Wege aus der Krise – Warum recyceln wir nicht unsere Notenbanken ?

by markusgaertner on 18/10/2012 · 11 comments

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Izhar Gafni verdient seinen Lebensunterhalt mit dem Entwurf automatisierter Fließbänder. Der Israeli radelt aber auch für sein Leben gern. Und diesem Umstand haben wir eine radikale Erneuerung des Fahrrads zu verdanken.

Aus dem Drahtesel wird künftig ein Karton-Esel. Gafni hat eine Methode entwickelt, um Fahrräder in Serie komplett aus Karton und recycelten Materialien zu bauen. Selbst die Bremsen sind dann nicht mehr aus Metall.

Derzeit laufen die Patentanträge, die Serienfertigung soll in ein paar Monaten beginnen. Mehr dazu kann man heute im Business Insider nachlesen. – Frage von Radio Eriwan: Kann man den Mann als nächstes auf die Notenbanken loslassen ? Vielleicht lassen sich Schulden ebenso einfach und praktisch recyceln ?

Wer weiß das schon ? Bisher haben es nur solche Pappnasen wie Ben Bernanke und Mario Draghi ausprobiert, die nach dem Einsteinschen Idioten-Theorem immer mit derselben Methode versuchen, ihr Ziel zu erreichen.

Doch am Ende werfen sie nur billiges Geld in jenen Kreislauf, in dem selbst das billigste Geld derzeit nicht gebraucht wird, weil die Konsumenten Schulden abbauen, die Firmen weniger investieren und die Banken bereits so in Liquidität ertrinken, dass sie schon die nächsten Blasen erzeugen.

Siehe die jüngsten Zahlen vom US-Immobilienmarkt, wo die Neubauten von Wohnhäusern im September um 15% zunahmen.

Selbst Jim Rogers ist heute wieder der Kragen geplatzt. Die Investoren-Legende hat bereits vor Monaten eine Fatwa gegen Bernanke ausgerufen und polterte gestern, der Fed-Chairman habe noch nie mit etwas richtig gelegen, seit er sich in Washington, D.C., herumtreibt.

Dass die Fed – wie die Quacksalber des 19. Jahrhunderts in den USA – ahnungslos, aber dafür mit Wucht die Macht an sich gerissen hat – und ständig falsche Medizin austeilt, das hat gestern auch schon Stephen Roach auf Caixin erklärt. Roach spricht sogar von Zombies:

“The disease is a protracted balance-sheet recession that has turned a generation of America’s consumers into zombies – the economic walking dead. Think Japan, and its corporate zombies of the 1990s. Just as they wrote the script for the first of Japan’s lost decades, their counterparts are now doing the same for the U.S. economy.”

Wie sehr die Verbraucher sparen müssen – Jobangst, Inflation, Schuldenabbau und stagnierende Löhne – das konnten wir gestern bei www.business-wissen.de nachlesen, in einem Bericht über den Einbruch bei den Autoverkäufen in Europa. Wer sich angesichts dieser Zahlen – wie zunehmend viele Beobachter in den USA – eine baldige Erholung ausmalt, sollte nochmal den Rechenschieber bemühen.

Hier ein Zitat aus dem Bericht:

Unter den großen Fahrzeugmärkten wurde kein Land vom Abwärtstrend verschont, außer Großbritannien mit einem Zuwachs von über acht Prozent. Die Nachfrage in Deutschland fiel um 11 Prozent, in Frankreich um 18 Prozent, in Italien um 26 Prozent und in Spanien sogar um 37 Prozent.

Die Webseite zitierte Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer mit der Prognose, die kommenden Monate würden noch schlimmer werden. Der Mann sprach sich gleich dafür aus, in Europa Autofabriken dicht zu machen. Es gebe zu viele Fabriken für die Größe des Marktes.

A propos Zombies. Hier kommt eine ellenlange Liste der Hawai´I News Daily mit 21 Signalen, die auf eine drastische Verschärfung des weltweiten Abschwungs hinweisen. Keine Frage, auf einer Insel ist man etwas nervöser, wenn das Meer hohe Wellen schlägt. Aber bekanntlich ist man auf Hawaii auch meist deutlich gelassener als jetzt, was der Abdruck dieser Liste offenbart.

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Andreas Ludwig October 18, 2012 at 06:19

Es wird berichtet, das ein Mann aus Bangla mit einem Lkw voll Sprengstoff in die Fed fahren wollte um sie zu sprengen. Man hat ihn stoppen können. Jetzt haben die ärmsten der Welt schon so die Schnauze voll, das sie den weiten Weg zurück legen um ihr Elend zu stoppen.:-)

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Joker October 18, 2012 at 08:43

… der Typ wohnt in Queens, und den Sprengstoff hat ihm ein FBI Agent gegeben……

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HaPennyBacon October 18, 2012 at 08:58

Stimmt, die Nachricht müsste folglich lauten:
“Das FBI hat sich selbst daran gehindert einen Terroranschlag zu begehen.”
Genau wie die letzten ca. 20 Anschläge dieser Art. Sollte der Bevölkerung der USA langsam zu denken geben das ihre größten und gefährlichsten Feinde die eigenen Sicherheitsbehörden sind. Übrigens haben auch an sämtlichen “Anschlagsversuchen” dieser Art in Deutschland die Geheimdienste mitgewerkelt. Wer erinnert sich nicht an die Panik die Verursacht wurde als die Bilder der gefährlichen Kofferbomber mit dem Aufruf zur Mithilfe der Bevölkerung in den Medien auftauchten? Jeder Schritt von denen war vorher über Monate überwacht worden und einen ließ man sogar in den Libanon fliehen um die Sache spannender zu machen. Oder wie wärs mit den Briefbomben die angeblich vom Jemen über Düsseldorf in die USA gebracht wurden. Man ließ hier wissentlich ein mit “gefährlichen” Briefbomben beladenes Frachtflugzeug wieder starten. Der damalige Innenminister hat das sogar zugegeben, heute ist er der Verteidigungsminister. Mir wird übel…………………

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vlk October 18, 2012 at 09:18

Alles nur ein großes Spiel böser Jungs – und die Mehrheit glaubt immer noch an AL-Ciada

Naja – sehen wir es positiv – wir verlassen alle irgendwann dieses Jammertal.

