhungern sind und können nicht warten bis sie nach Hause kommen und dort essen.

Die Disziplin verfällt völlig bei 99% der Menschen in Deutschland. Das geht nicht gut!

Die wenigen welche sehr fleissig, diszipliniert sind werden dann mit Sicherheit die 99% beherrschen also “der Herr sein”!

Bin froh wenn ich wieder “Raus aus Deutschland” bin.
Noch brummt der Konsum aber den Massen wird man zeigen wer die Macht hat.

Die finanzielle Macht ist bereits in Singapur und Hong Kong. Das steht für mich fest. So wie aus Spanien oder Griechenland die
guten Leute weg gehen die “noch etwas bewegen” könnnen, wird es genau so in Deutschland sein.

Das die völlig lethargischen, passiven Menschen jetzt für alles bezahlen ist mir sehr verständlich.
Die Leute meckern herum aber haben “no balls” um irgendetwas in ihrem persönlichen Leben in Deutschland zu verändern.

So ist der Eindruck von meinem Deutschlandbesuch.

Reply

Tom September 6, 2012 at 05:35

Ich war im März erstmals nch 5 Jahren wieder in DLand, hab ähnliches beobachtet wie Du, David. essen, trinken, telefonieren, Alles gleichzeitig während des Laufens – ich nannte das seinerzeit “Amerikanisierung” Deutschlands, denn das ist hier in den USA die Norm. Wir machen mittlerweile unsre Witze darüber, so in dem Stil: “Was ist das wichtigste Teil am Kinderwagen? Der Cup-Holder!” Solche Cup-Holder gibts neuerdings bei uns an den Einkaufswagen im Supermarkt!
Die Menschen sind dahin gesteuert, dass sie zu willenlosen Konsum-Zombies mutiert sind! Schau doch nur mal an, was da täglich an Scheisse via Medien auf die Massen hereinprasselt! Guck Dir mal ne deutsche Fernseh-Programm-Zeitung an! Schau mal. was da täglich im Briefkasten landet!
Eine Firma wie Apple, die zum grössten Teil Dinge produziert, die kein Mensch wirklich benötigt, ist die wertvollste Firma der Welt! Das sagt doch Alles über den Zustand der Menschlichen Gesellschaft!
Andererseits: Was und wie soll denn Otto N. in Dland denn verändern? Und wie soll er denn in seinem persönlichen Leben was verändern? Nicht jeder hat die Kohle (und den Mut), sich anderswo eine neue, bessere Existenz aufzubauen! Die breite Masse kommt gerade so über die Runden, nach 10 Jahren ohne Reallohnsteigerung sicherlich nicht verwunderlich! Also lenkt man sich eben ab mit dem, was man gerade noch so ermeckern kann!
Wer sind denn die “guten Leute”, die weggehen??? Sicher nicht die, die etwas bewegen könnten, sondern doch wohl eher die, die gerade deswegen gehen, weil sie gemerkt haben, dass sie beim besten Willen eben NICHTS bewegen können (was u.a. auch für mich ein Grund war, DLand den Rücken zu kehren!).
Dass viele unserer deutschen Landsleute auf dem hohen Ross sitzen, liegt nicht zuletzt an der unsinnigen Arbeitsgesetzgebung, wo Dir als Unternehmer jeder noch so faule Mitarbeiter vorm Arbeitsgericht den dicken Daumen zeigen kann, dass einem das Kotzen kommt!
Wenn die finanzielle Macht in Honkong und Singapur sitzen würde, wäre die politische Macht ebenfalls dort angesiedelt. Was sich derzeit in Europa abspielt, deutet jedoch keineswegs auf irgendeinen politiscvhen Einfluss von asiatischer Seite hin. Das riecht viel mehr nach GS and up!

Alles in allem wird es wohl so enden, wie von Celente prophezeit und Leuten wie Irlmair “gesehen”, denn die “Eliten” in der Westlichen Welt scheinen nicht Willens, auf die Bremse zu treten, bevor die Massenverelendung eingesetzt hat, und dies sicherlich unabhängig davon, ob in Honkong oder Singapur ein Sack Reis umfällt.

Gruss
Tom

Reply

Ert September 6, 2012 at 05:55

Hallo Tom,

meine Frage an Dich: Ist es in den USA besser als in D? Was Du so schreibst, da ist die Degeneration in Deiner Region wohl eher noch ausgeprägter als in D.

