Nächste Station, US-Wahl: Such Dir den passenden Kapitalismus raus

by markusgaertner on 31/10/2012 · 15 comments

2012-10-30_2223

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Sandy ist durchgerauscht. Das Monster hat einen Korridor der Verwüstung hinterlassen. Das Fernsehen zeigte am Dienstag Bilder, die an Kriegs-Szenen erinnern. Doch in Amerika schaut man stets man nach vorne. Der Blick nach hinten ist für Loser. Geschichte lehrt uns nicht viel. Aber Zuversicht und hoch gekrempelte Ärmel, das führt immer weiter.

Zwei patriotische Aufgaben warten jetzt: Die Verwüstungen beseitigen – und Wählen ! Am Dienstag ist es soweit. Ich habe mit Freunden privat eine Flasche Rotwein auf Obama gewettet. – Ich weiß: Er ist der Kerl mit dem eingezogenen Schwanz. Aber Romney ist der Mann mit der Kettensäge für das Sozialsystem.

Addiert man zu den Besuchern von Suppenküchen noch die Armen, die überschuldeten Hausbesitzer, die Arbeitslosen und die allgemein deprimierten, dann ist das ein Heer von mindestens 100 Millionen Amerikanern, die sich zu den Verlierern der Dauermisere zählen. Sie wissen, dass Obama sie schwer enttäuscht hat. Aber sie wollen nicht den Kandidaten, der sie endgültig plattwalzt.

Das ist die Logik meiner Wette. Das schrille Glänzen von Michelles Monster-Zähnen halte ich sicher noch vier Jahre aus. Aber die Schuldenuhr wird aus ihrem Kasten springen, bevor die First Lady die erste Falte zeigt.

Für die Wette hätte ich genausogut Weißwein wählen können, passend zur Farblosigkeit des “Yes we can”-Propheten, der als Kapitän kampflos endete. Keine Schlacht hat er entschieden geführt, viele Versprechen gebrochen, jeden Fight mit den Republikanern vermieden.

Er hat auch nicht die Dezimierung der Mittelschicht aufgehalten, wie wir an den jüngsten Einkommenszahlen sehen. Im September schrumpfte das verfügbare Einkommen der Amerikaner inflationsbereinigt um weitere 0,02%. Nichts atemberaubendes. Aber eine fortschreitende Erosion. Es war der zweite Monat in Folge mit weniger in der Tasche, wenn man die Preissteigerungen abzieht.

Solche Entwicklungen, erst recht vor einer so wichtigen Wahl – und so kurz nach den Verwüstungen, die Sandy angerichtet hat – provozieren Nachdenken, Reflexion.

Das kann man heute im Business-Teil der New York Times nachvollziehen. “Choose Your Capitalism” heißt es dort in einer Analyse mit Blick auf die Wahl am Dienstag.

Die beiden wichtigsten Thesen: Amerika hat zwar in den vergangenen 30 Jahren beim Durchschnittseinkommen 71% zugelegt – das war Platz 16 unter den 29 besten Ländern der Welt. Aber bei der Verteilung hapert es beträchtlich, wie dieses Zitat aus dem NYT-Stück von Eduardo Porter zeigt:

“Yet for all the riches we have amassed, by the O.E.C.D.’s calculation, the income of Americans of working age in the middle of the distribution has grown less since the mid-1980s than in virtually every other developed nation. Perhaps unsurprisingly, we suffer from some of the worse social ills known to the industrialized world.”

Zwei Thesen stechen in dem Kommentar hervor: Erstens, Amerika hat es nicht verstanden, zusätzlichen Wohlstand in die Breite weiter zu reichen. Zweitens, der darwinistische Kapitalismus des Landes hat gravierende soziale Folgen gehabt. (Siehe meine Wette).

Das Wirbel-Monster Sandy hat vieles von dem, was im Argen liegt, offenbart: Miserabel instand gehaltene Infrastruktur zum Beispiel. Aber auch vermeintliche Nachlässigkeit, die im schlimmsten Fall aus falschem Kostendenken gespeist wird. Das Versagen der Notstrom-Generatoren im medizinischen “Langone”-Zentrum der New York University führte am Montag zu einer Aufsehen erregenden Verlegung von 200 Patienten. Der Vorgang provozierte am Dienstag auf verschiedenen Fernsehsendern schlimme Vermutungen.

