Eine weltweite Illusion – Und eine globale Krise mit vielen Gesichtern

by markusgaertner on 25/09/2012 · 46 comments

IKONE_ANALYSE

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Sie alle denken immer noch, dass sie aus dieser Schulden-Falle wieder rauskommen werden. Aber die Krise wird sie trotzdem am Ende verschlingen. Es gibt kein Zurück, keine “Lösung”, auch keine Geldpolitik, die uns irgendwie mit magischem Strahl aus der Misere hinaus befördern kann.

Ben Bernanke hätte doch die “Bezaubernde Jeannie” heiraten sollen. Das wäre eine viel versprechende Ehe geworden. Aber er hat es nicht. Und die Schulden sind einfach zu hoch. Das Wachstum bleibt zu gering. Die politischen Eliten sind verwirrt, korrupt und zaghaft. Und die süße Jeannie aus der Zauberflasche bleibt in der Videothek von NBC und dem ZDF eingesperrt. Ein für allemal. Zumindest für die Börsianer.

Mit lockerer Geldpolitik wird das bittere Ende dennoch hinaus gezögert. Es fühlt sich an, als wolle sich der Westen erhängen, aber die Notenbanker haben das Hanfseil gegen ein Bungee-Seil ausgetauscht und zur besseren Dehnbarkeit auch noch eingefettet.

Aber wohin man auf dem Planeten schaut, das bittere Ende zeichnet sich ab.

Beispiel Hong Kong. Am Dienstag hat die Zeitung Hong Kong Standard das grundlegende ökonomische Problem in der Stadt so illustriert. Ende August gab es in der Ex-Kolonie 35.254 Immobilien-Makler. Das waren 4,3% mehr als vor einem Jahr. Im selben Zeitraum ging die Zahl der von Hong Kongs Börsenaufsicht – der Securities and Futures Commission – autorisierten Börsen-Makler von über 16,500 auf 15,700 zurück.

Immobilien rauf, Börse runter. Bis vor nicht allzu langer Zeit, musste man bei Brokerhäusern in der Stadt Schlange stehen, warten, manchmal betteln, um ein Trading-Konto zu eröffnen und auch Aktien kaufen und verkaufen zu können, oder gar einen Sitz in einem der Handelsräume zu ergattern, die in Asiens Brokerhäusern so aussehen, wie bei uns die Wettbüros der Pferde-Rennbahnen.

Und jetzt ? Jetzt kann man sich dort quer über die Sitze schlafen legen, so viele freie Plätze gibt es. Der Grund, so der “Standard”: In den vergangenen 12 Monaten haben viele Anleger an der Börse zwischen 20 und 50% verloren. Wieder einmal wurden sie niedergemäht, mindestens das vierte Mal seit Beginn der 90er Jahre.

Dafür rauschen die Immobilienpreise mit jeder Runde QE weiter nach oben, weil das Team Bernanke in seiner unendlichen Weisheit die Welt so mit Liquidität flutet – außer jenen, bei denen das Geld in Form von Krediten ankommen soll – dass selbst im fernen Asien jedes Mal die Preis hochschäumen. So wie jetzt.

Deshalb wollen Hong Kongs Stadtväter diesmal der Immobilien-Spekulation gleich einen Riegel vorschieben. Doch im Großraum China – Taiwan und Hong Kong eingeschlossen – gilt es als nationaler Volkssport, solche Regeln zu umgehen. “Hou mer”, Hintertüre. So nennt man dieses Konzept andauernder Umgehung von Spielregeln und Gesetzen im Chinesischen.

Währenddessen beschreibt die China Daily in einprägsamer Weise, wie die Bilanzen der staatlichen Geschäftsbanken im Reich der Mitte nach langer Immobilien-Spekulation und ungezählten schlecht verzinsten Investitionen von überkapazitären Industriefirmen viel stärker als erwartet unter Druck geraten.

Die überfälligen Kredite bei Chinas 10 größten Banken nahmen demnach in den vergangenen 6 Monaten um 30% auf 489 Mrd. Yuan zu. “Das ist viel mehr als wir vorhergesehen haben, was beträchtlichen Druck auf die Kreditqualität der Banken verrät”, zitiert die Zeitung den Finanzspezialisten Richard Zhu, ein Partner bei PricewaterhouseCoopers.

