Börse hinter Barrikaden – Die Wall Street trotzt dem Zombie “Sandy”

by markusgaertner on 28/10/2012 · 2 comments

IKONE_BÖRSE

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Wow, Benny Boy, Du hast sie richtig heiß gemacht. Kernige Anleger und Investoren in New York graben sich gegen das Wirbelsturm-Monster “Sandy” ein. Am Sonntag beriefen die Banken Angestellte nach Mahattan ein, um sich in Hotels und bei Kollegen in städtischen Wohungen zu verbarrikadieren. Am Montag soll gehandelt werden, dem wütenden Wirbelsturm “Sandy” zum Trotz.

Zwar wird die NYSE den Handelsraum schließen und Vorbereitungen für eine Verlegung des Handels an die elektronische Plattform NYSE Arca treffen. Doch aufgeben wollen die Anleger und Börsianer nicht ganz. Orders sollen durchgeleitet und abgewickelt werden. Wann der “Floor” wieder öffnet, bleibt offen.

Niemand will sich an der Börse von den Naturgewalten einschüchtern lassen. Wer die Finanzkrise überstanden hat, wer seine Bilanzen mit immenser Liquidität und Minizinsen festigen kann, wer Occupy Wall Street abprallen ließ und auch den Zorn der Steuerzahler locker wegsteckt – geht vor einem rauen Lüftchen nicht feige in Deckung.

Ist es Yankee-Mentalität ? Oder ist es pure, schlichte Angst, möglicherweise genau jenen Tag zu verpassen, an dem die NYSE-Lichter ausgehen und die Kurse sinken, ohne dass verkauft werden kann ?

New Yorks Busse und U-Bahnen streichen die Segel, 375.000 Menschen werden evakuiert, die Stadt erlahmt, die Flüge werden gestrichen. Aber an den Kurstafeln steht man bildlich gesprochen aufrecht und wankt nicht. Sandy ist laut den Zeitungen ein “Supersturm”, ein arktischer Zombie, der sich mit eisiger Kälte um einen tropischen Bruder wickelt, ein Al Kaida-Angriff von der Wetterfront sozusagen.

Doch um den geht es an sich gar nicht. Es geht – wie gesagt – um die grassierende Angst, dass so nah an der Präsidentenwahl kommenden Dienstag – und so nah am fiskalischen Kliff (10 Wochen noch) die Angst vor einem neuen 1987 wächst. Der jüngste Prominente aus der Finanzbranche, der eine solche Prognose wagt, ist am Wochenende David McAlvany gewesen, der CEO der gleichnamigen McAlvany Financial Group.

Er sagt den Aktien in New York eine heftige Korrektur vorher, weil große – als Barometer betrachtete – Konzerne wie Caterpillar schon zum zweiten Mal in diesem Jahr die Prognosen drosseln und weil die Serie von Umsatz-Enttäuschungen und Gewinn-Warnungen nicht abreißen will. Selbst Apple ist ja inzwischen angeschlagen, wenn man die Kursentwicklung seit dem September zugrunde legt.

Zum Abschluss beschleicht mich noch ein schlimmer Verdacht. Könnte es passieren, dass niemand etwas fehlt oder vermisst, wenn an der NYSE mal für einen Tag – oder zwei – einfach nicht gehandelt wird ? Wenn die Schaltzentrale des globalen Finanzsystems eine Ruhepause einlegt, und das kaum auffällt ? “Stell Dir vor, es wird nicht gehandelt, und keiner vermisst was.”

Würden sich vielleicht am Ende all die hochbezahlten Banker, Händler und Analysten, als zumindest kurzfristig entbehrlich entpuppen ? Könnte aus “Too Big To Fail” am Ende “Not Critical Enough To Be Bailed Out” werden ?

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Joker October 28, 2012 at 22:07

…. the show must go on….

der Plumsack geht um, und die nasse (nakte) Angst, es nicht mehr bis zum 6. nov zu schaffen.

Der Troikabericht wird uebrigens erst am 12 November fertig. Spanien musste im Oct ca 50 mrd refinanzieren…. WIE? Ohne OTM?

Ueberall bricht es auf……

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peterb October 29, 2012 at 07:55

“Könnte aus “Too Big To Fail” am Ende “Not Critical Enough To Be Bailed Out” werden ?”

Hoffentlich!

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