“Unsere Generatoren erfüllen alle Anforderungen der Regulierer, wir testen sie ständig sorgsam”, versicherten Sprecher des Hospitals. Doch Goldman Sachs-Präsident Gary Cohn, einer der Trustees des Krankenhauses, gab etwas ganz anderes zu Protokoll. Die Generatoren seien “nicht das Beste am Markt” und die Führung des Hospitals habe von Problemen gewusst. Die Infrastruktur sei etwas betagt.

Die Kraken-Arme von Goldman Sachs reichen also bis in die Intensiv-Stationen der Stadt. Nicht schlecht, wir lernen nie aus.

Aber warum gibt der Mann die Probleme erst jetzt zu Protokoll, wenn sie doch potentiell lebensbedrohlich sein können ? Zumindest haben wir schon einmal gehört, dass es bei Goldman Sachs zur kollektiven Erkenntnis gehört, dass gewinnorientiertes Handeln gelegentlich auf Kosten der Klienten geht.

Ironie am Rande: Der Milliardär Kenneth Langone, nach dem (und dessen Frau Elaine) das Langone-Zentrum der NYU seit seiner 200-Mio.-Dollar-Spende 2008 benannt ist, lag im 11. Stock, um eine Lungen-Entzündung zu kurieren, als Sandy durch die Stadt tobte.

Hier noch eine kleine Recherche-Hausaufgabe für unsere ehrgeizigen und Google-erfahrenen Leser: Ich hätte gerne noch eine Weile über die Verbindungen zwischen Goldman Sachs und der NYU, bzw. diesem Krankenhaus recherchiert. Dazu habe ich aber wegen der aktuellen Berichterstattung keine Zeit.

Hat jemand Lust, da ein bisschen zu graben ? Es dürfte sich lohnen, sagt mir mein Riecher ….. Bin schon gespannt auf die Antworten.

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Marco October 31, 2012 at 08:12

Alle berichten über die US-Wahl und Sandy.
Und ganz ganz ganz nebenbei versucht die Mainstream-Presse die deutschen Sparer schon mal dran zu gewöhnen, für was sie die letzten Jahrzehnte eigentlich geschuftet und gespart haben:

http://www.n-tv.de/wirtschaft/kommentare/Die-Erloesung-der-Griechen-article7613071.html

Diese hier angesprochene Umverteilung von Vermögen (ganz gleich wie es entstanden ist, durch Arbeit, Erbe, Spekulation oder Zinseszins) mit einem Geschäftsessen zu vergleichen, bei dem am Ende dann halt der mit dem großen Geldbeutel mal eben so die Rechnung für alle anderen mit bezahlt ist für mich eine absolute Verhöhnung.

Auf der anderen Seite denke ich mir dann wieder, dass es im Prinzip auf die eine oder andere Weise wohl so kommen wird. Also, warum soll es dann nicht Mainstreampresse nicht auch schon langsam der Bevölkerung mal ein bisschen “näher bringen”.
Und am Tisch sitzen ja noch mehr, nicht nur die Griechen…

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Victor October 31, 2012 at 09:29

Ich empfinde den Beitrag auch als absolut lächerlich, als ob die mit den großen Vermögen (zum geringen Anteil sogar auf Kosten Griechenlands entstanden) da mit machen würden.
Würde die wahre Finanzelite verursachungsgrecht beteiligt, gäbe es die sogenannte Schuldenkriese gar nicht.
Die Griechen haben selber genügend Reiche, welche z.B. in Hamburg durch Betongold die Immopreise und Mieten hochjagen, aber die gehören ja zur Kaste der ‘Unberührbaren’…

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Victor October 31, 2012 at 09:33

Löwenzahn für Erwachsene – so wird die Schuldenkrise/ Rechnung für Europa erklärt…

22. Oktober 2012 von Christoph Scherbaum | die Boersenblogger <- Link wird hier gefiltert????

“Rechnung für Europa!” lautete die Überschrift einer Mail, die gerade bei mir reinkam und auf eine sehr schöne und charmante Art und Weise die aktuelle Situation in Europa/ Griechenland/ Spanien und damit die Haltung Deutschlands erklärt…

Fangen wir an:

10 Männer – ein Grieche, ein Italiener, ein Franzose, ein Portugiese, ein Spanier, ein Zypriot, ein Finne, ein Österreicher, ein Holländer und ein Deutscher – treffen sich regelmäßig zum Essen. So war es auch wieder in der letzten Woche.