Währenddessen verrät John Williams, der Präsident der San Francisco Fed, dass er mit einer erneuten Ausdehnung der Anleihekäufe durch die Währungshüter im kommenden Jahr rechnet. Das hört sich an wie ein Ferrari-Pilot, der den Fuß schon ganz durchgetreten hat und seinem Fan-Block in der Pirelli-Kurve zuruft, als nächstes werde er einen ordentlichen Motor in die lahme Kiste einbauen.

Welche Art von Erwartungen solche Gedankenspiele schüren, das sieht man an den kursierenden Prognosen und Überlegungen der Investmentbanken. QE3 sei nicht stark genug, um die Aktienpreise signifikant nach oben zu befördern, wurde am Montag in der US Presse Adam Parker, der oberste Aktienstratege bei Morgan Stanley in den USA, zitiert. Daher sei er nicht überrascht, wenn die Fed bis Jahresende (!!!) QE3 in eine Version QE4 ausdehne.

Das erinnert mich an meine Frankfurter Zeit bei der ARD Mitte der 90er Jahre. Reuters fragt Bundesbank-Chef Hans Tietmeyer: Können Sie eine Zinssenkung bei der nächsten Sitzung ausschließen ? Tietmeyer: Sie wissen doch, wir können nie etwas ausschließen. Reuters-Bericht: Bundesbank schließt Zinssenkung nicht aus. – Daraufhin eifriges Treiben auf dem Börsenparkett.

Genauso geht das auch heute noch, sogar ohne Reuters. -  Doch wie fertig ist ein Junkie, der sich vor dem Setzen des nächsten Schusses schon die übernächste Spritze bereitlegt ? Und was sagt uns das über das Ausmaß, in dem die US-Konjunktur gerade einen Rückschlag erleidet ?

Und die stets zuverlässigen Frühwarner beim IWF ? Erklären uns heute, dass die Erosion des weltweiten Vertrauens (in Wirtschaft, Notenbanker und Politiker) das Wachstum dämpft. Als hätten wir das nicht seit 2009 unentwegt beobachtet.

Demnach soll die BIP-Prognose des Währungsfonds im kommenden Monat erneut gedrosselt werden. Man könnte ganze Wälder vor der Abholzung bewahren, wenn diese Kerle in Washington ehrlicher – und schneller – ihre Einschätzungen niederschreiben und drucken würden. Erst im Juli hatte der IWF seine Prognose für die Weltwirtschaft für 2012 auf 3,5% – und für 2013 auf 3,9% – gekürzt. Vor Fasching (Verzeihung, Karneval) wird noch einmal gekürzt, jede Wette.

Pikant ist folgendes IWF-Zitat: Die Unsicherheit darüber, ob Regierende die größten Probleme effektiv angehen, “beeinträchtigt nun Volkswirtschaften im Rest der Welt.” Eine später Erkenntnis – und eine Farce. Denn: Ist der IWF nur Beobachter, oder ist er Akteur ?

Die Organisation gehört der Troika an, die regelmäßig bei Anti-Lustreisen nach Athen an fein gedeckten Tischen ausrechnet, wie weiträumig sich Griechenland zuletzt an den aktuellen Sparvorgaben vorbei gemogelt hat – um dann aus Berlin das grüne Licht zu bekommen, weil die nächste Tranche sowieso fließen muss.

Und die USA ? Im Spannungsfeld zwischen den 47% Obama-Loosern (Romney) und den Jihaddisten bei den Republikanern, die eine moderne Volkswirtschaft wie in der Duschkabine von oben berieseln wollen, aber im Wahlkampf nicht verraten, dass sie absichtlich keine Brause dafür einbauen, in diesem Spannungsfeld macht die Erosion ebenfalls sichtbare Fortschritte.

Das hat gestern kein anderer als Goldman Sachs-CEO Lloyd Blankfein gut auf den Punkt gebracht. Die USA sehen sich demnach mit einer weiteren Ratingwatsche konfrontiert und mit einem Status-Verlust des Dollars als Weltleitwährung, so der Geld-Prophet Gottes, weil die politische Elite nicht willens oder fähig sei, das schnell nahende “fiskalische Kliff” zu umschiffen.