Gruß,
Ert

Reply

Tom September 6, 2012 at 06:22

Hallo Ert,

die Frage ist nicht so leicht zu beantworten. Es gibt ja wie bei Allem immer zwei Seiten der Medaille und dazu noch verschiedene Blickwinkel.
Als Unternehmer habe ich es hier in den USA wesentlich einfacher als in DLand. Das geht mit dem Arbeitsrecht los, geht übers Steuerrecht, bis hin zur flexiblen Ausgestaltung dessen, was ich so tue.
Mit diesen Konsum-Zombies habe ich im Grunde nicht persönlich was zu tun, man nimmt es nur wahr, wenn man diese Typen in der Mall beobachtet, und da sind wir halt mindestens mal 4 Tage die Woche…
Es gibt nach all den Jahren eine Menge Dinge, die mich hier stören, die ich vorher als nicht so wichtig erachtet habe, die aber zunehmend nerven. Dazu gehört unter anderem die Unzuverlässigkeit sämtlicher Lieferanten, Behörden oder Dienstleister, mit denen wir es zu tun haben. Da fängt die deutsche Seele nach ner Weile an zu kochen!
Andererseits ist das Leben hier wesentlich relaxter als in DLand.
Für mich persönlich ist es im Moment hier in den USA immer noch besser als in DLand, was aber eben eine sehr subjetive Sichtweise darstellt. Denn das ist zum Einen davon abhängig, welche Prioritäten man setzt, zum anderen sicherlich auch davon, was man im jeweiligen Lande tut. Ich habe eben den direkten (und ganz aktuellen) Vergleich als selbständiger Unternehmer, da ich quasi in beiden Ländern als Unternehmer agiere. Ich habe in DLand noch eine Firma, in der ich, nachdem ich im März meinen Prokuristen seines Postens enthoben habe, wieder mehr Verantwortung übernehmen musste. Ich habe notwendigerweise angefangen, den Scherbenhaufen, den mein Partner fabriziert hat, aufzuräumen. Was einem dabei alles so widerfährt und vor wem man sich da en Detail rechtfertigen muss, wenn man umstrukturiert, obwohl man EIGENTÜMER des Unternehmens ist, das schlägt echt dem Fass den Boden aus! Das Alleine reicht, um die USA als den Himmel auf Erden zu empfinden, auch wenn dieses Land längst nicht mehr das ist, was es einst mal war! Ich denke echt mit Grauen an meinen nächsten DLand-Trip im Oktober!
Aber wie gesagt, es ist sehr subjektiv. Es gibt eine ganze Menge Faktoren, die ganz allgemein für die USA sprechen, so wie es jede Menge gibt, die auf der Minus-Seite stehen.

Ich hoffe, ich konnte Dir einigermassen weiterhelfen.

Gruss
Tom

Reply

Ert September 6, 2012 at 11:11

Hallo Tom,

Danke für die ausführliche Antwort. Was ich mitbekomme – zumindest aus CA – regulieren die sich dort auch mehr und mehr Tod. Bei einer Messe ist eine Kollegin mal Wahnsinnig geworden wegen den Union Arbeitern. sie durfte nichts machen – und alle anderen haben wohl nur das in Ihrem begrenzten Umfeld geamacht. Einfache Sachen konntenicht pragmatisch geloesst werden.

Als Unternehmer kann ich es aber nachvollziehen – ich bekomme viel nur am Rande mit – aber alleine die Bürokratie, Genehmigungen und Co können einen zum Wahnsinn treiben. Das Problem ist hier, das alles nur noch in Richtung vollabsicherungsmentalitaet läuft und man keinen Hebel gegen lahmarschige Beherden hat – oder solchen, die versteckt andere politische oder eigenwirtschaftliche Ziele verfolgen.

Gruß
Erst

Raus aus Deutschland September 6, 2012 at 06:11

Hallo Tom,
mit “Macht” meine ich die Personen welche die Welt lenken. Das sind KEINE Politiker, da diese nach dem Willen ihrer Herren handeln müssen.
Sieh Dir einmal die HSBC an. Offiziell haben die ihr Hauptquartier noch in London aber tatsächlich in Hong Kong.

Seit Jahrhunderten war es immer so, das eine Elite die Massen regiert hat. Was sich geändert hat ist das durch das “Papiergeld” eine ungeheure
Macht in die Hände einiger weniger Personen gelegt wurde. Durch die moderne Technik kann man in “Realtime” die ganze Welt beobachten und
damit beherrschen. Das ging früher nicht, wo wenn es einen Aufstand gab der Herrscher bzw. König erst Monate später davon erfuhr.