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Alois October 18, 2012 at 10:55

drum immer wieder das Lied der Band “Bandbreite” anhören: SELBSTGEMACHT !!!

donWeb October 18, 2012 at 11:13

Apropos US-Immobilienmarkt: Auszug aus dem GEAB N°68 (http://www.leap2020.eu/GEAB-N-68-ist-angekommen-Die-gegenwartige-umfassende-Krise-Herbst-2012-Die-Wochen-der-historischen-Zeitenwende-beginnen_a12459.html):
“Und dabei kann man doch gerade an der Zahl der Zwangsvollstreckungen sehen, in welch schlechter Verfassung der Immobilienmarkt in den USA ist. Nachdem eine Zeit lang weniger Zwangsvollstreckungen durchgeführt wurden, weil bekannt geworden war, dass die Banken die notwendigen Unterlagen fälschten, steigt ihre Zahl nun wieder an. (Schätzungen gehen davon aus, dass pro Jahr in drei Millionen Häuser zwangsvollstreckt wird. Wer sich einen realistischen Einblick in den Zustand des US- Immobilienmarkts verschaffen will, sollte sich auf Wikipédia die Liste der größten amerikanischen Städte (mit Ausnahme New Yorks) besorgen und sich anschließend auf einem Netzauftritt wie Trulia einen Überblick darüber verschaffen, wie groß der Anteil der Zwangsvollstreckungen an den Immobilienangeboten ist – und dass, obwohl viele Häuser von den Banken erst gar nicht auf den Markt gebracht werden. Daraus lässt sich zweifelsfrei ermitteln, dass der US- Immobilienmarkt in einem Besorgnis erregenden Zustand ist. In den nach New York zehn größten US- Städten machen Zwangsvollstreckungen 56% der Immobilienangebote aus, wobei Städte wie Los Angeles (zweitgrößte Stadt der USA nach New York) oder Chicago (drittgrößte) einen Anteil von 67% erreichen, von Städten wie Detroit oder Miami gar nicht zu reden, wo der Anteil bei ungefähr 75% liegt.”

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Bernd October 18, 2012 at 16:12

ich habe mir den GEAB-Link mal angesehen, und ein Bild erregt besonders meine Aufmerksamkeit. Mal ehrlich, sieht so ein Aufschwung, bzw. das Ende einer Rezession aus? Die US-Spritverkäufe halb so Hoch wie noch vor der Rezession?

u.s. total gasoline retail deliveries by refiners
http://www.eia.gov/dnav/pet/hist/LeafHandler.ashx?n=PET&s=A103600001&f=M

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Andreas Ludwig October 18, 2012 at 11:35

@ Joker
Man Joker, das der nicht den ganzen Weg von Bangla gekommen ist, ist mir klar…und wenn er das geschafft hätte, wäre er ein Held-)))

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HaPennyBacon October 18, 2012 at 15:16

Hier noch ein Link speziell für Andreas Ludwig:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Newsweek-mottet-die-Druckmaschinen-ein-1732373.html
Scheint die Maya hatten recht, zumindest eine Branche geht jetzt komplett den Bach runter. Andere werden folgen, die E-Reader werden das Gedruckte ersetzen.

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Marco October 18, 2012 at 18:44

Ja, und dann verlangen sie Kohle dafür. Der allseits beliebte Springerverlag will jetzt auch für seine Onlinemedien Geld verlangen und fängt bei der WELT-online damit an:

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/axel-springer-verlag-welt-website-bekommt-abomodell-a-862071.html

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Futur October 18, 2012 at 18:05

Als Professor Albert Einstein gefragt wurde, was denn die stärkste Kraft im Universum sei, antwortete er ganz spontan:
“Der Zinseszins”. Damit hat er wohl, auch im negativen Sinne, recht gehabt.

Wie hat denn Einstein, gegen das bestimmende Newtonsche Gravitationsgesetz, seine eigene Gravitationstheorie finden können? Etwa durch empirische Experimente, oder durch mathematische Berechnungen? Nein, ganz alleine mithilfe der deduktiven Logik und der Falsifizierung, der berühmten Sonnenfinsternis 1919, konnte die Relativitätstheorie bestätigt werden.

Wenn man sich alleine in der Physik mit der Wahrheit beschäftigt, wird man schnell feststellen, dass die Wirklichkeit die Wahrheit der Theorien bestimmt und nicht umgekehrt. Dies gilt in jeder Wissenschaft, insbesondere auch in der Ökonomie. Man kann also nicht mit den alten ökonomischen Theorien, die vollständig versagt haben, die Probleme in einer sich immer schneller ändernden komplexen Welt lösen. Die unterschiedlichen Probleme können nur gelöst werden, wenn neue Wege, begründet mit innovativen Theorien, beschritten werden.

Die ökonomische Wirklichkeit ist bitter, Dudenhöffer sagt die Wahrheit, und es gibt leider noch andere bittere Wahrheiten.
Aber die bitterste Wahrheit für mich ist, dass sich nur sehr wenige mit der Wirklichkeit beschäftigen, denn dieses beinhaltet die Kenntnis und Anwendung der deduktiven Logik, der Wissenschaftsheorie von Karl Popper und der Methode von Albert Einstein.

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