Mit diesem Kliff sind bekanntlich jene Ausgabenkürzungen und Steueranhebungen gemeint, die Anfang 2013 automatisch in den USA einsetzen werden, wenn sich Kongress und Präsident zuvor nicht auf ein Sparpaket einigen, das die klaffende Budgetlücke verringern hilft, ohne die Konjunktur abzuwürgen.

Dieses Kunststück allerdings wäre schon mit einer Mehrheit von 100% für eine der beiden Parteien kaum zu bewältigen.

Und wo endet das alles ? Es endet spätestens, wenn die Fed 50 Dreamliner bestellt, um nicht nur Boeing und den DOW zu retten, sondern um endlich genügend Geld abzuwerfen.

Wenn wir auf diesem Ozean von Geld dann Wasserski fahren können, ist das Maximum erreicht. Dann können wir getrost Apple shorten und besorgt unsere Garage zumauern (von innen, wohlgemerkt).

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Grinario September 25, 2012 at 05:32

“Pikant ist folgendes IWF-Zitat: Die Unsicherheit darüber, ob Regierende die größten Probleme effektiv angehen, “beeinträchtigt nun Volkswirtschaften im Rest der Welt.” Eine später Erkenntnis – und eine Farce. Denn: Ist der IWF nur Beobachter, oder ist er Akteur ?”

Die Frage ist doch, was der IWF (bzw. die maßgeblichen Kräfte in ihm) z.B. im Falle der Euro-Krise unter “effektiv angehen” eigentlich versteht:
uneingeschränktes Gelddrucken der EZB (wird doch jetzt genmacht),
Banklizenz für den ESM (“leider” vom BVerfG nicht gutgeheißen),
uneingeschränkte Schuldenhaftung durch Deutschland (ist doch auf dem besten Weg),
Sicherung aller Bankeinlagen in der Eurozone über das deutsche Bankensystem (da sperrt sich noch die Kanzlerin).

Oder Umsetzung aller dieser Punkte, um nun die Krise endlich zu besiegen, damit wieder neue Goldene Zeiten wie vor 2007 ausbrechen können?

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HaPennyBacon September 25, 2012 at 05:33

Heut in meinem Spam-Folder:
“Dear business owner, we have received a complaint about your company possible involvement in check cashing and Money Order Scam.”
Die Mail ist korrekt, nur die Empfänger sollten wohl Dragi, Bernanke und Konsorten sein.

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HaPennyBacon September 25, 2012 at 08:44

China hat indes auch mit Produktionsverlagerungen in billigere Länder zu kämpfen.
http://german.china.org.cn/business/txt/2012-09/25/content_26627187.htm
Mal abgesehen davon, das die Zahl der potentiellen Kunden in Europa definitiv nicht mehr zunimmt und deren zur freien Verfügung stehendes Einkommen auch nicht mehr wächst, sollte auch den Chinesen klar sein das deren Produkte für Entwicklungsländer einfach schon zu teuer geworden sind. Im Streit um die Subventionen für die Solarindustrie muss ich denen aber Recht geben. In Europa flossen wesentlich höhere Subventionen für die Hersteller, da sind unsere Politiker schlicht populistisch.

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Stefan L. Eichner September 25, 2012 at 09:58

Die US-Regierung scheint verzweifelt darum bemüht, bis zur Wahl keines der vielen gravierenden ungelösten und neuen Probleme (z.B. Libor-Skandal/Rolle der Fed und Geithners) aufbrechen und an die Oberfläche kommen zu lassen. Das Problem ist, dass die Oberfläche in den USA ob dieser vor sich hin blühenden Probleme bereits munter Blasen wirft und Obama, Bernake und Konsorten so tun müssen, als sei alles o.k.

Es ist allerdings interessant. dass z.B. die Troika den Griechenland-Fall angeblich wegen der US-Wahl auf die lange Bank geschoben hat und in Japan die Noch-Regierung die versprochenen Neuwahlen Anfang November abhalten möchte, während die Opposition auf einen früheren Termin drängt. Ich würde fast eine Wette abschließen, dass auch der Parteikongress in China, für den offiziell immer noch kein Datum bekannt gegeben wurde, nicht vor der US-Wahl abgehalten werden wird.

Es scheint also viel davon abzuhängen, was in den USA in den kommenden Wochen geschieht. Das weiß offensichtlich auch die KP-Führung in China, die sich so kurz vor dem Parteikongress, bei dem sieben der neun Posten im Politbüro neu besetzt werden sollen, selbst in einem heftigen Machtkampf befindet. China weiß um die Schwäche von Uncle Sam und trägt selbst dazu bei wo es nur kann.

