Sandy flutet New York und bläst der Wall Street die Lichter aus

by markusgaertner on 29/10/2012 · 2 comments

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Der Monster-Sturm “Sandy” verordnet der Wall Street heute am zweiten Tag in Folge eine Zwangspause. Der größte Wirbelsturm, den es je über dem Atlantik gegeben hat – mit einem Durchmesser von Frankfurt bis Marseille – legt nicht nur das führende Finanzzentrum auf dem Planeten lahm.

Er hat zur Schließung von 70% aller Raffinerien an der US-Ostküste geführt. Sämtliche Flughäfen von Washington bis Boston kamen zum Erliegen. Sturmfluten und Straßenschäden im Großraum New York waren bis gestern Abend bereits so groß, dass der Gouverneur von New Jersey keine Hilfe mehr nach Atlantic City schicken konnte. Es wurde eine Ausgangssperre verhängt.

Sämtliche großen Brücken in New York wurden um 19 Uhr geschlossen, die Tunnels gesperrt. Busse und U-Bahnen fuhren seit dem Vorabend nicht mehr, aus Angst vor einer Flutung der Fahrbahn-Schächte.

Delle im Vor-Weihnachtlichen Konsum ?

Bank-Analysten erwarten beim US-Konsum im November bis zu drei Prozentpunkte weniger Umsatz, weil im beginnenden Weihnachtsgeschäft 60 Millionen Amerikaner gegen steigende Wasserfluten und Stromausfall kämpfen, anstatt in die Shopping-Malls zu strömen. Bis gestern Abend fiel in 11 Bundesstaaten der USA bereits für 2,5 Millionen Haushalte der Strom aus.

Allein die Supermarkt-Kette Wal-Mart hat 900 Läden gezählt, die im Sturmgebiet liegen. Bei JP Morgan arbeiten 35.000 Leute in der Region, die Sandy bis Mittwoch verwüsten dürfte.  In Manhattan – nur wenige Blocks von der Wall Street entfernt – sehen die glitzernden Türme der Großbanken wie Festungen aus. Die Zentrale von Goldman Sachs ist umringt von einer meterhohen Mauer aus Sandsäcken.

Schaden für die Konjunktur – 10 Milliarden Dollar pro Tag ?

Der Schaden für die ohnehin brüchige US-Konjunktur könnte immens werden. Millionen von Amerikanern werden tage- oder wochenlang ohne Strom sein. Zehntausende von Flügen (allein bis gestern mittag über 12.000) werden ausfallen. Dazu kommen die verlorenen Umsätze im Einzelhandel. Und die Verluste bei den Versicherern. Kaum jemand wagt sie zu beziffern. Es wäre jetzt auch zu früh dafür.

Laut dem Moody´s-Ökonomen Ryan Sweet könnte sich der Schaden, den Sandy insgesamt verursacht, täglich auf 10 Milliarden Dollar belaufen. Doch es gibt auch positive wirtschaftliche Effekte: Viele der 60 Millionen Amerikaner im Sturmgebiet von Sandy werden , wenn das Monster abgezogen ist, die Supermärkte stürmen und sich neue Vorräte kaufen. Reparaturbedarf in Milliardenhöhe wird Baumarkt-Ketten wie Home Depot riesige Umsätze bescheren.

Und Hotels sind die großen Gewinner: Hotels sind im Nordosten der USA vielfach ausgebucht. Denn gestrandete Flug-Passagiere brauchen dringend Zimmer. Ebenso wie Amerikaner, die zwangsweise evakuiert werden und solche, die aus Angst vor Stromausfällen lieber in Hotels ziehen, weil es dort Notstrom-Aggregate gibt.

Mehr dazu in meiner heutigen Wall Street-Vorschau für   G E V E S T O R

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Raus aus Deutschland October 30, 2012 at 04:41

http://www.weather.com/weather/today/New+York+NY+USNY0996
Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte. Windgeschwindigkeiten 30-40 Kilometer pro Stunde aber VORSORGLICH seit letzten Sonntag Flugverbot.
Das ist das gleiche wie mit dem Vulkan in Europa wo es KEINE Aschewolke gab sondern Asche “Aerosole”.

Obama hat die Wahl am 06.11.2012 gewonnen. Hier die genauen Ergebnisse:
Die CBS-News–Grafik zeigt Obama als den Gewinner der Wahl mit 43 Prozent der landesweiten Stimmen gegen Romney mit 40% – oder 40.237.966 zu 38.116.216 Stimmen.
http://marialourdesblog.com/wahrheit-oder-luge-us-wahl-schon-entschieden/

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Christian | Mission Wohn(t)raum October 30, 2012 at 14:29

Ja, ob der Auswirkungen von Sandy werden sich noch so einige Leute auf den Hosenboden setzen. Ich bin gespannt, fühle aber auch mit den Geschädigten.

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