Die Wall Street im Bernanke-Fieber – Zweifel an den Nebenwirkungen

by markusgaertner on 13/09/2012 · 0 comments

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Die USA sind zur Wochenmitte in Umfragefieber. Es ist wie vor einer wichtigen Präsidentenwahl. Überall wird gelauscht und gefragt, was das (Börsen)Volk über den heutigen Tag der Entscheidung denkt.

Zwei große Umfragen stachen gestern mit Blick auf die Entscheidung der US-Notenbank am heutigen Nachmittag hervor. Die Verkündung steht um 18:30 Uhr deutscher Zeit an.

Die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Maßnahme wurde heftig diskutiert, während das positive Urteil der Karlsruher Richter zur Vereinbarkeit des Europäischen Stabilitätsfonds mit dem Grundgesetz schnell abgehakt wurde. Die viel wichtigere Frage ist jetzt aus der Sicht der Börsianer in New York: Wird der oberste US-Geldhüter Ben Bernanke heute eine dritte Runde massiver Anleihekäufe (QE3) ankündigen ?

Bei Bloomberg antworteten fast zwei Drittel aller befragten Experten mit Ja. Sie gehen sogar davon aus, dass nicht nur verstärkte Anleihekäufe kommen, sondern auch eine Verlängerung der Ära ultra-niedriger Zinsen bis 2015. Das wäre noch ein Jahr länger als bisher von der Zentralbank geplant.

Fed-Entscheidung: Inhaltliches Ziel statt Fahrplan ?

Darüber hinaus erwarten die Experten auch, dass die Fed statt eines Terminfahrplans für QE3 ein Ziel angeben wird. Demnach könnte festgelegt werden, wie stark sich die Konjunktur – vor allem der Arbeitsmarkt – erholen muss, bevor der Fuß vom geldpolitischen Gaspedal genommen wird.

Die zweite große Umfrage führte gestern der Fernsehsender CNBC durch. Dort fiel das Ergebnis noch deutlicher aus als bei Bloomberg.
Von den 58 befragten Geldmanagern, Strategen und Ökonomen erwarten 90%, dass die Fed innerhalb der nächsten 12 Monate aktiv wird. 77% sagen für heute schon eine Maßnahme vorher.

QE3 – Hoffen auf den Startschuss, Zweifel an der Wirkung

Doch in der CNBC-Umfrage kommen auch kräftige Zweifel daran auf, ob die Notenbank mit ihrer nächsten Maßnahme so viel wird bewegen können. So denken nur 36% der Geldmanager, dass die Fed mit der nächsten Geldflut die Arbeitslosenrate in den USA senken kann. Diese verharrt seit 43 Monaten über 8%.

Es wird als Folge der nächsten Kaufrunde für Anleihen durch die US-Notenbank sogar Schlimmes befürchtet. Peter Schiff, der Chef von Euro Pacific Capital, sagt, QE3 sei garantiert. Aber er würde die nächste Geldflut lieber nicht sehen. “Die US-Wirtschaft hängt wie ein Drogenabhängiger am Tropf der Fed, wenn die Geldhüter mehr Rückgrat hätten, würden sie dieses Finanz-Heroin nicht mehr verabreichen.”

Mehr dazu in meinem heutigen Vorbericht zum Handelstag an der Wall Street bei   G E V E S T O R

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