Not lehrt beten! Die Leute in Europa leben im Materiellen. Wenn das dann mit dem Konsum nicht mehr klappt werden diese Menschen psysisch zusammen brechen weil sie nichts anderes haben.
Das ist dann die Stunde wo sich die Spreu vom Weizen trennt.

Ich stimme voll zu, WIR können politisch tatsächlich nichts bewegen oder verändern.
Was wir aber können ist die “Strömung dieser Zeit” nutzen und diese günstig für uns zu lenken.
Geistig wach sein und aktiv in “unserer Umgebung” die Dinge positiv verändern.
Kleine Dinge wie: Wenn ich in einem Geschäft bin und die Verkäuferin ist unfreundlich sage ich der
Frau offen das sie unfreundlich ist und darum dort nicht kaufe.
Dann herum drehen und Raus aus dem Geschäft!

Kleiner Tip:
Silber wird abgehen wie eine Rakete!!!

Freundliche Grüße
David

Reply

Grinario September 6, 2012 at 06:29

“In der Liste der 144 Länder nimmt das Eurozonen-Mitglied Finnland den dritten Platz ein, während Griechenland auf dem 96. Rang endet. Die Eurozone dehnt sich fast über die komplette Weltrangliste aus.”

Griechenland rangiert damit noch hinter Vietnam, Kambodscha und Botsuana. Wer glaubt, dass dieses Land ohne eigene Währung noch irgendwohin konvergiert? Unsere Politiker mehrheitlich wohl immer noch und bestimmte Ökonomen. Eigentlich unfassbar.

Einzige richtige Schlussfolgerung:
“Doch es bleibt dabei: Es wächst nicht zusammen, was zusammen geführt werden soll, sondern fällt auseinander.”

Reply

Tom September 6, 2012 at 06:36

“mit “Macht” meine ich die Personen welche die Welt lenken. Das sind KEINE Politiker, da diese nach dem Willen ihrer Herren handeln müssen.”

David, sorry, aber offensichtlich hast Du mich gerade mal überhaupt nicht verstanden! Ich meinte ja gerade , dass die Politik in Europa eben nicht von Politikern sondern von der Hochfinanz gemacht wird! Deswegen shrieb ich ja, das es eher nach Einfluss von GS= Goldman Sucks “and up” = den darüberstehenden Finanz-Eliten (Rothschild, Rockefeller) riecht!
Schau doch nur mal hin, wo diese Truppen ihre Leute überall plaziert haben und wie die die Politiker tanzen lassen wie die Puppen! Nur eines kann ich nicht erkennen: Irgendeinen Einfluss irgendeines asiatischen Geldhauses aus Hongkong oder Singapur.

Gruss
Tom

P.S. Danke fpr den Tip, aber ich bin seit Jahren Leser beim Eichelburg!

Reply

Raus aus Deutschland September 6, 2012 at 07:40

Zitat: Nur eines kann ich nicht erkennen: Irgendeinen Einfluss irgendeines asiatischen Geldhauses aus Hongkong oder Singapur.

Forsch einmal nach WAS die HSBC ist und WER dahinter steckt. Was glaubst Du warum die in Hong Kong selbst Geld drucken dürfen und das obwohl das chinesisches Territorium ist?
Meinst Du sowas geht ohne asiatischen Einfluss?

Die Asiaten lieben es im verborgenen zu wirken. Ob das nun Triaden sind in China oder die Jakuza in Japan, alles läuft sehr diskret ab und nicht so laut wie im Westen. Selbst in “offiziellen” Firmen läuft vieles im verborgenen ab.

Wenn Du Geschäfte machen willst in Asien, sei ein Asiate. “Man” kennt sich, man respektiert das “Gesicht” des anderen, KEINE Indiskretionen.
Diese oft pöbelnde Gehabe der Deutschen wird nicht toleriert. Darum ist beispielsweise die Todesrate von Deutschen Männern in Thailand “atemberaubend”.
Da “man sich kennt” hält sich natürlich auch die Botschaft bedeckt.

Genau so verhält es sich mit der Hochfinanz. Wir sind ja hier bei Markus zum informieren und “leichtem Plausch”.
Wer das System versteht wird niemals versuchen es zu ändern sondern dieses System harmonisch für sich selbst nutzen.
Darum haben die Chinesen auch dieses System übernommen und nutzen es für ihre Zwecke.

