Brause-Crash – Coke-Abzug stampft Griechenland vollends ein

by markusgaertner on 16/10/2012 · 17 comments

IKONE_BÖRSE

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Bloomberg berichtet gerade, dass der geplante Abzug von Coca Cola aus der Börse in Athen den lokalen Markt auf eine Größe unterhalb der von Vietnams Kapitalmarkt zusammen schrumpfen wird. Das Delisting ist für 2013 vorgesehen.

Mit dem Abschied des Getränke-Herstellers wird sich die Kapitalisierung in Griechenlands Hauptstadt laut der Nachrichtenagentur drastisch von 39,2 Mrd. Dollar auf 31 Mrd. reduzieren. Die Kapitalisierung im südostasiatischen Vietnam liegt aktuell bei 35,2 Mrd. Dollar. Und auch in Vietnam stehen die Dinge ja nicht so gut, wie wir seit Monaten hören.

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Grinario October 16, 2012 at 06:41

Aber vom Austritt Griechenlands aus dem Euro sollen angeblich Schockwellen ausgehen, die die ganze Weltwirtschaft erschüttern. Na, das soll noch einer verstehen. Oder stimmt das etwa gar nicht?

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Joker October 16, 2012 at 08:29

Weiss keiner so genau, kann aber auch keiner mit Sicherheit ausschliessen, und deswegen….. lieber Griechenland durchfuettern – auf ewig. (oder besser, bis nichts mehr da ist)

Griechenland ist im “Prinzip” zu klein, NUR….
a) da ist dieser multibillion trillion OTC Derivate Monster Markt, auf Libor basierend…. (uebrigens einer der Transmissionsriemen in die Realwirtschaft, weil auch Dax und Co voll mit den Dingern sind…. zur Zinsabsicherung, Waehrungsabsicherung etc., die Energieversorger langfristige Einkaufsvertraege – heissen nicht Derivat, sind aber Zocken…)
b) da sind wackelnde Banken rund um die Welt, der Bewertungen fuer Kredite aller Art, Staatsanleihen aller Art, Derivate aller Art – well, mehr als diskussionswuerdig sind – selbst Goldman ist von “nur fair value” (und die Jungs wussten wie es geht) abgewichen.
c) niemand weiss genau, wo China et. al wirklich sthen
d)… usw…

Das ganze ist ein Kartenhaus, anfaellig durch 30 Jahre Ueberschuldung, auf Kosten der Zukunft gelebt. Und ein kleiner, klitzekleiner Hauch koennte schon zuviel sein…

Und neben dem oekonomischen, haengt auch viel politisches Kapital dran. Nie vergessen, die EU funktioniert, wenn Paris bestimmt und Berlin bezahlt. (und das Farage Argument, siehe Simpson Kommentar)
Nee, die haben Muffensausen, in Washington, Berlin Paris…. Peking …… London nicht zu vergessen…

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Grinario October 16, 2012 at 09:56

“Das ganze ist ein Kartenhaus, anfaellig durch 30 Jahre Ueberschuldung, auf Kosten der Zukunft gelebt. Und ein kleiner, klitzekleiner Hauch koennte schon zuviel sein… ”

Mag schon sein, dass die Muffensausen haben, nur wird jedes Kartenhaus zusammenfallen, weil immer irgendein störendes Lüftchen weht. Das müssten gerade Politiker eigentlich wissen.

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Till October 16, 2012 at 11:03

“30 Jahre Ueberschuldung, auf Kosten der Zukunft”

Hat man sich das Geld von Marsianern geliehen, die bei Nichtzahlung die Erde mit ihren Todesstrahlen verdampfen?
Oder bei Gott, der bei Nichtzahlung beleidigt verfrüht das jüngste Gericht eingeruft?

Oder nur bei einer Schicht, die eh nie genug bekommen kann. Dieses Problem kann man ganz irdisch lösen. Aber nein, lieber bringen wir Europa zurück ins Mittelalter, als das nur ein Euro-Cent Schulden nicht bezahlt werden.

PS: Staatspleiten und anschließende goldene Zeitalter sind geschichtlich komplett normal. Schon in ganz alter Vergangenheit haben die babylonischen Gottkönige immer einen allgemeinen Schuldenerlaß verkündet, wenn die Probleme der Schuldknechtschaft zu groß wurden.

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Joker October 16, 2012 at 11:07

“Ja, aber die Schuldfrage” – daran ist schon vieles gescheitert…..