Bedenkt man, dass Romney ebenso wenig wie Obama die Kraft und die Macht hat, eine echte Wende in den USA zu bewirken, dann ist es – zumindest in dieser Hinsicht – eigentlich nicht ausschlaggebend, wer die Wahl letztlich gewinnt. Und gleich nach der Wahl steuert die US-Titanic auf das fiscal cliff zu.

Was also entscheidet sich mit der US-Wahl?

Vielleicht ist es die simple Frage, ob und inwieweit die mühsam aufrechterhaltene Fassade der Stärke der US-Wirtschaft, des US-Finanzsektors und der USA als globale wirtschaftliche Führungsmacht nahc der Wahl noch Bestand haben wird?

Viele Grüße
SLE

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dank September 25, 2012 at 11:59

“Was also entscheidet sich mit der US-Wahl?”
In dem Zusammenhang eine sehr gute Frage. Vielleicht die Frage schlechthin.
Wiederholungsspiel von 26. Dezember 1991? Nur diesmal implodiert ein anderes System?

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Nina September 25, 2012 at 21:30

Die Koordinaten haben sich mit der Wahl nicht verändert, eher ihre Interpretation.
Man tut nur so.

Wie wir in DE mit dem Steinbrück.
Mephisto bei Merkel.

Will jetzt den Faust spielen.
Schlimmes Schurkenstück, würde Goethe sagen?

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die Simpsons September 25, 2012 at 15:59

ACTA ist nur vorläufig gescheitert; jetzt versucht man es über CleanIT.
http://humanicum.wordpress.com/2012/09/25/verheerender-als-acta-die-cleanit-raumt-mit-der-freiheit-des-internets-auf/
Wir sind alle böse Terroristen! und der Iran ist ein Hort der Glückseligkeit. Ironie oder vielleicht doch nicht. Wie sagt Jeff Koons ” Die Kunst liegt im Auge des Betrachters”. Die Ausstellung fand ich sehr gelungen, auch die Bilder für die über 18jährigen.

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die Simpsons September 25, 2012 at 18:41

Nachtrag: Die Internetkontrolle wird noch die harmloseste Kontrolle sein. Mag sein, dass man sich das heute kaum vorstellen kann aber Militär im Innern oder Reisebeschränkung oder Polizeikontrollen auf den Strassen und vieles mehr.

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Nina September 25, 2012 at 18:30

EIn Gesicht aus Spanien life:

http://www.rtve.es/noticias/directo2/

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Nina September 25, 2012 at 18:55

Schachtschneiders Prognose für die nahe Zukunft:
http://www.rottmeyer.de/schachtschneiders-prognose-fur-die-nahe-zukunft/

Er hat auf Grund seiner Prozesserfahrungen einen tiefen Einblick gewonnen.

Reply

die Simpsons September 25, 2012 at 19:41

Die Prognosen gehen mit der Astrologie in die gleiche Richtung, jedoch sollte man sich die Zukunft noch düsterer ausmalen als Prof. Schachtscheiders Prognose, insbesondere was die diktatorischen und Überwachungsmechanismen angeht.

Reply

Nina September 25, 2012 at 19:55

Mephisto und die kollektive Korruption

“Ist die kollektive Korruption erst einmal weit gediehen – hat also erst einmal ein großer Teil der Bevölkerung sein persönliches Wohl und Wehe an die Geschicke des Staates und an das von ihm monopolisierte Fiat-Geld gebunden -, dann sind auch die Weichen in Richtung hoher Inflation oder sogar Hyperinflation gestellt.
Denn vor die Wahl gestellt, Pleiten von Staaten und Banken und damit eine Rezession-Depression hinzunehmen oder aber offene Rechnungen mit neu ausgegebenem Fiat-Geld zu bezahlen, wird sich die Mehrheit gegen Pleitewellen und für das Geldvermehren aussprechen.”
http://www.misesinfo.org/?p=2925

Deshalb entwickeln sich auch keine Massendemos.
Die Kritik am Euro ist erstrangig aus meiner Sicht auf egoistische Einstellungen zurückzuführen und weniger darauf, dass man das Ganze durchschaut hat.