Die Rechnung für alle zusammen betrug genau 500,- €, denn man speiste schon sehr gern auf hohem Niveau.Die Gäste zahlten ihre Rechnung wie wir unsere Steuern und das sah ungefähr so aus:

- Vier Gäste (der Grieche, der Portugiese, der Spanier und der Italiener) zahlten nichts.

- Der Zypriot zahlte 1 €. Der Franzose 5 €.

- Der Österreicher 50 €. Der Finne 80 €.- Der Holländer 100 €.

- Der Zehnte (der Deutsche) zahlte 264 €.

Das ging schon eine ganze Weile. Immer wieder trafen sie sich zum Essen und alle waren zufrieden. Bis der Wirt Unruhe in das Arrangement brachte in dem er vorschlug, den Preis für das Essen um 50 € zu reduzieren. “Weil Sie alle so gute Gäste sind!” Wie nett von ihm! Jetzt kostete das Essen für die 10 nur noch 450 €, aber die Gruppe wollte unbedingt beibehalten so zu bezahlen, wie das bisher üblich war. Dabei änderte sich für die ersten vier nichts, sie aßen weiterhin kostenlos. Wie sah es aber mit den restlichen sechs aus? Wie konnten sie die 50 € Ersparnis so aufteilen, dass jeder etwas davon hatte?

Die sechs stellten schnell fest, dass 50 € geteilt durch sechs Zahler 8,33 € ergibt. Aber wenn sie das von den einzelnen Teilen abziehen würden, bekämen der fünfte und der sechste Gast noch Geld dafür, dass sie überhaupt zum Essen gehen. Also schlug der Wirt den Gästen vor, dass jeder ungefähr prozentual so viel weniger zahlen sollte wie er insgesamt beisteuere. Er setzte sich also hin und begann das für seine Gäste auszurechnen. Heraus kam folgendes:

- der Zypriot, ebenso wie die ersten vier, zahlte ab sofort nichts mehr (100% Ersparnis).

- Der Franzose zahlte 3 € statt 5 € (40% Ersparnis).

- Der Österreicher zahlte 45 € statt 50 € (10% Ersparnis).

- Der Finne zahlte 72 € statt 80 € (10% Ersparnis).

- Der Holländer zahlte 90 € statt 100 € (10% Ersparnis).

- Der Deutsche zahlte 239 € statt 264 € (11% Ersparnis).

Jeder der sechs kam bei dieser Lösung günstiger weg als vorher und die ersten vier aßen immer noch kostenlos.Aber als sie vor der Wirtschaft noch mal nachrechneten, war das alles doch nicht so ideal wie sie dachten. “Ich hab’ nur 2 € von den 50 € bekommen!” sagte der Franzose und zeigte auf den Deutschen, “Aber er kriegt 25 €!”. “Stimmt!”, rief der Zypriot, “Ich hab’ nur 1 Euro gespart und er spart mehr als zwanzigmal so viel wie ich”. “Wie wahr!”, rief der Österreicher, “Warum kriegt er 25 € zurück und ich nur 5 €? Alles kriegen mal wieder die reichen Deutschen!”.

“Moment mal” riefen da der Grieche, der Portugiese, der Spanier und der Italiener aus einem Munde, “Wir haben überhaupt nichts bekommen. Das System beutet die Ärmsten aus!” Und wie aus heiterem Himmel gingen die neun gemeinsam auf den Deutschen los und verprügelten ihn.

Am nächsten Abend tauchte der Deutsche nicht zum Essen auf. Also setzten sich die übrigen 9 zusammen und aßen ohne ihn. Aber als es an der Zeit war die Rechnung zu bezahlen, stellten sie etwas Außerordentliches fest:

Alle zusammen hatten nicht genügend Geld um auch nur die Hälfte der Rechnung bezahlen zu können! Und wenn sie nicht verhungert sind, wundern sie sich noch heute.

… Niemand soll behaupten können, er habe davon nichts gewusst…

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Till October 31, 2012 at 11:00

Naja, wer ist nur “der Grieche”

Ich glaube, die kommen zu zweit, und einer zahlt was und der andere nicht…

Mal ein Mainstream-Artikel der das Übel beim Namen nennt:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/steuern-griechenland-schont-seine-reichen-a-864248.html
Hier gibt es wohl auch keine Anstrengungen der Troika, auzuräumen. Lieber wird an der “Konkurenzfähigkeit” gearbeitet, spriech Lohnsenkungen für alle bis auf die höchste Beamtenkaste(die weit oben) und Reiche.

