Späte Bekehrungen, zusätzliche Sorgenfalten und neue Erschütterungen

by markusgaertner on 11/10/2012 · 13 comments

IKONE_KONJUNKTUR

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CNBCChinaNotbremse ? – Die Hinweise auf einen starken Dämpfer in Chinas Konjunktur nehmen nicht ab. Die vier größten Staatsbanken haben im September mit umgerechnet 26,4 Mrd. Dollar satte 24,5% weniger Kredite  ausgereicht als im Vormonat, berichtet der Century Business Herald.

Dem Vernehmen nach soll der Grund für den scharfen Rückgang bei den Ausleihungen eine Anweisung der Notenbank gewesen sein, keine weiteren Schuldtitel zu Discount-Preisen zu verkaufen. Das habe die Liquiditätsversorgung beeinträchtigt.

BLOOMBERGJapan Elektronik-Krise – Die Nachrichtenagentur vergleicht Japans Elektronik-Konzerne mit der US-Autoindustrie am Vorabend des Niedergangs von Detroit. Demnach haben Sharp, Sony und Panasonic im vergangenen Jahr addiert 20 Mrd. Dollar Verluste eingefahren und streichen derzeit mehrere 10.000 Jobs.

Den Konsumenten – so eine der Begründungen für die Misere – komme es inzwischen nicht mehr so sehr auf führende Technologie an – eine Stärke der japanischen Hersteller – sondern mehr auf Inhalte und Apps sowie benutzerfreundliche Eigenschaften der Produkte. Der Höhenflug des Yen gegenüber dem US Dollar habe ein übriges getan.

TELEGRAPHIWFGesinnungswandel –  Die britische Zeitung beobachtet beim Internationalen Währungsfonds einen vielsagenden – und vielleicht folgenreichen – Schwenk. Noch vor einem Jahr habe der IWF vehement strikte Austerität verlangt, um gegen die grassierenden öffentlichen Defizite erfolgreich vorzugehen.

Besonders Länder, deren Anleihe-Renditen unter dem Ansturm der Bond-Vandalen in die Höhe schossen, sollten ihre klaffenden Budget-Löcher „umfassend und ohne Verzögerung“ bekämpfen. Doch im neuen Ausblick für die Weltwirtschaft vom Dienstag habe die Organisation Zweifel an der eigenen Position geäußert.

Business Insider – SpanienRatingwatsche – Die Ratingagentur S&P stufte gestern Abend Spanien um zwei Stufen ab, auf BBB-, nur noch einen Tick über Ramschniveau. Das setzt die spanische Regierung einem zusätzlichen Druck aus, den Bailout, der seit Wochen hinter der Bühne verhandelt wird, schneller zu akzeptieren. Hier ein paar Punkte aus der offiziellen Begründung von S&P:

  • The deepening economic recession is limiting the Spanish government’s policy options.
  • Rising unemployment and spending constraints are likely to intensify social discontent and contribute to friction between Spain’s central and regional governments.
  • Doubts over some eurozone governments‘ commitment to mutualizing the costs of Spain’s bank recapitalization are, in our view, a destabilizing factor for the country’s credit outlook.
  • We are therefore lowering our long- and short-term sovereign credit ratings on Spain to ‚BBB-/A-3′ from ‚BBB+/A-2′. The negative outlook on the long-term rating reflects our view of the significant risks to Spain’s economic growth and budgetary performance, and the lack of a clear direction in eurozone policy.
BLOOMBERG – FacebookIPO-Geheimnisse ?  –  Der Bericht schildert in vielen Details und mit Dutzenden interessanter Zitate und Quellen, wie die SEC in den Wochen vor dem Börsengang das Unternehmen drängte, mehr Informationen an die Anleger und Investoren heraus zu geben, und wie sich Facebook quälte, dies zu tun.
BLOOMBERG RajoyÜberholmanöver –  Weil Spanien tiefer in die Rezession (Depression ?) abgleitet, werden die Sparmaßnahmen in Madrid von der Realität eingeholt, das Defizit wächst dennoch an.
Es sind die drastischsten Einsparungen, die Spanien seit der Rückkehr zur Demokratie 1978 erlebt. Selbst nach der Anhebung der Umsatzsteuer und den Streichungen im Gesundheitswesen wird das Budgetdefizit im laufenden Quartal möglicherweise trotzdem das Niveau des Vorjahres wieder erreichen: 9,4% vom BIP.
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