Letztes Wochenende:
Oktoberfeste, Erntedankfeste, Weinfeste etc. in DE.
Wer unter der korrumpierten Masse war, konnte seine Studien machen.

Die Masse übt sich der Völlerei und der mephistophischen Unterwerfung.

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die Simpsons September 25, 2012 at 20:19

Massendemos finden derzeit nur nicht in Deutschland statt. Aber auch dass wird sich eines Tages ändern. Du selber hast doch den Live-Stream aus Madrid weiter oben eingestellt. Und vergessen wollen wir auch nicht die Massendemo in Lissabon.

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Nina September 25, 2012 at 20:53

Habe das natürlich auf DE bezogen, wie Goethe im Faust Teil II.
Der Schachtschneider hat den Mephisto unterschätzt.
Mit intellektuellen Klagen läst sich das System höchstens kitzeln.

Die Masse versteht es in DE eh nicht und braucht es auch nicht.
Sie sind staatsabhängig. Verstehen kann ich das.

Vom System ist noch viel “Innovation” zu erwarten.

Mein bezug auf´s WE bezieht sich auch nur auf DE.
Der Live-Stream zeigt den Gegenpol.

markusgaertner September 25, 2012 at 21:31

Ich teile Ninas Einschätzung, glaube aber, dass diese Unterwerfung bis in ein paar Jahren (eher früher) in Rebellion umschlagen wird, insofern ist der Simpsons-Hinweis berechtigt. Die Bilder aus Madrid haben auch mich heute ziemlich beeindruckt und bestätigt …. Viele Grüße, Markus

markusgaertner September 25, 2012 at 21:44

Sehr gutes Video-Statement, Schachtschneider bringt die Sache genau auf den Punkt. Dass ich das auch so sehe, lässt sich hier im BLOG über Monate nachlesen. Ich bin nur in einem Punkt optimistischer als er: Die Niederschlagung einer Rebellion wird keine ausgemachte Sache sein. 500.000 Menschen rund um das Kanzleramt kann man nicht einfach niedermetzeln, wenn sie sich denn erst einmal von den Bänken in ihren Biergärten erhoben haben. In punkto Beschlagnahme liegt Schachtschneider absolut richtig, denke ich. Es geht nur um den Zeitplan für das Grande Finale, da äußert er sich ja nicht. Meine Befürchtung: Geduld ! Zwischen dem ersten Hoch bei der Arbeitslosigkeit und der Machtergreifung in Deutschland verging ein Jahrzehnt. Einschneidende und drastische Systemänderungen brauchen Zeit, auch wenn sie in Geschichtsbüchern wegen der Auslösung durch die berühmten “Trigger” manches Mal wie eilige Ereignisse ausschauen …. Viele Grüße, Markus

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Nina September 26, 2012 at 08:01

Das Euro-Ego :-(

Madrid: Gewalt eskaliert bei Massendemonstration
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/09/25/madrid-gewalt-eskaliert-bei-massendemonstration-bilder/

Man will über Krieg, Frieden stiften.
Über Armut, Wohlstand.
Über den Küppel, die Liebe.
Die diabolische, mephistophische Prägung des Euro´s!

Goethe hätte Stoff für Teil III zum Faust.
Der Steinbrück bekäm bestimmt eine besondere Rolle.
Der mephistische Faust.

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die Simpsons September 26, 2012 at 08:50

Bridgewater-Chef: 10 bis 15 Jahre Wirtschaftsdepression in Südeuropa
http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=25385

Der Artikel bezieht sich ausschließlich auf Südeuropa. Und der Norden Europas soll davon ausgespart bleiben? Das kann ich mir nicht vorstellen. Wir sitzen mit dem Euro alle zusammen in einem grossen Gefängnis. ESM, Bankenunion, wie auch immer, werden schon dafür sorgen dass die Probleme von Süd nach Nord exportiert werden und die Umverteilung immer drastischere Züge annehmen wird.