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mac October 31, 2012 at 11:52

Ich habe noch nicht kapiert, woher der Rabatt von 50€ kommt.
Eigentlich wird ja alles teurer oder?

Evtl. ist es eher so, dass Grieche und Italiener irgendwann nicht das Taxi zum Wirt bezahlen können und die anderen überlegen, wie sie zusammenlegen, damit man den Freunden die Fahrt bezahlen kann.

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Grinario October 31, 2012 at 12:09

Bei diesem Artikel habe ich mir wirklich überlegt, was das sein könnte:
- der Erstlingsartikel von einem Publizistikstudenten im Praktikum bei ntv,
- ein Versuchsballon der Zeitung (bei genügend positven Rückmeldungen – wonach es aber nicht ausschaut – könnte man weiter in diese Richtung schreiben),
- eine Satire (war aber als solche ausgezeichnet)

Dieses Geschreibsel hat es in sich:
Zitat: “Die offiziellen Zahlen belegen es: Mit dem privaten Geldvermögen der Deutschen ließe sich tatsächlich – rein rechnerisch, versteht sich – die komplette griechische Staatsverschuldung begleichen. Denn den Angaben der Europäischen Statistikbehörde Eurostat zufolge steht das Euroland mit 355,7 Mrd. Euro bei seinen Kreditgebern in der Kreide. Ein unüberwindlicher Schuldenberg? Ein Klacks, sofern zufälligerweise jemand mit am Tisch sitzt, der mehr als 4,8 Billionen Euro im Portemonnaie stecken hat.
In Europa sitzt unübersehbar Deutschland mit am Tisch. Und es stimmt: Deutschland könnte die griechischen Schulden aus der Welt schaffen und dem Land so einen Weg in eine Zukunft mit vernünftig organisierten Staatsfinanzen eröffnen.”

Den Absatz könnte man auch so lesen: Ihr unendlich reichen Deutschen mit euren zum Platzen vollen Geldbörsen könntet endlich für paradiesische Zustände in Europa sorgen und vor allem den Griechen endlich zu einem “Weg in die Zukunft” verhelfen. Aber bockig, wie ihr nun einmal seid, beharrt ihr darauf, nicht für die Schulden anderer Länder verantwortlich und haftbar zu sein, ihr anti-europäischen ****kerle.

Ist es ein Zufall, dass auch Herr Soros gerade wieder sehr aktiv ist?
http://www.preussische-allgemeine.de/nachrichten/artikel/soros-nimmt-deutschland-in-die-zange.html

Vielleicht, aber manche Zusammenhänge werden oft erst in der Rückschau klar.

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wolfswurt October 31, 2012 at 08:43

Zitat:
“Der Blick nach hinten ist für Looser. Geschichte lehrt uns nicht viel.”

Diese Einstellung ist der Garant für immer wieder gleiche Fehlentscheidungen – Looserschicksal eben.

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Hardy October 31, 2012 at 10:09

“Der Blick nach hinten ist für Loser. Geschichte lehrt uns nicht viel.”

100 Jahre fehlgeschlagene amerikanische Außenpolitik sind das Resultat.

“Aber Romney ist der Mann mit der Kettensäge für das Sozialsystem.”

Welches Sozialsystem?

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Nina October 31, 2012 at 13:34

Ein Blick zurück:
Aerial video: Sandy leaves ruins and devastation in New York, New Jersey
https://www.youtube.com/watch?v=aRSXbQ3eqYA&list=UUpwvZwUam-URkxB7g4USKpg&index=1&feature=plcp

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dank October 31, 2012 at 14:14

Das Interesse der GoldSjungs scheint persönlicher Natur zu sein um eine möglichst hohe Chance auf gute Versorgung
im Falle der Benötigung einer Notfalleinrichtung zu sein.
Vielleicht prangert Gary Cohn das auch deswegen so an – weil er zu 85% in diesem Krankenhaus lande, wenn er
versorgt werden muss und im Lande weilt?!
John Paulson hats auch gemacht und noch einige der GSBoys…