Wenn Merkel Griechenland fallen laesst, und es knallt, dann haben “wir” wieder schuld. Darum geht es. Die spielen Plumpsack, und keiner will schuld sein.

Schaun wir mal, wer oder was uns ueber den Kliff in den Abgrund treibt.

Und ich wette, die meinen in Berlin, sie sind a) gutwillig, b) gut informiert zu sein und das RICHTIGE zu tun. They mean well….. well…

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Grinario October 16, 2012 at 10:05

Hier noch zur Untermauerung der politischen Dominostein-Theorie die neuste Kolumne von Bettina Röhl in der WiWo:

http://www.wiwo.de/politik/deutschland/bettina-roehl-direkt-sind-merkel-und-schaeuble-orientierungslos/7257996.html

Zitat daraus
„Natürlich weiß Merkel, dass die Volkswirtschaft von knapp 11 Millionen Griechen nicht das Potenzial hat der Weltwirtschaft einen Todesstoß zu versetzen. Wenn Griechenland eine schwere Grippe erlebt, hätte der Rest der Welt nicht einmal einen Schnupfen. Was soll also Merkels Gezündel und Herumgefuchtel mit Horrorszenarien?
(…).
Fakt ist: Ob Griechenland im Euro bleibt oder den Euro verlässt, hat schon lange nichts mit der Überschuldung des Landes und den zu dürftigen wirtschaftlichen Perspektiven des Landes zu tun, die ein unabänderlicher Dauerzustand auf überschaubare Sicht bleiben werden. Es ist längst ein reines Politikum geworden Griechenland im Euro zu halten.“

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die Simpsons October 16, 2012 at 07:21

Es gibt keinen Austritt Griechenlands. Das hat AM letztes Jahr in Nigel Farage gegenüber geäußert. Sinngemäß hat sie gesagt “Sollen sie doch Kuchen essen”. Steht auf der Seite von Geolitica.

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Grinario October 16, 2012 at 07:48

Die französische Königin, die den Satz “Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie Kuchen essen” (angeblich) gesagt hat, war danach auch nicht mehr lange am Regieren.

Aber ein sehr interessanter Hinweis, danke:
http://www.geolitico.de/2012/10/13/merkel-nimmt-fur-europa-sogar-60-prozent-arbeitslose-in-kauf/
Aus diesem Interview:
„Ich sagte zu ihr: Wäre es nicht ein freundliche Geste gegenüber den deutschen Steuerzahlern, wenn sie nicht mehr ständig Blankoschecks unterschreiben müssten? Und wäre es nicht eine Befreiung Griechenlands, den Euro zu verlassen, eine stark abgewertete Drachme wieder einzuführen und so das Land wirtschaftlich zu gesunden?“
Daraufhin habe Merkel geantwortet, für sie sei diese keine Option. Farage zitierte sie vor laufender Kamera mit den Worten: „Wenn Griechenland den Euro verlässt, werden andere Staaten folgen. Das wäre das Ende unseres europäischen Traumes.“
Doch dabei habe es Merkel nicht belassen, versichert der Brite, dessen Partei einen Ausstieg Großbritanniens aus der Eurozone anstrebt. Farage: „Sie sagte: Es ist uns völlig egal, ob die Jugendarbeitslosigkeit die 60-Prozent-Marke erreicht. Es ist uns völlig egal, ob 25 Prozent der Privatunternehmen zusammenbrechen. Es ist offen gesagt sogar egal, ob ganz Griechenland zusammenbricht, solange wir das europäische Projekt erhalten.“

Farage zufolge gibt es für Merkel keierlei ökonomische Begründung mehr (etwa Schockwellen für die Weltwirtschaft, Bankenzusammenbrüche usw.), die Griechen im Euro mzu halten. Es geht nur noch um eine politische Dominostein-Theorie. Wenn Griechenland rausgeht, könnten andere Staaten der Eurozone zur Meinung kommen, dass auch ein Austritt für sie zu überlegen wäre. Es würde einige der Absurditäten erklären, mit denen wir es in puncto Eurorettung zu tun haben.

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Till October 16, 2012 at 08:49

Hört sich ein wenig wie “Endsieg” an.

Ich hab heute Morgen eine Sendung im D-Radio gehört über Essensverteilung in Madrid.
Da die Leute ihre Miete (oder Immokredit) weiterzahlen müssen, hungern sie lieber und versuchen bei Tafeln etwas zu bekommen. Ansonsten müsten sie den kalten innerspanischen Winter auf der Straße verbringen…

Alles im Interesse Europas und des “Wachstums”??