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die Simpsons September 26, 2012 at 08:51

Vaclav Klaus: Zerstörung der europäischen Demokratie ist in seiner letzten Phase.
http://de.ibtimes.com/articles/26063/20120924/vaclav-klaus-zerst-rung-der-europ-ischen-demokratie-ist-in-seiner-letzten-phase.htm

Grinario September 26, 2012 at 09:11

Eventuell versuchen die Politiker mit einem Gegenmodell zur Krisebewältigung eine offene Rebellion der Bevölkerung zu vermeiden. Diese “Planung” sieht eventuell vor, den Deutschen durch eine schleichende, aber immer wirksamer werdende Inflation das Ausmaß der Kosten der Krise, die sie zu übernehmen haben, zu verschleiern. Es werden erst Rentner und Angehörige des sogenannten Prekariats betroffen sein (das sind aber traditionell nicht gerade die Berufsrevolutionäre). Erst später wird sich die Geldentwertungskrise in die Mittelschicht fressen, bis dahin könnte die nicht nur finanzielle Repression so fest etabliert sein, dass es gar keinen organisierten Widerstand mehr gibt.

Ottmar Issing spricht die unsozialen Auswirkungen der Inflationierungspolitik in der “Welt” an:
http://www.welt.de/wirtschaft/article109459144/Inflation-ist-die-unsozialste-Politik.html

Zitate:
“Die Gefahr der Inflation droht nicht unmittelbar. Doch ich habe meine Zweifel, dass die EZB die immense Liquidität rechtzeitig abschöpfen wird. Wenn dies nicht gelingt, werden die Preise steigen. Ich erwarte keine Hyperinflation. Aber schon eine Geldentwertung um vier bis fünf Prozent enteignet die Sparer und schafft soziale Probleme, weil sich etwa Rentner nicht mehr auf ihre Alterssicherung verlassen können oder gerade die Mittelschicht über die kalte Progression höhere Steuern zahlen muss. Die Sozialpartnerschaft zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften, alles hängt an einer verlässlichen Geldpolitik. Inflation ist die unsozialste Politik und Geldwertstabilität folglich die beste Sozialpolitik.”
“Im rechtlichen Sinne kann die EZB frei entscheiden. Aber – wie gesagt – der politische Druck ist hoch und er wächst noch, je länger die EZB ihre lockere Politik beibehält. Eine große Rolle dabei spielt auch die Verflechtung der außerordentlich expansiven Geldpolitik und der Bankenwelt. De facto werden zahlreiche unsolide Banken künstlich am Leben gehalten. Die EZB schleppt sozusagen Banken durch, die sonst nicht überleben könnten. In Japan hat man von Zombie-Banken gesprochen. Eine nötige Strukturbereinigung im Finanzsektor wird dadurch aufgeschoben. Erschwert wird das Ganze dadurch, dass viele südeuropäische Banken zuletzt wieder verstärkt Staatsanleihen ihrer Länder gekauft haben. Und so entsteht ein brisantes Geflecht. Hoch verschuldete Staaten und krisengeplagte Banken sind unheilvoll miteinander verbunden.”

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die Simpsons September 26, 2012 at 07:18

Bridgewater-Chef: 10 bis 15 Jahre Wirtschaftsdepression in Südeuropa
http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=25385

Der Artikel bezieht sich ausschließlich auf Südeuropa. Und der Norden Europas soll davon ausgespart bleiben? Das kann ich mir nicht vorstellen. Wir sitzen mit dem Euro alle zusammen in einem grossen Gefängnis. ESM, Bankenunion, wie auch immer werden schon dafür sorgen dass die Probleme von Süd nach Nord exportiert werden und die Umverteilung immer drastischere Züge annehmen wird.

Vaclav Klaus: Zerstörung der europäischen Demokratie ist in seiner letzten Phase.
lesen kann man den Artikel hier: (http://de.) ibtimes.com/articles/26063/20120924/vaclav-klaus-zerst-rung-der-europ-ischen-demokratie-ist-in-seiner-letzten-phase.htm

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Andreas Ludwig September 26, 2012 at 08:07