Weiter kann ich mich aber nicht aus dem Fenster lehnen Tom.

Freundliche Grüße
David

Reply

Till September 6, 2012 at 09:56

Das ist in Italien doch genauso.

Da spricht man auch nicht drüber, wenn die ehrenwerte Leute etwas wollen sondern tut es einfach.

Und man lehnt auch keine Vorschläge ab. Probleme werden ohne Behörden geregelt, wenn man mal über Leichen stolpert ist das auch keine Erwähnung wert. Und Reden tut auch keiner (sonst passiert leicht das mit den Leichen).

Ihre Formulierungen beschreiben genau dasselbe, natürlich in einem anderen kulturellen Kontext.

Korruption halt. Auch wenn sie in Traditionen eingewickelt ist, bleibt es Korruption. In Asien können sie sich diese Korruption noch leisten, weil die Gewinnmarge aus den Boomwirtschaften mit niedrigen Arbeiterlöhnen und märchenhaften Gewinnen das abwirft, aber in Italien ist das jetzt zuviel Sand im Getriebe.

Reply

Andreas Ludwig September 6, 2012 at 07:25

Wenn man mitten in Europa Menschen kennenlernen möchte die freundlich, zuvorkommend und absolut relaxed sind, dann sollte man Korsika besuchen. Auf der Insel gibt es absolut keine wirklich wichtigen Industriezweige. Aber genau das ist was ich wahnsinnig bewunder, das diese Menschen sich jahrhunderte durchschlagen damit. Und die Welt kann mich für 2wochen am dingens lecken. Tom du kannst mir sagen was du willst. Aber alle Amis die hier in Heilbronn aus der Army vor Abzug zum ersten Irak Kriegs entlassen wurden, sind in Deutschland geblieben. Und davon kenne ich eine ganze Menge. Und keiner will zurück. Das muss irgendwie einen Grund haben. Und es gibt einen ganzen Haufen von denen. Was ich so auf Facebook erkennen kann. Also ganz ehrlich. Ich wollte weder nach Kambodscha, noch nach Amerika. Das was ich auf meine Trips so gesehen habe reicht mir. Und wenn man in Deutschland lebt, dann sollte man versuchen auch die Dinge in Deutschland zu verändern. Ich liebe mein Land. Good luck all

Reply

Tom September 6, 2012 at 07:51

Andreas, es ist, wie ich weiter oben ausgeführt habe, alles eine Frage des eigenen Blickwinkels. Auch will ich niemanden davon überzeugen, dass ein anderes Land als DLand die bessere Alternative wäre. Und obwohl ich nicht mehr in DLand lebe, so bleibt es trotzdem meine Heimat. Und natürlich gibt es eine ganze Reihe Dinge, die ich vermisse!
Warum die Amis, die Du kennst, nicht zurück wollen, weiss ich nicht. Es wäre sicher interessant, darüber mehr zu erfahren. Allerdings hat das am Ende mit meiner ganz persönlichen Sichtweise über die Vor- und Nachteile der USA sicherlich herzlich wenig zu tun.
Zu den zahlreichen Gründen meiner Auswanderung möchte ich mich nicht weiter äussern, aber nach meinen beiden Aufenthalten in Dland in diesem Jahr und der ttäglichen Lektüre der unterschiedlichsten Medien kann ich nur eines feststellen: die meisten Gründe haben heute noch Bestand!

Gruss
Tom

Reply

Futur September 6, 2012 at 09:58

Es ist doch total inkonsequent, die Verhältnisse in Deutschland mit “Diener und Herren” zu kennzeichnen, und dann noch nicht mal Ross und Reiter zu nennen. Warum? Welches System? Das System der Mafia? Dann kann es doch nur die “Finanzmafia” sein. Warum soll man sich mit dem System arrangieren, es für seine Zwecke ausnützen? Dann wäre es ja am sinnvollsten, wenn man Bankster würde.

Am inkonsequenten finde ich es aber, dass Auswanderer ständig über Deutschland meckern – wenn Sie aber ernsthaft erkrankt sind, gerne das deutsche Gesundheitssystem in Anspruch nehmen. Oder gibt es dies auch in Kambodscha?