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winterluchs October 16, 2012 at 14:36

Nigel Farages Partei UKIP strebt also einen Ausstieg GBs aus der vEurozone an? Da müssen sie sich aber noch ganz schön anstrengen. GB ist ja noch nicht einmal drin.

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HaPennyBacon October 16, 2012 at 15:46

Nicht Eurozone, sondern sie wollen die EU verlassen. Farage und seine Partei sind nun nicht alleine und etliche UK-Politiker denken ebenso. Derzeit wird mit Hochdruck daran gearbeitet genügend “Gründe” für den Abflug zu finden und möglichst viel unerfüllbare Forderungen an die EU zu stellen.
http://tinyurl.com/9fsfjn8
Wenn ihr mich fragt, die machen schneller Nägel mit Köpfen als Merkel und Co. denen entgegen kommen können.
Mit Boris Johnson kommt gerade ein besonderer Liebling der City of London ganz weit nach oben. Mal sehen wie der noch weiter aufgebaut wird.

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Till October 17, 2012 at 06:42

GB ist ja eh nur noch ein Anhängsel der City – und die will keine irgendwie gearteten Regeln für Banken. Industrie wurde ja schon unter Maggie aufgegeben, die Bevölkerung ist nur noch dazu da, über Konsumenten-Hauspreis-Kreditblasen die Nachfrage nach Finanzprodukten anzukurbeln.

Schade eigentlich – aber wohl kaum aufzuhalten.

Johannes October 16, 2012 at 07:39

hier der Link.

http://www.geolitico.de/2012/10/13/merkel-nimmt-fur-europa-sogar-60-prozent-arbeitslose-in-kauf/

Und was Trittin vor hat und was Geolitico dazu meint ist auch lesenswert.

http://www.geolitico.de/2012/10/15/die-wahrheit-hinter-den-aussagen-des-jurgen-trittin/

“Lieber Herr Trittin, wovon wir hier reden, ist die Unterwerfung europäischer Völker unter eine zentralisierte Macht. Früher mussten zu diesem Zweck Armeen marschieren. Heute werden Länder vom Finanzkapitalismus und seinen Handlangern überfallen. Und jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er dazu gehören will.”

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Victor October 16, 2012 at 12:17

http://www.zerohedge.com/news/2012-10-15/fight-hyperstagflation-greece-will-allow-sale-expired-food-products

Die sollen mal am deutschen Wesen genesen:
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/erfolgsgeheimnisse-deutschlands-staerke-hat-13-gruende-11925735.html
Könnte es Probleme mit dem Absatzmarkt geben, wenn ganz Europa seine Lohnstückkosten massiv drückt? ^^
Einige Kommentare sind auch ganz nett.

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Marco October 16, 2012 at 13:19

Am 12.10.12 auf dem Bargeldysmposium der Deutschen Bundesbank in Frankfurt: “Mit Bedauern spricht Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der privaten Banken, vom langsamen Wachstum unbarer Zahlungsarten. „Bargeld ist ein emotionales Produkt.“ Die Banken sollten künftig die Kosten der Bargeldwirtschaft transparenter machen und sich auch nicht scheuen, dafür Preise zu stellen. „Es muss das Bewusstsein geschaffen werden, dass Geld Geld kostet.“

Und das sagen die, die bisher immer alle Ansätze von fließendem Geld in den Dreck gezogen haben (“zu teuer, wer bezahlt denn Geld für Geld?). Was bleibt da noch übrig bei den Argumenten gegen das fließende Geld? Vielleicht, dass die Kinder, die ihre ersparten Groschen am 30.10. wieder auf die Bank tragen, dann keine 0,5 Prozent nominale Zinsen mehr auf ihr Sparbuch bekommen????

http://www.wissensmanufaktur.net/fliessendes-geld

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MCD October 16, 2012 at 22:08

Coca-Cola Hellenic, von der Familie David-Leventis kontrolliert, wird das Headoffice in die Schweiz verlegen. Listing in London, wie schon erwaehnt.
“Coca-Cola Hellenic serves approximately 570 million people in 28 countries. We are one of the largest bottlers and vendors of The Coca-Cola Company’s products in the world, and the largest based in Europe. Our unique portfolio of brands, mix of geographies and passion for marketplace implementation make us a leader in the alcohol-free beverage industry…”
http://www.coca-colahellenic.com/aboutus/

Also schon richtig beeindruckend.

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