Der Aufbau dauerte Jahrzehnte. Die Stagnation ein Jahrzehnt.Der Niedergang geht in Zeitlupe seit 2009. Für den Exitus benötigen wir noch max. 2 Jahre in Europa. Wenn nicht ein Umdenken erfolgt.Nichts ist davon zu sehen. Die “dunkle Zeit” ist länger wie die Stagnation und der Niedergang zusammen.Jetzt ist die Frage, was bauen wir auf danach. Wenn alles in Trümmern liegt sicherlich sehr viel. Wenn nicht, gibt es nicht viel zu bauen. Und dann wird es länger, wie man sich heute vorstellen könnte.Auch wenn die grossen Konzerne es immer wieder gerne dementieren. Europa ist für sie mindestens 50 Prozent. Darüber sich lustig zu machen, ob die Griechen, Spanier usw. jetzt ihre Rechnung für x zu zahlen haben, wie so oft Volkes Stimme, ist etwas mit dem halben Hintern denken. Den Tritt dafür bekommt man automatisch bis in den Dickdarm. Es fängt ja schon wieder an in der Automobilindustrie. Sich nach anderen Systemen zu sehnen, wenn sie gar nicht mehr funktionieren, liegt in der Natur des Menschen. Die Chancen sind aber auch sehr hoch dabei, seine Nächte irgendwann im Wald zu verbringen. Und vor der Wahl gestellt muss man entscheiden.Die, die noch eins haben, ob sie mit gehen, und denen die schon keines mehr haben ist es sowieso egal. Man verliert nichts mehr. Und wir werden egal wo, alle vor diese Frage gestellt werden….und dann werden wir sehen…Vielleicht wird vielen eine Entscheidung aufgedrängt….Geduld

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CBerlin September 26, 2012 at 09:26

“China weiß um die Schwäche von Uncle Sam und trägt selbst dazu bei wo es nur kann.”

Das kann nicht stimmen. China hält doch angeblich Berge von US-Anleihen, die es nur auf den Markt werfen (oder keine mehr kaufen) müsste, um schreckliche Folgen für die USA zu erreichten.

???

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Andreas Ludwig September 26, 2012 at 10:48

Wenn man die Menschen dort als “Kunden” betrachtet, dann sollte man diese auch dort so behandeln

http://www.welt.de/regionales/duesseldorf/article109469399/Mann-ersticht-Mitarbeiterin-im-Jobcenter.html

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Nina September 26, 2012 at 11:08
Nina September 26, 2012 at 11:12
Thorsten Eckau September 26, 2012 at 11:28

Hallo Herr Gärtner,

Sie schreiben: “Aber wohin man auf dem Planeten schaut, das bittere Ende zeichnet sich ab.”

So oder so ähnlich sehen es ja mittlerweile viele Menschen und fragen sich, wie man sich denn bitte persönlich auf diese Situation vorbereiten oder einstellen soll. Da reichen die Vorschläge von Konserven und Waffen bis hin zu den “Tipps” auf den Zusammenbruch zu wetten (in EUR oder USD?, tolle Idee).

Natürlich möchte ich nicht Ihre privaten Vermögendetails abfragen, aber abstrakt mögen Sie mir vielleicht doch antworten: Wie stellen Sie persönlich denn für die Zukunft auf und ein? Wenn/da Sie ja regelmäßig über diese sich zusammenbrauende Lage berichten, können Sie ja wohl kaum jemand sein, der sein Geld auf dem Festgeldkonto für 5 Jahre neu anlegt und sich denkt “das wird schon wieder”. Ich suche nicht nach einer Beratung, nur nach einer Richtungsangabe wie SIE vorgehen…

DANKE!

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markusgaertner September 27, 2012 at 00:34

Ich streue die Ersparnisse: Aktien, Bonds, Bares. Lege mir Vorräte an. Versuche, mit Schreiben etwas zu ändern. Überlege, ob ich eine neue Partei gründen soll. Nichts ist eigentlich mehr sicher bei der Anlage. Immobilien können mit Zwangsanleihen belegt werden. Gold kann konfisziert werden. Ein bisschen Bares verstecken, kann nicht schaden. Ansonsten so viel lernen wie möglich, um später nützlich zu sein, wenn das Grande Finale vorbei ist. Viele Grüße

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Nina September 27, 2012 at 06:04

So ist es.

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et September 27, 2012 at 22:25

@ Gärtner

Mein Liechtensteiner ex-Anlageberaterkollege meinte auf die Gretchenfrage Wo anlegen? Lakonisch:
1 selbstbewohntes Wohneigentum, vom Rest
1/4 in Landeswährung in Noten im eigenen Tresor
1/4 in Gold (Metall, keine Zertifikate) im eigenen Tresor
1/4 in Bar auf dem Bankkonto
1/4 in Aktien, die man persönlich kennt…

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Nina September 26, 2012 at 11:50

Der US-Mephisto:
Romney investiert Geld in russische Unternehmen
http://german.ruvr.ru/2012_09_26/89369233/

Die sogenannten Hardliner sind die Schlimmsten.