Sollten die Krankenhäuser aber so arbeiten wie GS, werden all die millionen- und milliardenschweren Spender im Falle
des Notfalls auf dem blanken Fußboden schlafen dürfen auf dem ein Zettel brangt: “Hier wäre ihr erworbender
persönlicher Krankenhausplatz gewesen, den wir leider zu sehr hohen Margenversprechen verliehen haben und der sich
gerade in einem Überschallflugzeug auf seiner Dauerreise um die Welt befindet. Sollten sie hier dennoch Ihr Bett
vorfinden und ein anderer Patient befindet sich darin, seien sie ganz beruhigt über diesen Zustand, denn damit hat dieser
es definitv mehr verdient, da er mehr dafür gezahlt hat. Das wurde vom Markt so geregelt. Sollten sie deswegen
Beschwerde einreichen wollen, beschweren sie sich bitte bei dem, dessen Werk sie alle tun: G O T T.”
;-)

Und hier mal noch ganz was “anderes”:
http://www.hintergrund.de/201208232215/wirtschaft/wirtschaft-inland/die-deutsche-bank-ist-weder-deutsch-noch-eine-bank.html

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Nina October 31, 2012 at 15:25

Entstehen hier langfristig neue Energie-Allianzen?

Gazprom kündigt enorme Investitionen in Richtung Asien-Pazifik an
http://de.rian.ru/business/20121029/264832662.html

- die Verhandlungen mit China sind auf gutem Weg
- Gazprom will mit Shell Ölschiefer im Ölfeld Werchne-Salymskoje in Russland fördern
beachte: Rosneft – BP, Gazprom – Shell, beide wollen sich an der Arktiserschließung beteiligen ;-)
- Gazprom hat die Absicht, die Raffinerie in Schwedt zu kaufen, Shell mit ca. 37,5 % beteiligt, ;-)
- Rosneft will das Tankstellennetz Esso in Deutschland kaufen, gehört Exxon, Exxon will sich ebenfalls an der
Arktiserschließunng bei Rosneft beteiligen ;-)
- ESPO könnte Brent verdrängen
- Bau einer Gas-Großflüssigkeitsanlage in Wladiwostok bis 2018

- Baubeginn South-Stream 2012,
- Ausbau des nördlichen Seeweges durch Russland für durchgängige Schifffahrt, kein Suezkanal mehr
notwendig!!!

Die kanadische Blockierung mit Petronas hat zu neuen Überlegungen im asiatisch-pazifischen Raum geführt.
Die Entscheidung zu CNOOC steht noch aus.

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Nina October 31, 2012 at 20:02
Sandro Valecchi October 31, 2012 at 18:31

Mitt Romney vorn – Barack Obama on the loose

“Sandy”, zerstörerisches Naturereignis, bringt Obama weiter in Bedrängnis: Dem US-Energieministerium zufolge wurden Stromausfälle bei mehr als 8.114.000 Kunden verzeichnet. Allein in New Jersey hatten wegen “Sandy” 2,5 Millionen Haushalte keinen Strom. Im Staat New York saßen 2 Millionen Haushalte „im Dunkeln“, in Pennsylvania waren es 1,3 Millionen. Alle Beobachter und Analysten sind sich einig, dass die Erfolgsaussichten zur kommenden Präsidentschaft in den Vereinigten Staaten eng mit der Entwicklung der US-Wirtschaft verknüpft sind. Amtsinhaber Obama selbst hat 2011 die Ansicht geäußert, dass es noch Jahre dauern werde, bis die amerikanische Wirtschaft wieder auf einer soliden Basis stehe und strukturelle Probleme, die sich über die vergangenen 20 Jahre aufgebaut hätten, wieder rückgängig gemacht werden könnten. Innerhalb einer Legislaturperiode sei die Erholung der Wirtschaft nicht zu schaffen. “Ich glaube an Amerika!”Mitt Romney und die republikanische Partei setzt auf wirtschaftliche Kompetenz und Traditionen. In Zeiten der Wirtschaftskrise sieht der Multimillionär eine neue Chance für sich – und setzt auf Tradition und Expertise. Er kandidiert bereits zum zweiten Mal für die US-Präsidentschaft, 2008 unterlag der Ex-Gouverneur von Massachussetts John McCain. “Stand with Mitt” lautet die Devise der Republikaner und wirke mit am Ziel: 12 Millionen neue Jobs, so die Aussage und Wahlversprechen auf der Homepage von Mitt Romney.