Viele Grüße
Futur

Reply

Andreas Ludwig September 6, 2012 at 11:33

Im Grunde ist auswandern so, als wenn die eine Frau nicht mehr ganz so passt. Dann sucht man sich die nächste und stellt fest, naja, auch nicht so alles toll. Beide Frauen zusammen ergeben dann genau das was man sich vorstellt. Und springt hin und her. Wo das hinführt wenn es heraus kommt weiss man ja. Beim Auswandern gibt es auch eine Scheidung. Nur sollte jeder sehen, das er das nach vorne bringt, was seine Heimat ist oder zumindestens sein sollte. Natürlich sollte man im Herzen das bleiben was man ist und seine Herkunft nicht verleugnen. Nur ich denke: Raus ist raus.Man verlässt die Gemeinschaft und Ende. Und das tut man ja, weil man es so wollte und weil gewisse Dinge nicht passen.
Warum die Amerikaner nicht zurück sind lieber Tom? Ganz einfach. Weil sie die sozialen Leistungen schätzen, ihre Ausbildung hier in Deutschland finanziert bekommen haben von den Amis und sich hier pudelwohl fühlen auf dem Arbeitsmarkt, wo es kein hire and fire gibt. U know…Ich denke wir haben von den Amis jede Menge Scheisse bekommen. Von Mc Donalds bis Reality Fernseh. Wir müssen nicht auch noch denken, das wir unseren Kündigungsschutz opfern sollten. Natürlich könnte man da auch Lösungen anbieten, die Firmen in Not ein Sonderrecht einräumen. Aber ich glaube, das es vom Prinzip her gar nicht so schlecht ist, wie es ist.Wir können alle geteilter Meinung sein über unsere Politiker. Aber die Kaste ist im Ami Land auch nicht gerade das gelbe vom Ei.

Reply

Andreas Ludwig September 6, 2012 at 11:43

Und auf Reisen lieber nen Hotel im Schwarzwald mit einem ordentlichen Frühstück, wie ein Hotel in Chicago für Sack teures Geld und nen Kaffeeautomat und nen schmierigen Donalds…Sorry..Amis können null organisieren, leiden notorisch an Grössenwahn, sind dafür stellenweise echt flach im denken, natürlich auch manchmal total cool, aber ne Mischung aus Eurpäern, die vergessen haben, was Kultur heisst.-))))

Reply

Tom September 6, 2012 at 16:34

Du sitzt Klischees auf, lieber Andreas! “Weil sie die sozialen Leistungen schätzen,” – gerade als ehemalige Militärs haben die ( eine gewisse Dienstzeit vorausgesetzt) den puren Kommunismus. KV betragsfrei ein Leben lang, ist nur ein Beispiel! Für ein Studium nach dem Militärdienst: Übernahme der Studiengebühren vom Militär + monatliches “Taschengeld”! Bei meinem Kumpel Charley sind das $ 1.700/ Monat, ohne was tun zu müssen! Grosse Firmen bieten ihren Mitarbeitern jede Menge Benefits. Mein Sohn hat vor 4 Wochen angefangen, bei FedEx zu arbeiten. Nach einer Probezeit steht ihm KV + RV von der Firma zu… nur mal so als Beispiel!
Man sollte sich wirklich hüten, ohne wirkliche Kenntnis des Sozialsystems der USA ein Urteil fällen zu wollen!
Eine KV z.B. kostet mich $ 250 im Monat, bei $ 3.000 Selbstbeteilung/Jahr ! In DLand hab ich da das doppelte für hingelegt!
Was den übertriebenen Kündigungsschutz (und den Umgang der Gerichte damit) in DLand angeht, kann ich ein Lied davon singen, allerdings keines, was Dir gefallen würde! Ich habe im Rahmen der Umstrukturierung meiner Firma, welche in Konkurreenz zur öffentlichen Hand arbeitet, die Buchhaltung an ein Steuerbüro ausgelagert, um Kosten einzusparen, was ich muss, damit die Firma wieder auf gesunde Füsse kommt! Die Buchhalterin würde gekündigt, nun darf ich vor Gericht derart die Hosen runterlassen, wie es keine öffentliche Verwaltung gegenüber den Prüfungskremien tun muss! Und am Ende werde ich vermutlich die Arschkarte haben, weil die Gerichte grundsätzlich auf der Seite der Arbeitnehmer sind! Zur gleichen Zeit nutzt die öffentliche Hand ihre Macht, und versucht, per Anweisung zu verhindern, dass wir weiterhin Aufträge erhalten!
Ich könnte hier noch mehr Erfahrungsberichte diesbezüglich aufmalen, aber das führt zu nix….