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Nina September 26, 2012 at 13:12

Live-Stream Griechenland:
https://rt.com/on-air/

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markusgaertner September 27, 2012 at 00:31

DANKE !!!

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Nina September 26, 2012 at 19:10

„Änderung der Machtverhältnisse, Demokratie, Umverteilung” Dirk Müller, Prof. M. Kennedy u.a.
https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=Qypiw0nc9Cc

Interesante Aussagen von Müller am Ende der Sendung zu den Möglichkeiten.
Erstaunliche Offenheit.

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Tom September 26, 2012 at 19:56

Sehr schön, die sprechen mir alle miteinander voll aus dem Herzen! Nur: WAS fangen diese Leute mit ihrem Wissen an? Was tun diese Leute, AUSSER die Wahrheiten in verschiedenen Talk-Runden zu benennen? Das sind alles Menschen mit Führungseigenschaften, aber mehr als Labern scheint auch von denen keiner Zustande zu bringen!

Gruss
Tom

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markusgaertner September 27, 2012 at 00:30

… das ist schon eine wichtige Frage, DIE drängendste eigentlich: Was machen wir damit? In Spanien wird uns dieser Tage ein Vorbild gegeben. Macht Euch auf den Weg nach Berlin … Viele Grüße

Reply

Johannes September 27, 2012 at 08:36

Lieber Herr Gärtner,
liebe Poster(innen),

vielleicht kennen Sie noch nicht die Wahlalternative 2013. Mehr unter

http://www.wa2013.de/index.php?id=198

Es ist ein erster konkreter Versuch, politische Einflussnahme zu erreichen.

Finde die Initative unterstützenswert und soviel ich weiß, werden auch noch Mitstreiter gesucht.

Beste Grüße,

Johannes

Reply

Peinhart September 27, 2012 at 09:13

Ich nicht. Denn es sind nicht irgendwelche Währungen, die in der Krise stecken, es ist die Basis der Verwertung selbst. Die ‘Arbeitsgesellschaft’ ist am Ende, das ‘Kapital’ hat seine Schuldigkeit getan (wenn man darunter die Entwicklung der Produktivität verstehen will).

Daher empfehle ich zum Einstieg mal ‘Die große Entwertung‘ als Lektüre.

Tom September 27, 2012 at 13:52

Wenn ich da beim Überfliegen von “Systemrelevanten Banken” lese, darüber hinaus auf der ganzen Webseite keinerlei Aussage dahingehend entdecken kann, die die tatsächlichen Ursachen des anstehenden Supergaus benennt, nämlich den Aufbau und die Wirkungsweise des Geldsystems generell, wenn ich dann noch lese, wer alles zu den Gründungsmitgliedern zählt, weiss ich, dass man hier Müller gegen Bäcker eintauscht….
Deshalb: NEIN-DANKE.

Gruss
Tom

Andreas Ludwig September 26, 2012 at 22:34

@Tom
Genau das ist der Punkt. Ein Müller verdient ja auch noch daran.Auch wenn er die Wahrheit sagt. Das ist ja das irre…

Reply

vlk September 27, 2012 at 13:19

Und um mehr geht es ihm wohl auch nicht … Solang die Welt noch so ist wie sie ist.

ja er sagt unbequeme Worte und Wahrheiten – aber er sitzt doch in der Zentrale des Kapitalismus … und verdient bestimmt prächtig seit der Krise.

Reply

et September 27, 2012 at 22:19

@ markusgaertner

Ihren Optimismus in Ehren, aber das Volk der Dichter und Denker ist keinesfalls für eigenständig-republikanisches Denken berühmt. Die typisch deutschen Qualitäten sind Ordnung, Humorlosigkeit, Gleichmacherei und Obrigkeitshoerigkeit.

Das ist nicht der Nährboden für Revolutionen, sondern für informelle Mitarbeiter (IM). Die Deutschen -in der Breite- stabilisieren das bestehende Machtgefüge aus Reflex. Solange es dem Nachbarn ähnlich beschissen geht wie mir, ist ja eigentlich alles in Ordnung. Nur wenn der Kollege sein sauer Erspartes und Lohnbesteuertes Resteinkommen in dervSchweiz in Sicherheit zu bringen versucht, nur dann beginnt die Volksseele zu kochen!

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