Mit der Wirtschaftskompetenz stehen und fallen die Chancen auf das Amt des US-Präsidenten. Klarer Vorteil für Romney und zugleich ein großer Nachteil für Obama. Obamas Niedergang ist untrennbar mit dem 02. August 2011 verbunden. Die internationalen Medienagenturen vermeldeten “last-minute deal reached to end U.S. debt impasse”, aber weder Freude noch Erleichterung konnte seinerzeit hierbei aufkommen. Die Lage der US-Ökonomie ist überaus kritisch und das wird sie auch weiterhin bleiben. US-Präsident Barack Obama und seine Administration bringt es auf den Punkt: “Ist das der Deal, den ich bevorzugt hätte? “, fragte Obama und schob die korrekte Antwort nach: No!

Die Schuldenobergrenze, die gesetzlich fixiert bei 14,3 Billionen USD lag, wurde mit Zustimmung des Verfassungsorgans, dem US-Kongress, angehoben. Das Schuldenlimit wurde von 14,3 Billionen USD in zwei Schritten um insgesamt 2,4 Billionen Dollar (900 Milliarden USD im ersten Schritt) erhöht. Der totale Zahlungsausfall der USA konnte damit zwar abgewendet werden. Im Streit steht jedoch nach wie vor die Frage von Steuererhöhungen und der Finanz- und Fiskalpolitik. Die Republikaner sind strikt gegen Steuererhöhungen für Reiche und überdies gegen Einschnitte bei Einsparungen, die das Militär betreffen. Obama kennt die Probleme, die seine Amtsvorgänger ihm hinterlassen hatten. Gelähmt von der US-Hypothekenkrise sowie der Lehman-Pleite im Jahr 2008 schafft es die US-Ökonomie bis heute nicht mehr richtig in Fahrt zu kommen.

Die US-Wirtschaft hat die wichtige Dominanz in Schlüsselindustrien verloren. 1972 war in der zivilen Luftfahrtindustrie noch die Boeing Company die unangefochtene Nr. 1, gefolgt von 2 anderen amerikanischen Flugzeugherstellern. 1972 wurde in Europa der erste Airbus A 300 in Dienst gestellt. Heute gibt es nur noch Airbus Industries und Boeing. Boeing Company kämpft um Platz 2 hinter Airbus und Chinas Luftfahrttechnik holt auf. Boeing ist auf milliardenschwere Konjunkturprogramme, etwa durch das US-Militär, sowie auf protektionistische Schutzmaßnahmen der US-Regierung angewiesen. Das US-Raumfahrtprogramm und damit eine ganz besonders wichtige Innovation wurde dem Rotstift geopfert. In den 80iger Jahren haben bereits Automobilhersteller aus Japan den amerikanischen Markt aufgerollt, heute erobern Automobile „Made in Germany“ als Lifestyle-Produkte die Herzen der US-Verbraucher. Die amerikanische Autoproduktion ist in erheblichen Schwierigkeiten. Infrastruktur und Zentren der US-Autoindustrie wie etwa Detroit sind im Niedergang. Viele US-Unternehmen können bei schnellen Veränderungen auf den Märkten nicht mehr mithalten, selbst die IT-Branche ist dem Wettbewerbsdruck aus Asien ausgesetzt. Der US-Binnenmarkt kommt ins straucheln, weil die amerikanischer Bürger schlichtweg zu wenig Mittel haben, um konsumieren zu können. Die amerikanischen Verbraucher hatten zum Teil pro Kopf 10 Kreditkarten und mehr. Dies war vor der großen Finanz- und Hypothekenkrise 2008 üblich. Wer sein Haus verloren hat, vielleicht auch noch den Job, der kann einfach nicht mehr konsumieren. Die Konsumfähigkeit der US-Verbraucher war bislang eine prozentual sehr wichtige Stütze der US-Ökonomie. Der US-Arbeitsmarkt und der volatile Immobilienmarkt belasten die US-Ökonomie schwer. Überdies dürfen auch die Kosten für die unzureichende Lösung der Finanzkrise von nahezu 2 Billionen US-Dollar und der Anstieg der Ausgaben für Transferleistungen nicht vergessen werden.
Der Verteidigungshaushalt und die Schattenhaushalte für die nationale Sicherheit verschlingen Unsummen. Selbst Finanzexperten fehlt die Übersicht. Deshalb müssen sich Finanzanalysten zunächst mit dem Zahlenmaterial begnügen, das veröffentlicht wurde.

