Mega-Rochade im Ahornland – USA und China ringen um Versorgung

by markusgaertner on 18/09/2012 · 5 comments

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Es ist das größte Gebot, das je von einem chinesischen Energieriesen im Ausland abgegeben wurde. Für 15 Milliarden Dollar will der chinesische Ölriese CNOOC die kanadische Nexen übernehmen. Derzeit prüft Kanadas Regierung auf Basis des Investment Canada Act, ob die Übernahme dem Ahornland unter dem Strich Vorteile bieten würde.

Die Abwägung ist schwierig und brisant. Sie könnte bis Mitte November dauern. Das Angebot der Chinesen zielt jedoch in diesem Falle nicht nur auf einen der führenden kanadischen Energiekonzerne selbst. Sie berührt auch die Interessen des Nachbarn USA, die mit ihrer Beschwerde gegen China vor der WTO den Ton gegenüber Peking gerade deutlich verschärft haben.

Die Chinesen wollen mit der Übernahme von Nexen auch Know How für den Abbau von schlickigen Ölsanden einkaufen, das aufwändige und chemisch knifflige Zwischenschritte im Raffinerie-Prozess erfordert. Denn die Volksrepublik will künftig ihre eigenen Ölsande abbauen.

Die Übernahme von Nexen würde den Chinesen 7 Prozent Anteil am Syncrude-Konsortium geben, einem der beiden führenden Produzenten in den Ölsanden von Alberta. Weitere 9 Prozent von Syncrude werden bereits von der chinesischen Sinopec gehalten.

Ein cashreicher und energiehungriger Staatskonzern aus dem Reich der Mitte könnte sich als nächstes Ziel Canadian Oil Sands aussuchen – und damit die Kontrolle über Syncrude gewinnen.

Die bitumenreichen Gebiete in Alberta haben für Kanada eine extreme strategische Bedeutung. Die Reserven hier sind enorm: 175 Milliarden Barrel Öl schlummern in der Erde. Es ist das größte bekannte Vorkommen außerhalb Saudi Arabiens. Kanadas Anteil an den globalen Reserven beträgt damit etwa 13 Prozent, und davon schlummern 95 Prozent in den Vorkommen von Alberta.

Laut der Investmentbank Peters & Co. in Calgary, die sich auf den kanadischen Energiesektor spezialisiert hat, sollen die Ölsandinvestitionen bis zum Ende des Jahrzehnts um 180 Milliarden Dollar zunehmen.

Mehr dazu in meinem heutigen Bericht im Manager Magazin

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{ 5 comments… read them below or add one }

Tom September 18, 2012 at 19:04

Was ist eigentlich aus den chinesischen Plänen zur Errichtung von Industrieparks in den USA geworden?

Gruss
Tom

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et September 18, 2012 at 20:54

Na, Tom, würdest Du in Nazideutschland investieren?

Weshalb sollte dann China in den USA investieren??

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Tom September 19, 2012 at 06:15

Was ist das denn für ein Mist?
China hockt auf so vielen US $$, die die womöglich gegen reale Werte eintauschen würden? Das entsprechende Land wurde lt. den damaligen Meldungen ja wohl schon erworben! Und nach wie vor ist die Aussenhandelsbilanz USA-China im Plus für die Chinesen, die für die Waren immer noch Greenbacks nehmen.
Was das mit Nazideutschland zu tun haben soll, erschliesst sich mir ebenfalls nicht. Hier sitzt jedenfalls noch keiner nur wegen einer falschen Meinung im Knast, im Gegensatz zu Nazideutschland, China und dem heutigen Deutschland….

Gruss
Tom

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Raus aus Deutschland September 19, 2012 at 04:17

Mal sehen inwieweit die kanadische Regierung den Wünschen des “Grossen Bruders” USA folgen wird dem sicherlich dieses Engagement ein Dorn im Auge ist.

Gehört nicht zum Thema aber diese Rede im Haus der Deutschen Bundesbank ist sehr interessant:

http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Reden/2012/2012_09_18_weidmann_begruessungsrede.html

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HaPennyBacon September 19, 2012 at 14:28

Übrigens, ein nette Beitrag auf ARTE über die Probleme die China mit dem “Shopping” im Ausland hat.
http://videos.arte.tv/de/videos/die-chinesen-kommen-europas-rettung-oder-untergang–6923292.html
Wenn man das so sieht muss einem nicht Bange werden, das die Chinesen hier alles aufkaufen könnten.

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