Was ich so gar nicht mag, Andreas, das ist das “über den Kamm” scheren. Dummheit, Ignoranz und Arroganz sind beileibe keine Eigenschaften, die nur auf Amerikaner zutreffen. “Flaches Denken” kann ich bei all meinen Mitarbeitern meiner deutschen Firma ebenso diagnostizieren.”Kulturelles Bewusstsein” war einmal in DLand, MultiKulti hat Einzug gehalten und ist die einzig politisch korrekte Kultur dort! Was DLand den USA allerdings definitiv voraus hat, ist der Sozialneid! Und was es hier auch nicht gibt, ist der “Kampf gegen Rääächts” der am Ende in DLand alle erwischt, die sich einigermassen zu ihrem Vaterland bekennen. Siehe dazu nur die Aktion der Grünen: Patriotismus-NEIN DANKE!

Gruss
Tom

Reply

HaPennyBacon September 6, 2012 at 17:54

Griechenland auf Platz 96 ist eigentlich fair bewertet. Dieses Land ist ökonomisch gesehen ein Entwicklungsland! Es ist keinerlei Innovation von denen zu erwarten! Warum ich da mal so raushaue? Schaut euch mal die erteilten Patente beim Europäischen Patentamt an. Die haben ganz offensichtlich ein paar Jahrzehnte lang geistig auf der faulen Haut gelegen.
http://tinyurl.com/92k2qty

Reply

Andreas Ludwig September 6, 2012 at 21:09

@ Tom

Bleib cool..ich weiss…

Reply

Oliver September 6, 2012 at 21:43

Ich möchte Euch auf eine sehr gute Hintergrundsendung hinweisen:

http://videos.arte.tv/de/videos/goldman-sachs-eine-bank-lenkt-die-welt–6894428.html

Goldman Sachs – Eine Bank lenkt die Welt

Seit fünf Jahren steht die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs für sämtliche Exzesse und Entgleisungen der Finanzspekulation. Durch hochspekulative Geschäfte mit der Zahlungsunfähigkeit der amerikanischen Privathaushalte konnte sich die Bank an der aktuellen Finanzkrise bereichern und wurde dank ihrer politischen Verbindungen selbst vor dem Bankrott bewahrt. Als die amerikanische Krise über den Atlantik nach Europa schwappte, wurde Goldman Sachs zu einem der Protagonisten der Euro-Krise: Die Bank soll gegen die europäische Einheitswährung spekuliert und die griechische Staatsschuldenbilanz mit Hilfe komplexer und undurchsichtiger Währungsgeschäfte geschönt haben. Als die europäischen Regierungen nacheinander dem Zorn der Wähler zum Opfer fielen, nutzte Goldman Sachs die Gunst der Stunde, um ihr komplexes Einflussgeflecht auf den alten Kontinent auszuweiten.
Goldman Sachs ist mehr als eine Bank. Sie ist ein unsichtbares Imperium, dessen Vermögen mit 700 Milliarden Euro das Budget des französischen Staates um das Zweifache übersteigt. Sie ist ein Finanzimperium auf der Sonnenseite, das die Welt mit seinen wilden Spekulationen und seiner Profitgier in ein riesiges Kasino verwandelt hat. Mit weltweit einzigartigen Verflechtungen und einem Heer aus 30.000 Bankern konnte Goldman Sachs auch in den letzten fünf Krisenjahren kräftige Gewinne einstreichen, seine Finanzkraft weiter ausbauen, seinen Einfluss auf die Regierungen stärken und sich vonseiten der amerikanischen und europäischen Justiz völlige Straffreiheit zusichern.
Das Geschäftsgebaren der Bank ist überaus diskret. Ihr Einfluss reicht weit in den Alltag der Bürger hinein – vom Facebook-Börsengang über die Ernennung des Präsidenten der Europäischen Zentralbank bis hin zum Lobbying gegen die Regulierung des Finanzsektors. Der Arm der Bank ist lang, und sie befindet sich stets auf der Gewinnerseite.

(Frankreich, 2012, 75mn)
ARTE F

Erstausstrahlungstermin: Di, 4. Sep 2012, 20:17
weitere Ausstrahlungstermine: Mittwoch, 19. September 2012, 10:25
Donnerstag, 27. September 2012, 02:50

gruss
Oliver

Reply

Tom September 6, 2012 at 22:44

Danke, Oliver,

das ist genau das, was ich weiter oben gemeint habe…

Gruss
Tom

Reply

Leave a Comment

*

Previous post:

Next post: