US-Dauerkrise: Mit Häuserkampf aus der Immobilienfalle ?

by markusgaertner on 24/09/2012 · 2 comments

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Viele US-Medien haben die Kampagne von Barack Obamas Herausforderer Mitt Romney in der vergangenen Woche bereits beerdigt. Der Republikanische Ex-Gouverneur von Massachusetts hat laut einem heimlich aufgehobenen Video 47 Prozent der Amerikaner als “Opfer” und Nutznießer des Sozialstaates hingestellt. Und das, obwohl viele von ihnen Rentner sind oder wegen geringer Einkommen unter die Steuergrenze fallen.

Obamas Wahlhelfer frohlocken. Doch die Schlacht um das Weiße Haus ist 50 Tage vor dem Wahlabend am 6. November keinesfalls gelaufen.Obama tritt mit der höchsten Arbeitslosenrate an, die ein Präsident in den vergangenen Jahrzehnten bei der versuchten Wiederwahl vorzuweisen hatte. Und die schwache Erholung der US-Konjunktur gerät bereits wieder ins Stottern.

Ausgerechnet der amerikanische Immobilienmarkt, das Epizentrum der Finanzkrise von 2008, meldet sich in dieser Situation trotz erster Erholungstendenzen wieder als Problem zurück. Denn zahlreiche Kommunen in Kalifornien prüfen eine mögliche Beschlagnahme von Hypotheken bei Hausbesitzern, die ihrer Bank mehr schulden, als das Haus noch wert ist. Das sind immerhin elf Millionen Amerikaner, obwohl deren Zahl seit Jahresbeginn wegen steigender Preise für Wohnhäuser bereits um 1,3 Millionen zurückgegangen ist.

Zahlreiche Städte und Gemeinden erwägen solche Beschlagnahmen als letztes Mittel, um ihre verwüsteten Immobilienmärkte, wo bis zu ein Drittel der Hausbesitzer unter Wasser sind, zu stabilisieren. An der Spitze der Bewegung steht Greg Devereaux, der Geschäftsführer des Bezirks San Bernardino, der von der Implosion des Immobilienmarktes besonders schwer getroffen wurde.

In der gleichnamigen Bezirkshauptstadt San Bernardino sind 15,7 Prozent der erwerbsfähigen Einwohner als arbeitslos registriert, fast doppelt so viele wie im landesweiten Schnitt. Die Stadt rettete sich mit einer Etatlücke von 46 Millionen Dollar Anfang August unter den Schutzschirm des Pleiteparagraphen Chapter 9. Lieferanten der Stadt werden in bar bezahlt.

“Das ist ein Desaster”, erklärt John Vlahoplus, der Strategiechef bei Mortgage Resolution Partners, die Lage vor Ort. Der Immobilien-Spezialist hat den unkonventionellen Ausweg aus der Schuldenfalle am Immobilienmarkt ersonnen. Die Strategie ist nicht nur Ausdruck der Verzweiflung von vielen Gemeinden über die immer noch verheerende Lage in Teilen des Marktes für Wohnimmobilien.

Sie spiegelt auch die Frustration in Amerika über das Versäumnis der Obama-Administration wieder, für den Immobilienmarkt eine tragfähige Lösung zu finden.

Laut diesem “Eminent Domain”-Konzept würden Gemeinden die Hypotheken von überschuldeten Kunden an sich reißen. Das würde funktionieren wie die Beschlagnahme von Land beim Bau von Kraftwerken und öffentlichen Einrichtungen. Dann würden Gläubiger aus einem Fonds privater Investoren für ihre Forderungen abgefunden. Aber nur in Höhe des aktuellen Wertes der beliehenen Immobilien.

Die hoch verschuldeten Hausbesitzer könnten dann auf einen niedrig verzinsten Staatskredit umstellen, dessen Volumen nur noch dem aktuellen Marktwert des Hauses entspricht. Zehntausende von Familien hätten auf einen Schlag wieder mehr Geld. Der Immobilienmarkt wäre entlastet, die Konjunktur würde angekurbelt.

Mehr in meinem heutigen Bericht im Manager Magazin

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mitwisser September 25, 2012 at 15:33

Yeahhh…immer wieder erstaunlich, was die Amis so aushecken, um das Schuldenrad weiterhin drehen zu können.

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