Jetzt – wenige Tage vor der Wahl zur kommenden US-Präsidentschaft – sucht Obama den Weg aus der Defensive, indem er in seiner wöchentlichen Ansprache den Erfolg seiner vor 2 Jahren erlassenen Finanzmarktreform unterstrichen hat. Mit diesem Gesetz sei verhindert worden, dass mit dem Geld von Steuerzahlern in Not geratene Unternehmen gerettet werden müssen, versuchte Obama in der per Radio und Internet übertragenen Rede das Thema Finanzmarktreform zu seinem Thema zu machen: Das Gesetz diene dazu, “Arbeiterfamilien zu schützen und sicherzustellen, dass jeder nach denselben Regeln spielt”, sagt Barack Obama.

Mitt Romney kann hingegen aus Sicht des amerikanischen Mittelstandes überzeugend kontern: Die USA und damit die größte Volkswirtschaft befinden sich in der Schuldenfalle. Im Vertrauen auf ein stetiges Wachstum und parallel steigender Steuereinnahmen bauten nahezu alle Regierungen auf die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Prozesse fortsetzen und Staaten als solvente Schuldner zu gelten haben. Die Finanzwirtschaft operiert mit mathematischen Wahrscheinlichkeitsberechnungen. Seit der Finanzkrise funktioniert dieser Mechanismus jedoch nicht mehr. 2010 lagen die Verbindlichkeiten der Industriestaaten erstmals so hoch wie ihre eigene Wirtschaftskraft. Die Folge: Die roten Zahlen bremsen den Wohlstand. Die Geldgeber, Kreditinstitute, Versicherungen und Fonds werden zunehmend skeptischer und verlangen höhere Risikoprämien. Die Staaten finanzieren ihre Haushalte notwendigerweise durch Ausgabe von Staatsanleihen, ähnlich wie in der Wirtschaft die Unternehmen mittels Corporate Bonds, riskieren so ihre künftige Geldstabilität und finanzieren die jeweiligen Staatsdefizite – bis eben nichts mehr geht. Wie schnell sich die Schuldenfalle in Zukunft weiterdrehen wird, hängt unter anderem vom Rating der USA ab.

Damit ist das zweite Hauptproblem der Amtszeit von Obama genannt: Die Vereinigten Staaten haben erstmals ihr Top-Rating “AAA” als einer der zuverlässigsten Schuldner der Welt verloren und werden in Zukunft höhere Zinsen für das geliehene Kapital zahlen müssen. Die Bonität der umlaufenden Staatsanleihen eines Landes beurteilt die Rückzahlungswahrscheinlichkeit, die wiederum mit Wachstum und Ökonomie des Landes untrennbar miteinander verknüpft ist. Analysten gehen davon aus, dass als Folge der Abwertung die USA etwa 100 Milliarden USD pro Jahr zusätzlich aufwenden müssen, um den Schuldendienst zu bedienen. Eine der 3 großen Rating-Agenturen, Standard & Poor’s (S&P), hatte am 05.08.2011, nach Börsenschluss der New York Stock Exchange (NYSE), die Herabstufungsentscheidung auf AA+ ausgesprochen und begründet. Solange die Vereinigten Staaten ihre Schuldenproblematik nicht in den Griff bekommen, sei die Bestnote AAA für die Bonität sowie Kreditwürdigkeit der umlaufenden Staatsanleihen des Landes nicht länger angemessen. Überdies könnte auch das langfristige Rating innerhalb der kommenden 2 Jahre auf AA herabgestuft werden. Zuvor hatte die kleinere US-Rating-Agentur, Egan-Jones, die Bonität der USA von AAA auf die Note AA+ mit Blick auf die taumelnde US-Wirtschaftskraft herabgestuft: Die USA könnten nicht mehr als einen der zuverlässigsten Schuldner der Welt eingestuft werden. Dagong Global Credit Rating Co. Ltd., eine der führenden chinesischen Rating-Agenturen, bewertet die Kreditfähigkeit der USA ohnehin nur mit der Note A+.

Die Stabilität der US-Währung ist in Gefahr. Der “Deal 2011″ bedeutet nichts anders, als dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die in Umlauf zu bringende Geldmengen drastisch erhöhen muss. Es ist kein Geheimnis und längst kein Tabu mehr, dass die amerikanische Notenbank notgedrungen weiterhin im großen Umfang Staatspapiere wird aufkaufen müssen, mit der Folge, hierfür zusätzliche Geldmengen in Umlauf bringen zu müssen. Die im Umlauf befindliche Geldmenge wird nahezu unüberschaubar erhöht. Damit leistet die Fed ungewollt oder notgedrungen der Inflation und Abwertung des USD weiter Vorschub. Offenbar muss sie dies in Kauf nehmen, weil der Staat nicht mehr genug Gläubiger findet, der seine Schulden finanziert. Die Goldreserven von rund 8.000 Tonnen sind der letzte, verbliebene Stabilitätsfaktor des USD.

Herausforderer Romney hat bereits angekündigt, die Geldstabilität und Währung wieder in den Fokus rücken und zugleich China, die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt, als “Währungsmanipulator” zu brandmarken. Auch Handelssanktionen sind für Romney kein Tabu. China ist der größte Gläubiger der USA und droht nicht nur damit, das Engagement in amerikanischen Staatsanleihen zurückfahren zu wollen. Die Volksrepublik hält US-Staatsanleihen im Wert von mehr als einer Billion USD und 1,152 Billionen USD an Schatzanleihen. Sollte China die Dollarreserve in Höhe von 3,2 Billionen USD abstoßen und auf den Markt werfen, würde dies mit einem Schlag die ungesicherte Geldmenge erhöhen und die Inflation der US-Währung weiter anheizen. An seinem ersten Tag im Amt als US-Präsident beabsichtigt Romney alle Bundesbehörden anweisen, die Rücknahme jedweder Regulierung der Obama-Regierung einzuleiten, die die Wirtschaft oder die Schaffung von Arbeitsplätzen über Gebühr belasten.

In der Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa gaben 52 % der Befragten in Deutschen an, dass Obama wirtschaftlich glücklos agiert. Eine Mehrheit der Befragten ist in Deutschland der Ansicht, die USA seien keine wirtschaftliche Supermacht mehr. Wirtschaftsexperten sehen den Amtsinhaber ohne wirkliche Chance gegen den neuen Herausforderer, dem es gelingt, die Thema Wirtschaft, Finanzen und Mittelstand aus Sicht der Amerikaner glaubhafter zu besetzen.
Sandro Valecchi, Berlin, Germany

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markusgaertner November 1, 2012 at 04:40

Herzlichen DANK für diese sehr ausführliche und detaillierte Kommentierung ! Viele Grüße

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Nina October 31, 2012 at 19:43

Was ist der passende Kapitalismus? :-)

PKW-Überkapazitäten in Höhe von mehr als 40 Prozent in China – mit 48 chinesischen und 47 ausländische Marken

Von Juni auf Juli 2012 sank die Zahl verkaufter Neuwagen in China um 12,5 Prozent
Die Provinzregierung von Jilin etwa bezuschusst derzeit jedes verkaufte Auto des chinesischen Produzenten FAW mit 30.000 Yuan (über 3500 Euro).

Fazit:
Die teuren ausländischen Produzenten können sich warm anziehen, so die Chinesen. :-(

http://german.china.org.cn/business/txt/2012-10/31/content_26960734_2.htm

Geely-Patriotismus lässt grüßen.

Für die deutsche und EU-Schulden-Wirtschaft könnte das ins Dauer-Koma führen.

Die Chinesen haben zwischenzeitlich so viel Technologie eingesammelt, dass sie den Westen nach und nach abstoßen können, wenn er nicht mehr ins Konzept passt.

Der chinesische Kapitalismus entwickelt sich zum Alptraum des us-geprägten Globalisierungsdiktat.

Die deutschen Windmühlen zeigen noch keine Wirkung.
Es sind noch zuwenig, um die Fließbänder damit zu versorgen. :-(

Daimler, VW, BMW, Audi und Co. werden nach neuen Konzepten suchen müssen.

Eine eurasische Freihandelszone bietet sich.
Aber wer springt schon über den eigenen Schatten, wenn die Sehschärfe nicht mehr funktioniert und das Orientierungssystem selektiv blockiert ist.

Chinesische Artikel werden seit einiger Zeit aggressiver und deutlicher.
Warum?

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